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Lumedis Frankfurt

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Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Sven Daum
Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Gürtelrose

Die Gürtelrose ist eine ernstzunehmende Viruserkrankung, die zu starken chronischen Schmerzen führen kann. Wichtig ist hierbei früh mit einer schmerzlindernden Therapie zu beginnen um diesen Schmerzkreis zu durchbrechen.
Unsere frankfurter Schmerzspezialisten von Lumedis erarbeiten gerne mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan um Ihre Schmerzen optimal in den Griff zubekommen. Wir können aus einem großen Behandlungspool verschiedener Therapiemöglichkeiten schöpfen.
Hier gelangen Sie zu Ihrem Wunschtermin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild und DPA regelmäßig als Interviewpartner zur Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
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Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose, auch Herpes Zoster oder Gesichtsrose genannt, ist eine Virusinfektion. Sie tritt in Form eines halbseitigen, gürtelähnlichen, stark schmerzenden Hautausschlags auf (Namensgebung).
Die Infektion wird durch eine Reaktivierung von Varizella Zoster Viren verursacht. Diese Viren lösen bei infizierten Menschen, als Primärinfektion, die Windpocken aus und verbleiben danach ein Leben lang in den sensorischen Spinalganglien des infizierten Menschen. Dementsprechend werden die Windpocken und die Gürtelrose von demselben Erreger verursacht.

Ursachen

Die vorausgehenden Symptome der Gürtelrose sind ein reduzierter Allgemeinzustand und Fieber.
Auf der Haut ist meistens ein bestimmtes, einseitiges Hautareal von Schmerzen und Juckreiz betroffen.
Die Gürtelrose befindet sich zu 75% im Brustbereich.
Weitere Symptome können ebenfalls sein:

  • starke Schmerzen (akute Nervenentzündung) im betroffenen Hautareal
  • Missempfindungen (Parästhesien)
  • schmerzhafte Berührung (Allodynie)
  • sowie motorische Ausfälle

4 Tage nach Symptombeginn kommt es dann zur Ausbildung von uniformen Vesikeln und Papeln mit rötlichem Hautuntergrund auf dem schmerzenden Hautareal.

So sehen die Bläschen aus

Die Bläschen der Gürtelrose sind flüssigkeitsgefüllte kleine Erhebungen. Meist befinden sich mehrere, ähnlich aussehende Bläschen nebeneinander gruppiert auf einem geröteten Hautuntergrund.Sie können unterschiedlicher Größe sein.
Zusätzlich kann es zur Sekretion von infektiöser Flüssigkeit aus den Bläschen kommen. Diese trocknet dann außerhalb der Bläschen, zu einer gelbbräunlichen Kruste.

Inkubationszeit

Bei der Gürtelrose kann man keine genaue Inkubationszeit angeben, da nicht vorhersehbar ist, wieviel Zeit von der Primärinfektion der Windpocken mit dem Varizella Zoster Virus bis zum Ausbruch der Gürtelrose vergeht und ob es überhaupt jemals zu einer Herpes Zoster Infektion kommen wird (Reaktivierung der VZV).

So fühlen sich die Schmerzen bei einer Gürtelrose an

Bei den Schmerzen der Gürtelrose handelt es sich um Nervenschmerzen (neuropathischer Schmerz). Diese Art von Schmerz ist meistens sehr stark und unangenehm sowie schwierig zu behandeln.
Sie entstehen durch eine Entzündung oder Schädigung der ‘‘Gefühlsfasern‘‘ des peripheren und/ oder zentralen Nervensystems.
Typischerweise fühlen sich die Schmerzen wie folgt an:

  • anfallsartig
  • einschießend
  • stechend
  • brennend

Zusätzlich können auch Taubheitsgefühle, ein Kribbeln und schmerzhafte Berührungsempfindungen im betroffenen Hautareal auftreten.

An diesen Symptomen erkenne ich das Anfangsstadium einer Gürtelrose

Im Anfangsstadium der Gürtelrose (Prodromalsymptomatik) kommt es meist zu leichtem Fieber. Die Betroffenen fühlen sich krank, müde und abgeschlagen.
Anschließend kommt es zu diffusen und brennenden Schmerzen in einem bestimmten Hautgebiet auf nur einer Körperhälfte. Die betroffenen Hautareale entsprechen dem Versorgungsgebiet des Nervs, an denen das Virus die Entzündung auslöst.
Zusätzlich kann es dort auch zu Juckreiz und Berührungsüberempfindlichkeit kommen.
Ungefähr 80% aller Betroffenen haben solche charakteristischen Schmerzen schon vor dem Auftreten der typischen Hautveränderungen.
Einige Menschen verspüren auch Schmerzen im Rücken oder diffuse Zahnschmerzen, bevor die Gürtelrose sichtbar wird.
Zum charakteristischen Hautausschlag kommt es dann ungefähr 3-4 Tage nach der Erstsymptomatik.

So ansteckend ist eine Gürtelrose

Die Infektiosität der Gürtelrose hält von Exanthembeginn bis etwa 5-7 Tage danach an. Solange also bis das letzte Bläschen des betroffenen Hautareals verkrustet ist.
Es herrscht eine deutlich geringere Infektiosität, da bei der Gürtelrose ‘‘nur‘‘ das Bläschensekret infektiös ist und die Viren nicht durch Tröpfchen übertragen werden können, wie das bei der Primärinfektion mit den Windpocken der Fall ist. Bei der Tröpfcheninfektion verteilen sich die Viren über feine Atemgase z.B. beim Atmen, Husten, Niesen oder Sprechen und sind deswegen hoch ansteckend.
Der Hauptübertragungsweg bei der Gürtelrose ist die Schmierinfektion, das bedeutet, dass das Virus über das Sekret von Mensch zu Mensch oder über infektiöse Gegenstände weitergegeben werden kann.
Generell kann man sagen, dass die Gürtelrose für Menschen mit einer durchlebten Windpockeninfektion nicht gefährlich und ansteckend ist. Ebenso nicht für Geimpfte, da sie bereits Kontakt mit dem Virus hatten.
Bedenklich ist es nur für Ungeimpfte und für ungeimpfte schwangere Frauen, da es im Falle einer Ansteckung mit dem Virus zu einer Windpockeninfektion kommen kann.

Kann man eine Gürtelrose auch ohne Bläschen haben?

Eine Gürtelrose kann man auch ohne Bläschen und Hautrötung bekommen. Das Krankheitsbild ist eine Sonderform und wird als ‘‘Gürtelrose ohne Hautsymptome‘‘ bezeichnet (lateinisch ‘‘Zoster sine herpete‘‘).
Leitsymptome sind dann:

  • ein einseitiger, brennender Schmerz , Missempfindunge oder Taubheitsgefühle in einem bestimmten Hautareal
  • Fieber
  • Mattigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit

Der Verlauf ist genau derselbe, wie bei der klassischen Gürtelrose, nur das der Hautausschlag ausbleibt.
Diese Erkrankungsform ist schwer zu diagnostizieren, da das Hauptmerkmal der Infektion, der charakteristische Hautausschlag, fehlt. Dies betrifft insbesondere immungeschwächte und ältere Menschen.
Dennoch ist der ‘‘Zoster sine herpete‘‘ durch eine Untersuchung des Blutes beim Arzt eindeutig feststellbar.

Wo tritt eine Gürtelrose besonders häufig auf?

Die Gürtelrose tritt besonders häufig im Bereich der Brust, zu ca. 75%, oder im Bereich des Rumpfes auf.
Meist breitet sie sich in Form eines Gürtels entlang eines spezifischen Hautareals auf einer Körperhälfte aus. Daher hat die Erkrankung auch ihren Namen.
Theoretisch kann sich die Gürtelrose aber überall auf dem Körper entwickeln.
Mit zunehmendem Alter sind das Gesicht und der Kopf häufiger betroffen. Dabei besteht die Gefahr, dass sich die Infektion weiter über die Ohren, die Gesichtsnerven oder auch die Augen ausbreitet, was schwerwiegende Folgekomplikationen mit sich bringen kann.

Diagnose

Die Diagnose der Gürtelrose lässt sich gut stellen. Die typische Anamnese, sowie das charakteristische, klinische Erscheinungsbild, das sich darstellt, sind in der Regel ausreichend.
In unsicheren Fällen kann eine Diagnosesicherung entweder direkt durch einen Erregernachweis mittels PCR oder einem Antigennachweis aus dem Bläschensekret mittels Abstrich erfolgen.
Möglich ist auch der Nachweis per Blutserologie. Dort können, genauso wie im Liquor, Varizella Zoster Viren spezifische Antikörper nachgewiesen werden.

So kann man eine Gürtelrose im Blut feststellen

Im Blut des Betroffenen kann die Gürtelrose anhand von Varizella Zoster Virus spezifischen Antikörpern nachgewiesen werden.
Man unterscheidet Antikörper, auch Immunglobuline genannt, vom Typ IgG und IgM. Anhand der beiden Werte lässt sich feststellen, ob aktuell eine akute Infektion vorliegt. Antikörper dienen dazu, Antigene (eine Oberflächeninformation der Viren), zu identifizieren und zu vernichten.
Benötigt wird dafür ein Serum Röhrchen mit Blut des Betroffenen.
Ist das Gehirn befallen wird eine Probe des Gehirnwassers (Liquor) entnommen. Antikörper sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems.

Behandlung / Therapie

Die Therapieziele und die Behandlung umfassen folgende Aspekt:

  • die Linderung und die schnelle Reduktion von Hautläsionen und Schmerzen
  • die Verringerung der Ansteckungsgefahr
  • die Vorbeugung einer Post-Zoster-Neuralgie.

Es wird eine symptomatische Therapie in form von Lotionen und Schmerzmitteln angewandt.
Des Weiteren wird eine antivirale Therapie innerhalb der ersten 2-3 Tage eingeleitet, um die Erkrankungsdauer und die Schmerzen erfolgreich zu verkürzen und zu verringern. <
In sehr schweren Fällen können auch Immunglobuline verabreicht werden.

Virustatika

Ziel der Virustatika ist es, Symptome und Infektiosität zu mindern und dementsprechend die Krankheitsdauer zu verkürzen. Sie setzten an verschiedenen Punkten im viralen Vermehrungszyklus an und hemmen so das Ausbreiten des Varizeller Zoster Virus im Körper.
Zur Guppe der Virusstatika gehören folgende Medikament:

  • Aciclovir
  • Valaciclovir
  • Famciclovir
  • Brivudin

Während der Einnahme von Aciclovir kann es zu einer Erhöhung der Leberwerte sowie zu gastrointestinalen Nebenwirkungen kommen. Des Weiteren müssen bei einer längeren Einnahme die Nierenwerte kontrolliert werden.

Das kann ich selbst gegen die Schmerzen tun

Was man selbst noch zu Hause gegen die Schmerzen tun kann, ist die Anwendung von ein paar sehr guten Hausmitteln und einer guten Hautpflege. Dabei sind Lotionen mit Gerbstoffen oder Polidocanol sehr zu empfehlen. Sie nehmen den Juckreiz und trocknen die Bläschenaus.
An guten Hausmitteln sind feuchte und kühlende Umschläge für die betroffenen Hautareale ebenso ratsam, wie abgekühlter, schwarzer Tee. Beides wirkt wohltuend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Vor allem dann, wenn sich schon die Bläschen auf der Haut gebildet haben.
Handelt es sich vorerst nur um leichte Schmerzen, kann man diese mit Paracetamol oder Ibuprofen aus der Apotheke selbst behandeln. Sie wirken zusätzlich fiebersenkend und antientzündlich.
Man kann sich auch rezeptfreie Antihistaminika aus der Apotheke besorgen, diese nehmen systemisch den Juckreiz. Demzufolge wird Kratzen vorgebeugt und es kommt zu weniger Hautinfektionen. Zusätzliche, natürliche Alternativen sind:

  • Joghurtwickel
  • Sanddornhaltige Salben
  • Aloe Vera

Bei sehr starken Schmerzen bedarf es jedoch auch stärkeren, verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln. In diesem Fall ist der Gang zum Arzt dringend ratsam.

Impfung gegen die Gürtelrose

Es gibt eine Impfung gegen die Gürtelrose mit dem Namen ‘‘Shingrix‘‘. Es handelt sich hierbei um einen Totimpfstoff.
Empfohlen wird er als Standardimpfung vom RKI (Robert Koch Institut) für Menschen ab 60 Jahren. Bei Menschen mit schweren Grunderkrankungen schon ab 50 Jahren.
Ziel ist das Verhindern einer Infektion mit dem Herpes Zoster Virus und der entsprechenden möglichen Komplikationen der postherpetischen Neuralgie.
Das Impfschema sieht zwei Impfdosen vor im Abstand von 2-6 Monaten. Die Verabreichung des Impfstoffes erfolgt in den Muskel des Oberarmes.
Sowohl Varizellen als auch Herpes Zoster geimpfte Menschen haben ein deutlich geringeres Risiko eine Gürtelrose zu entwickeln. Zu erkranken ist jedoch leider auch trotz Impfung möglich.

Heilungsdauer

Die Gürtelrose dauert in der Regel 2-4 Wochen. Danach ist die Haut wieder voll regeneriert. Die Bläschen des Ausschlags verhärten bereits nach 7-10 Tagen. Bis sich jedoch auch die Krusten lösen, dauert es eine Zeit lang.
Falls es zu Komplikationen im Krankheitsverlauf kommt, kann sich die Dauer aber stark verlängern z.B. bei einer Post-Zoster-Neuralgie.
Deswegen ist es grundsätzlich sehr wichtig möglichst früh einen Arzt aufzusuchen, um die richtige Therapie zu erhalten.

Postzosterneuralgie

Die Post-Zoster-Neuralgie ist eine Komplikation, die im Rahmen einer Gürtelrose auftreten kann. Sie definiert sich über sehr starke Schmerzen im betroffenen Hautareal, länger als 4 Wochen über die eigentliche Herpes Zoster Infektion hinaus oder sogar nach einem wochenlangen, schmerzfreien Zeitintervall.
Es kommt bei 10-15% aller Herpes Zoster Fälle vor und betrifft zu 50% ältere Menschen über 60 Jahre. Bei Kindern hingegen ist sie sehr selten.
Es handelt sich vor allem um bohrende und plötzlich einschießende Schmerzen sowie eine schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit.
Des Weiteren kommt es immer wieder zu akuten Schmerzattacken im Bereich des betroffenen Nervs.
Die Therapieziele sind in erster Linie:

  • eine ausreichende Schmerzreduktion
  • das Erhalten von Sozial- und Arbeitsleben
  • die Verbesserung der Schlaf- und Lebensqualität

Die Postzosterneuralgie muss auf jeden Fall durch einen Arzt behandelt werden. Es werden verschiedene verschreibungspflichtige Schmerzmittel angewandt, die verschiedene Arten von Schmerzen abdecken.
Zusätzlich werden auch topische Therapeutika angewandt.
Ergänzend hierzu ist auch eine nicht medikamentöse Therapieergänzung empfohlen wie:

  • transkutane elektrische Nervenstimulation 
  • physikalische Therapien
  • Ergotherapien
  • Psychotherapie

Sehr gerne berät Sie unser frankfurter Schmerzspezialist in seiner Sprechstunde ausführlich. Zu Ihrem Wunschtermin gelangen Sie hier.
 

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