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Lumedis Frankfurt

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Brennen im Oberschenkel

Brennen im Oberschenkel kann viele verschiedene Ursachen haben.
Neben völlig harmlosen können auch sehr ernste Knieerkrankungen dahinter stecken.
Gerne beraten Sie die medizinischen Spezialisten von Lumedis in einem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
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Definition - Was ist ein Brennen im Oberschenkel?

Ein Brennen im Oberschenkel ist eine unangenehme Missempfindung.
Sensibilitätsstörungen wie Brennen oder auch Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Ameisenlaufen, sind subjektive Empfindungen, die von den Betroffenen meistens als sehr störend empfunden werden.
Häufig liegt der Missempfindung eine Nervenschädigung zugrunde.

Empfinden Sie Brennen im Knie? Dann lesen Sie unseren Artikel Brennen im Knie.

Ursachen

Sensibilitätsstörungen wie ein Brennen können nur kurzzeitig anhalten und harmlose Ursachen haben oder auf Erkrankungen des Nervensystems hindeuten.

Ein Brennen im Oberschenkel kann durch oberflächliche oder tiefe Verbrühungen der Haut mit Nervenschädigung entstehen.
Durch den Vorgang des Verbrennens ist die Ursache des Brennens dann offensichtlich.

Weniger eindeutig ist ein Brennen aufgrund eines Vitamin- oder Spurenelementmangels (Vitamin B1, Eisen, Magnesium), einer Blutarmut oder einer Hyperventilation bei Panik oder Stress.

Eine verbreitete Ursache von Brennen im Oberschenkel sind sogenannte Polyneuropathien, Schädigungen peripherer Nerven, die durch Diabetes mellitus oder Alkoholismus entstehen.
Des Weiteren können Nervenschädigungen durch Infektionen, zum Beispiel im Rahmen einer Borreliose mit beziehungsweise und einer Meningitis (Hirnhautentzündung), und vor allem durch mechanische Irritationen wie eine Einklemmung eines Nervs, zu Missempfindungen im Oberschenkel führen.
Beispiele hierfür sind eine Spinalkanalstenose der LWS, ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule und eine Meralgia paraesthetica.

Weitere mögliche Ursachen sind Durchblutungsstörungen wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und neurologische Erkrankungen wie eine multiple Sklerose, Morbus Parkinson und das Restless-Legs-Syndrom.

Die oben genannten möglichen Ursachen decken sicherlich 95% der möglichen Ursachen ab, leider können hinter den restlichen 5% hunderte anderer Ursachen stecken.

  1. Steißbein (Os Sacrum)
  2. Spina iliaca anterior superior (Ansatzpunkt vieler Muskeln)
  3. Musculus tensor fasciae latae
  4. Musculus satorius
  5. Tractus iliotibialis
  6. Musculus vastus medialis
  7. Quadrizepsansatzsehne
  8. Pes anserinus superficialis
  9. Kniescheibe (Patella)
  10. Musculus vastus lateralis
  11. Musculus rectus femoris
  12. Musculus iliacus (bildet zusammen mit Musculus Psoas den Musculus iliopsoas)

Nr. 6,10 und 11 bilden zusaammen den Musculus Quadriceps

Meralgia paraesthetica

Bei der Meralgia paraesthetica handelt es sich um ein Nervenkompressionssyndrom, bei dem der sensible Hautnerv des seitlichen Oberschenkels, der Nervus cutaneus femoris lateralis, in seinem Verlauf unter dem Leistenband eingeklemmt wird.
Durch den Druck auf den Nerv entstehen störende Missempfindungen wie Brennen und dumpfe Schmerzen im Bereich der Oberschenkelaußenseite.
Die Nerveneinklemmung in der Leistenregion wird durch

  • Übergewicht,
  • Schwangerschaft
    und
  • das Kleiden zu enger Jeans und Gürtel

begünstigt. Auch Diabetes mellitus und das männliche Geschlecht scheinen ein Risikofaktoren zu sein.

Falls Ihre Symtpme zu einer Meralgia passen, lesen Sie unser Thema Meralgia paraesthetica.

Abbildung einer Meralgia paraesthetica:
der türkis Kreis zeigt die Kompression des Nervus Femoralis (bei der Meralgia paraesthetica wird der Nervus cuaneus femoralis lateralis komprimiert)

  1. Leistenband
  2. N. femoralis
  3. M. satorius (Schneidermuskel)
  4. Gefäßbündel (A. femoralis / V. femoralis)

Bandscheibenvorfall der LWS

Bandscheibenvorfälle entstehen häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule, da das Körpergewicht starke Kräfte auf die Bandscheiben in dieser Region ausübt.
Typischerweise sind die Bandscheiben zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbelkörper (L4/L5) und zwischen dem 5. Lendenwirbelkörper und dem 1. Steißbeinwirbelkörper (L5/S1) betroffen.
Es kann zu starken Schmerzen im unteren Rücken kommen, die in das betroffene Bein ausstrahlen und Empfindungsstörungen wie Brennen, Kribbeln oder Taubheit hervorrufen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Artikel Bandscheibenvorfall der LWS.

MRT der LWS (seitlich, T2) mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1:

  1. Wirbelkanal (Spinalkanal)
  2. Dornfortsatz
  3. Bandscheiben L3
  4. Bandscheibenvorwölbung L 4/5
  5. Wirbelkörper L5
  6. Bandscheibenvorfall L5/S1

Nervenwurzelentzündung

Eine Nervenwurzelentzündung, also eine Radikulitis oder Radikulopathie, kann zu brennenden Schmerzen im Verlaufsbereich des Nerven führen.

Die Schmerzen weisen meist eine der folgenden Qualitäten auf:

  • brennend
  • einschießend
  • blitzartig

Beim Brennen im Oberschenkel könnte diese eine entzündliche Reizung des Ischias-Nervs sein, der sich im Bereich der Lendenwirbelsäule aus mehreren Rückenmarksnerven zusammenschließt und den Oberschenkel entlang läuft.
Ursächlich kann für eine Nervenwurzelentzündung, die zu einem Brennen im Oberschenkel führt, die Nervenwurzel L2, L3, L4, L5 oder S1 sein.

Bei einer Reizung einer oder mehrerer Nervenwurzeln im Lumbalbereich kann es entsprechend zu Schmerzen entlang des Verlaufs diesen Nerven kommen.
Typisch ist hier also das Auftreten des Brennens nicht nur im Oberschenkel, sondern auch im Bereich des unteren Rückens und im Unterschenkel entlang des Nervenverlaufs.

Falls die Symptome bei Ihnen passen, lesen Sie unseren Arikel Nervenwurzelentzündung.

Thrombose

Ein Brennen im Oberschenkel ist eher untypisch für eine zugrundeliegende Thrombose, schließt diese jedoch nicht aus.

Bei einer Thrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das eine Vene akut verschließt und somit zu Schmerzen führen kann. Diese sind jedoch meist dumpf oder ziehend und gehen mit einer Schwellung und Überwärmung einher.

Die venöse Thrombose findet sich am häufigsten im Oberschenkel und besitzt ein erhöhtes Risiko für eine Lungenarterienembolie durch Lösung aus der Vene und Spülung durch den Kreislauf zum Herzen bis in die Lungengefäße.

Typische Risikofaktoren für die Bildung einer Thrombose sind:

  • eine längere Immobilisation, beispielsweise durch eine Operation oder einen Langstreckenflug
  • eine Störung der Gerinnung.

Bei Verdacht auf eine Thrombose sollte zeitnah eine ärztlich/internistische Abklärung erfolgen.

Gürtelrose

Eine Gürtelrose manifestiert sich häufig durch bläschenförmige scharf begrenzte Ausschläge im Bereich des Versorgungsgebiets eines Rückenmarksnerven.
Das Auftreten von einem Brennen im Oberschenkel ist daher eher untypisch für das Vorliegen einer Gürtelrose, jedoch nicht ausgeschlossen.
Bei der akuten Gürtelrose würde das Brennen im Oberschenkel dann mit dem Auftreten von Bläschen darstellen.
Die Varizella-Zoster-Viren, die für das Auftreten der Gürtelrose verantwortlich sind, können die Nerven des Körpers chronisch reizen.
Daher kann es auch nach einer Gürtelrose mit erfolgter Behandlung zur sogenannten Post-Zoster-Neuralgie, also Nervenschmerzen nach dem Zoster, kommen.
Diese Nervenreizung kann sich ebenfalls durch bohrende Schmerzen und Brennen im Oberschenkel äußern.
Hinweise kann eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen den Zoster-Virus liefern.

Vitaminmangel

Prinzipiell kann auch ein Vitaminmangel Brennen im Oberschenkel verursachen.
Vitamin B, insbesondere Vitamin B12, ist ein wichtiger Nährstoff für die Funktionalität der körpereigenen Nerven.

Durch einen langjährigen Vitamin-B12-Mangel, beispielsweise aufgrund von streng veganer Ernährung oder durch eine gestörte Aufnahme aus dem Darm, kann es zu Schädigungen der Nerven im Rückenmark kommen und äußert sich wie folgt:

  • brennende Schmerzen
  • Missempfindungen
  • Kribbeln
  • Gangunsicherheiten

Hinzu kommen auch häufig sogenannte spastische Paresen, also Muskellähmungen mit einer Erhöhung der Muskelanspannung.
Ein isoliertes Auftreten von Brennen im Oberschenkel ist allerdings für einen Vitaminmangel, der den gesamten Körper beeinflusst, sehr untypisch.

Borreliose

Bei einer Borreliose kommt es durch den Befall des zentralen Nervensystem durch die Borrelien-Bakterien im zweiten Stadium der Erkrankung zum Befall von Rückenmark und den daraus hervorziehenden Spinalnerven.
Die Symptome, die auch als bezeichnet werden, beinhalten dann häufig nächtliche starke Schmerzattacken entlang der Nervenverläufe sowie Muskellähmungen und  können sowohl an den Armen als auch an den Beinen auftreten.
Typisch ist hierbei vor allem das Auftreten der Schmerzen entlang der spezifischen Versorgungsgebiete der befallenen Nerven.
Bei der Borreliose kommt es allerdings auch zu weiteren Symptomen, wie beispielsweise der Wanderröte, sodass beim Vorliegen von Brennen im Oberschenkel nicht sofort auf eine Borreliose geschlossen werden sollte.
Hinweise auf eine Borreliose kann ebenfalls ein Blutuntersuchung mit Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien liefern.

MS (Multiple Sklerose)

Prinzipiell kann es auch im Rahmen einer MS, also einer Multiplen Sklerose, zum Auftreten von Brennen im Oberschenkel kommen.
Hierbei handelt es sich in diesem Fall um ein Symptom, welches im Rahmen von Nervenschädigungen an den Beinen aufgrund der Zerstörung der Nerven-Isolierschicht auftritt.

Die häufigsten Symptome sind hierbei:

  • Missempfindungen, wie einem Brennen oder Kribbeln
  • Taubheitsgefühle
  • Abnahme der Schmerz- oder Temperaturempfindung 

Allerdings sollte aufgrund von Brennen im Oberschenkel nicht direkt auf das Vorliegen einer MS geschlossen werden, da hierfür verschiedene Kriterien erfüllt sein müssen.
Hierzu gehört beispielsweise auch, dass die Symptome für mindestens 24 Stunden bestehen.
Die Diagnose MS stellt ein Facharzt für Neurologie (Neurologe).

Lipödem

Bei einem Lipödem handelt es sich um eine Störung des Fettstoffwechsels mit Einlagerung von Fettgewebe an den Oberschenkeln und Hüften, die besonders häufig bei Frauen in der Menopause auftritt.
Die lokale Ansammlung des Fettgewebes ist dabei typischerweise symmetrisch, also beidseitig, und sorgt für ein Schweregefühl der Beine aufgrund der Zunahme an Gewicht.

Häufig vorzufinden sind auch folgende Symptome:

  • Schmerzen
  • Spannungsgefühle
  • blaue Flecken

Brennende Schmerzen sind für Lipödeme allerdings eher untypisch.
Die Beschwerden werden häufig als dumpf drückend und gegebenenfalls als ziehend empfunden, ein Brennen deutet hingegen häufiger auf eine Nervenreizung hin, die bei einem Lipödem eher nicht auftritt.

Psychosomatische Ursachen

Auch psychosomatische Ursachen können zu einem Brennen im Oberschenkel führen.
Die genauen Zusammenhänge sind hierbei noch nicht gänzlich verstanden, brennende Schmerzen können sowohl in Folge einer psychiatrischen Erkrankung, als auch bei einer sogenannten somatoformen Störung auftreten.
Letztere bezeichnet das Auftreten von körperlichen Beschwerden ohne eine körperliche Ursache und legt damit den Zusammenhang zwischen psychischen, emotional belastenden Faktoren und den Symptomen nahe.

Auch im Rahmen einer Hypochondrie kann es zu brennenden Schmerzen im Oberschenkel kommen, eine in der Bevölkerung weit verbreitete Angst ist beispielsweise die Borreliose-Erkrankung.

Weitere begleitende Symptome

Abhängig von der Ursache des Brennens kommen diverse Begleiterscheinungen infrage.
Bei der Meralgia paraesthetica treten die Symptome im Bereich der Oberschenkelaußenseite auf.
Neben subjektiven Empfindungen wie Brennen können Missempfindungen wie Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen vorkommen.
Typisch sind brennende Schmerzen.
Ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule zeigt sich häufig durch Schmerzen im unteren Rücken, die abhängig von der betroffenen Nervenwurzel in das Bein ausstrahlen können.
Mögliche begleitende Symptome sind neben Brennen ein Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen, aber auch schwere neurologische Symptome wie Lähmungen.

Taubheit/Kribbeln

Das Gefühl von Taubheit und ein Kribbeln auf der Haut sind subjektive Missempfindungen (Paraesthesien), die durch eine Reizung oder Schädigung eines Nervs entstehen.
Die Betroffenen beschreiben gelegentlich das Gefühl wie bei Anfassen einer Brennnessel oder ein Ameisenlaufen.
Weitere Missempfindungen sind neben Brennen, Taubheitsgefühl und Kribbeln ein pelziges Gefühl oder elektrisierende Schmerzen.

Isoliertes Brennen im Oberschenkel ohne weitere begleitende Symptome deutet eher auf eine harmlose Ursache hin.

Brennen im Oberschenkel und Leistenschmerzen

Beim Auftreten von einem Brennen im Oberschenkel gemeinsam mit Leistenschmerzen kann es sich um eine sogenannte Meralgia paresthetica handeln.
Dies ist eine Erkrankung, bei der ein oberflächlicher Hautnerv, der sogenannte Nervus cutaneus femoris lateralis, der unterhalb des Leistenbandes verläuft und die Empfindungen der Oberschenkelaußenseite steuert und eingeklemmt wird.
In folge dessen können dann brennenden Schmerzen und Taubheitsgefühlen im Oberschenkel auftreten. In der Regel ist das Schmerzareal scharf begrenzt.

Tritt zusätzlich zu den Leistenschmerzen und dem Brennen auch eine Schwellung auf, sollte auch an eine Leisten- oder Schenkelhernie gedacht werden.

Brennen im Oberschenkel und Rückenschmerzen

Treten Rückenschmerzen zusammenmit einem Brennen im Oberschenkel auf können muskuläre Dysbalancen mit Einklemmungen von Nerven, also den aus dem Rückenmark ziehenden Spinalnerven, ursächlich sein.

Bei starken Schmerzen, die bis in die Beine ziehen, ist auch ein Bandscheibenvorfall als Auslöser denkbar. Häufiger handelt es sich aber um weniger gravierende, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, wie beispielsweise einer Facettengelenksarthrose mit Verschleiß der Zwischenwirbelgelenke und Reizung der Spinalnerven.

Auch eine Spinalkanalstenose mit Einengung des Rückenmarks kann Rückenschmerzenund ein Brennen im Oberschenkelverursachen. Typisch hierfür ist eine Besserung der Beschwerden bei gebeugtem Rücken, also beispielsweise beim Fahrradfahren.

Brennen im Oberschenkel nach dem Sport

Tritt ein Brennen im Oberschenkel nach dem Sport auf handelt es sich in den meisten Fällen um einfachen Muskelkater, der durch die vermehrte Anstrengung des Muskels auftritt.

Dieser tritt typischerweise am Tag nach der sportlichen Aktivität auf und bildet sich innerhalb von zwei bis drei Tagen wieder zurück.

Bei starken einseitigen und gut lokalisierten brennenden Schmerzen kann auch ein Muskelfaserriss vorliegen. Hierzu kommt es durch eine für den Muskel ungewohnte zu starke Überlastung.

Bei einem größeren Ausmaß mit mehreren Muskelfasern spricht man auch von einem Muskelfaserbündelriss.

Seltener kann auch ein Schmerz aufgrund einer Ischämie, also einer Minderversorgung des Muskels mit Sauerstoff vorkommen.

Nach Lokalisation:

Auf der Außenseite

Ein spezifisch an der Außenseite des Oberschenkel lokalisiertes Brennen ist häufig verursacht durch eine Meralgia paraesthetica.

Dabei kommt es zur Einklemmung des Nervus cutaneus femoris lateralis, eines Hautnervs, der unter dem Leistenband verläuft, die Oberschenkelaußenseite sensibel versorgt.

Typische Ursachen hierfür sind das Tragen zu enger Jeans-Hosen, wodurch die Einklemmung unter dem Leistenband provoziert wird, sowie eine Zunahme des Drucks vom Bauch, beispielsweise im Rahmen einer Schwangerschaft.

Auch beim isolierten übermäßigen Training der Abduktoren, also der Muskelgruppe für das Abspreizen der Beins, kann es zu einem Brennen an der Außenseite des Oberschenkels im Sinne eines Muskelkaters kommen.

Auf der Hinterseite

Ein Brennen an der Hinterseite des Oberschenkels wird häufig ebenfalls durch die Reizung eines Nervs verursacht.

Hier läuft der große Ischiasnerv entlang, der durch eine Vielzahl an Ursachen gereizt werden kann, wie beispielsweise durch:

Typischerweise treten dann begleitend zum Brennen an der Hinterseite des Oberschenkels auch folgende Symptome auf:

Aber auch hier können eine untrainierte Muskulatur oder ungedehnte Faszien ebenfalls zur Auslösung der Beschwerden führen.

Hinterere Oberschenkelmuskulatur, die am Sitzbein ansetzt

  1. Sitzbein (Os ischii)
  2. Musculus biceps femoris
  3. Musculus semitendinosus
  4. Musculus semimembranosus

Auf der Innenseite

An der Innenseite des Oberschenkels sollte beim Auftreten plötzlicher Schmerzen immer an eine tiefe Beinvenenthrombose gedacht werden, da hier eine große Beinvene entlang läuft.

Allerdings sind die Beschwerden häufiger stark und ziehend als brennend.

Hinzu kommen meist:

  • eine deutliche Schwellung
  • Überwärmung 
  • das Auftreten von oberflächlichen Venenzeichnungen aufgrund einer Kollateralisierung bei der venösen Abflussstörung

Treten die Schmerzen nach einem ausgiebigen Training der Adduktoren, also der Muskeln für das Heranziehen des Beins, auf, kann auch der hier entstehende Muskelkater für das Brennen auf der Innenseite verantwortlich sein. Aber auch eine Adduktorenzerrung ist denkbar.

Auf der Vorderseite

Auf der Vorderseite des Oberschenkels deutet ein Brennen oft auf eine Reizung des dort verlaufenden Oberschenkelnervs, des Nervus femoralis, hin.
Dieser kann im Rahmen einer Erkrankung an der Lendenwirbelsäule oder durch eine Radikulopathie, also eine Schädigung der Nervenwurzel, gereizt werden.
Auch bei seinem Verlauf unterhalb des Leistenbands kann er eingeklemmt werden, beispielsweise beim Vorliegen einer Schenkelhernie, die typischerweise bei älteren Frauen auftritt.

Des Weiteren kommen auch hier muskuläre Überlastungen und Dysbalancen der entsprechenden Quadricepsmuskulatur (Quadrizepssehnenentzündung) in Frage.

Interessant hierzu wäre auch der Artikel Brennen im Knie.

Wann muss ich zu einem Orthopäden?

Die Frage, wann man bei einem Brennen im Oberschenkel zu einem Orthopäden muss, ist nicht so einfach zu beantworten, da die Bandbreite an Ursachen für die Beschwerden sehr groß ist.
Wichtig ist in erster Linie die Abklärung bei neu aufgetretenen sehr starken Schmerzen oder immer wiederkehrenden Schmerzen über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen.
Auch bei Beschwerden, die sich durch die Maßnahmen der PECH-Regel nicht bessern lassen, ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll.
Treten zusätzlich zu dem Brennen weitere Symptome, wie eine Rötung,Schwellung oder Funktionseinschränkung auf, sollte ebenfalls zeitnah ein Gang zum dem besten Orthopäden vor Ort erfolgen.

Diagnose

Um bei Brennen im Oberschenkel die richtige Diagnose zu stellen, führt der Arzt zuerst ein Gespräch mit dem Betroffenen.
In diesem Arzt-Patient-Gespräch fragt der Arzt ausführlich nach den Symptomen und Vorerkrankungen.
Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung.
Bei Verdacht auf eine Nerveneinklemmung wie bei einem Bandscheibenvorfall oder der Meralgia paraesthetica werden eine orthopädische und neurologische Untersuchung durchgeführt.
Je nach Befund des Untersuchers können weitere Maßnahmen erforderlich sein, zum Beispiel eine Blutuntersuchung oder bildgebende Verfahren.

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung ist eine rasch durchführbare Untersuchungsmethode, die ohne Strahlenbelastung für den Patienten zu sofortigen Ergebnissen führt.
Bei Brennen im Oberschenkel kann die Ultraschalluntersuchung hilfreich sein, um nach lokalen Entzündungszeichen oder Durchblutungsstörungen zu suchen.

Röntgenbild

Bei Verdacht auf Erkrankungen wie eine Spinalkanalstenose oder einen Bandscheibenvorfall der LWS werden häufig zunächst Röntgenbilder in zwei Ebenen angefertigt.
Hiermit werden vor allem die knöchernen Strukturen untersucht und indirekte Schlüsse über Weichteilgewebe gezogen.
Um die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls oder einer anderen neurologischen Erkrankungen zu sichern sind meistens weitere bildgebende Verfahren wie eine Kernspintomographie oder ein MRT der LWS nötig.

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT wird durchgeführt, wenn unklare Befunde bestehen oder Diagnosen einer Röntgenuntersuchung gesichert werden müssen.
Bei einem Bandscheibenvorfall ist ein MRT keine Routineuntersuchung.
Es ist notfallmäßig indiziert, wenn Lähmungen in den Beinen und/oder eine Blasen- oder Stuhlinkontinenz besteht.
Ein MRT wird außerdem durchgeführt, wenn trotz adäquater Therapie Schmerzen über mehrere Wochen anhalten oder bei Rückenschmerzen Symptome wie Fieber oder Nachtschweiß bestehen, die auf einen Tumor hindeuten können.

Weitere Inforamtionen erhalten Sie unter unserem Artikel MRT der LWS.

Behandlung/Therapie

Bei einem Brennen im Oberschenkel wird idealerweise die Grunderkrankung therapiert.

Bei einer Meralgia paraesthetica kann das Brennen durch eine Injektion von Betäubungsmittel gelindert werden. Dafür wird das Mittel im Bereich des Nervendurchtritts durch das Leistenband injiziert. Weitere Behandlungsmaßnahmen sind Übungen und Dehnungstherapie und entzündungshemmende Schmerzmedikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac. Kommt es zu keiner Abheilung des Nervenkompressionssyndroms, kann eine operative Durchtrennung des Nervs erfolgen.

Ein Bandscheibenvorfall der LWS wird bei etwa 95% der Betroffenen konservativ behandelt. Dazu gehört gezielte Bewegung. Die Betroffenen sollen sich leicht bis mäßig bewegen und gezielte physiotherapeutische Übungen durchführen. Gut eignet sich zudem Bandscheiben-freundlicher Sport wie Schwimmen oder Fahrradfahren.
Ein Gewichtsverlust kann sich positiv auf die Rückenschmerzen auswirken. Ein wichtiger Bestandteil der konservativen Behandlung eines Bandscheibenvorfalls ist die Einnahme von Schmerzmitteln. Dies hilft schmerzbedingte Schonhaltungen zu vermeiden und die empfohlenen Bewegungen durchzuführen.

Dauer / Heilungsdauer

Die Dauer des Brennens im Oberschenkel wird von der Ursache bestimmt.
Bei einer akuten Verbrennung können die Beschwerden kurz anhalten, bei Schädigung von Nerven länger bis lebenslang.
Bei einem Viertel der Betroffenen heilt die Meralgia paraesthetica innerhalb weniger Wochen von alleine ab. Bei den Übrigen sollte eine ausführliche Diagnostik erfolgen, damit keine (gefährlichen) Grunderkrankungen als Ursache übersehen werden.
Ein Bandscheibenvorfall der LWS heilt unter konservativer Behandlung meistens innerhalb von 9 bis 12 Monaten vollständig ab.
Bei chronischen Beschwerden kann ein operativer Eingriff nötig sein und die Dauer der Symptome hängt dann vom Operationserfolg und den individuellen Umständen ab.

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