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Das craniomandibuläre System

Kommt es zu Störungen im craniomandibulären System kann sich eine sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) entwickeln. Dieses Krankheitsbild kann sich durch vielfältige Symptome manifestieren und wird deshalb häufig nicht oder sehr spät erkannt. Damit es zu keiner Chronifizierung kommt, gehört die CMD in die Hände eines Spezialisten.
Wenn Sie eine Beratung in unserer CMD-Sprechstunde wünschen, kommen Sie hier zu Ihrem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Einleitung

Das craniomandibuläre System beschreibt die Verbindung und das Zusammenspiel des Ober- und Unterkiefers mit den zugehörigen Zahnreihen und des Kiefergelenks, mit der ausgebildeten Muskulatur rund um den Kauapparat. Dies ist ein sehr komplexes und vielseitiges System, welches täglich hoher Belastung beim Kauen, Essen, Schlucken, Sprechen und vielem mehr ausgesetzt wird. Bei hohem Stress, Überbelastung oder Zahnfehlstellung kann das craniomandibuläre System stark in Mitleidenschaft gezogen werden. 
Diese, als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnete Erkrankung, ist eine Funktionsstörung des Kauapparates welche sehr schmerzhafte Auswirkungen sowohl auf das craniomandibuläre System, als auch auf den gesamten Bewegungsapparat haben kann.

Biomechanik Kiefergelenk

Das Kiefergelenk besteht aus zwei Gelenken, dem rechten und dem linken Kiefergelenk, welche sich jeweils wiederum aus dem Caput mandibulae, dem Kiefergelenksköpfchen, und einer deutlich größeren Gelenkspfanne, in welcher das Köpfchen artikuliert, zusammenstellen. Hierdurch wird der Unterkiefer (lat. Mandibula) mit dem Oberkiefer (lat. Maxilla) verbunden. Durch den Größenunterschied von Gelenkköpfchen und Gelenkpfanne ergibt sich die Beweglichkeit im Kiefergelenk. Es wird von einer lockeren Gelenkkapsel umgeben, welche durch einen Bandapparat mit 3 Bändern fixiert wird. Ebenfalls werden die Gelenkflächen von Ober- und Unterkiefer durch einen beweglichen Knorpelanteil (Diskus articularis) voneinander separiert.
Das Kiefergelenk hat folgende verschiedenen Bewegungsmöglichkeiten: Man kann den Mund durch Heben und Senken des Unterkiefers öffnen und schließen (durch Rotation im Kiefergelenk), man kann Schiebebewegungen ausführen, (Verschieben des Unterkiefers nach vorne und hinten) und man kann Mahlbewegungen ausführen, was wiederum das seitliche Verschieben des Unterkiefers nach rechts oder links bezeichnet.

Kaumuskulatur

Zur Kaumuskulatur des Kiefergelenkes gehören vier Muskeln. Diese Muskulatur bewirkt die oben beschriebenen Bewegungen sowie im weiteren Sinne das

  • Sprechen
  • Essen
  • Schlucken
  • Kauen, sowie
  • mimische Gesichtsveränderungen

Jeder dieser Muskeln hat unter anderem die Funktion des Anhebens des Unterkiefers und kann somit den Mund aktiv schließen. 
Des Weiteren gliedert die Kaumuskulatur sich in eine oberflächliche und tiefe Muskulatur. Zu der oberflächlichen Kaumuskulatur gehört der stärkste Kaumuskel, der Musculus temporalis. Dieser erstreckt sich seitlich über den halben Schädel und verbindet sich unter den Wangenknochen mit dem Kiefergelenk. 
Die tiefe Kaumuskulatur liegt, wie der Name es schon sagt, unter den oberflächlichen Muskeln und hat eine deutlich geringere Ausdehnung und Kraft, im Vergleich zu der oberflächlichen Kaumuskulatur. Allerdings ist die tiefe Kaumuskulatur dafür umso wirkungsvoller, da sie als Führungsmuskulatur für die Kieferbewegung gilt. Sie arbeitet bei jeder möglichen Bewegung mit und steuert die Vorgänge. 
Die Muskulatur im Allgemeinen arbeitet sehr kraftvoll und kontinuierlich. Sie ermöglicht das feste Zubeißen sowie das Zerkleinern von Nahrung.

Normalbefund

Besteht keine Funktionsschädigung des craniomandibulären Systems, dann sind sowohl die Muskeln als auch die sonstigen Funktionseinheiten des Gelenks wie Knorpel und Bandapparat unbeeinträchtigt und weder von Verschleiß, noch von überdimensionalem Wachstum gekennzeichnet. In diesem Fall spricht man von einem Normalbefund des craniomandibulären Systems. Dabei treten auch keine resultierenden Funktionsstörungen auf. 

Störungen des CMS

Verschiedene Störungen des craniomandibulären Systems können eine craniomandibuläre Dysfunktion zur Folge haben. Dazu zählen unter anderem:

  • Muskuläre Verspannungen der Kaumuskulatur
  • Pressen und Knirschen
  • Schmerzen im Kiefer
  • Mandibuläre Dysfunktion
  • Kiefergeräusche wie Knacken, Reiben
  • Abnorme Bewegung des Unterkiefers
  • Unzureichende Mundöffnung
  • Psychische Faktoren

Was ist eine CMD?

Als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet man eine Funktionsstörung des Kauapparates, bei welcher es sich um eine schmerzhafte Strapazierung des craniomandibulären Systems handelt.
Es betrachtet die Kiefergelenke, die Muskulatur rund um den Kauapparat und die Zähne.  
Die Kaumuskulatur versucht weitestgehend Kiefer- oder Zahnfehlstellungen auszugleichen, erreichen sie dies jedoch nicht mehr spricht man von einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD). 
Die CMD ist ein sehr komplexes Krankheitsbild. Aufgrund der Vielzahl der Symptome bleibt die CMD häufig lange unerkannt und kann chronifizeiern.
Aus diesem Grund gehört dieses Krankheitsbild in die Hände eines Spezialisten.

Wie entsteht die CMD?

Verschiedenste Ursachen können das Entstehen einer CMD begründen oder verstärken. 
Ein häufiger Faktor ist eine erhöhte Muskelspannung im Kopf- und Nackenbereich. Diese Spannung kann zu Schmerzen in Kopf und Nackenmuskulatur führen, was wiederum zu Knirschen und Pressen oder anderen Störungen des CMS führen kann. Eine Fehlstellung, sowohl der Kiefergelenke als auch der Wirbelsäule (vorwiegend Halswirbelsäule), kann eine CMD zur Folge haben. Durch diese Fehlstellungen kann es zu ungünstigen Muskelaktivitäten kommen, welche wiederum wie beschrieben weitere Symptomatik hervorrufen kann. 
Weitere Faktoren, welche eine sehr häufige Ursache für CMD darstellen, sind psychische Belastungen und Stress. Dies wirkt sich ebenfalls hauptsächlich auf die Kiefermuskulatur aus, welche zunehmend verspannt und Knirschen, Nackenschmerzen und Ähnliches zur Folge haben kann. 
Hormonelle Faktoren können ebenso wie degenerative Gelenkserkrankungen, z.B. Arthritis oder Osteoporose, eine Ursache bzw. ein Entstehungsgrund einer craniomandibulären Dysfunktion sein.

Kieferfehlstellung

Bei einer Kieferfehlstellung kann es in der Folge zu einem nicht mehr passgenauen Biss und zu Zahnfehlstellungen kommen, welche beim Versuch der Muskulatur, die Gelenksfehlstellung zu korrigieren, entstehen. 
Eine Kieferfehlstellung kann schon im Kindsalter entstehen, da die Entwicklung des Oberkiefers, sowie die Zahnstellung von Umwelteinflüssen und ähnlichem abhängig ist und beeinflusst werden kann.
Nicht jede Kieferfehlstellung ist sofort behandlungspflichtig, treten jedoch Beschwerden wie

  • Kiefergelenksentzündungen
  • Kieferknacken
  • Knirschen/Bruxismus
  • Kiefer- oder Nackenschmerzen
  • Zahnschäden und
  • Probleme beim Kauen, Essen oder Sprechen

auf, ist eine Behandlung und Behebung der Kieferstellung notwendig, um die Symptome einer craniomandibulären Dysfunktion zu beheben. 
Mit einem hochspezialisiertem Konzept können die Beschwerden erfolgreich behandelt werden.
 

Kiefergelenksentzündung

Eine Kiefergelenkentzündung ist eine schmerzhafte entzündliche Veränderung bzw. ein entzündlicher Vorgang. Eine solche schmerzhafte Entzündung kann sowohl akut und nur kurzfristig, als auch langfristig auftreten. Bei Beanspruchung und Bewegung des Kiefergelenks kann sich eine vorhandene Entzündung verschlimmern und auch auf die Bewegungsfreiheit des Kiefergelenks auswirken.
Auch allgemeine Entzündungszeichen wie erhöhte Entzündungswerte im Blut, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl und ähnliches können auf eine Kiefergelenksentzündung hinweisen. 
Unabhängig vom Schmerz, kann es in diesem Rahmen auch zu anderen Begleiterscheinungen wie zum Beispiel Kieferknacken (Kieferreiben) kommen.
Eine Kiefergelenksentzündung kann durch viele Faktoren beeinflusst werden, und durch viele Ursachen entstehen.
Über- oder Fehlbelastung des Kiefergelenks, vor allem bei Kiefer- oder Zahnfehlstellung, sowie Knirschen und Pressen, gelten als mögliche Ursachen für Kiefergelenksentzündungen. 

Kieferknacken

Das sogenannte Kiefergelenksknacken kann bei Überstrapazieren des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur auftreten. Dies kann bei jeglichen Formen der craniomandibulären Dysfunktion vorkommen.
Das Kieferknacken entsteht dabei durch eine Luxation des Kiefergelenkköpfchens aus seiner Gelenkpfanne. Dieses Ausscheren des Gelenkköpfchens, kann zu schmerzhafter Beeinträchtigung im Alltag, z.B. beim Essen, Schlucken oder nur beim Öffnen und Schließen des Mundes kommen.
Meistens ist bei den Patienten lediglich eine Seite des Kiefergelenks von einer solchen Luxation betroffen, welche sich im Kiefergelenksknacken äußert.

  • Ursachen für das Kiefergelenksknacken können
  • Bissfehlstellungen
  • muskuläre Dysbalancen der Kaumuskulatur
  • Knirschen und Pressen oder andere
  • Veränderungen des Normalbefundes

sein. Dies kann längerfristig zur Kiefergelenksarthrose führen, wodurch das Kiefergelenk gegebenenfalls nicht mehr in seinem ursprünglichen Bewegungsfeld agieren kann und somit das Kiefergelenksköpfchen aus seiner Pfanne ausspringt.
Die therapeutischen Maßnahmen müssen beim Kiefergelenksknacken auf die ursächliche Erkrankung angepasst werden, da es sehr viele mögliche Ursachen für dieses Krankheitsbild gibt.

Knirschen/Bruxismus 

Zähneknirschen (Bruxismus ist ein häufiges Symptom einer craniomandibulären Dysfunktion und kann ebenfalls negative Folgen mit sich bringen.
Zähneknirschen, kann man auf viele Ursachen und Gründe zurückführen. 

  • Stress
  • psychische Belastungen
  • Schlafstörungen
  • Muskelverspannungen und
  • Zahn- oder Kieferfehlstellungen

gehören zu diesen ursächlichen Faktoren.
Durch das Knirschen und Pressen verspannt die Kiefergelenksmuskulatur zunehmend und

können daraus im weiteren Verlauf resultieren. 
Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten, welche sowohl symptomatisch als auch ursächlich gegen das Zähneknirschen helfen können.
Die häufigste Behandlung erfolgt mit Hilfe einer Aufbissschiene aus Kunststoff, welche die Zähne und den vor der starken Belastung und den Schmelz vor Abrieb schützen soll. Allerdings wird hierbei nicht die Ursache, sondern nur die Symptome behandelt. 
Trainingsübungen, wie zum Beispiel Dehnübungen oder Faszientraining, sowie manuelle Therapie können, genauso wie eine Korrektur möglicher Fehlstellungen, eine ursächliche Linderung des Knirschens bewirken.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Nackenschmerzen durch Zähneknirschen