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Lumedis Frankfurt

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Ärztliche Osteopathie

Dieser Artikel wurde durch Carmen Heinz veröffentlicht.
Carmen Heinz ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und hat den Behandlungsschwerpunkt der ärztlichen Osteopathie.
Daneben sind Ihre Behandlungsschwerpunkte als Sportmedizinerin die Sportorthopädie und die Bewegungsanalyse und somit eine Spezialistin in der nichtoperativen / konservativen Orthopädie.

Osteopathie – was ist das?

Osteopathie beschreibt ein Diagnose- und Behandlungsverfahren aus dem alternativmedizinischen Bereich.

  • Dabei werden sowohl der Bewegungsapparat
  • als auch die einzelnen Organe und das Nervensystem therapiert,
  • wodurch sich ein ganzheitliches Behandlungskonzept ergibt.

Der Osteopath arbeitet mit den Händen, es handelt sich daher um eine Manualtherapie.

Zugrunde liegen Verspannungen der sogenannten Körperfaszien, also der Hüllen, die innerhalb des Körpers Muskeln, Organe und viele weitere Strukturen umgeben und miteinander verbunden sind.
Durch Lösung dieser Verspannungen und Blockaden sollen die Beweglichkeit und die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt werden.

Indikationen für eine Behandlung mit Osteopathie

Für eine Behandlung mit Osteopathie gibt es zahlreiche verschiedene Indikationen, da sich die ärztliche Osteopathie mit einem ganzheitlichen Konzept
Störungen sowohl des Bewegungsapparats, als auch des Nervensystems und der einzelnen Organe widmet.

Typische Gründe für eine osteopathische Behandlung mit Schwerpunkt auf dem Bewegungsapparat bei Erwachsenen sind

  • Rückenschmerzen im Bereich der Wirbelsäule oder
  • Beschwerden an verschiedenen Gelenken, wie der Hüfte, dem Knie oder der Schulter.
  • Auch nach Operationen und Traumata mit bleibenden Beschwerden in einem Gelenk kann eine Osteopathie zum Einsatz kommen.
  • Im Bereich des Kopfes zählen zu den Indikationen verschiedene Kopfschmerzarten, wie die Migräne, Schwindel und Schmerzen im Nacken-, Gesichts- oder Kieferbereich.
  • Des Weiteren zählen Bauchschmerzen zu den häufigsten Indikationen für eine osteopathische Behandlung.
    Hierunter werden beispielsweise Reizdarmsyndrome oder Beschwerden unklarer Ursache in allen Regionen des Bauchs geführt.
  • Auch eine Reizblase oder Entzündungen der Vorsteherdrüse (Prostata) können mit einer Osteopathie behandelt werden.
  • Dementsprechend widmet sich die Osteopathie ebenfalls verschiedenen schmerzenden Beschwerden im Becken und Beckenboden.

Warum sollte eine osteopathische Behandlung von einem Arzt/Ärztin durchgeführt werden?

Durch die Symbiose von osteopathischem und ärztlichem / sportorthopädischen Wissens und Fähigkeiten, hat der Arzt/Ärztin mehr diagnostische und therapeutische Möglichkeiten und somit einen besseren Behandlungserfolg!

Osteopathie bei Babys

Die Osteopathie findet seit mehreren Jahren immer häufiger Anwendung bei Säuglingen und Babys.
Die Osteopathie bei Babys ist ein besonders sensibles Thema und Bedarf einer besonderen Spezialisierung.

Der Grund hierfür ist, dass es zahlreiche Beschwerden in einem kurzen Zeitraum nach der Geburt gibt, für die keine klaren Ursachen gefunden werden können.
Aus der Sicht der ärztlichen Osteopathie liegen hierbei häufig

  • Verschiebungen im Bereich des Schädels und der Halswirbelsäule durch den Geburtsvorgang zugrunde.
  • Auch Nerven, Faszien und andere Strukturen können eingeengt oder verklemmt sein und bei Babys zu Beschwerden, wie
    • einer asymmetrischen Kopfhaltung,
    • Schluckstörungen,
    • Schlafprobleme und
    • Koliken, führen.

In vielen Fällen liegen Fehlstellungen zwischen den oberen Halswirbeln und dem Schädelknochen vor, die bereits in wenigen osteopathischen Sitzungen ausgeglichen werden können.
Aber auch Verdauungsbeschwerden bei Babys werden häufig osteopathisch behandelt. In der Regel sind bei Babys nur wenige osteopathische Sitzungen notwendig.

Der Vorteil der Osteopathie bei Babys liegt in

  1. einer sanften Behandlung
  2. ohne den Einsatz von Medikamenten oder
  3. invasiven Therapiemethoden.

Es empfiehlt sich stets bei Unklarheiten einen Facharzt für Kinderheilkunde hinzuzuziehen. 

Osteopathie bei Kindern

Die Osteopathie konzentriert sich bei Kindern auf verschiedene Krankheitsbilder und Beschwerden.

Typische Gründe sind:

  • Störung der Koordination und des Gleichgewichts in Bewegungsabläufen, sowie veränderte Gangbilder oder Fehlhaltungen des Rumpfes.
    Aus osteopathischer Sicht sind hierfür häufig Verschiebungen verschiedener Knochen oder Gelenke zueinander Schuld, beispielsweise nicht-erkannte Fehlstellungen zwischen den Halswirbeln und dem Schädelknochen.
  • Auch Verdrehungen im Becken oder ein Schulterschiefstand wird gehäuft als Ursache festgestellt und kann oft in wenigen Sitzungen behandelt werden.

Weitere häufige Behandlungsgründe bei Kindern sind

  • Bauchschmerzen, die gehäuft durch eine ausgiebige Massage der Übergänge der einzelnen Organabschnitte im Magen-Darm-Bereich gelindert werden können.
  • Kopfschmerzen und kiefer-orthopädische Beschwerden können ebenfalls durch Behandlungen der entsprechenden Gelenke im Bereich des Kiefers und des Schädels therapiert werden.
  • Auch Bettnässen oder eine Verzögerung bei der Entwicklung der Sprache gehören zum Einsatzgebiet der Osteopathie bei Kindern.

Die meisten Kinder sind einer osteopathischen Behandlung gegenüber offen, da sie während der Behandlung neugierig mit Fragen den Vorgang verfolgen können.

Osteopathie in der Schwangerschaft

Auch in der Schwangerschaft kann die ärztliche Osteopathie bei vielen Beschwerden, die im Rahmen der körperlichen Veränderungen der Frau auftreten, Linderung beschaffen.

Entgegen einiger Bedenken über die Anwendung der Osteopathie ausschließlich im zweiten Trimenon zeigt die Studienlage eine Möglichkeit zur Behandlung in allen Abschnitten der Schwangerschaft.
Die ärztliche Osteopathie gilt dabei als weiche Therapiemethode, bei der immer beschwerdeangepasst behandelt wird.

  • Häufige Beschwerden, die zu Beginn der Schwangerschaft osteopathisch behandelt werden, sind
    • Übelkeit und
    • Verdauungsbeschwerden.
  • Im weiteren Verlauf können
    • durch Massagen der Faszien Wassereinlagerungen in den Beinen reduziert werden.
    • Auch das Behandeln der Arme und Beine kann bei Missempfindungen, wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen, Linderung verschaffen.
    • Zu den weiteren häufigen Indikationen für eine osteopathische Behandlung in der Schwangerschaft gehören
      • Kurzatmigkeit,
      • Kopfschmerzen,
      • Sodbrennen,
      • Rücken- und Kopfschmerzen.
  • Gegen Ende der Schwangerschaft kann das Becken gezielt behandelt und durch Lockerungen auf die Geburt vorbereitet werden.

Unterschiede zwischen einer ärztlichen Osteopathie und einer Osteopathie eines Heilpraktikers

Eine Aussage darüber, welche Unterschiede zwischen einer ärztlichen und einer heilpraktischen Osteopathie bestehen, kann nicht allgemein getroffen werden.

In Deutschland dürfen nur Ärzte oder Heilpraktiker mit einer Zusatzausbildung im osteopathischen Bereich diese Therapie durchführen.
Dabei ergänzen sich die Osteopathie und die Behandlung nach der klassischen ärztlichen Schulmedizin, sodass stets das Wohl des zu behandelnden Patienten im Vordergrund steht.

Letztendlich sollte der Osteopath gewählt werden, bei dem ein Wohlfühlgefühl für eine gute Behandlung besteht.

Ablauf einer osteopathischen Behandlung

Eine osteopathische Behandlung setzt sich aus verschiedenen Teilabläufen zusammen.

  • Zunächst einmal ist ein Gespräch zur Befunderhebung und -einschätzung sehr wichtig.
    Die genauen Beschwerden werden besprochen, der Osteopath stellt dabei häufig gezielt Fragen über für die Behandlung relevante Zusammenhänge zwischen einzelnen Bereichen des Körpers.
  • Auch die Inspektion, inklusive der Körperhaltung, des Gangs und der Bewegungsabläufe (beispielsweise auch beim Ausziehen der Schuhe), werden berücksichtigt, um ein ganzheitliches Bild der Körperstrukturen zu erhalten.
  • Anschließend erfolgt eine diagnostische Untersuchung des gesamten Körpers, bei der die verschiedenen Bereiche, also der Bewegungsapparat, die wichtigsten Organe des Bauch- und Beckenraums, sowie das Nervensystem, durch leichte manuelle Berührungen genauer inspiziert werden. Der Bewegungsumfang wird durch verschiedene biomechanische Tests überprüft.

In Zusammenschau aller Erkenntnisse kann dann ein individuelles Konzept zur Behandlung erstellt werden, bei dem die verschiedenen Techniken und Massagearten zur Lockerung und Lösung von Verspannung der Körperfaszien erklärt werden.

Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung in der Osteopathie beträgt beim Erstkontakt meist eine Stunde.
Dabei sollte unterschieden werden, ob es sich um eine diagnostische oder therapeutische Sitzung handelt.

Zu Beginn einer osteopathischen Behandlung erfolgt zunächst eine diagnostische Sitzung, um die körperlichen Beschwerden, deren Zusammenhänge und mögliche Ursachen identifizieren zu können.
Daraus wird dann ein individuelles Konzept entwickelt.

Daher sollte keine Enttäuschung herrschen, wenn bei der ersten Sitzung noch keine intensive Therapiezur Lösung von Blockaden der Faszien durchgeführt wird.
Im weiteren Verlauf reichen häufig Behandlungseinheiten vom 30 Minuten aus.

Kann eine Osteopathie schmerzhaft sein?

Eine Osteopathie ist in der Regel nicht mit dem Auslösen von Schmerzen verbunden.

  • Bei starken und ausgeprägten Verspannungen oder dem Einrenken einzelner Gelenke kann es zum Auftreten leichter Schmerzen kommen, die jedoch stets nur maximal von milder Intensität sind.
  • Im Anschluss an eine osteopathische Behandlung kann es, vor allem nach den ersten Sitzungen, zum Auftreten von muskelkaterartigen Zuständen kommen.
    Diese halten meist nur wenige Tage an.
  • Die Behandlung und Linderung von chronischen Schmerzen mithilfe einer osteopathischen Therapie dauert meist über einen längeren Zeitraum bis zur Schmerzreduktion an.

Wie häufig muss man eine Osteopathie wiederholen?

Wie häufig eine osteopathische Behandlung wiederholt werden muss variiert stark mit

  • dem Grund der Behandlung,
  • sowie der Intensität der Beschwerden und
  • möglichen weiteren Ursachen und deren Zusammenhängen.

Bei Babys und Kindern reichen oft bereits ein bis zwei Sitzungen aus, um die Beschwerden zu lindern und die Selbstheilungskräfte ausreichend zu aktivieren.

Bei komplexeren Beschwerden und gehäufter im Erwachsenenalter bedarf es mehrerer Sitzungen, wobei diese auch beschwerdeadaptiert erfolgen können.

Im Durchschnitt sind zwischen vier und acht Sitzungen notwendig.
Ansonsten erfolgen mehrere Sitzungen in der Regel im Abstand von ein bis zwei Wochen.

In einigen Fällen ist es nötig die osteopathischen Sitzungen in großen Abstanden (z.B. alle drei Monate) zu wiederholen.

Welcher Behandlungserfolg ist zu erwarten?

Die Behandlungserfolge bei einer ärztliche Osteopathie sind individuell sehr von den Beschwerden als Therapiegrund abhängig.

Häufig zeigt sich eine Besserung der Schmerzen erst innerhalb einer gewissen Zeitspanne nach der Therapie, beispielsweise ein bis zwei Monate nach der letzten Sitzung.
Daher sollte bezüglich des Behandlungserfolges Geduld bewahrt werden.

Durch Studien nachgewiesene Effekte mit großem Behandlungserfolg besitzt die Osteopathie vor allem bei Schmerzen und Beschwerden des Bewegungsapparats, insbesondere im Bereich des Rückens.

Was sind die Risiken?

Insgesamt handelt es sich bei der ärztlichen Osteopathie um eine
sehr risikoarme Behandlungsmethode, da die Therapie durch weiche Bewegungen und in Anpassung an bestehende Beschwerden erfolgt.
Komplikationen treten daher äußerst selten auf.
Hinzu kommt, dass die Osteopathie mit der Schulmedizin einhergeht und ein erfahrener Osteopath vor Beginn der Behandlung abklärt, ob mögliche risikorelevante Vorerkrankungen bestehen.

Zu den sehr seltenen Risiken gehört beispielsweise

  • das Lösen von Nieren- oder Gallensteinen, wodurch ein Verschluss der entsprechenden ableitenden Bahnen entstehen kann.
    Dies kann jedoch durch ein ausführliches Gespräch über Vorbefunde vermieden werden.
  • Verletzungen von Gelenken und Knochen, besonders bei vorbestehenden Schädigungen, wie beispielsweise einer Osteoporose oder einer Gelenkfehlstellung.
  • Bei der Behandlung von venöser Insuffizienz oder Wassereinlagerungen kann theoretisch eine bestehende Thrombose gelöst werden und zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
    Auch dies kann entsprechend durch eine Abklärung im Vorfeld vermieden werden.

Das wahrscheinlichste und am häufigsten auftretende Risiko ist der Muskelkater, der sich häufig nach den ersten Sitzungen ein bis zwei Tage später präsentiert.
Diesem kann durch den Verzicht auf Sport und Wärmebehandlungen entgegengewirkt werden.

Kosten

Die Kosten für eine Osteopathie variieren je nach behandelnder Fachkraft in einem Bereich von ca. fünfzig bis hundertfünfzig Euro für eine osteopathische Behandlungssitzung.

Die Abrechnung erfolgt bei Ärzten über die berufsständische Gebührenordnung (GOÄ).
Die Gesamtkosten liegen entsprechend in dem Bereich der notwendigen Behandlungen.
Da die durchschnittliche Behandlungsanzahl zwischen einer und acht Sitzungen liegt, liegt der zu erwartende Betrag der Osteopathie bei ca. 100 - 1000 Euro.

Übernimmt das die private Krankenversicherung?

Die Kostenübernahme für eine osteopathische Behandlung erfolgt bei einer privaten Krankenversicherung in der Regel in vollem Umfang durch die private Krankenkasse.

Je nach Krankenversicherung gibt es Unterschiede, was die Anzahl der bezahlten Sitzungen in der Osteopathie betrifft.
Dies sollte nach Möglichkeit vor Beginn der Behandlung mit der entsprechenden Versicherung abgeklärt werden.

Lumedis garantiert, dass alle Behandlungskosten durch die private Krankenversicherung übernommen werden. 

Unsere osteopathische Spezialistin

Carmen Heinz ist Fachärztin für Orthopädie mit der Zusatzbezeichung Sportmedizin und diplomierte Osteopathin. 
Durch diese einzigartige Kombination hat Sie eine besondere Expertise im Bereich der ärztlichen Osteopathie.

Carmen Heinz berät Sie gerne in unserer Sprechstunde!