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Diagnose einer CMD

Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist ein sehr schwer zu diagnostizierendes Krankheitsbild, das häufig übersehen wird. Eine Chronifizierung kann für den Patienten zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen.
Aus diesem Grund gehört dieses Krankheitsbild in die Hände eines CMD-Spezialisten.
Wenn Sie eine Beratung in unserer CMD-Sprechstunde wünschen, kommen Sie hier zu Ihrem Wunschtermin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Besonders spezialisiert ist er auf Akupunktur und verfügt über große Erfahrung im besonderen Bereich der Triggerakupunktur.
Er behandelt mit diesem schonenden Verfahren viele Tausend Patienten pro Jahr!

Gerne berät Dr. Hochholz Sie in einem Termin!

Einleitung

Um eine craniomandibuläre Dysfunktion zu diagnostizieren stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung, die von Orthopäden oder Zahnärzten durchgeführt werden können. Der Orthopäde kann die craniomandibuläre Dysfunktion mittels einer speziellen Untersuchung feststellen, in der die elektrischen Impulse der Kaumuskeln gemessen werden (Elektromyogramm). Neben diesem diagnostischen Mittel stehen auch die klassischen Bildgebung, wie das Röntgen, zur Verfügung. Hier können Abnutzungen des Knochens der Kiefer, sowie auch Fehlstellungen gesehen werden, die bei einer craniomandibulären Dysfunktion auftreten können.

Wie diagnostiziert der Zahnarzt eine CMD

Dem Zahnarzt fallen Symptome, die zu einer craniomandibulären Dysfunktion passen, meistens als erstes auf, da die CMD oft mit einem Fehlbiss  und oder einer unphysiologischen Abnutzung der Zähne einhergehen. Manchmal brechen Zähne auch einfach ab oder bröseln ab, wenn eine craniomandibuläre Dysfunktion dahintersteckt. Um den Verdacht zu beweisen, werden in der Regel Bissabdrücke angefertigt. Früher und meistens auch heute noch wird die klassische Wachsbissmethode gewählt, bei der der Patient gebeten wird auf eine Wachsunterlage zu beissen. Anhand der Eindrücke der Zähne kann der Zahnarzt die gleichmässigen bzw. auch ungleichmässigen Einbisse sehen. Bei ungleichmäßigen Einbissen ist von einer Fehlstellung des Kauapparates auszugehen, die meistens durch eine craniomandibuläre Dysfunktion zustande kommt. Heute werden manchmal auch anstelle der Wachsbissabdrücke spezielle Berechnungen mittels Computer durchgeführt. Oftmals sind diese computergestützten Untersuchungsmethoden viel genauer, aber die Anschaffung der Technik auch um einiges teurer. Der Zahnarzt diagnostiziert eine craniomandibuläre Dysfunktion aber auch mittels einer Funktionsanalyse des Kiefers, bei der er genauer den Aufbiss des Ober-, auf den Unterkiefer untersucht und schaut, ob der Biss gerade ist und ob die oberen und die unteren Zahnreihen physiologisch aufeinanderliegen, ob es zu Fehlstellungen der Zähne kommt oder ob die Bisskanten der Zähne beschädigt sind. Weiterhin kann er auch anhand der Kaumuskeln an den Wangen sehen, ob die eine oder die andere Seite stärker ausgeprägt ist, was Hinweise auf eine CMD geben kann. Weiterhin kann der Zahnarzt mit Hilfe eines sogenannten Artikulators Fehlbisse und eine craniomandibuläre Dysfunktion diagnostizieren. Hierzu wird ein Gipsabdruck des Kiefers des Patienten angefertigt. Diese werden dann in den Artikualtor gespannt. Mit Hilfe einer computerunterstütztenden Bewegungsanalyse kann nun herausgefunden werden, ob es zu einem Fehlbiss aufgrund einer craniomandibulären Dysfunktion kommt.

Röntgen

Mit einer Röntgenuntersuchung lassen sich vor allem knöcherne Strukturen und auch Verkalkungen gut beurteilen und darstellen. Um herauszubekommen, ob eine craniomandibuläre Dysfunktion vorhanden ist, kann ein Röntgenbild der Kiefer und der Kiefergelenke durchgeführt werden. Schiefstellungen der Kiefer können so schnell dargestellt und eine craniomandibuläre Dysfunktion daraus ermittelt werden. Auch können, wenn beide Kiefergelenke durch das Röntgen dargestellt werden Abnutzungen und Gelenkspaltverschmälerungen gesehen werden. Vor allem einseitige Gelenkspaltverschmälerungen der Kiefergelenke deuten auf eine einseitige Abnutzung und auf eine mögliche craniomandibuläre Dysfunktion hin.
Eine Röntgenuntersuchung kann in unterschiedlichen Positionen des Unterkiefers durchgeführt werden. So kann der Kiefer geöffnet, in Neutralstellung oder auch bei einem maximalen Zubiss geröntgt und dargestellt werden.

MRT des Kiefers

Ein MRT ist heute die genaueste Methode der Bildgebung. Es handelt sich um eine strahlungsfreie Möglichkeit Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven Blutgefäße, Knochen und auch Knorpel darzustellen. Im Falle einer craniomandibulären Dysfunktion kann eine MRT Untersuchung somit auch gut zum Einsatz kommen. Man würde in dieser MRT Untersuchung des Kiefers nicht nur Abnutzungen der Kiefergelenke sehen und beurteilen können, sondern auch starke Ausprägungen der Kaumuskulatur und eine verminderte Entwicklung der Kaumuskeln der gegenüberliegenden Seite. Auch hier können unterschiedliche Positionen einer Kiefergelenkaufnahme gewählt werden. Meistens wird zunächst die Aufnahme mit in einer Neutralstellung begonnen. Wichtig ist zu beachten, dass der Kiefer während der MRT Aufnahme nicht bewegt werden darf, da es sonst zu Verwacklungen kommt und die Beurteilung deutlich reduziert wird.

Wie kann der Orthopäde eine CMD diagnostizieren

Der Orthopäde wird zunächst durch eine ausführliche Krankenbefragung versuchen herauszubekommen, ob es sich bei den vom Patienten angegebenen Beschwerden um eine mögliche craniomandibuläre Dysfunktion handeln könnte. Häufige Kopfschmerzen, Zähneknirschen, Schwindel, Nacken und oder Schulterschmerzen, verdickte Kaumuskeln (meistens einseitig) zeigen dem Orthopäden in der körperlichen Untersuchung an, ob eine CMD als Auslöser wahrscheinlich ist. Weiterhin wird er den Patienten auch fragen, wie lange er schon die Beschwerden hat und ob die Beschwerden im Verlauf zugenommen haben oder besser geworden sind.
Ob sein Zahnarzt Abrieb-, oder ungleichmäßige Abnutzspuren der Zähne gesehen hat und ob der Patient selbst Zähnebröseln bemerkt hat.
Die Körperliche Untersuchung wird der Orthopäde anhand von Betastungen der Kaumuskeln sowie der Nacken-, und Schultermuskeln durchführen. Sind einseitige Verdickungen der Muskels zu sehen, kann ein craniomandibuläres Syndrom dahinter stecken.
Als Bildgebung stehen dem Orthopäden Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule sowie auch der Kiefergelenke zu Verfügung. Abnutzungen dieser Gelenke und auch Schiefstellungen der Kiefer deuten auf ein CMD hin. Ein MRT kann ebenfalls vom Orthopäden in Auftrag gegeben werden. Was er dabei sieht, sind vor allem einseitige Verdickungen der Kaumuskeln sowie auch Schiefstellungen der Ober-, und Unterkiefer, sowie auch eine Gelenkspaltverschmälerung der Kiefergelenke.

Wirbelsäulenvermessung

Da eine craniomandibuläre Dysfunktion oftmals bereits in einer Fehlstellung der Wirbelsäule beginnt ,kann eine orthopädische Untersuchung der Wirbelsäule bereits erste Anzeichen dafür aufzeigen, ob eine entsprechende begünstigende Fehlhaltung der Wirbelsäule vorhanden ist. Hierzu führt der Orthopäde eine Vermessung der Wirbelsäule durch. Neben den gängigen radiologischen Methoden, wie der Röntgenuntersuchung, bei der die Wirbelkörper auf einem angefertigten Röntgenbild vermessen und eingezeichnet werden. Stehen mittlerweile auch Videorasterstereographie zur Verfügung. Hierbei wird beim stehenden Patienten ein Lichtmuster auf die Wirbelsäule projiziert und computergesteuert dann eine Vermessung durchgeführt. Hierdurch können seitliche Verbiegungen (Skoliosen) oder auch Verbiegungen nach vorne oder hinten dargestellt werden. Das eine CMD bei einer vorbestehenden Fehlstellung der Wirbelsäule vorhanden ist, ist sehr wahrscheinlich. In diesem Fall sollten immer weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden. Neben einer Wirbelsäulenvermessung sollte bei dem Verdacht auf ein craniomandibuläres Syndrom auch immer eine Ganganalyse des Patienten erfolgen. Hierbei wird der Patient gebeten zunächst auf einem Laufband zu stehen, dann zu gehen und schließlich zu rennen. Eine Videokamera zeichnet die Belastungen in den Füssen, Beinen und Knie auf und errechnet computergestützt, ob es sich um eine Fehlbelastung handelt, die womöglich von den Füssen über die Hüfte, Wirbelsäule bis kopfwärts zu den Kiefergelenken Auswirkungen haben kann und dadurch eine CMD ausgelöst.

EMG

Eine Elektromyographie ist eine spezielle Untersuchung, bei der die elektrische Aktivität von Muskeln dargestellt und verglichen wird. Durch jeden Muskel fließen bei der Bewegung elektrische Impulse, die messbar sind. Um durch ein Elektromyogramm eine craniomandibuläre Dysfunktion zu aufzuzeigen, werden Elektroden an Muskeln der Kau-, und Nackenmuskulatur aufgeklebt und die in Ruhe vorhandenen Ströme gemessen. Danach wird der Patient gebeten maximal den Unterkiefer und den Oberkiefer zusammenpressen. Hierbei ändern sich ganz automatisch die elektrischen Ströme. Kommt es zu einem seitenungleichen Spannungsabfall, so ist von einer Fehlbelastung der Muskeln im Bereich der Kiefer auszugehen. Eine craniomandibuläre Dysfunktion wird somit wahrscheinlich und sollte weiterführend untersucht werden.

Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist ein interdisziplinäres Krankheitsbild. Durch die Zusammenarbeit aus zahnärztlichen CMD-Spezialisten, Orthopädie und Physiotherapie konnten wir schon einer Vielzahl von Patienten helfen.

Manuelle Strukturanalyse

Die manuelle Strukturanalyse (MSA) ist eine diagnostische Untersuchungsmethode der am Kauvorgang beteiligten Strukturen. Dazu zählen Ober-, und Unterkiefer sowie die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur. Mit dieser Methodik werden Beweglichkeit, Belastung, Empfindlichkeit, Schmerzhaftigkeit sowie auch Geräusche, wie Knacken im Kiefer getestet. Die manuelle Strukturanalyse der Kiefergelenke wird durch die Hände des Untersuchung durchgeführt. Hierzu legt er an die Kaumuskulatur beider Seiten die Hände um Widerstände zu ertasten und Verdickungen der Muskulatur aufzuspüren. Weiterhin führt der Untersucher dann Bewegungen im Kiefergelenk durch und beurteilt die Beweglichkeit der Kiefer und sieht, ob Widerstände oder Schmerzepfindlichkeiten vorhanden sind. Der Patient wird auch gebeten einige Bewegungen selbst durchzuführen. Passive Bewegungen im Kiefergelenk werden vom Untersucher selbst durchgeführt. Auch hier werden Auffälligkeiten wie Schmerzen, Bewegungsbeeinträchtigungen oder auch Geräusche (Kieferknacken) beurteilt. Die manuelle Strukturanalyse ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und somit vom Patienten selbst zu übernehmen.