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Lumedis Frankfurt

Dr. Nicolas Gumpert
Facharzt für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

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Golfmedizin

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition - Was ist Golfmedizin?

Der Golfsport gewinnt zunehmend an Beliebtheit und ist in Deutschland die Sportart mit den höchsten Zuwachsraten. Wie jede Sportart geht auch der Golfsport mit sportspezifischen Verletzungen und Gelenkverschleiß einher. Ungefähr fünfzig Prozent aller Golfspieler sind älter als 55 Jahre. Damit steigt das Risiko für verschleißbedingte Erkrankungen. Golfmediziner haben detaillierte Kenntnisse über die spezifische Belastung durch den Golfsport. Die Golfmedizin dient dazu, chronische orthopädische Erkrankungen vorzubeugen und zu behandeln. Andererseits können durch eine spezielle golfmedizinische Beratung und Analyse eine Leistungssteigerung und Handicapverbesserung ermöglicht werden. Des Weiteren kommen Golfmediziner neben anderen Fachärzten auch bei akuten Sportverletzungen durch den Golf zum Einsatz.

Wer profitiert von Golfmedizin?

Von der Golfmedizin profitieren sowohl gesunde Golfspieler als auch akut verletzte oder chronisch kranke Golfspieler. Für Gesunde eignen sich eine golfmedizinische Beratung und Untersuchung, um mögliche Fehlstellungen in den golfspezifischen Bewegungen zu detektieren und Fehlstellungen vorzubeugen oder gezielt zu behandeln. Daneben können Möglichkeiten angezeigt werden, um die Leistung zu steigern und das Handicap zu verbessern. Akute Verletzungen kommen beim Golfsport selten vor, aber auch diese können durch einen Golfmediziner effektiv behandelt werden. Beispiele sind Treffer durch verirrte Golfbälle oder Verstauchungen. Chronische Erkrankungen sind weitaus häufiger. Der Golfsport geht mit einer großen Belastung unserer Gelenke einher. Insbesondere die Lendenwirbelsäule, Hüfte, Knie, Schulter, Ellenbogen sowie Handgelenke sind anfällig für Verschleißerscheinungen. Um solche Beschwerden zu behandeln, kann im Rahmen einer golfmedizinischen Untersuchung und Therapieplanung ein individuelles Konzept entwickelt werden.

Rückenschmerzen beim Golf

Rückenschmerzen sind ein häufiges Problem bei Golfspielern. So musste sogar Weltstar Tiger Woods seinen Golfsport aufgrund von Rückenproblemen pausieren. Die Wirbelsäule verbindet Oberkörper mit Unterkörper. Beim Golfen findet bei dem sogenannten Golfschwung eine Rotation in der Lendenwirbelsäule statt. Dabei werden starke Kräfte vom Oberkörper über die Wirbelsäule übertragen. Während unsere Brustwirbelsäule für Rotationsbewegungen geeignet ist, ist die Drehbewegung für die Lendenwirbelsäule weniger günstig. Unsere Lendenwirbelsäule ist besser für Streck- und Beugebewegungen geeignet. Damit belastet der Golfsport den unteren Rücken. Gefährlich wird es, wenn der Golfschwung falsch durchgeführt wird, zum Beispiel mit Rundrücken. Das begünstigt langfristig Bandscheibenschädigungen sowie Verletzungen der kleinen Wirbelgelenke im unteren Rücken. Daneben können Schmerzen beim Golf auch durch muskuläre Defizite von Bauch- und Rückenmuskeln bedingt sein.

Knieschmerzen beim Golf

Knieschmerzen beim oder nach dem Golf spielen sind ein weitverbreitetes Symptom im Golfsport und betreffen um die 20% der Sportler. Während eines Golfschwungs werden unglaublich starke Beschleunigungskräfte auf die komplexen Kniegelenke ausgeübt. Die Knie müssen dabei eine Menge aushalten. Mögliche Ursachen für Schmerzen im Knie beim Golf sind Verschleißerscheinungen des Gelenkknorpels und akute Verletzungen des Kniegelenks, wie (Teil-)Risse der Menisken oder des Bandapparates, der das Kniegelenk stabilisiert. Bei Verschleißerscheinungen im Kniegelenk können die Schmerzen drückend oder dumpf sein und länger andauern oder kurzzeitig, krampfartig auftreten. Typischerweise klingen die Beschwerden nach einer Ruhephase ab. Akute Verletzungen von Menisken oder Bändern erkennt man in der Regel an einem plötzlichen, stechenden Schmerz und Ziehen. Die Symptome oft so unangenehm, dass der Sport unterbrochen werden muss. Zudem kann die Bewegung des betroffenen Gelenks stark eingeschränkt sein. Sowohl Verschleißerscheinungen, die immer mal wieder Beschwerden verursachen und abklingen, als auch akute Sportverletzungen im Kniegelenk bedürfen einer gründlichen Untersuchung und gezielten Behandlung.

Golferschulter

Beim Golf spielen wird wiederholt der „Golfschwung“ oder „Golfschlag“ durchgeführt. Damit wird der Golfball mit einem Schläger in Vorwärtsrichtung gespielt. Bei den verschiedenen Schlagarten kommen anspruchsvolle Bewegungsabläufe zum Einsatz. Die Schultermuskulatur, die sogenannte Rotatorenmanschette, welche das Schultergelenk umhüllt, wird bei jedem Schlag beansprucht. Eine Überbelastung kann das Krankheitsbild der Golferschulter verursachen. Dabei sind typischerweise die Sehnen der Rotatorenmanschette und das Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk) geschädigt. Außerdem können der gelenknahe Schleimbeutel (bursa subacromialis) und die Bizepssehne entzünden. Bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung, Ultraschall und MRT können zur Diagnose nötig sein.

Golferarm

Der Golferarm (medizinisch Epicondylitis humeri ulnaris oder Epicondylitis humeri medialis), auch Golferellenbogen genannt, ist ein Schmerzsyndrom im Bereich der Innenseite des Ellenbogens. Die Ursache ist eine schmerzhafte Entzündung von Sehnenansätze von Muskeln an der Innenseite des Ellenbogens. Hier setzen die Sehnen der Beugemuskeln von Hand und Fingern an. Sind die Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens entzündet, spricht vom Tennisarm. Der Golferarm entsteht aufgrund einer Überbelastung der Muskeln und Sehnen. Tatsächlich kommt der Golferarm nur selten bei Golfspielern vor und kann auch im Rahmen anderer Sportarten auftreten, wie bei Wurfspielen. Deshalb wird der Golferarm beziehungsweise die Epicondylitis humeri ulnaris auch Werferellenbogen genannt. Charakteristische Symptome des Golferarms sind Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, die bei Beugung im Handgelenk deutlich schlimmer werden. Der Bereich über den betroffenen Sehnenansätzen ist äußerst druckschmerzhaft. Aufgrund der Schmerzen neigen die Betroffenen dazu bestimmte Bewegungen und Haltungen zu vermeiden. Das kann sich durch ein Schwächegefühl im Handgelenk bemerkbar machen. Ein kräftiges Zugreifen ist für die Betroffenen in der Regel unerträglich.

Handgelenksverletzungen beim Golf

Neben Verschleiß und Verletzung von Schulter und Ellenbogen kann es beim Golfsport zu Handgelenksverletzungen kommen. Der Golfschläger wird mit den Händen gehalten und bewegt. Die Hände übertragen die Energie aus dem Körper in den Golfschläger und damit in den Golfschwung. Während eines Golfschlages werden enorme Kräfte neben den anderen Gelenken auch auf das zarte Handgelenk übertragen. Häufige Ursachen von Handgelenksverletzungen beim Golf sind eine falsche Haltung des Schlägers, d.h. Griffhaltung, Vorbelastungen durch alte Handgelenksverletzungen oder Verschleißerkrankungen wie Arthrose. Eine intensive Überbelastung eine chronische Entzündung von Streck- und Beugesehnen der Handmuskulatur hervorrufen und ebenfalls Schmerzen im Handgelenk auslösen. Verbreitet ist die Golfer-Tendinitis, eine Sehnenentzündung, zum Beispiel an den Strecksehnen des Daumens, auch De-Quervain-Tendinitis genannt. Mögliche Symptome von Handgelenksverletzungen sind plötzliche Schmerzen, häufig ziehend oder stechend. Bei einer Entzündung zeigt sich das Gewebe gerötet, überwärmt und geschwollen. Abhängig vom Ausmaß einer Handgelenksverletzung beim Golf kann das betroffene Handgelenk in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt sein.

Welche Untersuchungen beinhalten eine golfmedizinische Untersuchung?

Eine golfmedizinische Untersuchung ist bei akuten und chronischen Beschwerden durch das Golf spielen indiziert. Abhängig vom Beschwerdebild wird die golfmedizinische Untersuchung den individuellen Bedürfnissen angepasst. Dazu gehören eine allgemeine sportmedizinische Beratung und eine golfspezifische Behandlung. Die Beratung umfasst ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden und mögliche Leistungssteigerungen bzw. eine Handicapverbesserung zur Verbesserung und Maximierung vorhandener Möglichkeiten. In einer körperlichen Untersuchung können Entzündungszeichen und Bewegungseinschränkungen diagnostiziert werden. Häufig sind bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung, Ultraschall oder ein MRT nötig, um die richtige Diagnose zu stellen. Abhängig von der Diagnose stellt ein Golfmediziner eine gezielte Therapie auf und beobachtet die Heilung im Verlauf. Einige Zentren bieten außerdem sogenannte golfmedizinische CheckUps an. Ein Check-Up dient der Früherkennung von Fehlhaltungen und Erkrankungen im Anfangsstadium. Schäden durch Überbelastung können durch einen Check-Up vorgebeugt werden.

Was ist eine Schwunganalyse?

Golfmediziner kennen sich mit der Anatomie und Orthopädie, aber auch der Technik des Golfs aus. Bei einem Golfschwung wird ein komplizierter Bewegungsablauf getätigt, der mehrere Gelenke und starke Kräfte umfasst. Anhand einer Schwunganalyse kann ein Golfmediziner feststellen, ob Fehlhaltungen bestehen, wie eine falsche Grifftechnik. Das bedeutet, dass langfristig Sportverletzungen durch Fehlhaltungen vorgebeugt werden. Liegen Erkrankungen wie eine Arthrose vor, können Strategien entwickelt werden, um das Voranschreiten der Erkrankung zu bremsen und den Sport bestmöglich auszuführen. Des Weiteren liefert eine Schwunganalyse Möglichkeiten zur Leistungssteigerung und einer Handicapverbesserung. Die individuellen Ressourcen eines Golfspielers können in einigen Fällen effektiv gefördert werden.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Eine golfmedizinische Untersuchung beginnt mit einem ausführlichen Arzt-Patient-Gespräch. Dieses umfasst neben aktuellen Beschwerden zum Beispiel Vorerkrankungen und vergangene Sportunfälle. Bei Beschwerden, zum Beispiel Schmerzen in einem Gelenk, führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch und untersucht das betroffene Körpergelenk sowie das gesunde Gelenk im Seitenvergleich. Häufig werden zudem sämtliche für den Golfsport sensible Gelenke untersucht, wie Knie, Hüfte, Schulter, Ellenbogen und Handgelenk. Abhängig vom Befund des Untersuchers kann eine Blutuntersuchung nötig sein, zum Beispiel bei Verdacht auf eine entzündliche Veränderung, und eine Bildgebung. Häufig werden Röntgenuntersuchungen, Ultraschall und das MRT verwendet. Je nach Verdacht eignen sich unterschiedliche Verfahren. Bei einem Golferellenbogen eignet sich das Ultraschallgerät, um schnell und nebenwirkungsfrei nach entzündlichen Veränderungen zu schauen. Die Röntgenuntersuchung ist ideal um knöcherne Verschleißerscheinungen, zum Beispiel im Rahmen einer Arthrose darzustellen. Bei Weichteil- und Knorpelschäden ist das MRT der Goldstandard. Bildgebende Verfahren wie Röntgen und MRT erfolgen durch einen Radiologen, sodass die Untersuchung gegebenenfalls auf mehrere Termine aufgeteilt werden muss. Nach Erhalt des radiologischen Befundes führt der Golfmediziner ein Gespräch mit dem Betroffenen über die Befunde. Anschließend wird gemeinsam ein Behandlungskonzept beschlossen.

Dauer der Behandlung

Eine Behandlung bei Beschwerden beim oder durch den Golfsport kann unterschiedlich lange andauern. Die Zeit wird von der Ursache, möglichen Fehlhaltungen, dem Ausmaß der Beschwerden und der persönlichen Konstitution des Betroffenen bestimmt. Es ist wichtig, dass ärztliche Anforderungen wie eine vorübergehende Sportpause und andere medizinische Maßnahmen vom Betroffenen angenommen und durchgeführt werden. Damit können Erkrankungen wie eine chronische Entzündung oder gefährliche Folgeschäden bei Meniskus- oder Bänderrissen vorgebeugt werden.

Wie häufig muss man die Untersuchung wiederholen?

Bei Beschwerden und diagnostizierten Sportverletzungen oder Erkrankungen sollte der Betroffene regelmäßig untersucht werden, bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Im Anschluss empfiehlt sich eine Kontrolluntersuchung, zum Beispiel drei Monate nach Heilung.

Was ist die Konsequenz aus der Untersuchung (welche Behandlungsmöglichkeiten folgen)?

Eine golfmedizinische Untersuchung führt zu verschiedenen Konsequenzen, abhängig von der Diagnose des Golfmediziners.  Bei Beschwerden der Lendenwirbelsäule kommt eine große Bandbreite möglicher Behandlungen infrage, je nach Ursache und Schwere der Beschwerden. Bandscheibenvorfälle werden zunehmend konservativ behandelt, mit Schmerzmitteln und Physiotherapie. Chronische Rückenschmerzen können aber auch durch eine Schwäche von Bauch- und Rückenmuskeln bedingt sein. Die Konsequenz dieser Diagnose wäre ein gezielter Muskelaufbau. Eine Golferschulter wird abhängig von den beteiligten Strukturen, Schultereckgelenk, Schleimbeutel und Bizepssehne, typischerweise mit lokalen Einspritzungen von Schmerzmittel und/oder Kortison behandelt. Wichtige Elemente der Therapie einer Golferschulter sind gezielte Krankengymnastik und Massagen. Ferner kommen Friktionsmassage, Ultraschall, Elektrotherapie und Akupunktur infrage. Golferellenbogen und Golferhandgelenk wiederum werden in einigen Fällen mit entzündungshemmenden Schmerzmedikamenten und Krankengymnastik behandelt. Bei akuten Verletzungen wie Knöchelverstauungen kommen Therapiemaßnahmen wie Schonung, Kühlung, Hochlagern und Kompressionsverbände zum Einsatz. Bei Arthrose werden individuelle Therapiekonzepte entwickelt, um die betroffenen Gelenke zu entlasten.

Kosten der Untersuchung

Die Kosten einer golfmedizinischen Untersuchung können von Haus zu Haus stark variieren. Die meisten Krankenkassen, sowohl gesetzlich als auch privat, übernehmen die anfallenden Gebühren. Eine einfache golfmedizinische Beratung kann Kosten von 100 bis 150 Euro verursachen. Bei besonderen Fragestellungen und Analysen können höhere Kosten hinzukommen.

Zahlt das die private Krankenversicherung?

Eine einfache golfmedizinischer Beratung wird typischerweise sowohl von der gesetzlichen als auch der privaten Krankenkasse übernommen. Bei anspruchsvollen Untersuchungen wie einer Schwunganalyse werden meistens Extravereinbarungen getroffen. Es empfiehlt sich, die Vereinbarungen zuvor mit der privaten Krankenversicherung zu besprechen. In den meisten Fällen werden sämtliche Kosten von der privaten Krankenversicherung übernommen.