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Lumedis Frankfurt

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Dr. Nicolas Gumpert
Fachärzte für Orthopädie


Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie kann zu einer sehr lebenseinschränkenden Krankheit werden und sollte daher früh behandelt werde.
Unsere frankfurter Schmerzspezialisten von Lumedis haben sich die Behandlung des orthopädischen Anteils einer Polyneuropathie spezialisiert und können Ihnen so eine optimal individuell an Sie angepasste Therapie anbeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich zu unseren Sprechzeiten. Zu Ihrem Wunschtermin gelangen Sie hier

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild und DPA regelmäßig als Interviewpartner zur Verfügung.
Weiterhin betreibt veröffentlicht er Informationen für laienverständliche Medizin seit vielen Jahren.
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Was ist eine Polyneuropathie?

Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems. Dabei werden mehrere Nerven oder Nervenwurzeln durch eine systemische Störung bzw. Erkrankung geschädigt. „Poly“ bedeutet „viel“ und „Neuropathie“ beschreibt die pathologische Veränderung eines Nervens

Was sind die Ursachen für Polyneuropathie?

Die Ursachen der Polyneuropathie sind vielfältig.

  • Diabetes mellitus 
  • chronischer Alkoholkonsum 
  • Mangelernährung 
  • nach Medikamenten wie Chemotherapeutika
  • durch Schwermetalle (Blei, Arsen, Thallium) 
  • durch Lösungsmittel 
  • entzündlich im Rahmen von anderen neurologischen oder internistischen Erkrankungen
  • infektiös, bei Borreliose, bei Herpes- Infektion, bei HIV 
  • bei onkologischen Erkrankungen wie beim kleinzelligen Lungenkarzinom oder Plasmozytom

Wie merkt man dass man Polyneuropathie hat?

Die Symptome einer Polyneuropathie sind ebenso wie die Ursachen vielfältig.
Wenn es bei Ihnen zu Sensibilitätsausfällen in Form von Störungen des Berührungsempfindens und des Vibrationsempfindens wie auch der Tiefensensibilität. Oft wird über Kribbeln und Krabbeln auf der Haut geklagt. Die Störung der Tiefensensibilität führt dann dazu, dass man einen herabgesetzten Bewegungssinn und Lagesinn hat, was wiederum zu Gangstörungen führen kann.
Hinzukommend kommt es zu veränderten Wahrnehmungen der Temperatur. Die Symptome beginnen meist an peripheren Körperpartien wie den Füßen und Händen.
Es kann auch zu Muskelverlust und Muskelkrämpfen kommen.
Zudem klagen manche Patienten auch über strukturelle Veränderungen der Haut mit bspw. auch vermehrtem Schwitzen.
Auch das „Burning- Feet- Syndrom” zählt zu den Polyneuropathien und beschreibt brennende Schmerzen zusammen mit Rötungen der Haut und Kribbeln an de Fußsohlen.

Kribbeln/Taubheit

Viele Patienten beschreiben Kribbeln und „Ameisenlaufen“ als Körperempfindung. Besonders sind die Fußsohlen davon betroffen.
Neben dem Kribbeln kommt es aber auch zu Wahrnehmung von Schmerzen, obwohl der Reiz eigentlich nicht schmerzhaft ist oder auch zum Verlust des Schmerzempfindens.
Nach jahrelanger polyneuropathischer Erkrankung kann es auch zu Taubheit kommen der befallenen Körperpartien kommen.

Gangstörungen

Gangstörungen sind bei Polyneuropathie nicht selten. Sie kommen dadurch zustande, dass die Patienten sich ihr Lagesinn verändert. Das bedeutet, dass sich Patienten nicht mehr im Raum orientieren können und bspw. den Boden unter den Füßen nicht mehr oder anders wahrnehmen. 

Störungen des Temperaturempfindens

Polyneuropathie kann auch mit Störungen des Temperaturempfindens einhergehen, besonders wenn die Patienten an Diabetes leiden. Dabei kann es zur verminderten Temperaturwahrnehmung oder zur fehlenden Temperaturwahrnehmung kommen.
Das Temperaturempfinden muss häufig vom Arzt zusätzlich getestet werden mittels Diskriminationsfähigkeit zwischen zwei gleich warmen Punkten. Dabei wird getestet, wie groß der geringste Abstand zwischen den Punkten ist, der noch wahrgenommen wird.

Diagnose

Die Diagnose einer Polyneuropathie wird meist klinisch durch die typische Beschreibung der Beschwerden gestellt, zusätzlich kann ein elektrophysiologsiche Untersuchung hinzugezogen werden und auch ein MRT kann zu Darstellung der Nervenverläufe behilflich sein. Die elektrophysilogische Darstellung dient der Visualisierung von Nervenaktivitäten

Wann braucht man ein MRT?

Seit einiger Zeit lassen sich auch Nerven im MRT darstellen. Das ist allerdings noch eine sehr neue Methode und ziemlich kostspielig.
Eine MRT-Untersuchung dient nicht der Früherkennung von Polyneuropathien, sondern wird eher dann eingesetzt, wenn es bei den oben beschriebenen Beschwerden auch noch andere bspw. orthopädische Ursachen in Frage kommen.
Bei Gangstörungen kann ein MRT auch sinnvoll werden, um die Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskeln darzustellen. 

Was kann man gegen eine Polyneuropathie tun?

Die Therapie der Polyneuropathie teilt sich in ursächliche und symptomatische Therapie ein. Die ursächliche Therapie richtet sich nach einer Therapie der Grunderkrankung und der Therapieoptimierung bei einem Diabetes mellitus bspw.
Zudem können die Schmerzen und Missempfindungen, also die Beschwerden der Polyneuropathie, wirksam mittels Medikamente behandelt werden. Zu den Wirkstoffen zählen Antikonvulsiva und trizyklische Antidepressiva.
Bei starken Schmerzen können auch Schmerzpflaster verwendet werden und in besonders schlimmen Fällen werden auch Opioide verwendet.
Die Wirksamkeit der Wirkstoffe tritt oft erst nach 2 bis 4 Wochen ein und so kann auch erst dann beurteilt werden, ob die Therapie wirksam ist. Zudem spielt auch die Erhaltung der körperlichen Aktivität eine wichtige Rolle, gerade bei motorischer Beteiligung bei einer Polyneuropathie. Dabei können Physiotherapie und auch Ergotherapie nützliche Behandlungsmethoden darstellen.

Prognose

Die Prognose der Polyneuropathie ist abhängig von der Ursache.
Je nach Erkrankung können die Symptome der Polyneuropathie wieder verschwinden, jedoch ist es in den meisten Fällen leider so, dass die Polyneuropathie zwar langsam verläuft, aber es keine Therapie gibt, die zu einer Heilung führt.
Die Beschwerden nehmen oft langsam zu, begrenzen mit der Zeit dann aber die Alltagsaktivität, da das Fortschreiten nicht immer aufzuhalten ist.

Wie ist die Lebenserwartung bei einer Polyneuropathie?

Die Polyneuropathie selbst beeinträchtig die Lebenserwartung nicht.
Jedoch sind zugrundeliegende Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder chronischer Alkoholkonsum einflussreich auf die Lebenserwartung. 

Die Lebenserwartung bei Polyneuropathie hängt weitgehend von der zugrunde liegenden Ursache und der allgemeinen Gesundheit des Patienten ab.
Wichtige Aspekte, die die Lebenserwartung bei Polyneuropathie beeinflussen können:

  • Diabetische Polyneuropathie
    Bei vielen Menschen mit Diabetes mellitus kann sich im Laufe der Zeit eine diabetische Neuropathie entwickeln.
    Eine gute Blutzuckerkontrolle kann das Fortschreiten der Neuropathie verlangsamen. Wenn jedoch die Blutzuckerkontrolle nicht optimal ist, kann die diabetische Polyneuropathie zu Komplikationen führen, die das Leben verkürzen können, z. B. durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionen aufgrund von Wunden, die nicht heilen.
  • Alkoholbedingte Polyneuropathie
    Die Lebenserwartung bei Personen mit alkoholbedingter Polyneuropathie kann beeinträchtigt sein, wenn der Alkoholkonsum weiterhin hoch ist und zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen führt.
  • Idiopathische Polyneuropathie
    Bei manchen Menschen lässt sich keine Ursache für die Polyneuropathie feststellen (idiopathische Polyneuropathie). In solchen Fällen kann die Erkrankung stabil bleiben, sich langsam verschlimmern oder in seltenen Fällen sich verbessern.
  • Andere Ursachen
    Bei einigen Formen der Polyneuropathie, die durch Infektionen, bestimmte Medikamente oder Toxine verursacht werden, kann eine schnelle Identifizierung und Behandlung der Ursache zu einer Besserung der Neuropathie und einer normalen Lebenserwartung führen.

Es ist wichtig zu betonen, dass Polyneuropathie selbst in den meisten Fällen nicht direkt lebensverkürzend ist. Vielmehr sind es die Komplikationen oder die zugrunde liegenden Ursachen, die die Lebenserwartung beeinflussen können. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität zu verbessern und potenzielle Komplikationen zu minimieren..

Welche Gründe gibt es, warum eine Polyneuropathie eine verkürzte Lebenserwartung haben kann?

Es gibt durchaus Gründe, warum die Lebenserwartung bei Personen mit Polyneuropathie verkürzt sein könnte.
Möglich Ursachen für eine verkürzte Lebenserwartung können sein:

  • Zugrunde liegende Erkrankungen
    Viele Fälle von Polyneuropathie werden durch chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus verursacht. Diese Erkrankungen selbst können die Lebenserwartung beeinflussen, insbesondere wenn sie nicht gut kontrolliert werden.
  • Infektionen
    Personen mit einer sensomotorischen Polyneuropathie können eine verminderte Empfindung haben, besonders in den Füßen. Dies kann dazu führen, dass Wunden oder Druckstellen nicht bemerkt werden, was das Risiko von Infektionen, Geschwüren und in fortgeschrittenen Fällen sogar die Notwendigkeit von Amputationen erhöht.
  • Sturzrisiko
    Durch die Beeinträchtigung der sensorischen Wahrnehmung und des Gleichgewichts kann es zu vermehrten Stürzen kommen, die zu Frakturen und anderen Verletzungen führen können.
  • Herz-Kreislauf-Probleme
    Bei manchen Menschen kann die autonome Neuropathie (eine Form der Polyneuropathie, die das autonome Nervensystem betrifft) zu Problemen mit der Herzfrequenz und dem Blutdruck führen. Das kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
  • Verdauungsprobleme
    Autonome Neuropathie kann auch das Verdauungssystem beeinflussen, was zu Problemen wie Gastroparese führt. Dies kann Ernährungsprobleme und andere gesundheitliche Komplikationen verursachen.
  • Atmungsprobleme
    In seltenen Fällen kann die Polyneuropathie die Muskeln beeinflussen, die an der Atmung beteiligt sind, was zu Atemproblemen führen kann.
  • Begleitende Medikamente
    Manche Medikamente zur Behandlung von Polyneuropathie oder der zugrunde liegenden Ursache können Nebenwirkungen haben, die das Risiko für andere gesundheitliche Probleme erhöhen.
  • Psychische Gesundheit
    Chronische Schmerzen und andere Symptome der Polyneuropathie können das Risiko von Depressionen und Angstzuständen erhöhen, die, wenn sie nicht behandelt werden, die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden beeinflussen können.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen mit Polyneuropathie diese Komplikationen erleben werden. Eine frühzeitige Diagnose, eine gute Behandlung der zugrunde liegenden Ursache und eine gute allgemeine Gesundheitsfürsorge können helfen, das Risiko solcher Komplikationen zu minimieren.

Was macht Lumedis, um die Lebenserwartung günstig zu beeinflussen?

Auch wenn eine Polyneuropathie nicht heilbar ist, tun wir von Lumedis alles dafür, dass Sie trotz Poyneuropathie eine hohe Lebensqualität behalten.

Ganganalysen als Sturzprophylaxe

Bei der Polyneuropathie kann es zu Gangstörungen und Veränderungen des Bewusstseins im Raum kommen. Um dies frühestmöglich zu erkennen, kann eine Ganganalyse durchgeführt werden. Aber auch bei schon bestehender Polyneuropathie kann eine Laufbandanalyse sinnvoll sein, da sie dem Patienten und Arzt visualisiert, wo das Problem des Gangs liegt und daraufhin Ansätze erarbeitet werden können, die den falschen Gang korrigieren können. 

Warum sollte ich Übungen gegen meine Polyneuropathie machen?

Gründe, warum Übungen bei Polyneuropathie sinnvoll sein können:

  • Muskelstärkung
    Polyneuropathie kann zu Muskelschwäche führen. Durch regelmäßiges Training können die Muskeln gestärkt und Muskelatrophie (Muskelschwund) vorgebeugt werden.
  • Gleichgewicht und Koordination
    Menschen mit Polyneuropathie haben oft Probleme mit dem Gleichgewicht, was das Sturzrisiko erhöht. Übungen, insbesondere Gleichgewichts- und Koordinationsübungen, können helfen, das Sturzrisiko zu verringern.
  • Schmerzmanagement
    Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, neuropathische Schmerzen zu lindern, indem sie die Endorphinproduktion (natürliche Schmerzmittel des Körpers) erhöht und die Durchblutung fördert.
  • Verbesserung der Durchblutung
    Durch Übungen wird die Durchblutung in den Extremitäten gefördert, was helfen kann, einige Symptome der Polyneuropathie zu lindern.
  • Gewichtsmanagement
    Übergewicht kann das Fortschreiten der Polyneuropathie beschleunigen, insbesondere bei diabetischer Neuropathie. Durch regelmäßige Bewegung kann das Gewicht besser kontrolliert werden.
  • Psychische Gesundheit
    Übungen sind bekanntermaßen vorteilhaft für die psychische Gesundheit. Sie können dazu beitragen, Depressionen und Angstzustände zu lindern, die bei Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Polyneuropathie häufiger auftreten können.
  • Allgemeine Gesundheitsförderung
    Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt die allgemeine Gesundheit, indem sie das Herz-Kreislauf-System stärkt und das Risiko für andere Erkrankungen, wie z.B. Herzerkrankungen, verringert.
  • Flexibilität
    Dehnungsübungen können die Flexibilität erhöhen und die Steifheit verringern, die manche Menschen mit Polyneuropathie empfinden.

    Welche Übungen können helfen?

    Folgende Übungen können Ihnen helfen:

    1. Für die Füße
      Sie können probieren barfuß auf verschiedenen Oberflächen zu gehen. Sie können dazu bspw. Zeitungspapier und Decken benutzen. Dadurch trainieren Sie zum einen Ihre Empfindungen, aber Sie können auch üben die Zeitung mit den Zehen aufzuheben.
      Zudem können Sie sich auch ganz einfach im Alltag aufrecht hinstellen und die Zehenspitzen ca. 10 Sekunden lang fest in den Boden zu drücken. Dabei sollten Sie beachten die Zehen nicht zu krallen. 
    2. Für die Beine
      Für die Beine können Sie ganz einfach auf einem Bein stehen und dort die Balance für 20 Sekunden halten. Danach wechseln Sie das Bein. 
    3. Für die Hände
      Nehmen Sie sich einen kleinen Tennisball oder Stressball o.ä. zur Hand und rollen Sie diesen über Hand und Unterarm. 
    4. Für den sicheren Gang
      Für den sicheren Gang bietet sich an, dass Sie ca. 30 Sekunden ganz bewusst und im Zeitlupentempo durch den Raum gehen. Danach können Sie auch ausprobieren auf Zehenspitzen durch den Raum zu gehen. Sie können die Gangarten auch variieren und üben beim durch den Raum gehen die Knie anzuziehen. Legen Sie zwischendurch genügend Pausen ein. Achten Sie darauf, dass sich immer ein Tisch oder ein Stuhl zum Abstützen und zur Sicherheit in der Nähe befindet.

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    Damit helfen Sie anderen Ihre Erkrankung besser zu verstehen und einzuschätzen.

    Bild bitte an info@lumedis.de.

    Danke und viele Grüße
    Ihr
    Nicolas Gumpert

    Unsere orthopädischen Spezialisten

    Wir beraten Sie gerne in unserer Sprechstunde!