Einen Termin bei uns?

Lumedis Frankfurt

Dr. Nicolas Gumpert
Facharzt für Orthopädie

Privatpraxis für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

Kaiserstraße 14 / Kirchnerstraße 2
60311 Frankfurt am Main

Zur Online-Terminvereinbarung

Telefon
069 24753120

Akupunktur

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition - Was ist Akupunktur?

Die Akupunktur ist ein alternativmedizinisches Heilverfahren und stammt aus der Lehre der traditionellen chinesischen Medizin. Durch Akupunktur werden Schmerzen oder Beschwerden durch das gezielte Setzen von Nadeln in die Haut behandelt. Hierbei sind verschiedene Akupunkturpunkte auf sogenannten Meridianen des Körpers angeordnet.

Da es bisher Zweifel an der Wirkungsweise von Akupunktur gibt, wird die Behandlung stark diskutiert. Bei bestimmten Indikationen gilt die Akupunktur jedoch als anerkannte Behandlungsmöglichkeit und wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Indikationen / Gründe für eine Behandlung mit Akupunktur

Hinter dem Verfahren der Akupunktur steht die Lehre von bestimmten Energiebahnen, die über den Körper verlaufen und die durch das gezielte setzen von Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten beeinflusst werden können. Demnach sollen durch die Nadeleinstiche Verspannungen, Schmerzen oder Stoffwechselbeschwerden gelindert werden können. Bisher gelten lediglich bestimmte Symptome als anerkannte Indikationen für eine Akupunkturbehandlung.

Akupunktur bei Rückenschmerzen

Zu den anerkannten und üblicherweise von den gesetzlichen Krankenkassen übernommenen Therapien gehört die Akupunktur bei Rückenschmerzen. Durch gezieltes Setzen von Nadel an bestimmten Akupunkturpunkten können Schmerzen im Rücken gelindert werden. Wichtig ist, dass neben der Schmerztherapie auch eine Diagnostik erfolgt, die den Ursachen der Schmerzen auf den Grund geht.

Akupunktur bei Verspannungen

Bei Verspannung kann die Anwendung von Akupunktur Linderung der Beschwerden erbringen und für Entspannung im muskulären Bereich sorgen. Hierbei ist eine gute Anamnese und Untersuchung durch den Behandelnden wichtig, um die geeigneten Akupunkturpunkte festzulegen. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Akupunkturbehandlung, wenn sie der Linderung von Schmerzen des Bewegungsapparates dient.

Akupunktur bei Nackenschmerzen

Der Nacken wird häufig im Alltag sehr beansprucht und viele Menschen leiden unter schmerzhaften Verspannungen in diesem Bereich. Neben Sport, einer Optimierung der Sitzhaltung und Physiotherapie kann auch eine Akupunkturbehandlung bei Nackenschmerzen helfen. Üblicherweise gelten Akupunkturbehandlungen zur Linderung von Schmerzen des Bewegungsapparates als Kassenleistung. 

Akupunktur bei Schulterschmerzen

Neben Nackenschmerzen sind auch Schulterschmerzen weit verbreitet, da der Schultergürtel ebenfalls durch häufige Arbeit im Sitzen etc. oft verspannt ist und zu Schmerzen führt. Dient die Akupunkturbehandlung zur Linderung von Schmerzen des Bewegungsapparates, so werden die Kosten üblicherweise von der Krankenkasse übernommen.

Zu bedenken ist, dass eine Akupunkturbehandlung keine Diagnostik ersetzt. Bei anhaltenden Beschwerden sollte daher neben der symptomatischen Behandlung auch unbedingt eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Ablauf der Behandlung

Eine Akupunkturbehandlung sollte von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden, da eine genaue Kenntnis der Akupunkturpunkte wichtig ist. Üblicherweise muss zunächst die Indikation für eine Akupunktur gestellt werden, was ein Anamnesegespräch sowie eine Untersuchung der körperlichen Beschwerden beinhaltet. Anschließend wird mit dem Patienten das Therapieziel festgelegt.

Für die Akupunkturbehandlung muss sich der Patient an den Stellen, an denen die Nadeln gesetzt werden sollen entkleiden. Meist erfolgt die Behandlung im Liegen, teilweise auch im Sitzen. Der Behandelnde setzt hierbei Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten, die dann etwa für 20 bis 30 Minuten in der Haut des Patienten verbleiben. Neben einem leichten Einstich kann der Patient eine Entspannung und ein Schweregefühl im Bereich der Einstichstellen der Nadeln spüren. Am Ende der Behandlung werden alle Akupunkturnadeln wieder entfernt.

Dauer der Behandlung

Eine Sitzung einer Akupunkturbehandlung dauert üblicherweise circa 30 Minuten, wobei die Nadeln für einige Minuten in der Haut belassen werden. Das Setzen der Nadeln erfolgt meist nacheinander und wird durch den Behandelnden festgelegt. Dabei orientiert sich der Behandelnden an festgelegten Akupunkturpunkten, die je nach Beschwerdebild variieren können und individuell abgestimmt werden müssen.

Wie häufig muss man das wiederholen?

Üblicherweise erfolgt eine Akupunkturbehandlung in einer Serie von mehreren Sitzungen. Dabei können wöchentlich circa zwei bis drei Behandlungen erfolgen. Die Behandlungshäufigkeit ist stark von der zugrundeliegenden Beschwerdesymptomatik des Patienten abhängig und wird auch davon bestimmt, wie der Patient eine erfolgte Akupunkturbehandlung verträgt.

Welcher Behandlungserfolg ist zu erwarten?

Es gibt bisher unterschiedliche Meinungen über die Wirksamkeit von Akupunkturbehandlungen. Studien haben bewiesen, dass die Anwendung von Akupunktur bei bestimmten Indikationen eine Symptomlinderung schaffen kann, teilweise ist jedoch auch ein Placebo-Effekt nicht ausgeschlossen.

Nach der Lehre der traditionell chinesischen Medizin soll das Einsetzen von Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten entlang von Leitbahnen (Meridianen) den Energiefluss entlang dieser Leitbahnen verbessern und so zu Entspannung, Schmerzlinderung und besserer Funktion verhelfen.

Wie schmerzhaft ist das?

Wie schmerzhaft eine Akupunkturbehandlung empfunden wird ist stark von der eigenen Schmerzsensibilität abhängig. Die meisten Menschen empfinden beim Setzen der Nadel einen leichten Stich, der jedoch nur geringfügig als schmerzhaft empfunden wird. Nach dem Setzen der Nadeln und während dem Belassen der Nadeln in der Haut für einige Minuten sollten diese als nicht schmerzhaft empfunden werden.

Was sind die Risiken?

In bestimmten Fällen wird von einer Akupunkturbehandlung abgeraten. Dazu zählt vor allem das Vorliegen von Hauterkrankungen. Auch Patienten mit einer bekannten Epilepsie-Erkrankung wird von einer Akupunkturbehandlung abgeraten, da die Gefahr eines epileptischen Anfalls besteht. Auch bei einer bestehenden Infektionserkrankung ist eine Akupunktur kontraindiziert.

Darüber hinaus zählen bestimmte Krebserkrankungen (Malignome) und Erkrankungen wie beispielsweise eine Hämophilie, chronische Polyarthritis sowie eine akute kardiale Dekompensation zu den Kontraindikationen.

Eine wichtige Komplikation bei einer Akupunkturbehandlung ist plötzlich auftretender Schwindel, eventuell sogar mit plötzlichem Bewusstseinsverlust des Patienten. Dies wird als Nadelkollaps bezeichnet und ist auf eine starke Stimulation zurückzuführen.

Gegebenenfalls kann an der Einstichstelle der Nadeln etwas Blut austreten oder ein Hämatom entstehen.

Abgesehen davon gilt die Akupunktur bei korrekter Anwendung als komplikationsarme Behandlung. In Einzelfällen können die falsche Anwendung der Nadeln sowie das Missachten der maximal verträglichen Einstichtiefe zu Organ- oder Gefäßverletzungen führen.

Kosten

Je nach Therapieziel einer Akupunkturbehandlung variiert auch der Preis der Behandlung stark. Die Kosten sind auch davon abhängig, wie oft die Behandlung wiederholt wird. Bei bestimmten Indikationen, so beispielsweise bei Akupunkturbehandlungen die zur Linderung von Schmerzen im Bewegungsapparat oder lang bestehenden Rückenschmerzen sowie zur Linderung der Symptome beim Fibromyalgiesyndrom durchgeführt werden, übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung. Auch bei der Therapie von chronischen Schmerzen kann eine Akupunkturbehandlung von der Krankenkasse erstattet werden. Die Kostenübernahme ist im Einzelfall direkt mit der zuständigen Krankenkasse zu klären.

Übernimmt das die private Krankenversicherung?

Besonders bei bestimmten Indikationen wird eine Akupunkturbehandlung häufig von privaten Krankenkassen übernommen. Es ist ratsam, vorab mit der Krankenkasse zu klären, inwiefern eine Kostenübernahme für die anstehende Akupunkturbehandlung gewährleistet wird.

Was ist eine Laserakupunktur

Bei der Laserakupunktur handelt es sich um ein Akupunkturverfahren, bei welchem anstatt der Nadeln Laserstrahlen zum Setzen der Akupunkturpunkte genutzt werden. Da einige Patienten den Einsatz von Nadeln ablehnen, bietet die Laserakupunktur ein Verfahren ohne Nadeleinstiche. Hierbei wird die gewünschte Stimulation der Leitungsbahnen auf der Haut durch gezielten Einsatz von Laserstrahlen erreicht.

Die Laserakupunktur wird vorzugsweise bei Kindern, bei erhöhtem Infektionsrisiko, bei Asthmapatienten sowie bei Erkrankungen der Haut angewendet. Sie kann bei der Anwendung am Kopf kontraindiziert sein.

Der Reiz durch einen Laserstrahl wird als geringer als der Reiz durch eine Nadel beschrieben.

Was ist eine Triggerakupunktur?

Häufig liegen die Ursachen von Schmerzen im muskuloskelettalen Bereich in sogenannten Triggerpunkten, von denen der Schmerz in die umliegenden Muskeln ausstrahlt. Dabei handelt es sich bei diesen Triggerpunkten üblicherweise um verkürzte Muskelfaserbündel, die deutlich sensibler und stärker reagieren als andere Muskelfaserbündel.

Die Triggerakupunktur ist eine weitere Form der Akupunkturbehandlung, bei welcher die Triggerpunkte, als Auslöser der Schmerzen, direkt durch Setzen der Nadel an genau diesen Punkten aktiviert werden. Dies löst oft ein Zucken der Muskulatur (sogenannte Twitch response) aus und kann anschließend zur Entspannung des beteiligten Muskels führen.

Die Durchführung einer Triggerakupunktur bedarf einer umfangreichen Untersuchung und Anamnese des Patienten vor der Behandlung, um die Position der Triggerpunkte zu bestimmen. Eine genaue Kenntnis des Bewegungsapparates und der vorliegenden Triggerpunkte ist unerlässlich und sollte daher nur durch einen erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden.

Dauernadeln

Neben den üblichen Akupunkturnadeln, die am Ende der Behandlung nach dem Verbleib in der Haut von einigen Minuten wieder entfernt werden, gibt es sogenannte Dauernadeln, die über mehrere Tage getragen werden. Dabei handelt es sich um kleine Akupunkturnadeln, die oft mit Hilfe eines Pflasters an bestimmten Akupunkturpunkten meist am Ohr oder am Bewegungsapparat angebracht werden und für einige Tage verbleiben. Dies ermöglicht eine längere Stimulation, geht jedoch auch mit einem höheren Infektionsrisiko einher.