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Lumedis Frankfurt

Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

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Bandscheibenvorfall in der LWS

Der Bandscheibenvorfall der LWS ist eines der zentralen Themen mit denen Patienten unsere Wirbelsäulensprechstunde aufsuchen.
Es ist ein Krankheitsbild mit denen Patienten auch langfristig bei der Arbeit ausfallen.
Um eine Chronifizierung zu vermeiden und um eine schnelle Rückkehr in den Alltag und in das Arbeitsleben zu gewährleisten, ist die frühzeitige Diagnose und zielgerichtete Therapie durch einen guten Orthopäden besonders wichtig.
Wenn Sie eine fundierte Beratung durch unsere Wirbelsäulenspezialisten möchten, kommem Sie hier zu Ihrem Wunschtermin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist ein Bandscheibenvorfall in der LWS?

Ein Bandscheibenvorfall in der LWS beschreibt den Prozess der Schädigung einer oder mehrerer Bandscheiben im Bereich der Lendenwirbelsäule.
Dabei kommt es zum Einreißen des bindegewebigen Faserrings und dadurch zum Hervortreten des gallertartigen Kerns aus dem Inneren der Bandscheibe.
Diese Masse tritt in einen Bereich, in dem es zu erhöhtem Druck auf das Rückenmark oder die Spinalnerven, die aus dem Rückenmark herausziehen, kommt.
Die Lendenwirbelsäule ist ein typischer Bereich für einen Bandscheibenvorfall am häufigsten ist hierbei der Bereich zwischen den Wirbelkörpern LWK4 und LWK5.
Durch die Druckbelastung auf den oder die Spinalnerven kommt es zu den typischen Symptomen eines Bandscheibenvorfalls.
Hierzu gehören in der LWS vor allem

  • Schmerzen am unteren Rücken, dem Gesäß und den Beinen
  • Schwächen/Paresen der Beinmuskeln und
  • Missempfindungen, wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Bereich der Beine

Ursachen

Die Ursache eines Bandscheibenvorfalls in der LWS ist häufig ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren.
Eine wichtige Rolle spielen der Alterungsprozess und die damit verbundenen Veränderungen des Gewebes im Körper.
So kommt es zu einer verminderten Durchblutung, sowie einem Umbau des Faserrings der Bandscheiben. Durch kleine Verletzungen, die im Bereich der Lendenwirbelsäule aufgrund der erhöhten Gewichtsbelastung häufiger vorkommen, kommt es zu einer zunehmenden Rissbildung im Faserring.
Die Verletzungen können z.B. durch eine ungesunde Körperhaltung, beispielsweise beim Arbeiten am Computer, begünstigt werden.
Die Durchblutungsverminderung verhindert eine ausreichende Regeneration der Gewebestruktur.
So kann es nach und nach zur Vorwölbung des gallertigen Kerns in den Faserring kommen, bis dieser dem Druck nachgibt und vollständig reißt.
Dadurch tritt der Gallertkern aus der Bandscheibe aus und übt zumeist Druck auf den darunter aus dem Rückenmark austretenden Spinalnerven aus.
Weiterhin können verschiedene begünstigende Veränderungen der Wirbelsäule, wie beispielsweise eine Osteoporose oder ein Knochenbruch, auftreten.

Eine weitere mögliche Ursache für einen Bandscheibenvorfall ist ein Trauma, also eine akute Verletzung der Bandscheibe.
Dabei kommt es durch eine plötzliche übermäßige Beanspruchung der Bandscheibe zu einem akuten Riss des Faserrings, wobei der Gallertkern durch eine gleichzeitige Druckerhöhung hinausgepresst wird. Dies geschieht im Bereich der LWS typischerweise beim Anheben starker Lasten aus dem Rücken.

MRT der LWS (seitlich, T2) mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1:

  1. Wirbelkanal (Spinalkanal)
  2. Dornfortsatz
  3. Bandscheiben L3
  4. Bandscheibenvorwölbung L 4/5
  5. Wirbelkörper L5
  6. Bandscheibenvorfall L5/S1

An diesen Symptomen erkennen Sie ein Bandscheibenvorfall in der LWS

Ein Bandscheibenvorfall in der LWS kann an diesen Symptomen erkannt werden:

  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Ausstrahlung der Schmerzen in die Beine
  • Kribbeln im Gesäß oder den Beinen
  • Taubheitsgefühl im Bereich der Beine
  • Muskelschwächen im Gesäß oder den Beinen
  • Schwächung des Gangs auf Zehenspitzen oder Hacken
  • Minderung der Muskelreflexe, beispielsweise des Patellarsehnenreflexes

Schmerzen im Dermatom

Bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS kommt es zu Schmerzen, die typischerweise akut einsetzen beim Druck auf die Spinalnerven, die aus dem Rückenmark herausziehen. Die Entstehung der Schmerzen beruht dabei auf der Reizung der Nerven.
Die Schmerzen beginnen im Bereich des unteren Rückens und werden von den meisten Betroffenen als ziehend

  • stechend oder
  • einschießend
  • beschrieben 

Je nach Ausprägung und Höhe des Bandscheibenvorfalls kommt es außerdem zum Auftreten bzw. Ausstrahlen der Schmerzen.
Dabei treten die Schmerzen im sogenannten Dermatom, also dem Hautbereich, der von einem Nerven versorgt wird, auf.
So kann es in der LWS zu Schmerzen in verschiedenen Bereichen des Beines kommen.

  • Bei einem Bandscheibenvorfall im oberen Bereich der Lendenwirbelsäule treten die Schmerzen meist im Bereich des Gesäßes, der
  • Leiste und
  • Oberschenkel

auf.
Bei einer tieferen Lokalisation der Bandscheibenschädigung treten die Schmerzen im Bereich der Kniescheibe auf.
Zwischen LWK3 und LWK4 kommt es meist zu Schmerzen an der Knieaußenseite, dem äußeren Unterschenkel, sowie dem Fußrücken und der großen Zehe.
Die häufigste Stelle des Bandscheibenvorfalls am Übergang der Wirbelkörper LWK4 und LWK5 führt typischerweise zum Auftreten von Schmerzen an der

  • Außenseite des Ober- und Unterschenkels, sowie von 
  • Knöchel und der Fußaußenkante

Kribbeln

Der Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule kann durch die Schädigung der aus dem Rückenmark ziehenden Spinalnerven zu verschiedenen Missempfindungen führen.
Die Reizung der Nerven äußert sich häufig in veränderten Wahrnehmungen der Sensibilität, wie beispielsweise Kribbeln.
Viele Betroffene beschreiben dies auch als Ameisenlaufen.
Dies tritt – je nach Höhe des Bandscheibenvorfalls – in verschiedenen Bereich des unteren Rückens oder des Beines auf.
Häufige Lokalisationen bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS sind hierbei das Kribbeln im Bereich der Kniescheibe und/oder des Unterschenkels, sowie der Außenseite des Fußes.

Taubheit

Auch ein Taubheitsgefühl tritt häufig bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS auf.
Die Taubheit wird als Missempfindung kategorisiert und tritt, ebenso wie das Kribbeln, im Rahmen der eingeschränkten Sensibilität auf.
Ursächlich hierfür ist die Reizung der Spinalnerven, die aus dem Rückenmark hervorziehen.

Muskelschwäche

Ein weiteres mögliches Symptom bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS ist das Auftreten einer Muskelschwäche im

  • Gesäß oder 
  • Beinen

Hierbei kommt es zu einer Einschränkung der Nerven, die aus dem Rückenmark ziehen, und der damit verbundenen Leitung von Signalen aus den Muskeln der Beine und des Gesäßes.
Dies führt zu einer Reduzierung der Muskelkraft.
Viele Betroffene können beispielsweise ihr Bein nicht mehr ausreichend anheben.
Dies führt häufig zu einer Einschränkung des Gehens, es kann beispielsweise auch häufiger zum Stolpern über einen Teppich kommen.
Des Weiteren fällt das Treppensteigen oft schwerer und es bedarf mehrerer Pausen beim Aussteigen in ein höheres Stockwerk.

Lähmung

Bei einem ausgeprägten bzw. fortgeschrittenen Bandscheibenvorfall in der LWS kann es zu einzelnen oder auch mehreren Lähmungen kommen.
Hierbei ist eine länger bestehende Druckschädigung des betroffenen Spinalnervens auf Höhe des Bandscheibenvorfalls ursächlich.
Die Signale der entsprechend vom Nerv versorgten Muskeln werden nicht mehr weitergeleitet, wodurch es meist zunächst zu einer Muskelschwäche und im Verlauf zu einer Lähmung kommen kann.
Dies geht meist soweit, dass für die Betroffenen das Treppensteigen nicht mehr möglich ist.
Auch das Gehen fällt häufig sehr schwer oder ist, insbesondere bei einem Bandscheibenvorfall über mehrere Segmente, nicht mehr möglich.

Fußheberschwäche

Bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS kommt es häufig zum Auftreten von Muskelschwächen im Bereich der Beine.
Bei einer der häufigsten Lokalisation des Bandscheibenvorfalls, nämlich zwischen den Wirbelkörpern LWK4 und LWK5, ist meist der aus dem Rückenmark stammende Spinalnerv L5 betroffen.
Die Schädigung dieses Nerven geht mit einer Schwäche der Muskeln einher, die für das Anheben des Fußes zuständig sind.
Hierzu gehört beispielsweise der Tibialis-anterior-Muskel.
Eine ausgeprägte oder fortgeschrittene Version des Bandscheibenvorfalls auf dieser Höhe führt entsprechend zu einer Fußheberschwäche.
Hiermit einhergehend ist auch das Gehen auf den Hacken eingeschränkt.

Fußsenkerschwäche

Ein Bandscheibenvorfall in der LWS kann, je nach Höhe der Schädigung, zu verschiedenen Muskelschwächen führen.
Bei der Bandscheibenschädigung zwischen den Wirbelkörpern LWK5 und SWK1 am Übergang der Lenden- zur Sakralwirbelsäule kommt es häufig zur Schädigung des aus dem Rückenmark stammenden Spinalnerven S1. Dieser Nerv ist für die Versorgung der Muskeln für die Fußsenkung im Bereich der Waden zuständig.
Hierzu gehört vor allem der große Triceps-Muskel an der Unterschenkelrückseite.
Zur Fußsenkerschwäche kommt meist auch eine Einschränkung des Gehens auf den Zehen. Des Weiteren kann es auch zur Schwäche die Muskeln der Oberschenkelrückseite kommen.

Darmprobleme

Bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS kommt es nur selten zu Darmproblemen, die damit in direktem Zusammenhang stehen.
Es kann durchaus vorkommen, dass die Rückenschmerzen aufgrund des Bandscheibenvorfalls zu Problemen der Verdauung aufgrund des erhöhten Stresslevels des Körpers und der Entzündungsreaktion in demselben Höhenabschnitt des Körpers führen.
Des Weiteren können Darmprobleme zu Verspannungen von Muskeln, wie beispielsweise den Hüftbeugern, führen und somit wiederum die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls in der LWS durch die verringerte muskuläre Stabilität führen.
In seltenen Fällen bei ausgeprägten Bandscheibenvorfällen in der LWS mit einem sogenannten Conus-Syndrom kommt es zu Störungen der Mastdarmentleerung.
Hierbei treten außerdem Blasenentleerungsstörungen, sowie eine Störung der Sensibilität im Bereich der Genitalien und der Oberschenkelinnenseite auf.
Das Conus-Syndrom sollte zeitnah behandelt werden, um langfristige Schäden zu verhindern.

Diagnose

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls in der LWS beruht auf dem Zusammenspiel mehrerer Untersuchungen. In der Anamnese, also dem Arzt-Patienten-Gespräch, können die Art der Beschwerden und deren Lokalisation, wie beispielsweise Kribbeln im rechten Unterschenkel, Rückschlüsse auf den Schädigungsort in der Lendenwirbelsäule geben.
Der daraus entstehende Verdacht kann durch die klinische Untersuchung erhärtet werden.
Für die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls in der LWS ist eine Bildgebung mit einem MRT essentiell, da hier die Schädigungen der Bandscheiben und deren Ausmaß genau dargestellt werden können.
Hierbei wird in der Regel nur eine Aufnahme der Lendenwirbelsäule durchgeführt.

Röntgenbild

In einem Röntgenbild können vor allem Veränderungen der Knochen der Lendenwirbelsäule dargestellt werden. So lässt sich beispielsweise ein verminderter Abschnitt zwischen zwei Wirbelkörpern der LWS feststellen, wenn eine Schädigung der dazwischen liegenden Bandscheibe vorliegt.
Die Bandscheibenveränderung selbst kann jedoch in einem Röntgenbild der LWS nicht dargestellt werden.
Daher wird eine Röntgen-Untersuchung vor allem durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine möglicherweise vorhandene Vorschädigung der Wirbelsäule besteht.
Hierzu gehören beispielsweise eine

  • Osteoporose
  • Bruch eines Lendenwirbelkörpers oder
  • degnerative Veränderungen

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT?

Die Durchführung eines MRTs ist die empfohlene Bildgebung bei einem begründeten Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall in der LWS.
Hierbei wird eine Aufnahme des betroffenen Abschnittes der Wirbelsäule, also in diesem Fall der Lendenwirbelsäule, angefertigt.
Bei einer vorliegenden Bandscheibenschädigung kann diese im MRT-Bild genau dargestellt und analysiert werden.
Ebenso kann das Ausmaß des Bandscheibenvorfalls gut beurteilt werden und die Druckschädigung der Spinalnerven im Bereich der Lendenwirbelsäule.
Das MRT ist ebenfalls wichtig, wenn der Verdacht auf ein Conus- und/oder Cauda-Syndrom mit einer ausgeprägten Schädigung der unter dem Rückenmark liegenden Nerven vorliegt.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel MRT-Magnetresonanztomographie.

Behandlung/Therapie

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls in der LWS ist sehr vielseitig und richtet sich immer individuell nach der Art und der Ausprägung der vorliegenden Bandscheibenschädigung.

Solange keine neurologischen Symptome vorliegen erfolgt die Behandlung konservativ.
Die gängigsten Therapieverfahren sind:

 

Wann braucht man eine OP?

Eine Operation ist nicht bei jedem Bandscheibenvorfall in der LWS notwendig.
Da jeder operativer Eingriff an der Lendenwirbelsäule auch gewisse Risiken birgt, sollten die Nutzen gegen die Risiken stets gut abgewogen werden.
Operiert werden muss der Bandscheibenvorfall wenn folgende Situation vorliegt:

  • Conus-oder Caudasyndrom
  • länger bestehende Lähmungen
  • Schmerzen die sich unter konservativer Therapie nicht bessern

Akupunktur

Die Akupunktur bietet eine wichtige Behandlungsmöglichkeit, die bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS vor allem bei länger bestehenden Schmerzen zum Einsatz kommt.
Vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule gibt es viele positive Erfahrungen mit der Akupunktur und es hat sich gezeigt, dass dadurch bei vielen Betroffenen eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielt werden kann.

Besonders effektiv ist hierbei die Triggerpunktakupunktur, die sich an den wichtigsten und zentralen Punkten im Bereich der Lendenwirbelsäule orientiert.
Die Behandlung führt hier zu einer Erhöhung der Durchblutung und somit einer Lockerung und Entspannung der Muskulatur, vor allem im Bereich unmittelbar um die Wirbelsäule, sowie auch an der Hüfte und dem Gesäß. Hier finden sich bei langfristig bestehenden Rückenschmerzen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls in der LWS häufig deutliche Verspannungen der Muskeln, die wiederum zu zusätzlichen Beschwerden führen.

Die Behandlung wird mit zehn bis fünfzehn Terminen empfohlen, wobei die Nadeln in der Regel für fünfzehn bis zwanzig Minuten an den entsprechenden Stellen im Bereich der LWS verbleiben

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Triggerpunktakupunktur.

PRT

Die PRT, also die periradikuläre Therapie, bietet eine effektive Methode der Behandlung von Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS.
In der Regel wird hierbei Cortison verwendet und unmittelbar an den Ort des oder der Spinalnerven, die aus dem Rückenmark ziehen und durch die geschädigte Bandscheibe gereizt werden, gespritzt.
In der Lendenwirbelsäule geschieht dies entsprechend oft zwischen den Wirbelkörpern LWK4 und LWK5 oder LWK5 und SWK1.
Die PRT eignet sich ebenfalls bei der Reizung mehrerer Spinalnerven und wird unter dem Einsatz eines MRT-Gerätes durchgeführt, damit die exakte Stelle des Spinalnervens im Bereich der LWS gefunden werden kann, ohne dass es zu einer Verletzung von Nerven kommt.
Über die entsprechenden Risiken und Nebenwirkungen erfolgt im Vorfeld eine Aufklärung, diese sind jedoch äußerst selten.
Die PRT besitzt eine hohe Effektivität und kann insbesondere bei länger bestehenden Schmerzen im unteren Rücken zur Linderung der Beschwerden beitragen.
Der Vorteil der PRT unter MRT-Kontrolle ist die strahlenfreie Durchführung des Verfahrens.

Wann braucht man Cortison?

Cortison ist ein Medikament, welches effektiv und schnell zur Linderung der Beschwerden bei einer Entzündungsreaktion beiträgt, wie im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls in der LWS.
Daher wird Cortison häufig eingesetzt, wenn unter den üblichen Schmerzmitteln keine ausreichende Besserung der Schmerzen eintritt.
Außerdem wird es gerne mithilfe einer periradikulären Therapie verabreicht, wenn längerfristig Beschwerden bestehen.
Hier kann es direkt vor Ort an der geschädigten Nervenwurzel im Bereich der Lendenwirbelsäule wirken und durch die abschwellende Wirkung auch zu einer Verringerung des Drucks auf die gereizten Nerven führen.

Kinesiotape

Nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS empfiehlt sich vor allem bei länger bestehenden Schmerzen die Anwendung von Kinesiotapes.
Dadurch können Beschwerden im unteren Rücken auch im Alltag erträglicher gemacht werden.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie das Kinesiotaping im Bereich der Lendenwirbelsäule angewendet werden kann.
Eine beliebte Anwendungsform ist das Aufbringen von zwei langen Tapes parallel zur Lendenwirbelsäule, die sich am Punkt des maximalen Schmerzes kreuzen.
Zur Stabilisierung kann hier ein weiteres kurzes Tape horizontal dazu angebracht werden.
Die Tapes werden in der Regel für ca. eine Woche belassen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kinesiotape.

Bei Lumedis wird der Bandscheibenvorfall der LWS nach einem speziellen Stufenschema behandelt.
Dadurch kann eine schnelle Reduzierung der Schmerzen gewährleistet und eine deutliche Verkürzung der Behandlungsdauer erreicht werden.

Dauer

Eine allgemeine Aussage über die Dauer der Beschwerden nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS kann nicht getroffen werden, da diese immer individuell verschieden und abhängig von der Art und Ausprägung der Schädigung, sowie der angewendeten Therapie ist.
Wenn eine Operation durchgeführt werden muss, dauert die Heilung und Beschwerdenlinderung in der Regel mehrere Wochen bis Monate, wobei ein effektives Durchführen von Trainingsübungen zur Stärkung der Muskulatur am unteren Rücken einen deutlichen Einfluss auf die Dauer der Heilung hat.
Bei leichteren Bandscheibenvorfällen in der LWS kann bereits nach wenigen Wochen wieder eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielt werden.

Dauer der Krankschreibung

Die Dauer der Krankschreibung kann bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS unterschiedlich ausfallen und richtet sich nach der individuellen Ausprägung der Schädigung und der daraus resultierenden Beschwerden.
Des Weiteren spielt die auszuübende Tätigkeit eine wichtige Rolle, da vor allem bei einer betroffenen Lendenwirbelsäule auf das Heben von schweren Lasten für eine Weile verzichtet werden sollte.
Je nach Intensität der Symptome kann die Dauer der Krankschreibung bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS bei zwei Wochen bis zu mehreren Monaten liegen.
Wichtig ist trotz allem, dass während der Krankschreibung eine aktive Stärkung der Rückenmuskulatur stattfindet, um die Stabilität der Lendenwirbelsäule zu unterstützen.

Prävention/Rehabilitation

1. Muskuläre Dysblancen-Check

Der muskuläre Dysbalancen-Check spielt eine wichtige Rolle in der Prävention eines Bandscheibenvorfalls in der LWS.
Hierbei wird ein genauer Fokus auf die Analyse der Muskeln im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Gesäßbereichs gelegt. Die übrige Muskulatur der gesamten Wirbelsäule wird selbstverständlich mitbeurteilt, da die Funktion und das Zusammenspiel der Muskeln immer ganzheitlich entlang des gesamten Rückens betrachtet werden sollte.

Die muskuläre Stabilität im unteren Rücken und dem Gesäß spielt bei Bandscheibenvorfällen in der LWS stets eine wichtige Rolle.
Auch wenn hier nicht die Ursache für die Schädigung liegt, sollte auf ein Gleichgewicht der Muskeln und die daraus resultierende Stütze für die Lendenwirbelsäule stets Wert gelegt werden.

  • Muskelschwächen
  • Atrophien oder
  • Verkürzungen

können hierbei das Risiko für einen Bandscheibenvorfall deutlich erhöhen und kommen vor allem gehäuft an der Lendenwirbelsäule im Bereich der tiefen Rückenmuskeln vor.
Ebenso kann eine Fehlhaltung des Hüftgelenks, beispielsweise durch eine Arthrose, zu einer dauerhaften Überlastung eines Muskels im Gesäß oder dem unteren Rücken führen und so die Stabilität der Lendenwirbelsäule reduzieren.
Daher wird der muskuläre Dysbalancen-Check genutzt, um über den Zustand und das Zusammenspiel der Muskeln Aufschluss zu geben.
Ein dabei entdecktes Ungleichgewicht kann entsprechend durch gezielte Kräftigungsübungen ausgeglichen werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kraftmessung.

2. EMG

Das EMG, kurz Elektromyographie genannt, ist ebenfalls ein wichtiges und sinnvolles Instrument in der Prävention bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS.
Hierbei steht die genaue Messung der Muskelaktivitäten im Vordergrund, was vor allem am unteren Rücken durch das Zusammenspiel zahlreicher Muskeln und der daraus resultierenden Komplexität sehr wichtig ist.
So können nämlich gezielt einzelne

  • Muskelschwächen
  • Atrophien
  • Verkürzungen, aber auch dauerhafte
  • Verspannungen oder
  • Verletzungen

entdeckt werden.
Diese sind dem Betroffenen bei Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule häufig nicht so bewusst, können aber durch das EMG objektivierbar entdeckt werden.
Dadurch können wesentliche Trigger bzw. begünstigende Faktoren im Rahmen einer muskulären Instabilität der LWS frühzeitig entdeckt und angegangen werden, bevor es zu einer Schädigung im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls kommen kann.
Bleiben die muskulären Schwächen unerkannt, kann es andernfalls zu einer erhöhten Instabilität und damit einer erhöhten Anfälligkeit für akute Schädigungen, sowie zu strukturellen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule kommen.
Daher stellt das EMG eine sinnvolle Methode zur Prävention eines Bandscheibenvorfalls in der LWS dar.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel EMG-Elektromyographie.

3. Wirbelsäulenvermessung

Die Wirbelsäulenvermessung bietet als Präventionsmaßnahme eines Bandscheibenvorfalls in der LWS die Möglichkeit, genaue Auskünfte über mögliche Fehlhaltungen oder Fehlstellungen von Wirbelkörpern im unteren Rücken zu erhalten.
Durch spezielle Messungen können genaue Informationen über den Stand, die Haltung des Rückens und des Beckens und die daraus resultierende Gewichtsbelastung für die Lendenwirbelsäule gewonnen werden.
Die LWS ist hierbei besonders wichtig, da diese auch bei einem Gesunden einer höheren Belastung ausgesetzt ist, als die übrigen Abschnitte der Wirbelsäule.
Daher sollte die Wirbelsäulenvermessung bei dem Verdacht auf eine mögliche Fehlhaltung oder Fehlstellung möglichst zeitnah erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Wirbelsäulenvermessung.

4. Trainingsmaßnahmen/Übungen

Es gibt zahlreiche Trainingsübungen, die bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS zur Kräftigung, Dehnung und Mobilisation durchgeführt werden können.

Eine erste Übung zur Mobilisation findet in der Bauchlage statt.
Die Hände werden unter die Schultern gestellt und nun mithilfe der Arme der Oberkörper langsam hochgedrückt. Wichtig hierbei ist, dass der Rücken entspannt bleibt und das Becken auf dem Boden verweilt.
Bei maximaler Streckung der Arme sollte diese Position für ein paar Sekunden gehalten werden, bevor wieder die Ausgangslage erreicht wird.
Anschließend können abwechselnd das linke und das rechte Bein in liegender Position maximal ausgestreckt werden. Diese Übung mit den verschiedenen Komponenten dient der Mobilisation der Wirbelsäule.

Zur Kräftigung eignet sich eine weitere Übung in der Bauchlage.
Die Arme werden gestreckt nach vorne gelegt, die Beine liegen ebenfalls gestreckt auf dem Boden.
Nun werden gleichzeitig beide Arme in die Höhe gehalten, dabei hebt sich ebenfalls der Oberkörper vom Boden ab. So entsteht eine Anspannung vor allem im Bereich des oberen Rückens.
Diese Kräftigung dient aber ebenfalls der Stabilität im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Als weitere Variante der Übung können beide Beine vom Boden angehoben werden, die Arme liegen dabei verschränkt unterhalb des Kinns zur Stabilisierung. Diese Übung kann zusätzlich durch das Anwinkeln der Beine im 90°-Winkel in den Knien gesteigert werden. In der maximalen Ausführung werden die Arme und Beine gestreckt gleichzeitig vom Boden abgehoben.

Zu einem guten Wirbelsäulenkonzept gehört neben der optimalen Schmerzbehandlung eine präventive Beratung um Folgeschäden zu vermeiden.
Bei Lumedis wird durch unsere Bewegungsanalyse der Patient optimal auf höchsten Niveau beraten und therapiert.

Bandscheibenvorfall L4/L5

Ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelkörper L4 und L5 gehört zu den häufigsten Lokalisationen an der gesamten Lendenwirbelsäule.
Er tritt hier so häufig auf, da hier bereits natürlicherweise eine hohe Gewichtsbelastung gegeben ist, die weiterhin durch Veränderungen im Rahmen des Alterungsprozesses, sowie Übergewicht verstärkt werden können.
Durch den Bandscheibenvorfall kommt es meist zur Schädigung des aus dem Rückenmark ziehenden Spinalnervens L4 oder/und L5.
Damit können Schwächen in den Muskeln des Ober- und/oder Unterschenkels, sowie Schmerzen und Missempfindungen vor allem im Bereich des Knies, des Unterschenkels und des Fußes einhergehen.

Bandscheibenvorfall L5/S1

Das Auftreten eines Bandscheibenvorfalls auf Höhe der Wirbelkörper L5 und S1 gilt als typische Lokalisation, wobei in diesem Bereich häufig muskuläre Verspannungen und Dysbalancen zu den Auslösern zählen.
Im Rahmen dieser Bandscheibenvorfalllokalisation kommt es häufig zur Schädigung des Spinalnervs L5 und/oder des Spinalnervs S1.
Damit gehen neben den Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule selbst häufig Schmerzen an der Vorder- oder Rückseite des Unterschenkels und des Fußes einher.
Des Weiteren kann es zu Schwierigkeiten beim Anheben des Fußes und zu Missempfindungen, wie Kribbeln oder Taubheit, in den beschriebenen Bereichen kommen.

Sport nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS

Nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS sollte nicht zu früh mit dem Sport begonnen werden.
Wichtig ist zunächst die gezielte Kräftigung der Muskulatur des unteren und oberen Rückens, sowie der Gesäßmuskeln, um eine gewisse Stabilität in die Wirbelsäule zu bringen.
Der geschädigten Bandscheibe muss außerdem etwas Zeit gewährt werden, damit die Entzündungsreaktion abklingen kann.
Der Beginn des Sporttreibens nach einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule sollte daher stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, um mögliche Schädigungen zu vermeiden.

Zu den besonders geeigneten und empfohlenen Sportarten nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS gehören diejenigen, die mit einer Kräftigung der Rückenmuskeln einhergehen.
Hierzu gehört klassischerweise das Schwimmen, wobei vor allem das Rückenschwimmen besonders gut für die Stärkung im Bereich der Lendenwirbelsäule ist.
Hierbei sollte stets auf eine korrekte Ausführung geachtet werden, da durch Fehlhaltungen im Rahmen möglicher Beschwerden neue Schädigungen der Bandscheiben entstehen können.

Weiterhin kann auch mit mäßigem Kraftsport zeitig nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS begonnen werden, um die Kräftigung des unteren Rückens zu unterstützen.
Hierbei sollte vor allem auf eine aufrechte und rückenschonende Haltung geachtet werden, diese ist beispielsweise beim Anheben von Gewichten besonders wichtig.

  • Im Rahmen des Kraftsports wird auch die Stärkung der Bauchmuskulatur mithilfe von speziellen Übungen, wie Situps und
  • Russian Twists

empfohlen, da dies für eine zusätzliche Stabilität sorgt und somit die Gewichtsbelastung der Lendenwirbelsäule besser abfedert.

Unsere Wirbelsäulenspezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Wirbelsäulensprechstunde!