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Lumedis Frankfurt

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Fachärzte für Orthopädie

Sven Daum
Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Entzündung des Trochanter majors

Trochanter-major-Schmerzsyndrom

Die Entzündung des Trochanter majors ist mit die häufigste Hüfterkrankung.
Unsere Hüftspezialisten haben sich auf die Behandlung dieser Erkrankung spezialisiert und behandeln diese daher im Schwerpunkt.
Gerne beraten wir Sie bei Lumedis in einem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild und DPA regelmäßig als Interviewpartner zur Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
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Definition - Was ist eine Entzündung des Trochanter majors?

Der Trochanter major (großer Rollhügel) ist ein knöcherner Vorsprung am Oberschenkelknochen im Bereich des seitlichen Oberschenkelkopfes.
Dieser kräftige Knochenvorsprung ist eine Ansatzstelle für fünf Gesäß- und Hüftmuskeln.
Dazu gehören der

  • Musculus gluteus medius,
  • Musculus gluteus minimus,
  • Musculus piriformis,
  • Musculus obturator internus
    und
  • Musculi gemelli.

Sämtliche Sehnen dieser Muskeln und Schleimbeutel können im Bereich des Trochanter major entzünden und starke Hüftschmerzen hervorrufen.
Man spricht auch vom Trochanter-major-Schmerzsyndrom. Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete Ursache für Hüftschmerzen.

Medizinisch wird auch von einer Insertionstendopathie oder Ansatztendinose der Hüfte gesprochen.

Abbildung einer Bursitis trochanterica

  1. M. tensor fasica latae (der Muskel der den Tractus spannt)
  2. Tractus iliotibialis (Iliotibiales Band (ITBS))
  3. massive Bursitis trochanertica (Schleimbeutelentzündung der Hüfte)

Ursachen

Überbelastungen und Fehlbelastungen sind häufige Ursachen für die Entstehung einer Entzündung des Trochanter majors.
Oftmals liegt bei den Betroffenen ein muskuläres Ungleichgewicht vor, meist aufgrund zu schwacher Abduktoren (Abspreizermuskeln des Oberschenkels).
Daneben können Fußfehlstellungen zu einer Entzündung des Trochanter majors führen, zum Beispiel eine Überpronation, das heißt eine zu starke Einwärtsdrehung des Fußes beim Gehen.
Durch eine permanente Reizung können sich Muskelfasern, Sehnenansätze der Muskeln (medizinisch Enthesiopathie, besonders der M. gluteus medius Sehne) und der örtliche Schleimbeutel (medizinisch Burisitis) entzünden.
Gleichzeitig kann die Reibung eine Entzündung des naheliegenden Schleimbeutels (Bursitis trochanterica) hervorrufen.
Das Krankheitsbild „Entzündung des Trochanter major“ kann dementsprechend eine Entzündung von Muskel- und Sehnenansätzen oder eines Schleimbeutels (Bursitis trochanterica) sein.
Auch Verkalkungen direkt am Trochanter major spielen eine Rolle. Durch die sogenannten Fibroostosen, wird der Trochanter rau und es kommt durch die Fibroostosen zu einer mechanischen Reibung des Tractus iliotibialis zu einem sogenannten Tractus Friktionssyndrom.
Des Weiteren kann die Erkrankung bei Verletzungen der beteiligten Strukturen entstehen, zum Beispiel im Rahmen eines Sturzes oder Unfalls.

Die Frankfurter Hüftspezialisten von Lumedis haben sich auf die Behandlung des Trochanter major Schmerzsyndroms spezialisiert.
Falls Sie an einer Ansatztendinose/Ansatztendopathie, chronischen Schleimbeutelentzündung der Hüfte, Insertionstendopathie, Fibroostose oder sonstigen Enthesopathie leiden, über nehmen die Spezialisten von Lumedis gerne Ihren Fall.

MRT (T2) beider Hüftgelenke­

  1. stark entzündete M. gluteus medius Sehne (linke Hüfte)
  2. gesunde M. gluteus medius Sehne (rechte Hüfte)

An diesen Symptomen erkennen Sie eine Entzündung des Trochanter majors

Das Kardinalsymptom einer Entzündung des Trochanter majors sind starke Hüftschmerzen auf der äußeren seitlichen Oberschenkelseite über dem Trochanter major.
Die Schmerzen sind typischerweise stechend oder ziehend. Sie können in den unteren,seitlichen Oberschenkel ausstrahlen, gelegentlich auch nachts.
Zu Beginn der Entzündung treten die Schmerzen vor allem bei Bewegungen im Hüftgelenk auf.
Mit dem zunehmenden Krankheitsverlauf können die Schmerzen auch in Ruhe bestehen.
Eine starke Entzündung des Trochanter major kann mit einer lokalen Rötung, Schwellung und Überwärmung der Haut im Bereich des äußeren, oberen Oberschenkels einher.

Anatomie vom Becken

  1. Lendenwirbelsäule (LWS) mit 4. Bandscheibe (L4)
  2. ISG (Iliosacralgelenk)
  3. Kreuzbein (Os sacrum)
  4. Hüftgelenk
  5. Sitzbein (Os ischii)
  6. großer Rollhügel (Trochanter major)

Das typische Symptom einer Entzündung des trochanter majors der Schmerz beim Liegen auf der Seite beim Schlafen.

Schleimbeutelentzündung der Hüfte

Ein Schleimbeutel ist ein kleiner mit Flüssigkeit gefüllter Sack, der in Arealen unseres Bewegungsapparates einen gewissen Anteil der mechanischen Druckbelastung abfangen soll.
Im Bereich des Trochanter major gibt es mehrere Schleimbeutel, die sogenannten Bursae trochanterica.
Wie auch Muskelfasern und Sehnen können die Schleimbeutel entzünden.
Eine Überbelastung der Hüfte führt dabei zu einer enormen Reibung im Bereich des Schleimbeutels. Dadurch wird dieser gereizt, entzündet sich bei wiederholter Überbelastung und führt schließlich zu starken seitlichen Hüftschmerzen. Man spricht dann von einer Bursitis trochanterica oder vereinfacht von einer Entzündung des Trochanter major.

Ein isoliertes Thema nur zur Schleimbeutelentzündung finden Sie unter Schleimbeutelentzündung der Hüfte.

Abbildung einer Schleimbeutelentzündung der Hüfte

  1. Tractus iliotibialis (Iliotibiales Band (ITBS))
  2. M. tensor fasica latae (der Muskel der den Tractus spannt)
  3. Schleimbeutelentzündung desrHüfte (Bursitis trochanertica)
  4. Ansatz des Tractus iliotibialis am seitlichen Beckenkamm

Diagnose

Eine Entzündung des Trochanter major wird in der Regel klinisch, das bedeutet durch die Untersuchung, gestellt.
Das bedeutet, dass Arzt und Patient ein ausführliches Gespräch über Beschwerden führen und der Arzt anschließend beide Beine und Hüften gründlich untersucht.
Aufgrund der charakteristischen Schmerzsymptomatik und gegebenenfalls äußerlichen Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, Erwärmung) kann die Diagnose schnell gestellt werden.
Um sicher zu gehen, wird ein guter Orthopäde eine Ultraschalluntersuchung durchführen, um Zweifel in der Diagnose auszuräumen.
Bei weiterhin unklarer Symptomatik können bildgebende Verfahren, wie eine Röntgenuntersuchung der Hüfte, nötig sein, um Differentialdiagnosen auszuschließen und die Diagnose „Entzündung des Trochanter major“ zu stellen.
Typischerweise kann man im Röntgenbild kleine Sporne an der Seite des Rollhügels festellen, die einem Fersensporn gleichen.

Ultraschall

Eine Ultraschalluntersuchung ist eine schnelle, sichere, nebenwirkungsfreie Untersuchungsmethode, die äußerliche angewendet der Beurteilung verschiedener Körperregionen und Organe dient.
Der Untersucher kann den Ultraschallkopf auf den seitlichen, äußeren Oberschenkel im Bereich des Trochanter majors halten und nach Entzündungszeichen suchen.
In vielen Fällen zeigen sich deutliche entzündliche Veränderungen im Bereich der Sehnen und/oder Schleimbeutel des Trochanter major.
Weiterhin kann man viele weitere Ursachen für ein Trochanter major Schmerzsyndrom wie eine Ansatztendinose, Ansatztendinopathie, Ansatztendinopathie, Insertionstendopathie oder Verkalkungen am Trochanter (Fibroostosen) gut erkennen

Behandlung / Therapie

Während einer akuten Entzündung des Trochanter major sollte man auf Sport verzichten und sich schonen.
Entzündungshemmende schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen und Diclofenac beschleunigen die Heilung und lindern die Beschwerden.
Bei Bedarf kann die äußere, obere Seite des Oberschenkels im Bereich des Trochanter majors mit Kühlakkus gekühlt werden, besonders bei warmer, roter Haut in diesem Gebiet.
Nach Abklingen der Schmerzen besteht die weitere Behandlung aus Trainingsübungen und Dehnübungen/Faszientraining.
Liegen der Entzündung Fehlstellungen zugrunde, können diese mit orthopädischen Einlagen oder ähnlichem korrigiert werden.
Eine Laufbandanalyse kann helfen, Fehlstellungen zu detektieren und langfristig zu korrigieren.
Die Osteopathie bildet eine weitere Therapiemöglichkeit, um Verspannungen zu lockern und Fehlstellungen zu lösen.

Stoßwellentherapie

Eine neue Behandlungsform für myofasziale Schmerzsyndrome ist die sogenannte extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT).
Das zu behandelnde Gewebe wird in Schwingung gesetzt, ähnlich wie bei einem Ultraschallgerät.
Dadurch sollen Entzündungen und Schmerzen von Muskelgewebe und Faszien gelindert werden.
Bei erfolgloser konservativer Therapie einer Entzündung des Trochanter major sollte eine fokussierte Stoßwellentherapie erwogen werden.

Insbesondere wenn

  • Verkalkungen am Trochanter (Fibroostosen),
  • eine Insertionstendopathie,
  • Ansatztendinopathie
  • eine Ansatztendinose/Ansatztendinopathie
    oder
  • ein Trochanter major Schmerzsyndrom vorliegen,

ist eine Stoßwellentherapie sinnvoll.

Lumedis therapiert häufig eine Entzündungen am Trochanter major, die länger als 3 Monate bestehen mit einer fokussierten Stoßwellentherapie!

Osteopathie

Die Behandlung mit Osteopathie eignet sich gerade dann, wenn die Ursache eine Fehlstellung/Dysbalance, eine Schleimbeutelentzündung oder gar unbekannt ist.

In der Behandlung durch unsere Spezialisten wird die meist unwissende Ursache bestimmt und somit eine speziell auf den Patienten abgestimme Therapie entwickelt. Osteopathen arbeiten dabei einzig mit den Händen, da sanfte Methoden und manuelle Techniken bei der Osteopathie im Vordergrund liegen.
Durch die ganzheitliche Methode, bei der der ganze Mensch behandelt wird, sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers durch Lösung der Verspannungen und Blockaden unterstützt werden.
Im Zentrum steht hierbei die körperliche und seelische Verfassung des Patienten, sowie die mechanischen Ursachen für die Entzündung des Trochanters.
Dieser Therapieansatz sehr risikoarm und eignet sich vor allem für chronische Muskel- und Gelenkschmerzen der Hüfte zu lösen.

Für mehr Informationen lesen Sie folgende Artikel Ärztliche Osteopathie.

Bei Lumedis behandelt osteopathisch die beiden Osteopathinnen und Fachärztinnen für Orthopädie Dr. Franziska Zwecker und Dr. Carmen Heinz.

Kinesiotape

Um eine Überbelastung der schmerzgeplagten Muskulatur zu verhindern, kann Kinesiotape verwendet werden.
Dabei handelt es sich um einen elastischen, selbstklebenden Tapeverband, der gezielt angelegt wird, um bestimmte Muskeln ruhigzustellen und zu stimulieren.
Damit wird die Bewegung bewusst eingeschränkt und eine Überbelastung vorgebeugt. Korrekt angelegt kann Tape helfen, die Beschwerden zu lindern.
Ein Kinesiotape ist allerdings bei einem entzündetem Trochanter major nur eine unterstützende Maßnahme.

Dauer

Eine akute Entzündung des Trochanter major dauert bei adäquater Therapie mehrere Tage bis wenige Wochen an.
Man sollte erst nach vollständigem Abklingen der Beschwerden wieder mit dem Sport anfangen, um ein Rezidiv oder eine Chronifizierung der Entzündung vorzubeugen.
Des Weiteren wirkt sich eine anschließende gezielte Dehnungs- und Trainingstherapie positiv auf die Prognose aus.

Rehabilitation und Prävention

Laufbandanalyse

Eine Laufbandanalyse bietet sich für Sportler an, um während ihrer sportartspezifischen Bewegungen mögliche Fehlstellungen ausfindig machen können.
Bei einer Entzündung am trochanter major wird besonders das Verhalten der Hüfte beim Gehen und Joggen beurteilt und Überlastungen an der Hüfte aufgedeckt.
Dadurch kann Folge der Fehlstellungen abgestellt werden.

Bei einer Entzündung des Trochanter major kann aber auch eine Fehlstellung der Füße, genauer gesagt eine Überpronation, oder eine Schwäche der Oberschenkelmuskeln, der Abduktoren, Ursache der Entzündung sein.

Demgemäß kann auch einer erneuten Entzündung des Trochanter majors bei Sportlern vorgebeugt werden, wenn frühzeitig eine Laufbandanalyse mit Korrektur möglicher Fehlstellungen erfolgt.

Lesen Sie mehr über die Inhalte einer Laufbandanalyse in dem Artikel Laufbandanalyse.

Übungen

Nach Abklingen der Entzündung des Trochanter major und zur Vorbeugung dieser können gezielte Übungen angewendet werden, um die Muskulatur zu stärken.

  • Um die Hüfte zu stabilisieren kann man sich auf ein Bein stellen. Dabei soll das Becken gerade bleiben und das Knie des Standbeines soll leicht gebeugt nach vorn zeigen. Den Einbeinstand sollte man möglichst länger als zwanzig Sekunden lang halten und beide Beine abwechselnd trainieren.
     
  • Eine weitere Übung kann auf dem Boden stattfinden. Dabei platziert man ein Bein über dem Oberschenkel des anderen Beines. Das Knie wird mit beiden Händen umfasst und zur anderen Seite gezogen, sodass es in der Gesäßmuskulatur kräftig zieht. Diese Dehnung sollte mindestens zehn Sekunden gehalten werden und auf jeder Seite etwa zweimal durchgeführt werden.

Weitere Übungen werden mit Ihnen direkt im Anschluss der Laufanalyse besprochen.
Für jede in der Laufanalyse gefundene muskuläre Schwäche wird eine individuelle Übung erstellt.

Leider können wir an dieser Stelle keine pauschalen Übungen empfehlen.
Alle Übungen müssen auf die Ursache, das Ausmaß und den individuellen Zustand der Schleimbeutelentzündung der Hüfte abgestimmt werden. 
Bei Lumedis bekommen Sie die für Sie individuell abgestimmten Übungen, die danach eigenständig ohne Geräte zu Hause durchgeführt werden können.

Unserer Hüftspezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Hüftssprechstunde!