Termin vereinbaren

Einen Termin bei uns?

Lumedis Frankfurt

Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

direkt am Kaiserplatz
​​​​​​​Kaiserstraße 14 / Eingang Kirchnerstraße 2
60311 Frankfurt am Main

Zur Online-Terminvereinbarung

Telefon
069 24753120

Hüftschmerzen

Eine der häufigsten Symptome mit der Patienten den Orthopäden aufsuchen sind Hüftschmerzen.
Hüftschmerzen können sehr vielfältige Ursachen haben.
Gerne stellt Ihnen Lumedis diese Informationen zu Verfügung.
Wenn Sie eine persönliche Beratung und Behandlung bei unseren Hüftspezialisten wünschen machen Sie einen Termin bei uns.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition - Was sind Hüftschmerzen?

Hüftschmerzen können durch verschiedene Ursachen entstehen und jedes Lebensalter betreffen.
Insbesondere ältere Menschen leiden häufig unter Verschleißerscheinungen des Hüftgelenks (Hüftarthrose). Hüftschmerzen können ein- oder beidseitig vorkommen und in die Leiste oder das Bein ausstrahlen. Hüftschmerzen können mit ausgeprägten Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk einhergehen und dadurch einen hohen Leidensdruck bei den Betroffenen verursachen.

Ursachen

Man unterscheidet akute und chronische Ursachen die zu Hüftschmerzen führen können.

Akute Ursachen:

  • Muskelfaserriss, Sehnen- oder Bandverletzung
  • Knochenbruch, u.a. Schenkelhalsfraktur bei Osteoporose
  • Hüftluxation
  • Aseptische Coxitis (bei rheumatoider Arthritis, Coxarthrose, Hüftkopfnekrose)
  • Septische Coxitis
  • Coxitis fugax (bei Kleinkindern)
  • Epiphyseolysis capitis femoris (in der Pubertät)
  • Bandscheibenvorfall LWS
  • Piriformissyndrom
  • ISG-Erkrankungen wie eine ISG-Blockade, ISG-Arthrose

Chronische Ursachen:

  • Beinlängendifferenz
  • Hüftfehlstellungen, u.a. Hüftdysplasie
  • Arthrose im Hüftgelenk (Coxarthrose)
  • Arthritis des Hüftgelenks
  • Periarthropathia coxae
  • Schleimbeutelentzündung (u.a. Bursitis trochanterica, Bursitis iliopectinea)
  • Schnappende Hüfte(Coxa saltans)
  • Idiopathische Hüftkopfnekrose
  • Engpasssyndrom der Hüfte (Hüftimpingement)
  • Meralgia paraesthetica
  • Epiphyseolysis capitis femoris

Hüftarthrose

Bei der Hüftarthrose (Coxarthrose) handelt es sich um eine chronische Verschleißerkrankung mit Verlust der hyalinen Knorpelstrukturen im Hüftgelenk.
Das Risiko, eine Hüftarthrose zu entwickeln, steigt mit dem Lebensalter.
Daneben können bestimmte Vorerkrankungen eine Hüftarthrose begünstigen, sodass diese auch bei jungen Patienten auftreten kann.
Dazu gehören:

  • Frakturen
  • Fehlstellungen
  • entzündliche Hüftgelenkserkrankungen und
  • Stoffwechselstörungen

Eine Coxarthrose kann starke Schmerzen hervorrufen und die Beweglichkeit extrem einschränken.
Typisch ist ein Anlaufschmerz nach längerem Sitzen oder Liegen.
Die Erkrankung ist nicht heilbar, kann jedoch im Anfangsstadium durch eine Gewichtsabnahme, entlastende Sportarten wie Schwimmen, Krankengymnastik und Medikamente verlangsamt werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Hüftarthrose

Bandscheibenvorfall der LWS

Die typische Lokalisation des Bandscheibenvorfalls ist die Lendenwirbelsäule, da das Körpergewicht einen hohen Druck auf die Wirbelkörper und Bandscheiben dieser Region ausübt.
Die Betroffenen leiden in der Regel unter heftigen Schmerzen im unteren Rücken.
Die Schmerzen können über Gesäß und Hüften in die Beine ausstrahlen.
Ein isolierter Hüftschmerz kommt bei einem Bandscheibenvorfall nicht vor.
Des Weiteren sind neurologische Beschwerden möglich, wie Ameisenlaufen, Kribbeln, Taubheitsgefühl und Lähmungserscheinungen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Bandsscheibenvorfall

Schleimbeutelentzündung der Hüfte

Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Gewebesäcke, welche auf einer knöchernen Struktur und unter einer zweiten Struktur, wie Muskulatur liegen, um zu polstern.
Sie verteilen den Druck um und reduzieren die Reibung.
Durch eine starke mechanische Überbelastung entstehen Entzündungen der Schleimbeutel.
Im Hüftgelenk können verschiedene Schleimbeutel entzünden.
Typisch sind Schleimbeutelentzündungen im Bereich der Bursa trochanterica an der Außenseite der Hüfte und der Bursa iliopectinea in der Leistenregion.
Die Betroffenen leiden dabei unter bewegungsabhängigen Schmerzen.
Bei der Bursitis trochanterica ist das Abspreizen und Auswärtsdrehen mit heftigen Schmerzen verbunden, während die Bursitis iliopectinea meist erst bei Druck auf die Leiste und intensiver Streckung im Hüftgelenk Schmerzen hervorruft.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Bursitis trochanterica

Leistenbruch

Ein Leistenbruch entsteht durch einen Durchbruch von Schichten der Bauchwand.
Meist ist eine charakteristische Schwellung in der Leiste tastbar und die Betroffenen haben Schmerzen oder ein Ziehen in der Leiste.
Die Schmerzen sind nicht immer eindeutig deutbar und werden gelegentlich als Bauch- oder Hüftschmerzen beschrieben, da sie bei Bewegung im Hüftgelenk zunehmen können.

Muskelverletzung

Neben den großen Muskelgruppen von Oberschenkel und Wade, kann auch die Hüft- und Leistenregion von Muskelverletzungen wie Muskelfaserrissen betroffen sein.
Meist liegt die Muskelverletzung im Bereich des Übergangs von Muskelgewebe in eine Sehne.
Bei kleinen Muskelfaserrissen kann die Verletzung unbemerkt bleiben, während größere Muskelfaserrisse oftmals mit einem Bluterguss und einer Schwellung einhergehen.
Das Gewebe ist dann typischerweise stark druckschmerzhaft.
Seltener kommt es zu größeren Muskelverletzungen in der Hüftgegend, wie Muskelbündel- oder sogar Muskelrissen.

Weitere begleitende Symptome

Abhängig von der Ursache der Hüftschmerzen können verschiedene Begleitsymptome auftreten.
Bei akuten Sportverletzungen wie einem Muskelfaserriss oder Sehnen- und Bandverletzungen treten neben plötzlichen Schmerzen eine Bewegungseinschränkung und ein Kraftverlust im betroffenen Bein auf. Knochenbrüche können mit offensichtlichen anatomischen Fehlstellungen zum Beispiel mit einem verdrehten Bein und einer Beinlängendifferenz auffallen.
Bei entzündlichen Erkrankungen des Hüftgelenks, sowohl septisch (durch Bakterien bedingt) als auch aseptisch, können die typischen Entzündungszeichen:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Überwärmung und
  • Druckschmerz und 
  • Fieber

auftreten.
Bei Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall der LWS oder einem Piriformissyndrom sind neben den Schmerzen in den charakteristischen Bereichen wie unterer Rücken, Gesäß und Ausstrahlung in die Beine, Schmerzen in der Hüfte und Leiste sowie Sensibilitätsstörungen möglich.
Beispiele für Sensibilitätsstörungen sind Kribbeln, Taubheitsgefühl und Ameisenlaufen.
Ein weiteres mögliches Begleitsymptom von Hüftschmerzen ist das sogenannte „Springen“ bei der
Coxa saltans.
​​​​​​​Dabei kommt es bei Streckung und Beugung im Hüftgelenk zu einem schmerzhaften Springen des Tractus iliotibialis über den Trochanter major. Das Springen kann gelegentlich beim normalen Gehen vorkommen und sogar ein Geräusch machen.

Hüftschnappen

Ein Hüftschnappen kommt bei dem Krankheitsbild der „schnappenden Hüfte“ (Coxa saltans) vor.
Als Hüftschnappen bezeichnet man ein spürbares Springen im Bereich des Trochanter major an der Außenseite der Hüfte.
Dieses schmerzhafte Springen kann bei Streckung und Beugung des Hüftgelenks und gelegentlich beim normalen Gehen auftreten.
Es kommt zustande, indem sich der Tractus iliotibialis, eine breite Faszie, über den Trochanter major bewegt. Die Ursache ist in den meisten Fällen unklar.
Gelegentlich entsteht die Coxa saltans aufgrund einer Überbelastung oder einer Sportverletzung.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Schnappende Hüfte

Kribbeln/Taubheit

Kribbeln und Taubheitsgefühl gehören zu Missempfindungen, die durch eine Nervenschädigung entstehen.
Bei Kribbeln fühlen die Betroffenen so etwas wie Ameisenlaufen oder das Gefühl, wenn man eine Brennnessel berührt, auf einem bestimmten Bereich der Haut.
Bei Taubheit empfinden die Betroffenen die Körperbereiche als taub, das heißt, wie wenn der Fuß eingeschlafen ist.
Mögliche Ursachen für solche Missempfindungen sind Schädigungen im Bereich der peripheren Nerven, zum Beispiel im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls oder einer Einengung des Wirbelkanals.

Knieschmerzen

Hüft- und Knieschmerzen können gemeinsam auftreten, zum Beispiel bei arthrotischen Veränderungen oder Gelenkfehlstellungen.
Bei Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule können die Schmerzen vom unteren Gesäß über die Hüfte bis ins Knie ausstrahlen.
Gelegentlich können Hüftschmerzen in das Kniegelenk projiziert werden und fälschlicherweise die Aufmerksamkeit auf das Knie richten, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
Die Coxitis fugax ist eine Entzündung des Hüftgelenks bei Kindern, die durch eine vorangegangene Entzündung der Atemwege oder des Magendarmtraktes entsteht.
Die Kinder klagen typischerweise über Knieschmerzen, da die Hüftschmerzen in das Knie projiziert werden.
Häufig zeigt sich ein Schonhinken, um die Schmerzen im betroffenen Bein zu reduzieren. Deshalb sollte bei Kindern mit Knieschmerzen immer die Hüfte mituntersucht werden.

Leistenschmerzen

Leistenschmerzen können die Ursache in der Leiste haben, zum Beispiel bei einem Leistenbruch.
Hierbei können die Schmerzen in die Hüfte ausstrahlen.
Gleichzeitig können Hüftschmerzen ebenfalls in die Leistenregion ausstrahlen.
Eine Erkrankung des Hüftgelenks kann bei Bewegung zu einem stechenden Schmerz mittig in der Leiste führen. Typisch ist die Hüftgelenksarthrose, die vor allem belastungsabhängig Schmerzen in Hüfte und Leiste hervorruft.

ISG Blockade

Beschwerden im Bereich des Iliosakral-Gelenks, wie eine ISG-Blockade, können im unteren Rücken sowie im Gesäß und in der seitlichen Hüfte unangenehme Symptome hervorrufen.
Die Beschwerden entstehen häufig beim Aufstehen aus dem Sitzen, zum Beispiel beim Aussteigen aus dem Auto, oder nach längerem Stehen.
Bei der ISG-Blockade sind die Gelenkflächen des Iliosakral-Gelenks verkantet.

Diagnose

Es gibt jede Menge mögliche Ursachen für Hüftschmerzen, sodass eine gründliche Diagnostik nötig ist.
Der Arzt führt zunächst ein ausführliches Arzt-Patient-Gespräch über die Symptome und Vorerkrankungen.
Darauf folgt eine gründliche körperliche Untersuchung mit Untersuchung sämtlicher großer Körpergelenke.
Die (Hüft) Gelenke werden dabei im Seitenvergleich untersucht, passiv und aktiv sowie gegen Widerstand bewegt.
Der Arzt untersucht, ob die betroffene Hüfte verändert ist, anders geformt, geschwollen, gerötet, erwärmt oder druckschmerzhaft.
Abhängig von der Verdachtsdiagnose des Arztes kommen weitere diagnostische Maßnahmen zum Einsatz.
Häufig wird eine Röntgen-Untersuchung der Hüfte durchgeführt, da diese Informationen über vielen Hüft-assoziierten Krankheitsbildern liefert.

Ultraschall

Eine Ultraschalluntersuchung kann schnell und einfach durchgeführt werden und ist dabei frei von Nebenwirkungen wie Strahlenbelastung.
Die Ultraschalluntersuchung kann bei Hüftschmerzen dazu dienen, Entzündungszeichen wie bei einer Bursitis trochanterica oder ein Hämatom bei einer Sportverletzung wie einem Muskelfaserriss darzustellen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Ultraschall

Röntgenbild

Die Röntgendiagnostik spielt eine wichtige Rolle bei verschiedenen Erkrankungen des Hüftgelenks.
Die Hüfte wird dabei in zwei Ebenen geröntgt.
Bei Frakturen zeigen sich charakteristische Fehlstellungen und Bruchlinien, womit die Röntgenaufnahmen auch zur Therapieplanung dienen.
Bei der weitverbreiteten Hüftgelenksarthrose kann anhand eines Röntgenbildes das aktuelle Krankheitsstadium dargestellt werden.
Auch bei Erkrankungen wie die Epiphyseolysis capitis femoris oder einer Coxitis werden die Hüften geröntgt. Im klinischen Alltag ist die Röntgenuntersuchung meist die erste Bildgebung. Gegebenenfalls wird zuvor das Ultraschallgerät verwendet.

Abhängig von dem im Röntgenbild dargestellten Befund sind gelegentlich weitere Bildgebende Verfahren, wie das MRT, notwendig.

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT kann in der Diagnostik von Hüftschmerzen genutzt werden, wenn die Röntgenuntersuchung nicht eindeutig ist und/oder wenn ergänzende Schnittbilder nötig sind.
Ein MRT wird häufig genutzt, um bei chronischen Schmerzen die Ursache der Beschwerden zu finden oder um Entzündungen und Tumoren darzustellen.
Es kann außerdem bei einer Hüftarthrose indiziert sein, wenn der klinische Zustand nicht zu dem Schweregrad im Röntgenbild passt.
Das MRT dient der hochsensitiven Darstellung von Gelenkstrukturen wie Knorpelgewebe, aber auch Knochenmark, Muskel und Sehnenansätze.
Das MRT kann zwischen Nekrose, Fraktur und Entzündung unterscheiden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Magnetresonanztomographie

Behandlung/Therapie

Hüftschmerzen werden abhängig von der Ursache unterschiedlich therapiert.
Akute Sportverletzungen wie ein Muskelfaserriss über eine Überreizung von Sehnen und Bändern können so weit wie möglich mit dem PECH-Schema behandelt werden (Sportpause, Eis/kühlen, Compression, Hochlagern).
Wichtig ist eine ausreichende Schonung bis zur vollständigen Abheilung.
Knochenbrüche im Bereich des Hüftgelenks, wie eine Schenkelhalsfraktur, müssen operativ behandelt werden. Bei schweren Entzündungen der Hüfte wird häufig eine Gelenkspunktion durchgeführt.
Bei bakteriellen Coxitiden kann eine operative Intervention mit Spülung des Gelenks nötig sein.
Wichtig ist zudem eine Antibiogrammgerechte Antibiotika-Therapie.
Bei aseptischen, nicht-bakteriellen Coxitiden ist eine adäquate Behandlung der Grunderkrankung entscheidend. Neben einer Gelenkspunktion kommen Krankengymnastik und entzündungshemmende Schmerzmedikamente zum Einsatz.
Krankengymnastik und entzündungshemmende Schmerzmittel stellen auch bei einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule die Therapie der Wahl dar.
Bandscheibenvorfälle werden zunehmend konservativ und immer seltener operativ behandelt.
Bei Lähmungserscheinungen oder unfreiwilligem Stuhl- und/oder Wasserlassen besteht bei einem Bandscheibenvorfall die Indikation zur Notfall-Operation.
Die im höheren Lebensalter häufig vorkommende Hüftarthrose wird in frühen Stadien konservativ behandelt, das heißt mit Gewichtsreduktion, gezielter Krankengymnastik und Schmerzmitteln. Im Endstadium kann nur noch ein Hüftgelenksersatz zu einer Linderung der Beschwerden führen.

Viele Hüftschmerzen haben ihre Ursache im funktionellen Bereich.
Bei Lumedis stehen eine Reihe diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten in Abhängigkeit von der Ursache zur Verfügung:

Dauer

Akute Sportverletzungen wie kleine Muskelfaserrisse im Bereich des Hüftgelenks heilen bei ausreichender Schonung innerhalb weniger Wochen ab.
Frakturen benötigen 8 bis 12 Wochen bis die betroffene Hüfte wieder vollständig belastet werden darf.
Eine septische oder aseptische Coxitis kann unter adäquater Therapie innerhalb von ein bis zwei Wochen abheilen.
Schwere Entzündungen können länger andauern und bergen die Gefahr einer Chronifizierung.
Bei dem Großteil der Patienten mit Bandscheibenvorfall klingen die Beschwerden innerhalb eines Jahres unter konservativer Behandlung ab.
Die Hüftarthrose wiederum verläuft chronisch progredient. Die Erkrankung ist nicht heilbar und die Knorpelstrukturen werden zunehmend zerstört bis ein künstlicher Gelenkersatz nötig wird.

Rehabilitation und Prävention

Laufbandanalyse

Eine Laufbandanalyse dient der Prüfung von Haltung und Bewegungsabläufen beim Laufen. Dabei können Fuß- Knie- und Hüftfehlstellungen, eine Beinlängendifferenz oder ein asymmetrisches Gangbild aufgedeckt werden. Solche Fehlstellungen begünstigen die Entstehung von Sportverletzungen, Schleimbeutel- und Sehnenentzündungen.

Durch eine Laufbandanalyse können die Fehlstellungen entsprechend korrigiert werden, beispielsweise mit orthopädischen Einlagen oder speziellen Kräftigungsübungen. Damit können bestimmte Erkrankungen von Bein und Hüfte langfristig vorgebeugt werden.

Lesen diesbezüglich mehr in unserem gesonderten Artikel: Laufbandanalyse

Trainingsübungen

Trainingsübungen sind sinnvoll, um sowohl gesunde als auch kranke Hüften langfristig zu stärken.

Bei einigen Erkrankungen der Hüfte ist Krankengymnastik ein fester Bestandteil der konservativen Therapie.
Beispiele sind die Coxarthrose und die aspetische Coxitis. Hier sollten individuelle, gezielte krankengymnastische Übungen durchgeführt werden.

Gerne demonstrieren wir bei Lumedis Ihnen die richtigen Übungen!

Dehnungsübungen

Dehnübungen dienen der Lockerung von Muskulatur und Bindegewebe. Führt man krankengymnastische Übungen oder andere sportliche Tätigkeiten durch, sollte die Muskulatur anschließend gründlich gedehnt werden.  

  1. Die Hüfte kann mobilisiert werden, indem man sich auf den Rücken legt, die Arme zu beiden Seiten ausstreckt und die Knie anzieht und angewinkelt auf eine Seite ablegt. Dort hält man die Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wechselt die Seite.
  2. Anschließend kann man zum Beispiel die Oberschenkelvorderseite dehnen, in dem man im Stand ein Bein anwinkelt und den Fuß zum Po bringt.
  3. Die Rückseite des Oberschenkels kann gedehnt werden, indem ein Bein nach vorne ausgestreckt wird und das hintere Bein mit dem Knie zum Boden gebracht wird. Das vordere Bein muss so weit nach vorne gebracht werden, bis man eine Dehnung in der Oberschenkelrückseite spürt.

Nach Belieben können weitere Übungen für Hüfte und Gesäß durchgeführt werden. Wichtig ist regelmäßiges Dehnen.

Faszientraining

Faszientraining dient dem Lösen verklebter Faszien, Bindegwebshüllen, von Muskelgewebe und Sehnen. Durch das gezielte Training werden die feinen Faszien, die an unserer Muskulatur, Sehnen und an Knochen sind, gedehnt und ihr Stoffwechsel wird angekurbelt.

Das Training wird mit Faszienrollen und -bällen und dem eigenen Körpergewicht durchgeführt. Wird ein Faszientraining regelmäßig durchgeführt, sollen langfristig die Dehnungsfähigkeit und die Durchblutung der Faszien und des Muskelgewebes verbessert werden. Damit soll das Gewebe weich und beweglich bleiben und Sportverletzungen vorgebeugt werden.

Mehr Informationen dazu entnehmen Sie bitte dem Artikel: Faszientraining

Hüftschmerzen in bestimmten Situationen

Beim Liegen

Treten die Hüftschmerzen beim Liegen auf, können verschiedene Ursachen dahinterstecken.
Typisch sind Erkrankungen, die mit einer Nerveneinklemmung einhergehen, wie ein Bandscheibenvorfall oder ein Piriformissyndrom.
Ein Schmerz in Ruhe beziehungsweise im Liegen kann außerdem bei einer stark fortgeschrittenen Hüftgelenksarthrose oder rheumatischen Krankheitsbildern vorkommen.

Beim Laufen

Ein Anlaufschmerz bei Beginn einer Gehstrecke nach längerem Sitzen oder Liegen ist ein typisches Beschwerdebild einer Arthrose.
Schmerzen bei der gesamten Laufstrecke können auf eine stark fortgeschrittene Arthrose hinweisen oder Zeichen einer Hüftgelenks- oder Schleimbeutelentzündung sein.
Des Weiteren sollte die Lendenwirbelsäule untersucht werden, dass auch ein Bandscheibenvorfall der LWS dahinter stecken kann.
Neben der Hüfte stellt die periphere arterielle Verschlusskrankheit eine wichtige Differenzialdiagnose dar.

Beim Sitzen

Ruheschmerzen beim Sitzen können ein Zeichen einer fortgeschrittenen Arthrose sein.
Gleiches gilt für das Aufstehen nach längerem Sitzen oder morgens aus dem Bett.
Daneben kann eine Einklemmung des Ischiasnervs, eine sogenannte Lumboischialgie, im Sitzen zu starken Schmerzen von Gesäß, Hüfte und Bein führen.
Das Sitzen führt zu einer Änderung der Druckverhältnisse und kann den Nerv gegebenenfalls komprimieren. Erkrankungen, bei denen die Durchblutung des Hüftgelenks eingeschränkt ist, wie bei einer Hüftkopfnekrose, können ebenfalls mit einer Verschlimmerung der Symptomatik im Sitzen einhergehen.
Das liegt daran, dass mögliche Positionen die bereits gestörte Durchblutung noch mehr einschränken.

Nach dem Joggen

Bei Hüftschmerzen, die nach dem Joggen auftreten, liegt meistens eine Überbelastung vor.
Eine intensive Belastung kann zu einer Reizung oder sogar Entzündung der Schleimbeutelund des Hüftgelenks führen.
Daneben können auch kleine Sportverletzungen wie winzige Muskelfaserrisse wegen des hohen Stresshormonspiegels zunächst unbemerkt bleiben und erst nach dem Training auffallen.
Falsche Böden, falsches Schuhwerk, Fehlstellungen von Bein und Hüfte sowie Asymmetrien im Laufbild beim Joggen begünstigen die Entstehung von Verletzungen und Entzündungen nach einem Training.
Eine chronische Überbelastung kann außerdem zu Ermüdungsbrüchen führen, die häufig mit Entzündungen von Knochenhaut und Ödemen im Knochenmark einhergehen.