Termin vereinbaren

Einen Termin bei uns?

Lumedis Frankfurt

Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

direkt am Kaiserplatz
Kaiserstraße 14 / Eingang Kirchnerstraße 2
60311 Frankfurt am Main

Zur Online-Terminvereinbarung

Telefon
069 24753120

ISG-Blockade

Die ISG-Blockade ist eine der häufigsten und unangenehmsten Krankheitsbilder mit denen Patienten die orthopädische Praxis aufsuchen.
Häufig wird diese mit einem Bandscheibenvorfall verwechselt.
Durch einen manualtherapeutisch erfahrerenen und guten Orthopäden lässt sich die ISG-Blockade schnell und zielgerichtet behandeln.
Bei Lumedis sind alle Wirbelsäulenspezialisten auf einem hohen Niveau in Manueller Therapie ausgebildet und bilden sich regelmäßig fort.
Wenn Sie eine ausführliche Beratung wünschen kommen Sie hier zu Ihrem Wunschtermin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist eine ISG-Blockade?

Bei einer ISG-Blockade kommt es zu einer Blockierung des Gelenks zwischen Kreuz- und dem Darmbein, also den beiden Knochen, die die Wirbelsäule und die Hüfte miteinander verbinden.
Dieses Gelenk wird auch als Iliosakralgelenk, kurz ISG, bezeichnet.
Die Blockade entsteht durch eine Verkantung der Gelenkflächen, wodurch es zu einer Einschränkung der Bewegung und Schmerzen kommt.
In der Regel tritt die ISG-Blockade einseitig auf und es bleibt eine Richtung der Bewegung erhalten.
Je nach Ausmaß kann die ISG-Blockade sehr einschränkend ein.
Häufiger tritt sie bei Personen auf, die das Kreuz-Darmbeingelenk stark beanspruchen, wie beispielsweise bei Sportlern.
Meistens tritt die ISG-Blockade nicht isoliert auf, sondern in Kombination mit anderen Erkrankungen oder Funktionsstörungen der Wirbelsäule.
 

Ursachen

Für eine ISG-Blockade kommen verschiedene Ursachen in Frage.
Zu den typischen Auslösern gehören bestimmte Bewegungen, bei denen das Kreuz-Darmbeingelenk einer nicht-natürlichen Bewegung ausgesetzt wird.
Hierzu gehören:

  • Treten ins Leere, z.B. beim Verfehlen eines Fußballs oder einer Treppenstufe
  • schnelle stoppende Bewegung
  • Anheben schwerer Gegenstände

Diese Bewegungen sind alleine jedoch selten der Grund für das Auftreten einer ISG-Blockade.
Häufiger besteht bereits eine Vorschädigung oder Erkrankung, die in Kombination mit einer unnatürlichen Bewegung zu einer ISG-Blockade führt.
Mögliche Vorbelastungen sind:

  • Fehl- oder Schonhaltungen
  • Schwangerschaft
  • Übergewicht
  • Arthrose
  • Rheuma
  • Osteoporose

An diesen Symptomen erkennen Sie eine ISG-Blockade

Eine ISG-Blockade geht typischerweise mit zwei Hauptsymptomen einher:

  • Schmerzen und
  • Bewegungseinschränkung

Die Schmerzen sind meist im unteren Rücken lokalisiert und treten in der Regel nur auf der betroffenen Seite auf, können aber auch ausstrahlen.
Der Fokus der Schmerzen liegt dabei im Bereich des Gesäßes oder der Beckenseite.
Je nach Ausprägung können die Schmerzen bis ins Bein oder die Leiste ausstrahlen.
Daher werden sie auch als pseudoradikuläre Schmerzen bezeichnet.
Sie strahlen in bestimmte Bereiche aus, allerdings nicht aufgrund einer Schädigung der Nervenwurzel des Spinalnervs.
Meist werden die Schmerzen von den Betroffenen als tiefe Schmerzen bezeichnet und werden durch Sitzen verstärkt.
Durch eine ISG-Blockade kommt es typischerweise zu einer Bewegungseinschränkung, da die Gelenkflächen verkanten und nicht mehr aneinander vorbeigleiten können.
Die Einschränkung der Bewegung tritt typischerweise in eine Richtung auf, sodass beispielsweise das Vornüberbeugen nur noch einseitig vollständig möglich ist.

ISG-Arthrose

Eine Arthrose des Iliosakral-Gelenk kann bei einer länger bestehenden oder immer wiederkehrenden ISG-Blockade auftreten.
Dabei kommt es durch eine häufig und übermäßige Beanspruchung der Knochen des Gelenks zu deren Abnutzung.
Eine ISG-Arthrose kann beispielsweise durch häufiges Deblockieren des Gelenks auftreten.
Auch längeres Sitzen bei einem blockierten ISG fördert die Entstehung der ISG-Arthrose.
Die Symptome der ISG-Arthrose können den der ISG-Blockade ähneln, die Schmerzen sind häufig von längerer Dauer.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Artikel ISG-Arthrose.

Beckenschiefstand

Eine ISG-Blockade tritt in der Regel einseitig auf und führt zu einer Bewegungseinschränkung auf der betroffenen Seite.
Dadurch kann es zu einer Fehlstellung des Beckens, also einem Beckenschiefstand kommen.
Dieser entsteht durch die Verkantung und Unbeweglichkeit des betroffenen Iliosakralgelenks.
Der Beckenschiefstand kann bei einer körperlichen Untersuchung durch einen Orthopäden festgestellt werden, in dem die beiden hinteren Darmbeinstacheln, zwei prominente Knochenpunkte, ertastet und deren Höhe verglichen werden.
Die Stellungsdiagnostik des Beckens gehört zu jeder orthopädischen Untersuchung der Wirbelsäule.
Ein funktionelle Beckenschiefstand kann durch eine Mobilisation des ISG gut ausgeglichen werden. 

Diagnose

Zu Beginn der Diagnose einer ISG-Blockade steht stets ein Arzt-Patienten-Gespräch, in dem die Schmerzen und Einschränkungen der Bewegung der ISG-Blockade zugeordnet werden können.
Wichtig ist vor allem aber die körperliche Untersuchung, bei der durch verschiedene Tests das Ausmaß der Blockade eingeschätzt und mögliche andere Erkrankungen ausgeschlossen werden können.
Der Einsatz von bildgebenden Verfahren, wie einem Röntgen oder einem MRT, ist bei einer ISG-Blockade selten notwendig und dient vor allem dem Ausschluss anderer begleitender Erkrankungen.

Wie wird eine ISG-Blockade untersucht?

Für eine ISG-Blockade gibt es verschiedene Tests, die bei der körperlichen Untersuchung durchgeführt werden können.
Zur Bestimmung der Lokalisation und der Symptome kann auf Druckschmerz und durch Provokation auf die Einschränkung der Bewegung getestet werden.
Beim sogenannten Drei-Phasen-Test wird in Rückenlage ein Bein gestreckt nach oben gehoben, während das andere auf der Unterlage bleibt.
Währenddessen werden nacheinander das

  • Becken,
  • Kreuzbein und die
  • Lendenwirbelsäule

mit den Händen fixiert.
Dieser Test gibt Ausschluss über die Beweglichkeit der verschiedenen Gelenke im Bereich des unteren Rückens.
Liegt nun der Verdacht vor das die Beschwerden aus dem Bereich des ISG kommen, wird dieser Bereich spezifisch untersucht.
Die Untersuchung des Kreuz-Darmbein.Gelenkes besteht aus folgenden Bereichen:

  • Stellungsdiagnostik des Beckens
  • Orientierende Tests
  • Spezifische Tests

Stellungsdiagnostik des Beckens

Die Stellungsdiagnostik des Beckens wird im Stand durchgeführt.
Dabei legt der Untersucher seine Hände auf den Beckenkamm des Patienten um einen Beckenschiefstand auszuschließen.
Am Darmbein gibt es 2 vordere und hintere Knochenvorsprünge die ebenfalls Hinweise auf die Stellung des Beckens im Raum geben.
Durch diese Methode bekommt der Orthopäde Hinweise auf folgende Gegebenheiten:

  • Beckenschiefstand
  • Beckenverwringung (Verdrehung)
  • Funktionelle Beinlängendifferenz
  • Echte Beinlängendifferenz

Orientierende Tests

Zu den orientierenden Tests einer ISG-Blockade gehören der

  • Hip-drop-Test
  • Patrick-Kubis-Test
  • Vorlauf-Test
  • Spine-Test

1.) Hip-drop-Test:
Der Hip-drop-Test dient der Überprüfung der Beckensenkung.
Dabei steht der Orthopäde hinter dem Patienten und bittet ihn abwechselnd die Spielbeinseite zu senken und achtet dabei auf die Gleichmäßigkeit der Bewegung mit besonderem Augenmerk auf die Beckensenkung und Rotation des Beckens.
Beurteilung:
Der Hip-drop-Test ist ein Screening-Test um eine Idee zu entwickeln in welchem Bereich die Funktionsstörung liegt.
Ist der Test physiologisch kommt es zu einem seitengleichen Absinken beider Beckenhälften. 
In diesem Fall liegt der Vedacht nahe, dass sich die Störung nicht in der Funktionskette

  • LWS
  • Hüfte
  • ISG

befindet.
Dann kann direkt mit der Untersuchung der nächst höher gelegenen Etage begonnen werden.
Diese Etage ist der Thoracolumbale Übergang (TLÜ).
Ist der Hip-drop-Test vermindert liegt die Störung entweder im Bereich der Funktionskette LWS-ISG-Hüfte oder es liegt eine Verkürzung im Bereich des Tractus iliotibialis oder des M. piriformis vor.
Ist der Test vermindert sollte diese Funktionskette mit weiteren Tests untersucht werden.
Der nächtste sinnvolle Test zur Untersuchung der Becken-Bein-Region ist der

2.)Patrick-Kubis-Test
Dabei befindet sich der Patient in Rückenlage und setzt seine Ferse neben sein gegenüberliegendes Kniegelenk. Jetzt wird das angewinkelte Bein in Abduktion (Abspreizen) und Außenrotation geführt.
Dabei wird das Bewegungsausmaß und Endgefühl des ISG getestet.
Dieser Test funktioniert nur physiologisch wenn

  • Hüftgelenke
  • Innenrotatoren
  • Aussenrotatoren und
  • Adduktoren

einwandfrei funktionieren.

3.) Vorlauf-Test
Dieser Test überprüft das Gelenkspiel der Iliosakralgelenke in Bewegung.
Dabei tastet der Orthopäde, der hinter dem Patienten steht, von unten die Spina iliaca posterior superior (SIP/hinterer Darmbeinstachel). 
Er bittet dann den Patienten sich vom Kopf her einzurollen und den Rumpf maximal zu beugen.
Dabei beoachtet er das Vorlaufverhalten und letztendlich die Endstellung der SIPS. 
Bei diesem Test wird die Bewegung des Kreuzbeins gegenüber dem Darmbein im ISG getestet.
Stehen die beiden Darmbeinstachel bei maximaler Rumpfbeuge in gleicher Höhe im Vergleich zur Ausgangssstellung, handelt es sich um einen Normalbefund.
Dagegen zeigt ein einseitiger Hochstand der SIP ein positives Vorlaufphänomen an und weist auf eine Blockierung des entsprechenden ISG hin.
In der Regel wird die Vorlauf-positive Seite behandelt.

4.) Spine-Test
Beim Spine-Test (Rücklaufphänomen) hebt der Patient im Stand das zu untersuchende Bein bis zu einem Kniewinkel von 90° an. 
Der Orthopäde tastet dabei die Bewegung des Darmbeinstachels und beobachtet ob sich dieser im Beugeprozess absenkt.
Ist dies nicht der Fall gibt dieser Test das nächste Hinweiszeichen auf eine Blockierung des ISG auf dieser Seite.

Spezifische Tests

Der Beweis das wirklich eine ISG-Blockade vorliegt ist das eingeschränkte Gelenkspiel (Joint-play).
Folgende Tests überprüfen das Gelenkspiel (Joint-play):

  • Federungstest cum-femore
  • Hebe-und Schütteltest
  • Klafftest

1.) Federungstest cum-femore
Bei diesem Test liegt der Patient auf dem Rücken und der Orthopäde tastet mit seinem Tastfinger den Iliosakralgelenksspalt.
Dann stellt er beim Patienten die Hüftbeugung so ein, dass am Tastfinger die ISG-Bewegung zu spüren ist.
Unter einem Schub entlang der Oberschenkellängsachse lässt sich dass Endgefühl des Kreuz-Darmbein-Gelenkes ertasten und beurteilen.
Dieser Test sollte immer im Seitenvergleich durchgeführt werden.
Auf der Seite auf der das Gelenkspiel eingeschränkt ist, liegt eine ISG-Blockade vor.

2.)Hebe-und Schütteltest
Der Hebe-und Schütteltest wird in Bauchlage durchgeführt.
Schütteltest:
Der Orthopäde steht dabei in Schrittstellung und umfasst mit einer Hand die Spina iliaca anterior superior (vorderer Darmbeinstachel) von vorne, während er mit der anderen Hand die ISG-Beweglichkeit tastet.
Dann schüttelt der Orthopäde mit der einen Hand das Darmbein des Patienten und tastet dabei die ISG-Beweglichkeit.
Hebetest:
Eine andere Möglichkeit ist es das Darmbein langsam nach hinten, also zum Untersucher zu ziehen.
Dabei ertastet man das Bewegungsausmaß und das Endgefühl des ISG.
Beide Tests sollten im Seitenvergleich durchgeführt werden.
Ist auf einer Seite das Gelenkspiel vermindert, so ist diese blockiert und sollte behandelt werden.

3.) Hebetest
Bei diesem Test liegt der Patient und Seitenlage und der Orthopäde sitzt hinter ihm.
Dabei legt der Orthopäde einen Tastfinger auf das zu untersuchende ISG und führt mit seinem Ellenbogen über das Darmbein ein Klaffen im ISG durch.
Ist das Gelenkspiel in einem ISG vermindert ist dieses ISG blockiert.
Auch dieser Test wird im Seitenvergleich durchgeführt.

Röntgenbild

Ein Röntgenbild ist bei einer ISG-Blockade eher selten notwendig.
Es dient der Darstellung der knöchernen Strukturen im Bereich des Kreuz-Darmbeingelenks, die Verkantung der Gelenkflächen ist allerdings selten eindeutig identifizierbar.
Daher wird das Röntgenbild nur eingesetzt, wenn es darum geht, mögliche andere Erkrankungen auszuschließen.
Es kommt also beispielsweise zum Einsatz, wenn der Verdacht auf eine begleitende oder durch die ISG-Blockade verursachte Arthrose des Iliosakralgelenks besteht.
Hierbei können im Röntgenbild verschiedene typische Zeichen sichtbar gemacht werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT?

Auch ein MRT wird bei einer ISG-Blockade eher selten benötigt.
Das MRT dient vor allem der Darstellung von weichen Strukturen im Bereich des Gelenks, also beispielsweise der Bänder.
Ein wichtiger Grund für die Anfertigung eines MRTs ist die Ausschlussdiagnose des Bandscheibenvorfalls.
Je nach Ausmaß kann eine ISG-Blockade den Symptomen eines Bandscheibenvorfalls in der Lendenwirbelsäule relativ ähnlich sein. 
Eine weitere Indikation für eine MRT-Untersuchung des ISG ist eine Entzündung in diesem Bereich:
Man spricht hier von einer Sacroiliitis, die zum Symptomkomplex des Morbus Bechterew gehört.
Deshalb sollte bei längerer anhaltenden oder therapieresistenten Beschwerden im ISG eine MRT-Diagnostik durchgeführt werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel MRT-Magnetresonanztomographie.

Behandlung/Therapie

Die Behandlung einer ISG-Blockade ist sehr vielseitig und richtet sich nach der Ausprägung der Beschwerden. 
Die ISG-Blockade wird konservativ behandelt.
Bewährt hat sich eine Kombination aus folgenden Therapieverfahren:

  • Manuelle Therapie zur Mobilisation des ISG
  • Infiltrationen mit Traumeel/Zeel
  • Infiltrationen mit Cortison
  • Triggerakupunktur
  • Kinesiotapes
  • Trainingstherapie

So kann ich eine ISG-Blockade selbst lösen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine ISG-Blockade selbst zu lösen.
Beispielsweise kann zu Hause eine Übung auf einem Stuhl oder einer anderen Erhöhung durchgeführt werden.
Die Beinseite des blockierten ISG schwingt dabei frei in der Luft von hinten nach vorne.
Diese Übung sollte zunächst nur unter Vorsicht und am besten unter Anleitung erfolgen, um mögliche Fehlausübungen zu vermeiden. Danach kann sie aber einfach alleine daheim durchgeführt werden.

Alternativ kann eine ISG-Blockade auch mit einem Tennisball oder einer Blackroll gelöst werden.
Dafür wird das entsprechende Material in liegender Position auf Höhe des unteren Rückens gebracht, sodass es zwischen dem Rücken und dem Boden liegt.
Nun kann durch leichte Kreisbewegungen das gesamte Gelenk massiert und dadurch Verspannungen gelockert werden.
Ein weiterer Effekt ist die Entlastung der beanspruchten Gelenkkapsel, sowie der Bänder und Muskeln.
Für diese Massage eignen sich sowohl eine Blackroll, als auch ein Tennisball, wobei von vielen eine Blackroll als angenehmer empfunden wird.

Wärme

Die Behandlung einer ISG-Blockade mit Wärme kann unterstützend zur Linderung der Schmerzen und Förderung der Beweglichkeit beitragen.
Durch die Gelenkblockierung kommt es häufig zur Verspannung der Muskeln im Bereich des Gesäß.
Die Anwendung von Wärme fördert die Durchblutung und Entspannung der Muskeln, wodurch Krämpfe gelöst und die Strukturen gelockert werden können.
Als mögliche Anwendungsform eignet sich ein Kirschkernkissen, das in liegender Position auf den Gesäßbereich gelegt werden kann.

Kinesiotaping

Zur Unterstützung der Beweglichkeit ist Kinesiotaping eine sinnvolle Behandlungsmöglichkeit.
Es gibt verschiedene Techniken, die je nach Art und Lokalisation der Beschwerden zum Einsatz kommen können. Eine der bekanntesten Optionen ist das Anbringen eines länglichen Tapes in mittig vorgebeugter Haltung ca. eine Handbreite oberhalb des Gesäß.
Diagonal dazu wird ein kurzer Streifen im Bereich der Schmerzen angebracht, ein zweiter kurzer Streifen äquivalent dazu auf der anderen Seite.
Die Tapes sollten mindestens eine Stunde vor der Durchführung von Trainingsübungen angebracht werden und nicht länger als eine Woche an der entsprechenden Stelle verweilen.
Bei Lumedis werden die Kinesiotapes durch regelmäßig geschultes Fachpersonal angebracht.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kinesiotapes.

Akupunktur

Vor allem bei längerfristig bestehenden Schmerzen bietet auch die Akupunktur eine Möglichkeit zur Bekämpfung der Beschwerden einer ISG-Blockade.
Dabei werden die Akupunktur-Nadeln an bestimmte Triggerpunkte im Bereich des Gesäß, des Kreuzbeins und der Lendenwirbelsäule gesetzt.
Somit können Verspannungen der Muskeln, die sich über einen längeren Zeitraum aufgebaut haben, gelockert werden. 
Bei der akuten ISG-Blockade sind in der Regel 4-6 Anwendungen und bei der 
chronischen ISG-Blockade 10-12 Anwendungen notwendig.

Weitere Informationen finden Sie im Artikle Triggerpunktakupunktur.

Kann eine Spritze helfen?

In einigen Fällen kann bei starken Beschwerden durch eine ISG-Blockade auch eine Spritze helfen.
Dabei wird Cortison meist in Kombination mit einem lokalen Betäubungsmittel verwendet und in den Bereich des Darm-Kreuzbeingelenks gespritzt.
Diese Behandlung erfolgt unter bildgebender Kontrolle, damit sichergestellt werden kann, dass das Kortison an die richtige Stelle gespritzt wird.
Es kommt lokal zu einer Hemmung der Entzündungsprozesse und dadurch auch zu einer Linderung der einhergehenden Schmerzen. 
Bei Lumedis wrd in der Regel Cortisonfrei gearbeitet und eine naturheilkundliche Variante mit Traumeel/Zeel eingesetzt.

Zusätzlich bieten wir bei Lumedis Ihnen mit unserer Osteopathin Carmen Heinz eine weitere wichtige Therapie zur Verfügung. Sie ist Spezialistin auf dem Gebiet der Osteopathie und berät Sie gerne über die Möglichkeiten der Osteopathie bei einer ISG-Blockade.

Dauer

Die Dauer einer ISG-Blockade kann sehr unterschiedlich ausfallen und richtet sich nach der Beschwerden und dem Ausmaß der Blockade.
Bei einer akuten und leichteren Form der Blockierung können bereits wenige Behandlungen eine vollständige Lösung des Gelenks erzielen und nach wenigen Tagen zur Beschwerdefreiheit führen.
Es gibt allerdings häufig Fälle, bei denen es durch das Zusammenspiel weiterer Vorschädigungen zu einer längeren Dauer kommt oder immer wiederkehrenden Blockaden des ISG.

So fühlen sich die Schmerzen mit einer ISG-Blockade an

Die Schmerzen mit einer ISG-Blockade werden von den meisten Betroffenen als tief sitzend beschrieben, da sie im Gesäßbereich lokalisiert sind.
Es kommt meist zu einer Verschlechterung der Schmerzen durch Sitzen oder der Ausführung der eingeschränkten Bewegungsrichtung.
Des Weiteren strahlen die Schmerzen häufig aus.
Typische Lokalisationen hierfür sind

  • seitliches Becken
  • Leistengegend und das
  • Bein der betroffenen Seite

Aufgrund dieser Ausstrahlung, die nicht im Zusammenhang mit einer Schädigung der Nervenwurzel der aus dem Rückenmark kommenden Nerven steht, werden diese ausstrahlenden Schmerzen auch als „pseudoradikulär“ bezeichnet.

Wie sollte man bei einer ISG-Blockade schlafen?

Bei einer ISG-Blockade ist die richtige Schlafposition sehr wichtig, um weiteren Schmerzen durch eine falsche Haltung beim Schlafen vorzubeugen.
Generell gilt, dass eine Position gewählt werden sollte, die möglichst wenig Schmerzen verursacht.
Dabei sollte auf die Entlastung des Gelenks geachtet werden, beispielsweise sollte ein übermäßiges Abspreizen eines Beines vermieden werden.
Wird die Rückenlage zum Schlafen gewählt, sollte auf die Wölbung der unteren Wirbelsäule gewährleistet sein. Wichtig für eine gesunde Schlafposition ist auch eine rückenschonende Matratze.
Des Weiteren können gegebenenfalls Lagerungskissen weiterhelfen.

Was kann man tun, wenn sich eine ISG-Blockade nicht löst?

Beim fehlenden Lösen einer ISG-Blockade ist eine weiterhin fortzuführende Behandlung sehr wichtig.
Die Begleitung durch einen Physiotherapeuten kann dazu beitragen, die Muskulatur und Bänder im Gesäßbereich zu kräftigen. Dies dient der Entlastung des Gelenks, was bei einer weiterbestehenden Blockade sehr wichtig ist. Auch immer wieder eingesetzte Behandlungen mit Wärme und Akupunktur können zur Linderung der Beschwerden bei einer ISG-Blockade beitragen.
Am wichtigsten ist, dass bei einer fehlenden Lösung des ISG nicht aufgegeben wird, sondern weiterhin die Stärkung der Strukturen und die Linderung der Schmerzen im Vordergrund stehen.

Wie kann ich eine ISG-Blockade von einem Bandscheibenvorfall unterscheiden?

Eine ISG-Blockade kann von den verursachten Beschwerden denen eines Bandscheibenvorfalls sehr ähneln.
Bei beiden Erkrankungen kommt es zu Schmerzen im unteren Rücken und Gesäß.
Typisch ist auch, dass es in beiden Fällen zum Ausstrahlen der Schmerzen, beispielsweise in die Leiste oder das Bein, kommen kann.
Bei einem Bandscheibenvorfall kann es allerdings auch zum Auftreten von Missempfindungen und Muskelschwächen kommen, welche für eine ISG-Blockade nicht unbedingt typisch sind.
Bei Unklarheiten sollte im Zweifel immer eine Bildgebung in Form eines MRT erfolgen.

Wie kann ich eine ISG-Blockade von einem Piriformissyndrom unterscheiden?

Auch ein Piriformissyndrom kann einer ISG-Blockade von den Beschwerden her sehr ähneln.
Typisch für das Piriformissyndrom ist der stechende Schmerz, der im Gesäßbereich bis zum mittigen Oberschenkel lokalisiert ist.
Außerdem kann es auch hier zu Missempfindungen, wie Taubheit oder Kribbeln kommen, die entlang des Beins ausstrahlen können.
Auch Muskelschwächen können auftreten.
Diese Symptome sind für eine ISG-Blockade eher untypisch.
Durch bestimmte Tests kann spezifisch der Piriformis-Muskel isoliert untersucht und dementsprechend eine Verletzung erkannt werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Piriformissyndrom.

Rehabilitation und Prävention:

Muskuläre Dysbalancen-Check

Ein muskulärer Dysbalancen-Check gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um einer ISG-Blockade vorzubeugen oder frühzeitig entgegen zu wirken.
Dabei steht das Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln im Bereich des unteren Rückens und des Gesäß im Vordergrund.
Diese Muskelgruppen sind sehr wichtig für die Stabilität und Unterstützung des Iliosakralgelenks.
Mögliche Muskelschwächen oder Verkürzungen einzelner Muskeln können dementsprechend als begünstigende Faktoren für die Entstehung einer Gelenkblockade frühzeitig entdeckt werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kraftmessung.

EMG

Auch das EMG kann als Präventionsmaßnahme für eine ISG-Blockade dienen.
Dabei werden die Aktivitätsströme der Muskeln im Gesäßbereich rund um das Darm-Kreuzbeingelenk gemessen. Dadurch können Schwächen der Muskeln erkannt werden.
Außerdem kann bei bestimmten Messungen zwischen Schädigungen der Muskeln und der Nerven unterschieden werden. So können mögliche Risikofaktoren für eine ISG-Blockade frühzeitig erkannt werden, um ihnen entsprechend entgegen arbeiten zu können.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel EMG-Elektromyographie.

Wirbelsäulenvermessung

Eine Wirbelsäulenvermessung ist ein wichtiges Element, um einer ISG-Blockade frühzeitig vorzubeugen oder entgegenzuwirken.
Dabei werden durch bestimmte Messinstrumente verschiedene Abschnitte der Wirbelsäule analysiert und beispielsweise die Winkel der Lendenwirbelsäule vermessen.
Dies lässt Aussagen über eventuell langfristig bestehende Fehlhaltungen, wie beispielsweise einen Beckenschiefstand, treffen. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Wirbelsäulenvermessung.

Trainingsübungen

Es gibt zahlreiche Trainingsübungen, die bei einer ISG-Blockade präventiv oder auch nach einer stattgefundenen ISG-Blockade durchgeführt werden können.

Um das Gelenk beweglicher zu machen und zu mobilisieren kann auf einer Erhöhung im Einbeinstand das Bein der betroffenen Seite nach vorne und hinten geschwungen werden.
Dadurch kann die Beweglichkeit des Gelenks gefördert werden, wobei hier bei den ersten Durchführungen Vorsicht geboten werden sollte.
Eine frühzeitige übermäßige Bewegung kann eventuell zu Schädigungen der Gelenkflächen führen.
Daher empfiehlt es sich, diese Übung zu Beginn nach einer ISG-Blockade unter physiotherapeutischer Anleitung durchzuführen.

Eine weitere Übung findet auf allen Vieren auf einer Erhöhung statt.
Die Beine werden überkreuzt und das Knie der betroffenen Seite wird über die Kante gesetzt, damit dieses frei in der Luft hängt. Nun wird die Hüfte abwechselnd nach oben und wieder nach unten geschoben. Dadurch kann das Gelenk mobilisiert und die Muskeln gekräftigt werden.

Um die Muskeln und Bänder des ISG zu dehnen kann in Rückenlage mit ausgestreckten Armen und Beinen das Bein der betroffenen Seite angewinkelt werden. Danach wird es langsam über das andere ausgestreckte Bein gekreuzt und in Richtung Boden gelegt. Dabei bleibt der Rücken soweit wie möglich auf der Matte liegen, damit die Dehnung im besagten ISG stattfindet.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel:

Um eine Chronifizierung und das gehäufte Wiederauftreten von ISG-Blockaden zu verhindern ist es sehr wichtig die funktionelle Ursache frühzeitig zu erkennen und frühzeitig zielgerichtet zu therapieren.

Unsere Wirbelsäulenspezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Wirbelsäulensprechstunde!