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Sven Daum
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Was sind die Nebenwirkungen einer Kortisonspritze?

Kortisonbehandlungen werden vielfältig in der Orthopädie eingesetzt und sollen helfen, Entzündungen zu bekämpfen. Trotz alledem gibt es, wie bei jeder Behandlung, Nebenwirkungen, die sich auf den gesamten Körper auswirken können. 

Wir von Lumedis wollen nicht nur über die Nebenwirkungen aufklären, sondern sind auch stets bemüht, diese durch vorherige eingehende Untersuchungen und Patientenbefragung zu verhindern. 

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild und DPA regelmäßig als Interviewpartner zur Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
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Allgemeine Nebenwirkungen

Unter einer Kortisonspritze können verschiedene Nebenwirkungen auftreten.

Zunächst wären einmal die Nebenwirkungen, die durch den Einstich selbst auftreten können. So kann es, wie bei anderen Injektionen auch zu Entzündungen im Bereich des Einstichgebietes kommen. Manchmal sind diese Entzündungen so stark, dass man antibiotisch behandeln muss.

Des Weiteren können durch die Spritze auch Strukturen, die im Bereich der Injektion vorbeiführen, verletzt werden. Zu nennen wären vor allem Nervenverletzungen oder Gefäßverletzungen.

Zudem kann es auch zu Nebenwirkungen, ausgelöst durch das injizierte Kortison, kommen. Hier ist zu beachten, dass die meistens Nebenwirkungen hierdurch durch eine regelmäßige und hoch dosierte Injektion des Kortison auftreten. Langzeitfolgen wären vor allem eine Nebennierenrindeninsuffizienz, die dadurch zustande kommt, dass die Nebenniere die Arbeit bei einem Überangebot des Kortisons einstellt. Daraus ergibt sich dann eine Kortisonunterversorgung, wenn die Kortisongabe abgesetzt wird (Morbus Addison).

Des weiteren hat man einen direkten Zusammenhang zwischen Kortisonlangzeiteinnahme und dem Auftreten einer Osteoporose festgestellt. Die Haut wird ebenfalls dünner und pergamentartig. Weiterhin führt eine regelmäßige Kortisongabe auch zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Typische Nebenwirkungen

Die typischen Nebenwirkungen einer Kortisonspritze, je nach Dosis können sein, dass es zu einer Hitzeentwicklung im Körper kommt und dass es auch zu einer Gesichtsrötung, dem sogenannten Flush kommt.

Die Patienten, die vorher keinen oder kaum Kontakt mit Kortison hatten und plötzlich eine hohe Dosis Kortison injiziert bekommen, entwickeln oft ein Unruhegefühl, Bewegungsdrang, manchmal auch Euphorie, Schwitzen, erhöhter Herzschlag, der bis ins Herzrasen gehen kann und auch erhöhte Blutdruckwerte.

Bei der Injektion von Kortison wird vor allem darauf geachtet dass, wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, Kortison nicht nachts gespritzt wird, weil die unerwünschen Wirkungen hier viel deutlicher ausfallen als am Tag.

Wie häufig sind die Nebenwirkungen?

Wie häufig die Nebenwirkungen bei einer Kortisoninjektion sind, richtet sich vor allem danach, wie Kortison injiziert wird und wie hoch es dosiert wird.

Werden hohe Dosen Kortison in die Vene appliziert, können sehr häufig Nebenwirkungen auftreten. Zu nennen wären Unruhe, Schwitzen und die Gesichtsröte, die dabei am häufigsten auftreten. Auch kann man bei fast allen Patienten, die Kortison in die Vene appliziert bekommen haben eine Blutzuckererhöhung feststellen.

Die Nebenwirkungen sind umso höher, je höher auch die Dosis des Kortisons ist. Bei Dosen von 250 mg und mehr weisen viele Patienten eine Nebenwirkung auf. Wird Kortison in den Muskel gespritzt, sinkt die Nebenwirkungsrate deutlich.

Flush

Der Flush ist definiert als das plötzliche Einschießen von Blut in die Haut des Gesichtes. Er kommt dadurch zustande, weil sich die Gefäße der Haut weitstellen und es dadurch zu einer plötzlichen Gesichtsrötung kommt.

Die meistens Patienten klagen bei einem Flush auch über ein Hitzegefühl im Bereich der geröteten Haut. Oftmals kommt es nach einer Kortisoninjektion zu einem Flash. Die Dauer, bis die Haut wieder erblasst und der Patient auch kein Hitzegefühl mehr merkt, variiert. Es kann aber vorkommen, dass ein Flush bis zu einer Stunde anhält.

Erhöhter Blutzucker

Das Hormon Kortison regt die Blutzuckerfreisetzung aus den Zellen an, was zur Folge hat, dass es zu einer Blutzuckererhöhung kommt. Hintergrund ist evolutionär bedingt und zwar, dass in Stresssituationen der Körper sehr viel Kortison ausschüttet und man durch die höhere Zuckerbereitstellung höhere, vor allem muskuläre, Leistungen bringen kann. Begründet ist dieser Zusammenhang in der Flucht vor Gefahren.

Heute hat man diese Stressreize nicht mehr, aber das System arbeitet weiterhin zuverlässig, was zur Folge hat, dass man nach Kortisonausschüttung oder Injektion den plötzlich erhöhten Blutzucker nicht durch Laufen abbaut und sich dieser in der deutlichen und zum Teil langfristigen Erhöhung im Blut zeigt.

Nach einer Kortisonspritze in die Vene kommt es immer zu einer messbaren Blutzuckererhöhung. Injektionen in den Muskel laufen mit verhältnismäßig niedrigen Blutzuckererhöhungen ab. Vor allem bei Diabetikern muss man sehr aufpassen, weil diese ja schon ohnehin erhöhte Blutzuckerwerte aufweisen. Bei einer Kortisoninjektion kann es zu einer gefährlichen Blutzuckerentwicklung kommen.

Allergie

Obwohl das Hormon Kortison entzündungshemmend und antiallergisch wirkt und auch bei Allergien und Entzündungen erfolgreich eingesetzt werden kann, kommt es doch immer mal wieder, vor allem bei der intravenösen Gabe von Kortison, zu allergischen Reaktionen.

Hier klagen die Patienten meistens über Juckreiz und Hautrötung. Die genaue Ursache hierfür ist noch nicht abschließend geklärt. Das Problem hierbei ist aber, dass bei einer Kortisonallergie eine antiallergische Behandlung schwierig ist. Meistens nutzt man sogenannte Antihistaminika, da ja Kortison als eigentlich antiallergisches Medikament aufgrund der Allergie wegfällt.

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine Nebenwirkung, die oft nach Langzeitbehandlung mit Kortison auftritt. Da Injektionen mit Kortison allerdings nie über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren durchgeführt werden, ist mit einer Osteoporose nach Kortisoninjektionen eher nicht zu rechnen.

An Osteoporose erkranken vor allem diejenigen Patienten, die Kortison in mäßigen bis hohen Dosen als Tablette für mehrere Jahre bekommen. Hier sind vor allem Rheumatiker oder andere Allergiker zu nennen, deren eigene Kortisonproduktion nicht ausreicht, um allergische Schübe oder Immunsystemreaktionen in Schach zu halten.

Bei einer Langzeitkortisoneinnahme sollte man aus diesem Grund auch immer eine osteoporosevorbeugende Maßnahme parallel durchführen. Die Patienten sollten in jedem Fall Vitamin D und auch Calcium bekommen und diese so lange einehmen, bis sie das Kortison absetzen können.

Gewichtszunahme

Da Kortison die Ausschüttung von Zucker begünstigt und die Blutzuckerspiegel erhöht sind, versucht der Körper den Zucker in die Zellen zurückzubringen. Dies führt im Laufe der Zeit dann zu einer mäßigen bis deutlichen Gewichtszunahme.

Gewichtzunahme unter Kortison ist häufig, allerdings ausschließlich bei der Langzeiteinnahme des Kortisons, zu merken. Wer Wochen hohe Dosen Kortison einnimmt, muss damit rechnen, dass er an Gewicht deutlich zunimmt. Bekannt ist vor allem das sogenannte Vollmondgesicht das bei einer Kortisonlangzeiteinnahme auftritt.

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