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Nervenwurzelentzündung

Eine Nervenwurzelentzündung ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung mit denen Patienten die orthopädische Praxis aufsuchen.
Häufig liegt ein Bandscheibenvorfall zugrunde.
Um diese zielgerichtet behandeln zu können ist eine frühzeitige Diagnose sehr wichtig.
Wenn Sie eine Beratung durch unsere Wirbelsäulenspezialisten wünschen, kommen Sie hier zum Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist eine Nervenwurzelentzündung?

Bei einer Nervenwurzelentzündung, die auch als Radikulopathie bezeichnet wird, kommt es zu einer Reizung der Nervenwurzeln im Bereich des Rückens.
Die sogenannten Spinalnerven treten aus dem Rückenmark rechts und links aus und vereinigen verschiedene Nervenarten zur Nervenwurzel.
Dazu gehören motorische Nerven, die für die Bewegung von Muskeln zuständig sind, und sensible Nerven, die für Empfindungen verantwortlich sind.
Eine Nervenwurzelentzündung kann in jedem Abschnitt des Rückenmarks auftreten, häufig sind sie im Bereich der Hals- oder der Lendenwirbelsäule.
In Abhängigkeit von der Lokalisation ändern sich sowohl die verschiedenen wahrscheinlichen Ursachen, als auch die daraus resultierenden Symptome und Behandlungsoptionen.

Ursachen

Für eine Nervenwurzelentzündung kommen zahlreiche Ursachen in Frage.
Am häufigsten wird die Radikulopathie durch

  • Verschleiß der Zwischenwirbelgelenke
  • Bandscheibenvorfall
  • Blutergüsse
  • Tumore
  • Infektionen, wie die Gürtelrose
  • Borreliose

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es durch Verlagerung der Bandscheibe häufig zur Entstehung von Druck im Bereich des Rückenmarks.
Das Material der Bandscheibe kann bei einem Bandscheibenvorfall in verschiedene Richtungen austreten, meist jedoch so, dass direkter Druck auf die Nervenwurzel entsteht.
Auch die Spinalnerven und die Nervenwurzeln können geschädigt bzw. gereizt werden, wodurch es zu einer Entzündung kommen kann.
Dabei sind die Symptome abhängig von der Art des Bandscheibenvorfalls und dessen Ausprägung.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Bandscheibenvorfall.

MRT der LWS (horizontal, T2) mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1:

  1. rechte Nervenwurzel S1
  2. Nervenaustrittsloch links L5/S1
  3. Bandscheibe L5
  4. Bandscheibenvorfall L5/S1 mediolateral links
  5. Wirbelkanal (Spinalkanal)

An diesen Symptomen erkennen Sie eine Nervenwurzelentzündung

Die Symptome bei einer Nervenwurzelentzündung hängen stark von deren Ausprägung ab.
Kommt es zur Schädigung von sensiblen Nervenfasern, die für die Empfindung zuständig sind, kann es entsprechend zu

  • Schmerzen
  • Missempfindungen
  • Störungen des Tast- und Temperatursinnes
  • Kribbeln oder
  • Gefühl der Taubheit

kommen.
Sind hingegen die motorischen Nervenfasern betroffen, kommt es zur Abschwächung oder zum Ausfall von Muskeln.
Die Höhe der Radikulopathie bestimmt entsprechend die Lokalisation der Symptome.
Es können natürlich auch mehrere Beschwerden gleichzeitig auftreten. Ebenso kann es zur Entzündung mehrerer Nervenwurzeln mit Symptomen in mehreren Abschnitten kommen.

Schmerzen/Nervenschmerzen

Bei einer Nervenwurzelentzündung kommt es meist auch zum Auftreten von Schmerzen.
Da Nerven für die Weiterleitung von Schmerz zuständig sind, kommt es bei der Schädigung einer Nervenwurzel entsprechend zu starken Schmerzen, da der gereizte Nerv ständig Signale weiterfeuert.
Die Schmerzen können dabei verschieden wahrgenommen werden.
Häufig sind sie zu Beginn stechend und sehr stark und werden im Verlauf etwas dumpfer.
Viele leiden unter dauerhaften Schmerzen, die also über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.
Des Weiteren kommt es häufig zu einem lageabhängigen Schmerz, der sich beispielsweise im Liegen oft bessert, da in dieser Position die Nervenwurzel etwas entlastet wird.

Ausstrahlung in das Bein

Bei einer Nervenwurzelentzündung kommt es häufig zu einer starken Schädigung der Nervenfasern im Bereich des Rückenmarks.
Diese Nervenfasern, auch Spinalnerven genannt, ziehen aus dem Rückenmark in bestimmte Körperregionen.
Im Bereich der Lendenwirbelsäule ziehen die Nerven beispielsweise hinunter in die Beine.
Eine Entzündung der zuständigen Nervenwurzel führt dann entsprechend zu Beschwerden im Verlauf des Nerven.
Dadurch kann es zu ausstrahlenden Schmerzen entlang des Nervenverlaufs kommen.
Die Ausstrahlung in die Beine kann lageabhängig unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Diagnose

Für die Diagnose einer Nervenwurzelentzündung ist neben dem Orthopäden-Patienten-Gespräch vor allem die körperliche Untersuchung sehr wichtig.
In Abhängigkeit von den auftretenden Symptomen kann über den Verlauf der Nerven auf die Höhe der Schädigung geschlossen werden.
Zur Bestätigung des Verdachts sollte immer eine Bildgebung erfolgen, also beispielsweise ein MRT.
Dies ist auch wichtig, um einen Bandscheibenvorfall als Ursache ausschließen zu können.
Bei den seltener vorkommenden zugrundeliegenden Infektionen ist außerdem eine Liquorpunktion ein wichtiges diagnostisches Mittel.
Dabei wird Hirnflüssigkeit im Bereich des unteren Rückens untersucht, um mögliche infektiöse Erreger und die dadurch entstehenden Körperreaktionen zu erkennen.

Ultraschall

Der Ultraschall ist eine Methode der Bildgebung, die bei einer Nervenwurzelentzündung eher selten zum Einsatz kommt. Der Grund hierfür ist, dass der Ultraschall durch andere Bildgebungen, wie z.B. das MRT, abgelöst wurde, da diese Untersuchungsmethode sensitiver ist.
Er kann allerdings als Screeningmethode eingesetzt werden um Flüssigkeitsansammlungen in den Weichteilen zu diagnostizieren.

Weiter Informationen finden Sie im Artikel Ultraschall.

Röntgenbild

Die Erstellung eines Röntgenbildes bei einer Nervenwurzelentzündung ist eine sinnvolle Methode zur Diagnose einer Verschleißreaktion der Zwischenwirbelgelenke.
Dabei können die verschiedenen knöchernen Strukturen im Bereich der Nervenwurzel genau untersucht werden.
Auch weitere mögliche Umbauprozesse der Knochen können im Röntgenbild gut beurteilt werden.
Da heutzutage jedoch das MRT als Standard bei einem Bandscheibenvorfall durchgeführt wird, verliert auch das Röntgenbild bei der bildgebenden Diagnostik der Nervenwurzelentzündung zunehmend an Bedeutung.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT wird standardmäßig bei einer Nervenwurzelentzündung mit Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall durchgeführt.
Durch die verschiedenen Eigenschaften des Bandscheibengewebes lässt sich dieses besonders gut im MRT begutachten.
Daher ist das MRT eine wichtiges diagnostisches Mittel, um möglichst genaue Aufschlüsse über die Schädigung und deren Ausmaß zu erhalten.
Auch andere Veränderungen im Bereich des Bindegewebes können mit einem MRT gut erfasst werden. 
Auch können jegliche Veränderungen im Weichteilgewebe die Hinweise auf eine Nervenwurzelreizung gut erfasst werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel MRT-Magnetresonanztomographie.

MRT der LWS (seitlich, T2) mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1:

  1. Wirbelkanal (Spinalkanal)
  2. Dornfortsatz
  3. Bandscheiben L3
  4. Bandscheibenvorwölbung L 4/5
  5. Wirbelkörper L5
  6. Bandscheibenvorfall L5/S1

Behandlung/Therapie

Die Behandlung einer Nervenwurzelentzündung richtet sich nach deren Ausmaß und der zugrunde liegenden Ursache.
Zunächst sollte immer erst eine konservative Therapie versucht werden.
Folgende konservative Therapiemassnahmen haben sich bewährt:
Infiltrationen mit Traumeel/Zeel
Infiltrationen mit Cortsison
Periradikuläre Therapie (PRT)
Akupunktur
Kinesiotape
Trainingstherapie

Wann braucht man Cortison?

Cortison kann bei starken Schmerzen als therapeutische Option eingesetzt werden. Es kann entweder in Tablettenform eingenommen werden oder, was besonders bei einer Nervenwurzelentzündung gut helfen kann, in den Bereich der Nervenwurzel gespritzt werden.
Diese Methode wird auch als Infiltration bezeichnet und erfolgt epidural, also in den Raum oberhalb der Dura mater (einer der Hirnhäute, die auch das Rückenmark umgibt).
Die Cortisoninfiltration birgt natürlich einige Risiken und Nebenwirkungen, weswegen vor dem Einsatz dieser Methode ein ausführliches Orthopäden-Patienten-Gespräch erfolgen sollte.
Des Weiteren hängt der Einsatz dieser Behandlung auch von der Lokalisation der Nervenwurzelentzündung ab.

Wärme

Die Anwendung von Wärme kann bei einer Nervenwurzelentzündung hilfreich sein.
Sie wird allerdings nicht in der akuten Situation des starken stechenden Schmerzes empfohlen, sondern eher nach ein paar Tagen.
Durch die Wärme wird lokal die Durchblutung angeregt und so auch die Entspannung der Muskeln am Rücken gefördert.
Diese ist sehr wichtig, weil es bei einer Nervenwurzelentzündung durch den Schmerz oft zu Verspannungen kommen kann.
Es gibt verschiedene Arten, wie Wärme bei einer Radikulopathie angewendet werden kann.
Eine beliebte Art ist das Kirschkernkissen, da dieses auch während des Schlafens genutzt werden kann.

Diese Medikamente können helfen bei einer Nervenwurzelentzündung

Bei einer Nervenwurzelentzündung können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Zunächst einmal sind Schmerzmittel zur Linderung der Beschwerden wichtig. Hierfür eignen sich die nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR, besonders gut, da sie gleichzeitig die Entzündungsreaktion an der Nervenwurzel reduzieren.
Hierfür eignen sich beispielsweise Diclofenac und Ibuprofen gut. Diclofenac kann auch in Salben-Form, als Voltaren, eingesetzt werden.
Weiterhin kann Cortison lokal im Bereich der Nervenwurzel gespritzt werden.
Alternativ können hier auch Lokalanästhetika, wie Lidocain, eingesetzt werden, die für eine Betäubung der schmerzenden Stelle sorgen.

Kinesiotaping

Das Kinesiotaping kann bei der Behandlung einer Nervenwurzelentzündung unterstützend eingesetzt werden.
In Abhängigkeit von der Lokalisation und dem Ausmaß der Radikulopathie kommen verschiedene Tape-Kombinationen in Frage.
Bei einem starken Schmerzpunkt können drei Tapes sternförmig darüber angebracht werden.
Zieht sich der Schmerz über mehrere Segmente des Rückens, können die Tapes parallel zur Wirbelsäule angebracht werden. Bei einer Nervenwurzelentzündung kommt es durch den entstehenden Schmerz oft auch zu einer Verspannung der Muskeln. Durch die Kinesiotapes wird eine bewusste Bewegung unterstützt und die Muskeln können durch den leichten Zug entspannt werden. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kinesiotape.

Dauer einer Nervenwurzelentzündung

Die Dauer einer Nervenwurzelentzündung ist stark von der zugrunde liegenden Ursache abhängig.
Bei einer degenerativen, also Verschleiß-bedingten, Schädigung beträgt die Dauer der akuten starken Beschwerden meist ein paar Wochen.
Bei adäquater Behandlung und Beseitigung der Risikofaktoren, können die Schmerzen dann meist gut gelindert werden.
Bei einer Infektion, beispielsweise Borreliose oder Gürtelrose, hängt die Dauer von der Zeitspanne bis zum Einsatz der Antibiotika bzw. antiviralen Therapie ab.
Die Beschwerden eines verursachenden Bandscheibenvorfalls können bei komplizierten Verläufen mehrere Wochen bis Monate andauern.

Rehabilitation und Prävention

Muskuläre Dysbalancen-Check

Ein muskulärer Dysbalancen-Check ist eine wichtige Methode, um die Regeneration nach einer Nervenwurzelentzündung zu unterstützen oder dieser vorzubeugen.
Dabei werden im Bereich des Rückens die verschiedenen Muskelpartien analysiert, um verkürzte oder geschwächte Muskeln zu finden.
Diese spielen oft eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Nervenwurzelentzündung, da die Muskelschwäche zu einer Erhöhung des Drucks auf die Bandscheiben, das Rückenmark und die Nervenwurzeln führt. Daher ist die Analyse der muskulären Dysbalancen wichtig, um an den entsprechenden Muskeldefiziten arbeiten zu können.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kraftmessung.

EMG

Das EMG, also die Elektromyographie, ist ein geeignetes Verfahren zur Erkennung von Schädigungen der Nerven oder Muskeln.
Mit Hilfe dieser Messung kann untersucht werden, ob Schmerzen im Bereich des Rückens durch eine Fehlfunktion der Rückenmuskeln oder durch eine Schädigung von Nerven ausgelöst werden.
Daher eignet sich dieses Untersuchungsverfahren gut bei einer Nervenwurzelentzündung.
Dabei werden am zu untersuchenden Bereich oberflächliche Elektroden angebracht, mit denen die Energieströme der Rückenmuskeln abgeleitet werden. Das Verfahren bietet den großen Vorteil, dass es ohne Aufwand und Schmerzen durchgeführt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel EMG-Elektromyographie.

Wirbelsäulenvermessung

Eine Wirbelsäulenvermessung kann bei einer Nervenwurzelentzündung zur Prävention oder nach einer stattgefundenen Erkrankung zur Erkennung der Ursache eingesetzt werden.
Dabei werden durch bestimmte Verfahren schmerzfrei verschiedene Messungen entlang der Wirbelsäule durchgeführt, um eventuelle Fehlhaltungen oder Verkrümmungen zu entdecken.
Diese können durch erhöhten Druck an einzelnen Segmenten der Wirbelsäule eine Nervenwurzelentzündung triggern. Bei Kenntnis über solche Fehlhaltungen kann ihnen durch verschiedene konservative Maßnahmen, inklusive Physiotherapie, entgegen gearbeitet werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Wirbelsäulenvermessung.

Trainingsübungen

Es gibt zahlreiche Trainingsübungen, die bei einer Nervenwurzelentzündung zum Einsatz kommen können.
Bei Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule eignet sich beispielsweise eine Übung, bei der im hüftbreiten Stand mit nach vornegeneigtem geraden Oberkörper und ausgestreckten Armen der Rücken nach unten geneigt und wieder hochgenommen wird.
Dabei sind Rücken und Arme in einer Linie. Diese Übung wird auch als Morgengruß bezeichnet und dient der Kräftigung der Muskeln nach einer Nervenwurzelentzündung.

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