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Lumedis Frankfurt

Dr. Carmen Heinz
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Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

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Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Gelenkerguss - Wie gefährlich ist das?

Lumedis - Ihre Gelenkspezialisten

Gelenkergüsse sorgen nicht nur für Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen, sondern können auch bei langfristigem Auftreten zu Infektionen und schwerwiegenden Folgeschäden führen. 

Wir von Lumedis sind mit umfangreicher Diagnostik darauf ausgelegt, möglichst schnell die Ursache für Ihre Beschwerden zu finden und eine angepasste Behandlung zu starten. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild und DPA regelmäßig als Interviewpartner zur Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
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Was ist ein Gelenkerguss?

Unter einem Gelenkerguss versteht man das Einströmen von Flüssigkeit in ein Gelenk durch verschiedene Auslöser mit damit verbundenen Folgen und Beschwerden.

Allgemeine Ursachen

  • Überlastung
  • Fehlbelastung
  • Entzündung
  • Degeneration 

Sie haben Wasser im Gelenk und die Ursache ist unklar?
Ihr Wassser im Gelenk ist chronisch und Sie suchen eine zweite Meinung?
Gerne schauen sich die konservativen Frankfurter Spezialisten Ihren Fall an.

Überlastung

Überlastungen sind eine der Hauptgründe, weshalb es zu einem Gelenkerguss kommt. Gerade Gelenke des Körpers, die stark bei der Bewegung zum Einsatz kommen, können so überlastet werden, dass durch kleinste, entzündliche Reaktionen der Gewebe in dem Gelenk es zu einem Einstrom von Gewebsflüssigkeit kommt.

Ungewohnte Bewegungen, wie langes Laufen oder Rennen können dafür sorgen, dass der Untrainierte schon einen Tag nach der Belastung über geschwollene Knie oder Fußgelenke klagt.

Fehlbelastung

Fehlbelastungen würden Gelenkergüsse auch auslösen können, wenn diese chronisch, das heißt immer wieder durchgeführt würden. Unter Fehlbelastungen versteht man unsymmetrisch und unphysiologisch durchgeführte Bewegungen, die dann die Gelenkflächen unterschiedlich stark belasten und abnutzen.

Das Ergebnis sind dann nicht nur Schmerzen, vor allem bei der Bewegung, sondern auch Schwellungen des entsprechendes Gelenks, die durch den Einstrom von entzündlicher Flüssigkeit entstehen.

Beinverkürzungen, die unbemerkt sind oder auch Fehlstellungen der Füße, wie z.B. Plattfüße, Senk-Spreizfüße oder aber auch X-Beinstellung oder O-Beinstellungen können dazu beitragen, dass die Gelenke bei jeder alltäglichen Bewegung unsymmetrisch belastet werden und es so zu einem Gelenkerguss kommt.

Entzündung

Entzündungen der Sehnen und der Gelenke kommen in der Regel durch Überlastungen zustande. Gerade wenn ungewohnte Bewegungen zu lange und zu oft durchgeführt werden, sorgen kleinste entzündliche Reaktionen der Gelenke dafür, dass es zu einem Einstrom von Flüssigkeit in das entsprechende Gelenk kommt.

Bei Gelenksentzündungen kann man unter Umständen neben der Schwellung des Gelenks auch noch eine Rötung und eine Überwärmung der Haut über dem Gelenk feststellen. Die Behandlung erfolgt durch eine Schonung, Ruhigstellung und auch Kühlung des Gelenks.

Degeneration

Die Degeneration ist eine Abnutzung von Gelenkflächen und auch Knochen, die über eine jahrelange Fehlbelastung und Überlastung zustande kommen kann. Fehlstellungen der Füße, der Knie oder auch der Hüfte können zu einem unsymmetrischen Abbrieb der Gelenkflächen und der Knochen führen, was dann nicht nur zu Schmerzen sondern auch zum Einstrom von entzündlicher Flüssigkeit in das Gelenk sorgt.

Bei jeder der genannten Ursachen kann es zu langfristigen Problemen im jeweiligen Gelenk kommen. Daher ist eine frühzeitige Ursachensuche von größter Bedeuteung. 

Spezifische Ursachen

  • Arthrose
  • Rheuma
  • Psoriasisarthritis 
  • Trauma 
  • Operation 
  • Gicht
  • Borreliose

Arthrose

Unter Arthrosen fasst man Abnutzungserscheinungen zusammen, die in Gelenken nach langer Überlastung oder Fehlbelastung auftreten. Es gibt unterschiedliche Schweregrade der Arthrosen. Mit fortschreitendem Alter nutzen sich die Gelenke des Körpers natürlicherweise ab. Sind aber auch Fehlbelastungen vorhanden, können die Arthrosen so stark sein, dass die die Knochen schützende Gelenkschicht völlig verschwindet und dann bei jeder Bewegung in dem entsprechenden Gelenk Knochen auf Knochen reibt.

Diese Reibungen verursachen nicht nur Schmerzen, sondern führen auch über kleinste entzündliche Reaktionen des Knochens und des Gelenks dazu, dass entzündliche Flüssigkeit in das Gelenk eintritt und einen Gelenkerguss verursacht. Die Diagnose einer Gelenksarthrose wird immer durch ein Röntgenbild gestellt, in dem man eine Gelenkspaltverschmälerung und auch entzündliche Veränderungen aber auch unter Umständen entzündliche Gelenksergüsse sehen kann.

Weiter Informationen zum Thema Arthrose finden Sie in folgenden Artikeln:

Röntgenbild eine Hüftarthrose

  1. aufgebrauchter Gelenkspalt im Hüftgelenk
  2. Schenkelhals (Collum femoris)
  3. großer Rollhügel (Trochanter major)
  4. kleiner Rollhügel (Trochanter minor)
  5. Hüftkopf (Caput femoris)

Rheuma

Unter dem Begriff Rheuma fasst man einige Krankheitsbilder des sogenannten rheumatischen Formenkreises zusammen. Alle Krankheitsbilder haben gemeinsam, dass durch eine Überaktivität des Immunsystem körpereigene Gewebe nicht erkannt werden und das Immunsystem gegen sie vorgeht. Es folgen kleinste Entzündungsreaktionen, die neben Schmerzen auch Bewegungsbeeinträchtigungen verursachen und auch zum Einstrom entzündlicher Flüssigkeiten in Gelenke führen.

Im Falle einer rheumatoiden Arthritis, also dem Gelenkrheuma, werden in Schüben Entzündungen in Gelenken ausgelöst, was dann zu Gelenkergüssen führt. Auch diese Gelenkergüsse sind durch entzündliche Veränderungen im Gelenk verursacht worden. Die Patienten, die einen Rheumaschub haben, leiden unter starken Schmerzen, Bewegungsbeeinträchtigungen und auch Schwellungen der betroffenen Gelenke. Rheuma ist eine systemische Erkrankung und Patienten, die z.B. unter einem Gelenkrheuma leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko an einer rheumatoiden Erkrankung an anderer Stelle des Körpers zu erkranken.

Die Behandlung von Rheuma erfolgt neben entzündungshemmenden Medikamenten vor allem durch eine Drosselung des Immunsysterms. So werden in der Regel kortisonhaltige Präparate dem Patienten verabreicht. In neuester Zeit werden auch sogenannte Biologicals verschrieben. Das sind Medikamente, die das Immunsystem modulieren und entsprechend nach unten fahren.

Psoriasisarthritis

Auch die Psoriasis gehört in den rheumatischen Formenkreis und auch hier erkennt das Immunsystem körpereigene Zellen und Gewebe nicht, was dann zu einer Aktivierung des Immunsystems mit der Ausbildung von Entzündungsreaktionen führt.

Während von einer reinen Psoriasis in der Regel die Haut betroffen ist, wird bei einer Psoriasisarthritis ein oder mehrere Gelenke in Mitleidenschaft gezogen. Die entstehenden Entzündungen sorgen für Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen sowie für einen Einstrom von entzündlicher Flüssigkeit in das Gelenk, das daraufhin anschwillt.

Trauma

Ein Unfall im Sinne eines Sturzes oder auch ein Aufpralltrauma kann als Folge ebenfalls zu einem Gelenkerguss führen. Durch kleinste, im Gelenk verursachte, Mikrotraumata kann es dazu kommen, dass Gewebsflüssigkeit in das Gelenk einströmt und dieses anschwellen lässt.

Wer sich schon einmal das Knie gestoßen oder auch das Sprunggelenk verdreht hat, der wird schon festgestellt haben, dass kurz nach dem Geschehnis der Bereich ansschwillt. Neben einem Bluterguss können diese Arten von Schwellungen auch durch den Einstrom von entzündlicher Flüssigkeit verursacht werden.

Operation

Operationen, die aus unterschiedlichen Gründen an einem bestimmten Gelenk durchgeführt werden müssen, können entweder am offenen Gelenk durchgeführt werden oder aber durch eine arthroskopische Operation, die in einer sogenannten Schlüsselochtechnik durchgeführt wird.

Überall, wo man einen Eingriff an einem Gelenk durchführt, wird Gewebe geschädigt und verletzt und dadurch nicht nur das Immunsystem für den Heilungsprozess angeregt, sondern auch kleinste entzündliche Veränderungen ausgelöst. Diese sorgen dafür, dass es zu einem Einstrom von Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Gelenk kommt.

Auch die Verletzung von Lymphbahnen, die sich um jedes Gelenk schlängeln, können dazu führen, dass Lymphflüssigkeit in das Gelenk einströmt und so zu einem Gelenkerguss führt. Da in Gelenken in aller Regel nur ein sehr begrenzter Platz vorhanden ist, kompensiert ein Gelenk nur in begrenztem Maße einen Einstrom von Flüssigkeit, bevor es zu Schmerzen und auch zu Bewegungsbeeinträchtigungen kommt.

Gicht

Flocken Kristalle in den Gelenken aus, so kommt es zu schmerzhaften und entzündlichen Veränderungen des betroffenen Gelenkes. Gichtanfälle treten vor allem bei Menschen auf, die sich besonders purinreich ernähren. Vor allem Menschen, die viel Fleisch essen, sind von einem Gichtanfall besonders betroffen.

Begleiterscheinungen von durch Gicht betroffene Gelenk sind neben einer Rötung und Schmerzen auch Schwellungen, die unter anderem auch durch den Einstrom von entzündlicher Flüssigkeit ausgelöst wird.

Borreliose

Eine Borreliose wird durch Borrelien ausgelöst, die zu den Bakterien gehören. Oftmals tragen Zecken Borrelien und können diese bei einem Biss übertragen.

Oftmals sind die Patienten Tage bis Wochen völlig symptomlos. Plötzlich beginnen aber Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber und auch Schwellungen von Gelenken. Die sogenannte Borreliose kann längere Zeit unerkannt bleiben, weil sie eine Vielzahl von Beschwerden auslösen kann.

Patienten, die unter Gelenkschmerzen leiden, sollten immer auch auf das Vorhandensein einer Borelliose hin untersucht werden. Die Diagnose wird durch eine Antikörperbestimmung im Blut durchgeführt.

Gelenkschmerzen treten bei der Borreliose ebenfalls durch kleinste entzündliche Veränderungen in den betroffenen Gelenken auf, was dann auch zu störenden und schmerzenden Gelenkergüssen führen kann. Ist die Diagnose einer Borreliose gestellt, sollte mit einer zeitnahen antibiotischen Therapie für 14 Tage begonnen werden.

Begleitende Symptome

Gelenkergüsse haben zahlreiche Ursachen. Da in den Gelenken in der Regel nur ein begrenzter Platz vorhanden ist, kann es bei einem Gelenkerguss sehr schnell zu einem verdrängungsbedingtem Schmerz kommen. Dieser kommt vor allem dadurch zustande, weil die Flüssigkeit auf Nerven oder Muskeln drückt und diese reizt.

Ein Begleitsymptom ist somit der meistens bewegungsabhängige Schmerz. Des Weiteren kann es aber auch durch den Platzmangel zu sichtbaren und tastbaren Schwellungen um das betroffene Gelenk kommen. Schmerzen, Schwellungen und Bewegungsbeeinträchtigungen sind die häufigsten Begleiterscheinungen eines Gelenkergusses.

Schmerzen / Gelenkschmerzen

Durch den Einstrom von Flüssigkeit in das meistens sehr enge Gelenk kommt es schon bei wenigen ml zu einer Kompression der Nerven und der Muskeln, die sich in und um das Gelenk befinden. Die Patienten geben bei einem nicht stoppenden Gelenkerguss meistens drückende Schmerzen bei Bewegung an.

Je mehr Flüssigkeit in das Gelenk strömt, desto weniger Bewegungsfreiheit haben die Betroffenen in diesem Gelenk. In ganz starker Ausprägung wird der Patient dann auch in Ruhe Beschwerden bekommen oder auch schon, wenn er nur das betroffene Gelenk betastet.

Die Schmerzen finden sich in der Regel direkt am betroffenen Gelenk. Sie können aber auch in umliegende Gelenke ausstrahlen und dort zu unangenehmen Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen führen.

Alternative Ursachen für Schmerzen am Gelenk finden Sie in unserem Artikel Gelenkschmerzen.

Schwellung

Schwellungen eines Gelenkes kommen meistens dadurch zustande, dass das eigentlich abgeschlossene Gelenk so mit einströmender Flüssigkeit gefüllt ist, dass Flüssigkeit heraustritt und das umgebende Gewebe anschwellen lässt.

Manchmal kann auch eine Schwellung um ein Gelenk ausschließlich von Flüssigkeit kommen, die außerhalb des Gelenks, also im Weichteilgewebe, gebildet wird. In diesem Fall sind ebenfalls meistens entzündliche Vorgänge hierfür verantwortlich. Die Schwellung des Gelenkes verursacht meistens auch eine Spannung im Bereich der Haut, was dann zu einem Spannungsschmerz im Bereich der Haut führt.

Typisches Bild nach einer Knieverletzung.
Das rechte Kniegelenk (auf dem Bild links) ist stark geschwollen.
Die Kniegelenkskonturen sind verwaschen.
Das linke Knie dagegen ist gesund. Alle anatomischen Strukturen sind eindeutig zu erkennen.

Kann man einen Gelenkerguss ohne Schmerzen haben?

Manchmal kann es auch vorkommen, dass ein Gelenkerguss keine Schmerzen auslöst. Das passiert immer dann, wenn die entzündlichen Prozesse, die zu dem Gelenkerguss führen, eher überschaubar sind. Der alleinige Einstrom der Flüssigkeit macht noch keine Schmerzen, meistens aber die eigentlich auslösende Entzündung oder Reizung. Des Weiteren ist ein Gelenkerguss eher schmerzarm oder gar nicht zu spüren, wenn es sich lediglich um kleine Mengen Flüssigkeit handelt, die in das Gelenk einströmt.

Wo kommt eine Gelenkerguss häufig vor?

Knie

Eine der häufigsten Lokalisationen von Gelenkergüssen ist sicherlich das Knie. Das liegt daran, weil das Knie besonders stark in alltägliche Bewegungen mit eingebunden ist. Überlastungen und Fehlbelastungen würden im Bereich der Knie besonders stark zu Buche schlagen.

Da das Knie ein Gelenk ist, das neben seiner normalen Bewegungsgrade leichte Drehbewegungen möglich macht, ist die Verletzungsgefahr im Knie auch besonders groß. Dies ist ein weiterer Risikofaktor dafür, dass man das Bein zu sehr dreht oder verdreht, was dann sehr häufig zu einem Gelenkerguss im Knie führt.

Auch bei Stürzen sind die Knie ganz oft beteiligt. Dies ist mit ein Grund, warum Gelenkergüsse besonders häufig im Kniegelenk auftreten.

Hüfte

Gelenkergüsse im Hüftgelenk kommen nicht so häufig vor, bzw. werden nicht so häufig bemerkt. Das Hüftgelenk ist ein sehr großes und stabiles Gelenk. Kleinste Mengen von Flüssigkeit würde man eher nicht bemerken und allenfalls in einer Ultraschall oder Röntgenaufnahme sehen.

Bis Gelenkergüsse im Hüftgelenk zu Schmerzen führen, müssen schon recht große Mengen Flüssigkeit in diesen Bereich eingelaufen sein. Nach Unfällen, chronischen Überlastungen oder aber auch Operationen kommt es immer wieder auch zu Ergüssen im Hüftgelenk. Oftmals lösen die aufgrund der geringen Menge aber keine Beschwerden aus.

Ellenbogen

Ergüsse im Ellenbogengelenk können vor allem nach einer Überlastung vorkommen. Der sogenannte Tennisellenbogen kann durch seine überlastende Situation auch zu einem Erguss im Ellenbogengelenk führen.

Da das Ellenbogengelenk recht klein ist, reicht oftmals schon eine kleine Flüssigkeitsmenge im Gelenk, was dieses dann anschwellen lässt. Auch können schon kleine Mengen an Flüssigkeit die Bewegung dort deutlich einschränken und zu Schmerzen führen.

Abbildung eines Ellenbogens mit Tennisarm:

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis)
  3. Speiche (Ulna/Ellenbogenknochen)
  4. Unterarmstreckmuskulatur
  5. Schädigung der gemeinsamen Strecksehen (Extensorensehne)

Fingergelenk

Fingergelenke können von Ergüssen ebenfalls betroffen sein. Neben chronischen Überlastungen ist die Hauptursache für Fingergelenksergüsse meistens entzündlicher Natur. So kann eine Rheumaerkrankung oder aber auch ein Gichtanfall dazu führen, dass es in einem oder sogar meherer Fingergelenke zu einer deutlichen, schmerzhaften Bewegungsbeeinträchtigung und auch zu einer deutlichen Schwellung kommt.

Handgelenk

Ergüsse im Handgelenk sind meistens Zeichen von Entzündungen und oder Überlastungen und auch oft Zustand nach Stürzen. Hier wird sich oftmals versucht, noch reflektorisch abzustützen, was dann dazu führt, dass das Handgelenk besonders stark belastet wird. Manchmal sind die Kräfte so stark, dass es sogar zu einer Fraktur des Handgelenks kommt.

Auch im Fall einer schwereren Verletzung wird man fast immer auch eine Schwellung im Handgelenk finden. Aber auch bei Prellungen ist meistens der Gelenkerguss häufig zu finden. Je kleiner die Gelenke sind, desto schneller wird ein Gelenkerguss schon auch in kleinsten Mengen symptomatisch und zu Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen führen.

Diagnose

Die Diagnose eines Gelenkerguss wird u.a. durch die körperliche Untersuchung gestellt. So wird der Behandler das betroffene Gelenk betrachten und in Ruhe und in Bewegung untersuchen, wird schauen, ob es geschwollen oder auch bei bestimmten Bewegungen schmerzhaft ist.

Oftmals wird man schon aufgrund der untersuchten Schwellung einen Gelenkerguss vermuten. Den Beweis eines Gelenkerguss kann aber am Ende nur die Bildgebung geben, von der es unterschiedliche gibt.

Ultraschall

Ein Ultraschall würde sich gut eignen, um Flüssigkeiten in den Gelenken zu sehen. Hierfür würde man mit dem Ultraschallkopf dicht über das Gelenk fahren. Eine Flüssigkeitsansammlung würde sich als dunkle Fläche oder auch Streifen darstellen lassen.

Röntgenbild

Das Röntgenbild ist bei der Diagnostik von Gelenkergüssen von ganz entscheidender Bedeutung. Man wendet es an, wenn man auch parallel noch die Beschaffenheit und den Zustand des Gelenks und der Knochen beurteilen will.

So kann man gleichzeitig auch sehen, ob in dem betroffenen Gelenk auch eine Arthrose oder auch eine Verletzung des Knochens im Sinne einer Fraktur vorhanden ist. Röntgenbilder von Gelenken werden meistens in 2 Ebenen angefertigt, d.h. meistens von vorne und dann auch seitlich.

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT kann neben den Knochen auch Ergüsse sowie Verletzungen darstellen. Besonders gut lassen sich Bänder, Gefäße und Nerven mit der strahlungsfreien Bidgebung darstellen. Man würde eine MRT Untersuchung immer dann durchführen, wenn man die Ursache des Gelenkergusses nicht kennt und man alle im Bereich der Gelenke vorhandenen Gewebeschichten untersuchen will.

Auch wenn es immer wieder zu Gelenkergüssen kommt würde man zur Ursachenfindung ein MRT des entsprechendes Gelenks durchführen. Aufgrund des Aufwands, der terminlichen Verfügbarkeit sowie auch der Kosten würde man eine MRT Untersuchung erst im Verlauf der Diagnosekette durchführen. Primär würde als Bildgebung der Ultraschall und auch das Röntgenbild zum Einsatz kommen.

Behandlung / Therapie

Zunächst einmal sollte bei Gelenkergüssen, wenn möglich, die auslösende Ursache herausgefunden und behandelt werden. Des Weiteren sollte das betroffene Gelenk konsequent geschont werden. Auch eine Kühlung würde erfolgreich zum Einsatz kommen können.

In aller Regel werden geschwollene Gelenke auch bandagiert. Einmal wird dadurch die Mobilität eingeschränkt und das Gelenk kommt so in einer Ruhigstellung, des Weiteren kann auch die Flüssigkeit, die die Schwellung verursacht, durch die Kompression in das umliegende Gewebe gedrückt werden.

Bei durch die Ergüsse verursachten Schmerzen können auch entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen in einer Dosis von 400-600 mg als Tablette 1-3 mal am Tag für maximal eine Woche zur Anwendung kommen. 

Auch pflanzliche oder homöopathische Salben werden bei Gelenkergüssen eingesetzt. So kann man einen Behandlungsversuch mit Kyttasalbe oder auch Arnikasalbe unternehmen. In Salbenform kann man auch entzündungshemmende Gele, wie Ibuprofensalbe oder Diclofenacsalbe auf das betroffene Gelenk auftragen.

Quarkwickel

Die Behandlung mit Quarkwickel haben eine lange Tradition und gelten als Hausmittel bei Schwellungen und auch Entzündungen. Der Quark verursacht durch seinen kühlenden Effekt eine Abschwellung des Gelenks und auch eine Linderung der Schmerzen. Man sagt dem Quark aber auch generell eine entzündungshemmende Wirkung nach.

Bei der Quarkwickelanwendenung sollte man zwei Esslöffel Speisequark auf ein Tuch legen, dann den Quark direkt auf das betroffene Gelenk legen und den betroffenen Bereich dann mit dem Handtuch abdecken. Die Quarkbehandlung sollte dann etwa 10-15 Minuten erfolgen und kann dann auch mehrmals am Tag wiederholt werden. Nach ein bis zwei Quarkwickelanwendungen kann man dann bereits oftmals einen Behandlungserfolg sehen.

Wann muss man punktieren?

Gelenksergüsse werden in der Regel zunächst konservativ, d.h. nichtoperativ, behandelt. Wenn es aber auch nach einer entsprechenden Schonung und Behandlung zu keiner Besserung der Schwellung kommt oder die Schwellung sogar zunimmt, sollte eine operative Behandlungsmaßnahme in Erwägung gezogen werden.
Je nach Gelenk und Größe ist die maximal verträgliche Ergussmenge, bei dem einen Gelenk, früher erreicht bei dem anderen später.
Da jeder Erguß ab einer bestimmten Menge Gelenkschmerzen verursacht, ist eine Punktion des Gelenks zu erwägen.
Eine Punktion reduziert sofort die Schmerzen im Gelenk und das Punktat kann zur Analyse der Ursache verwendet werden.
Allerdings muss die Infektionsgefahr durch die Punktion berücksichtig werden. 
Die häufigste Punktion ist die Kniepunktion.

Sollte man es kühlen oder wärmen?

In aller Regel sollte man neben der Ruhigstellung des Gelenkes eher eine kühlende Behandlung versuchen. Meistens liegt dem Gelenkerguss nämlich eine entzündliche Veränderung zugrunde, die dann durch eine Kühlung besser behandelt werden kann. Zur Kühlung nutzt man z.B. ein Eispack, das man in ein Handtuch wickelt und dann auf das betroffene Gelenk für ca. 10 Minuten legt.

Heilungsdauer

Die Heilungsdauer, bis ein Gelenkerguss abgeheilt ist, hängt von der Menge der Flüssigkeit, der Ursache und auch damit zusammen, ob eine entsprechende Schonung konsequent durchgeführt wird. Man kann mit einer Genesungszeit von 1-3 Wochen rechnen. In dieser Zeit sollte man in jedem Fall das betroffene Gelenk schonen.

Arbeitsunfähigkeit / Krankschreibung

Die Dauer der Krankschreibung hängt von der Stärke des Erguss und den verursachten Beschwerden, aber auch von der ausgeübten Tätigkeit ab.
Muss das Gelenk im Beruf stark eingesetzt werden, sollte mit einer bis zu 4 wöchigen Krankschreibung gerechnet werden.
Ansonsten kann auch ein erneuter Arbeitsversuch nach ca. 1-2 Wochen wieder erfolgen.

Dauer der Krankschreibung

Orientierend kann man sagen, dass Betroffene mit einem Gelenkerguss

  • die im Büro arbeiten für 0 -14 Tagen krank geschrieben werden
    hier muss berücksichtig werden, welches Gelenk betroffen ist, z.B. Knie, Ellenbogen oder Hüfte.
    auch der Weg zur Arbeit spielt eine wichtige Rolle für die Arbeitsunfähigkeit/Krankschreibung
  • mit mäßiger körperlicher Arbeit für 14 - 28 Tagen krank geschrieben werden 
    und 
  • körperlich schwer arbeitende Menschen 4 Wochen bis mehrer Monate krank geschrieben werden. 
    Der Gelenkerguß muss vollständig ausgeheilt sein, bis wieder schwere körperliche Arbeit aufgenommen werden darf.

Leider können die Frankfurter Gelenkspezialisten an dieser Stelle nur orientierende Angaben zur Arbeitsunfähigkeit/Krankschreibung machen, da sehr viele Einflußfaktoren berücksichtigt werden müssen.

Rehabilitation und Prävention

Laufbandanalyse

Die Laufbandanalyse ist eine diagnostische Maßnahme, mit der man Fehlbelastungen im Körper feststellen kann. Hierfür wird der Patient auf ein Band gestellt und dann gebeten zu laufen. Eine Kamera zeichnet den Gang und Lauf auf und errechnet computergestützt eine entsprechende Fehlbelastung. Anhand der Art und Ausprägung der Fehlbelastung kann dann eine ausgleichende Behandlung, meistens mit orthopädischen Schuheinlagen, begonnen werden.

Wichtige Informationen über das eigene Laufverhalten: Fußrotation; Schrittlänge; Schrittweite; Standphase; Kadenz

Übungen gegen einen Gelenkerguss

Gelenkergüsse kann man auch mit einigen Übungen versuchen zu reduzieren. Es sind vor allem gleichmäßige Bewegungen ohne Kraft, die dafür sorgen, dass Gelenkergüsse abfließen können. Bei einem Gelenkerguss des Knies kann man z.B. auf einem Heimtrainer oder Fahrrad ohne starken Widerstand Tretbewegungen durchführen.

Bei Ergüssen des Ellenbogens sollte man schwingende Bewegungen durchführen, die ohne Gewicht und Kraft das Ellenbogengelenk beugen und auch strecken sollten. Die Übungen sollten für ca. 10 Minuten immer wiederholend am Tag maximal 3 mal täglich durchgeführt werden. Wenn es immer wieder zu Gelenkergüssen kommt, kann man die entsprechenden Übungen auch vorbeugend durchführen, um weitere Gelenkergüsse zu vermeiden.

Fehlhaft ausgeführte Übungen, können ein Kniegelenk schädigen und gefährlich für die Gesundheit werden.
Bei Lumedis werden in allen Fällen die Übungen über eine medizinische Gelenk-Analyse auf die individuelle Ursache des Gelenkergusses abgestimmt.
Hierdurch kombinieren wir sowohl die Therapie mit der Prävention.
Gerne stellen die konservativen Orthopäden und Sportwissenschaftler von Lumedis Ihnen die besten Übungen für den Einzelfall zusammen.
Alle Übungen sollten immer ohne Schmerzen ausgeführt werden können.

Was können die Spätfolgen von Wasser im Knie sein?

Kommt es nicht zu einer Besserung des Gelenkerguss im Knie oder sogar zu einer Verschlechterung, kann es zu einer Instabilität im Kniegelenk kommen, die dadurch begründet ist, dass durch den Erguss Strukturen, wie Sehnen, Muskeln und Nerven im Knie komprimiert werden.

Des Weiteren kann es auch bei Gelenkergüssen zu Infektionen im Kniegelenk kommen, was dann zu starken Schmerzen und auch einer Rötung mit Überwärmung über dem Knie führen würde. Durch den ansteigenden Druck im Kniegelenk, den ein Gelenkerguss auslöst, kann es auch sein, dass die Kniescheibe nicht mehr in der gewohnten Position bleibt und dann herausspringt, was dann zu einer weiteren Instabilität aber auch zu Schmerzen führt.

Durch den Erguss können auch gewohnte Bewegungen im Kniegelenk nicht mehr symmetrisch durchgeführt werden, woraus dann eine Fehlbelastung beim Laufen und Stehen resultieren kann.

Unsere orthopädischen Spezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Sprechstunde!