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Lumedis Frankfurt

Dr. Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Sven Daum
Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Bandscheibenvorfall in der HWS

Der Bandscheibenvorfall der HWS ist seltener als der Bandscheibevorfall der LWS, aber dadurch nicht weniger schmerzhaft.
Da aufgrund nicht ausreichender Nachbehandlung sich hier häufig chronische Schmerzsyndrome entwickeln, sollte eine Operation wenn möglich verhindert werden.
Aus diesesm Grund gehört die Behandlung des Bandscheibenvorfalles in die Hände eines guten Orthopäden.
Gerne stellt Ihnen Lumedis alle wichtigen Informationen zusammen.
Wenn Sie eine ausführliche Beratung durch unsere Wirbelsäulenspezialisten wünschen kommen Sie hier zu Ihrem Wunschtermin.
 

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist ein Bandscheibenvorfall in der HWS?

Bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS kommt es zur Schädigung einer oder seltener mehrerer Bandscheiben der Halswirbelsäule.
Der äußere bindegewebige Faserring reißt dabei ein und die gallertartige Masse des inneren Kerns der Bandscheibe tritt hinaus.
Dadurch kann es zur Kompression des Rückenmarks oder daraus austretender sogenannter Spinalnerven im Bereich der Halswirbelsäule kommen.
Die HWS ist seltener von Bandscheibenvorfällen betroffen als die Lendenwirbelsäule.
Zu den Symptomen gehören

  • Schmerzen,
  • Kribbeln und
  • Muskelschwächen in den Schultern und den Armen.

Die möglichen Folgen sind jedoch sehr gravierend, weswegen eine zeitnahe Diagnose und Behandlung sehr wichtig sind.

Ursachen

Am häufigsten werden Bandscheibenvorfälle in der HWS durch degenerative, also verschleißbedingte Veränderungen verursacht.
Dabei kommt es im Rahmen des Alterungsprozesses zur Abnahme der Elastizität und Belastbarkeit der Bandscheiben.
Dadurch entsteht meist zunächst eine Vorwölbung der Bandscheibe.
Es kann aber auch direkt oder im Verlauf zum Vorfall der Bandscheibe und dadurch zu direktem Druck auf das Rückenmark oder die daraus hervorgehenden Spinalnerven kommen.
Degenerative Bandscheibenvorfälle in der HWS werden vor allem durch Fehlhaltungen der Wirbelsäule begünstigt.
Im Bereich der Halswirbelsäule spielt dabei vor allem die sitzende Position mit heruntergebeugtem Kopf eine Rolle.
Daher sind auch Berufsgruppen mit einer überwiegend sitzenden Tätigkeit, beispielsweise im Büro, besonders gefährdet. Weiterhin spielen Schwächen der Muskulatur oder der umgebenden bindegewebigen Strukturen, wie beispielsweise der Bänder, eine wichtige Rolle. Häufig handelt es sich um eine Kombination aus repetitiven langen Fehlhaltungen im Sitzen und einer fehlenden Kräftigung der Nackenmuskulatur.

Seltener wird ein Bandscheibenvorfall in der HWS durch eine akute Ursache ausgelöst.
Dabei handelt es sich vor allem um plötzliche übermäßige Bewegungen, die einen Bandscheibenvorfall verursachen können.
Jedoch liegt auch hier meist bereits eine Vorschädigung der Strukturen vor.
Eine weitere seltene Ursache eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule ist ein Unfall.
Hierzu gehören sowohl Sportverletzungen als auch beispielsweise Autounfälle.

MRT der HWS seitlich T2

  1. Rückenmark
  2. zweite Bandscheibe der HWS
  3. 6. Wirbelkörper der HWS
  4. Bandscheibenvorfall C6/7 mit Kompression des Rückenmarks
  5. 7. Wirbelkörper der HWS

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Bandscheibenvorfall in der HWS

Zu den häufigsen Ursachen eines Bandscheibenvorfalles der HWS gehören:

  • Schwindel
  • Tinnitus
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Schmerzen im Dermatom
  • Kribbeln im Arm
  • Taube Finger
  • Muskelschwäche
  • Nackenschmerzen

Abbildung der Halswirbelsäule

  • rechts: seitliche Halswirbelsäule (grün)
  • mitte: Halswirbelsäule von hinten (grün)
  • links: Halswirbelsäule von vorne (grün)

Schmerzen im Dermatom

Bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS kommt es typischerweise zu Schmerzen im Dermatom.
Damit ist der Hautbereich gemeint, der von einem aus dem Rückenmark austretenden Spinalnerven versorgt wird. Je nach Höhe des Bandscheibenvorfalls treten die Schmerzen entsprechend in verschiedenen Dermatomen auf. Die Schmerzen können jedoch nicht immer genau lokalisiert werden.
Manchmal sind auch, je nach Art des Bandscheibenvorfalls, mehrere Dermatome betroffen.
Verursacht werden die Schmerzen durch den Druck der Bandscheibe auf den Spinalnerven bzw. dessen Wurzel. Dadurch entsteht eine Nervenreizung und es kommt zu einer Entzündungsreaktion, wodurch der Nerv Schmerzsignale aussendet.

Häufig kommt es zu Schmerzen im Bereich der Schultern und des Nackens.
Diese können typischerweise durch bestimmte Bewegungen, beispielsweise Kopfdrehungen, ausgelöst werden. Außerdem können sie durch bestimmte Bewegungen verschlimmert werden.
Viele Betroffene klagen auch in der Nacht vermehrt über Schmerzen.
Die Schmerzen können je nach Lage des Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule in den Arm und die Hand ausstrahlen. Sie werden häufig als ziehend empfunden.

Kribbeln

Durch die Reizung des Nerven bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS kann es außerdem zu Missempfindungen kommen.
Dabei handelt es sich um fehlerhafte Signale, durch die Fasern, die für die Sensibilität zuständig sind, weitergeleitet werden.
Hierzu gehört beispielsweise die Empfindung von Kribbeln.
Viele Betroffene beschreiben die Empfindung auch als Ameisenlaufen.
Diese können, je nach Höhe der Verletzung, im Bereich des Gesichts oder der Schulter, entlang des Armes oder im Bereich der Hand auftreten.

Taube Finger

Im Rahmen von Missempfindungen bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS kann es auch zum Auftreten von Taubheit kommen. Diese kann in den verschiedenen Dermatomen, also Hautinnervationsbereichen der einzelnen Spinalnerven, auftreten.
Eine Lokalisation, bei der diese Empfindung meist sehr früh auffällt, sind die Finger.
Die Taubheit in den Fingern kann durch verschiedene Bewegungen, wie z.B. starken Kopfdrehungen oder –neigungen, ausgelöst werden.
Beim Auftreten dieses Symptoms sollte zeitnah ein Orthopäde aufgesucht werden.
Es sollte dabei auch immer abgeklärt werden, ob nicht auch eine andere Ursache dahinter steckt, wie beispielsweise ein Karpaltunnelsyndrom.

Muskelschwäche

Im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule kann es zum Auftreten von Muskelschwäche kommen.
Die Kompression eines oder mehrere Spinalnerven im Bereich des Rückenmarks durch die geschädigte Bandscheibe führt zu einer fehlerhaften Funktion des jeweiligen Nervs.
Die Nerven sind auch für die Versorgung der Muskeln im Bereich des

  • Nackens, der
  • Schultern und der
  • Arme

zuständig.
Eine Einschränkung des Nervs führt dementsprechend zu einer Einschränkung der Muskelfunktion mit Muskelschwäche.
Betroffene nehmen beispielsweise wahr, dass sie ihren Arm oder die Schulter nicht mehr so gut heben können. Auch die Kraft im Bereich der Hand beim Greifen von Gegenständen wird häufig als vermindert wahrgenommen.

Lähmung

Auch Lähmungen können bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS auftreten.
Dies spricht in der Regel meist für einen ausgeprägten bzw. fortgeschrittenen Verlauf des Bandscheibenvorfalls, der schnellstmöglich orthopädisch betreut werden sollte.
Die Lähmungen entstehen durch die Druckbelastung auf einen oder mehrere Nerven im Bereich des Rückenmarks.
Je nach Lokalisation treten dann unterschiedliche Lähmungen auf, beispielsweise in den Schultern oder den Armen.

Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind ein häufiges Symptom bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS und können durch verschiedene Ursachen entstehen.
Die Schmerzen können als direkt Folge der Reizung von Nerven im Bereich der oberen Halswirbelsäule auftreten.
Kopfdrehungen und –neigungen führen dabei häufig zu einer Schmerzzunahme.
Um genau diesen Schmerzen zu entgehen nehmen viele Betroffene jedoch auch Zwangs- bzw. Fehlhaltungen ein.
Dies wiederum führt selbst auch zum Auftreten von Nackenschmerzen.
Es kommt zum Auftreten eines steifen Halses und Bewegungseinschränkungen.
Zu weiteren Begleitsymptomen gehören typischerweise Kopfschmerzen und Schwindel.

Trizepsschwäche

Eine Trizepsschwäche ist ein weiteres mögliches Symptom, das bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS auftreten kann.
Der Trizeps-Muskel wird von den Spinalnerven C6 bis C8, also dem sechsten, siebten und achten Nerv aus dem Rückenmark der Halswirbelsäule, versorgt.
Hier treten auch häufiger Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbelsäule auf.
Kommt es in diesem Bereich zu einem Bandscheibenvorfall, kann sich dies durch Schwäche im Trizeps äußern.
Die betroffene Person wird dadurch in der Streckung des Unterarmes eingeschränkt.
Auch feine Handbewegungen werden durch eine Trizepsschwäche schwieriger.

Bizepsschwäche

Bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS kann es zu Schwächen in verschiedenen Muskeln kommen.
Eine Bizepsschwäche ist dabei nicht selten, da der Bizeps-Muskel von den Spinalnerven C5 und C6, also dem fünften und sechsten Nerv im Bereich der Halswirbelsäule, versorgt wird.
Diese Muskelschwäche äußert sich durch eine Verminderung der Kraft bei der Beugung des Unterarms.
Dementsprechend kommt es zur Einschränkung beim Anheben und Aufheben von Gegenständen.
Die Lokalisation des Bandscheibenvorfalls, die zum Ausfall der Nerven führt, die für die Versorgung des Bizeps zuständig sind, zählt unter den Bandscheibenvorfällen in der Halswirbelsäule zu den häufigsten.

Diagnose

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls in der HWS setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen.
Die Anamnese, also das Arzt-Patienten-Gespräch, spielt eine wichtige Rolle, um mögliche Ursachen und den Beginn der Symptome zu klären.
Die körperliche Untersuchung kann entscheidende Hinweise auf die Lokalisation des Bandscheibenvorfalls geben, da je nach Höhe der Verletzung verschiedene Beschwerden typisch sind.
Zur Sicherung der Diagnose ist eine Bildgebung entscheidend.
Hier ist das MRT die wichtigste Untersuchung, da die Urasache hier am besten beurteilt werden kann.
Weiterhin kann das Röntgen zur Beurteilung knöcherner Schäden sinnvoll sein.

Röntgenbild

Ein Röntgenbild ist eine eher selten eingesetzte, aber mögliche diagnostische Untersuchung bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS.
Das Röntgenbild kommt am ehesten bei bereits bestehenden Lähmungen in Frage, um einen Überblick über die Wirbelsäule zu erlangen.
Der Vorteil am Röntgen ist, dass knöcherne Fehlstellungen oder Verknöcherungen an den Wirbelkörpern der Halswirbelsäule gut sichtbar sind.
Außerdem können Funktionsaufnahmen, beispielsweise in Beugung oder Streckung des Halses, erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT?

Die Anfertigung eines MRTs ist fester Bestandteil der Diagnostik bei einem Bandscheibenvorfall der HWS.
In dieser Bildgebung lässt sich das Ausmaß eines Bandscheibenvorfalls am besten beurteilen, da der Wasseranteil der Bandscheiben gut sichtbar ist.
Die genaue Bestimmung des Ausmaßes ist im Bereich der Halswirbelsäule sehr wichtig, da hier die Komplikationen eines Bandscheibenvorfalls schwerwiegend sein können.
Daher sollte bei jedem begründeten Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall der HWS ein MRT angefertigt werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Magnetresonanztomographie.

MRT einers Bandscheibenvorfalls der HWS (seitliche T2 Aufnahme):

  1. Rückenmark (Medulla spinalis)
  2. Dornfortsatz
  3. Wirbelkörper
  4. Bandscheibenvorfall der bis an das Rückenmark heran reicht
  5. Bandscheibe

Behandlung/Therapie

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls in der HWS umfasst viele Komponenten und variiert stark je nach Art und Ausmaß der Schädigung.
Die meisten Bandscheibenvorfälle können gut konservativ behandelt werden.
Zu den konservativen, also nicht operativen-Methoden gehören mehrere Abschnitte.
Die häufigsten Therapiemassnahmen sind:

Bei Lumedis wird eine speziell auf den Patienten abgestimmte Kombination der Therapieverfahren eingesetzt und damit die besten Ergebnisse in der Therapie des Bandscheibenvorfalles der HWS eingesetzt.

Eine Operation kommt bei ausgeprägten Bandscheibenvorfällen mit mehreren Ausfällen, wie Lähmungen und Missempfindungen, oder fehlender Ansprache auf eine nicht-operative Therapie in Frage.

Im Anschluss ist es immer ratsam zur Rehabilitation und Prävention weiterer Bandscheibenvorfälle eine Haltungsanalyse durchzuführen und durch eine gezielte Trainingstherapie muskuläre Dysbalancen auszugleichen.

Wann braucht man eine OP?

Eine OP im Bereich der Halswirbelsäule ist ein Verfahren, das mit vielen Risiken verbunden ist, die nicht unterschätzt werden sollten. Daher besteht das Ziel primär darin, eine Operation nach Möglichkeit zu umgehen.

Es gibt allerdings bestimmte Voraussetzungen, unter denen eine OP bei einem Bandscheibenvorfall der HWS notwendig ist. Hierzu gehört eine starke Ausprägung des Bandscheibenvorfalls mit neurologischen Symptomen, also Muskellähmungen oder dauerhaften Missempfindungen. Dies sind Anzeichen für eine langanhaltende Nervenschädigung, die zum Absterben des entsprechenden Nervs führen kann und entsprechend verhindert werden sollte. Auch das fehlende Ansprechen der Verletzung auf eine nicht-operative, also konservative, Therapie ist eine Indikation für eine OP.

Schmerztherapie

Zum Durchbrechen chronischer Schmerzen die im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls der HWS auftreten können. bietet die Schmerztherapie eine ideale Ergänzung des Konservativen Therapiekonzeptes. Sie setzt sich aus 2 Behnadlungsbausteinen zusammen: einem nicht-medikamentösen :

und einem medikamentösen:

  • Canabinoide (CBD-Öl)
  • Schmerzmittel wie NSAR (Voltaren, Ibuprofen, etc…) und Coxibe (Arcoxia, etc..), bei längerer Einnahmedauer oft Metamizol (Novalgin).
  • Nervenschmerzen: Antidepressiva und Antiepileptika
  • starke Schmerzen: Opiode

Unser Expertenteam von Lumedis versucht stets eine Therapieerfolg ohne den Einsatz von Medikament. Sollte dies in jedoch nicht möglich sein,erarbeitet unser Schmerspezialist Sven Daum ein individuell auf Sie angepassten Behandlungsplan mit dem optimalen Verhältnis von maximaler Schmerzreduktion und minimalen Medikamenteneinsatz. Hierfür erfolgt vor Therapiebeginn eine ausführliche schmerzorientierte Anamnese sowie eine körperliche Untersuchung.

Sehr gerne geht unser Schmerzspezialist Sven Daum mit Ihnen gemeinsam den Weg hin zur Schmerzfreiheit.

Osteopathie

Um eine Operation an der Halswirbelsäule zu umgehen, eignet sich vor allem die risikoarme und sanfte Behandlung der Osteopathie.
Das Ziel der Osteopathie ist es, durch einen ganzheitlichen Ansatz die meist schon weit zurück gelegene Ursache des Bandscheibenvorfalls zu bestimmen, um so chronische Rückenschmerzen durch eine auf den Patienten abgestimmte Therapie zu lindern und die Selbstheilungsprozesse des Körpers zu unterstützen. Hierbei werden Blockaden und Verspannungen gelockert und die Muskeln rund um die Wirbelsäule gestärkt, um so den Druck auf die Bandscheiben zu dämpfen.

Lumedis' Spezialistin für Osteopathie Carmen Heinz geht mit sanften Methoden und manuellen Techniken auf den Patienten ganz individuell ein, welche neben der körperlichen und seelischen Verfassung des Patienten im Zentrum der Osteopathie steht.

Mehr Informationen zur Behandlung mit Osteopathie finden Sie unter
Ärztliche Osteopathie oder Osteopathie bei einem Bandscheibenvorfall.

Akupunktur

Die Akupunktur wird als Behandlungsmethode bei Schmerzen im Bereich des Nackens nach einem Bandscheibenvorfall häufig eingesetzt. Dabei werden bestimmte Punkte entlang der Wirbelsäule mit Nadeln behandelt, die je nach Ausführung und Stimulierung der Nadeln unterschiedlich lange verweilen. In der Regel beträgt die Verweildauer für die Akupunkturnadeln bei einer Behandlung der HWS maximal zwanzig Minuten. 
Eine Sonderform der Akupunktur die Lumedis zum Einsatz kommt ist die Triggerakpunktur.
Hier werden bestimmte Muskelverhärtungen (Triggerpunkte) behandelt die Auslöser für ein bestimmtes Schmerzmuster sind behandelt und zur Entspannung gebracht.
Je nach Ausmass des Bandscheibenvorfalles sind 6-12 Anwendungen notwendig.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Triggerakupunktur.

PRT

Die PRT, also die periradikuläre Therapie, kann bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS eingesetzt werden, um lokal zur Reduktion der Entzündung beizutragen.
Bei diesem Verfahren wird Cortison direkt in den Bereich der Nervenwurzel des Spinalnerven, der aus dem Rückenmark austritt, eingebracht.
Dafür wird eine Cortison-Spritze unter bildgebender Kontrolle in Form von einem CT verwendet, mit deren Hilfe das Cortison direkt an die Nervenwurzel des betroffenen Segments der Halswirbelsäule gespritzt werden kann.
Das Cortison wirkt lokal hemmend auf die Entzündungsprozesse. Dadurch kann die Schwellung im Bereich der Verletzung reduziert werden.
Diese Wirkung birgt den großen Vorteil, dass es zur Druckentlastung der geschädigten Nerven kommt.
Die Nerven können dann wieder unversehrt ihrer Funktion nachkommen und mögliche neurologische Symptome, wie Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen werden reduziert.
In der Regel reicht eine Behandlungssitzung für ein paar Tage bis Wochen aus und kann dann – je nach Bedarf – mehrmals wiederholt werden. 
Bei schwereren Verläufen werden 3 Behandlungen im Abstand von einer Woche durchgeführt.

Wann braucht man Cortison?

Cortison kann als Medikament bei einem Bandscheibenvorfall der HWS eingesetzt werden, um die Prozesse der Entzündung zu reduzieren.
Es führt entsprechend zu einer Reduzierung der Schwellung des gereizten Nerven, der durch die geschädigte Bandscheibe komprimiert wird.
Für diesen Effekt wird Cortison im Rahmen einer PRT lokal eingespritzt.
Es kann aber auch als Tablette eingenommen werden, um auf den gesamten Körper antientzündlich zu wirken.
Dadurch kann es auch die Entzündungsreaktion der geschädigten Bandscheibe selbst lindern.
Cortison sollte nur für eine festgelegten Zeitraum und unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden, da es einige Nebenwirkungen besitzt.

Weitere Informationen zum Cortison finden Sie unter unserem Artikel Cortison bei einem Bandscheibenvorfall.

Kinesiotaping

Eine weitere Behandlungsoption bei einem Bandscheibenvorfall der HWS ist das Kinesiotaping.
Dabei werden die Tapes in verschiedenen Techniken im Bereich der Halswirbelsäule für mehrere Tage angebracht, um die Durchblutung der Muskeln zu fördern und dadurch Schmerzen zu lindern.
Das Kinesiotaping kann bei gezielten Schmerzpunkten in Sternform eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Anbringen der Tapes in paralleler Ausrichtung zur Wirbelsäule. Dadurch wird die Dehnung der Bänder und Muskeln entlang der Halswirbelsäule gefördert.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kinesiotape.

Dauer

Die Dauer eines Bandscheibenvorfalls der HWS liegt in der Regel bei einigen Monaten.
Handelt es sich um eine geringe Ausprägung der Verletzung, kommt es häufig bereits nach wenigen Wochen zur deutlichen Besserung der Beschwerden.
Im Bereich der Halswirbelsäule kann es durch die natürliche starke Krümmung der Wirbelsäule jedoch auch zu komplexeren Verläufen kommen. Diese besitzen leider häufig eine längere Dauer.
Mit einer Heilung ist in diesen Fällen oft erst nach mehreren Monaten zu rechnen.
Bestehen die Symptome über einen Zeitraum von drei Monaten hinaus, spricht man von einer Chronifizierung der Beschwerden.

Dauer der Krankschreibung

Eine allgemeine Aussage zur Dauer der Krankschreibung bei einem Bandscheibenvorfall der HWS kann nicht getroffen werden.
Die Dauer richtet sich in erster Linie nach den Beschwerden der betroffenen Person und kann dementsprechend stark variieren.
Wichtig ist, dass durch die Krankschreibung ein Zeitraum geschaffen wird, der für die Erholung der Halswirbelsäule und die Kräftigung der Muskeln genutzt werden kann.
Daher beträgt die Dauer in der Regel mehrere Wochen. Sie kann bis auf eineinhalb Monate erweitert werden.
Bedacht werden sollte dabei auch immer die Berufsgruppe und die durch die Tätigkeit entstehende Belastung für den Bereich der Halswirbelsäule.

Prävention / Rehabilitation:

1. Muskuläre Dysbalancen-Check

Muskuläre Dysbalancen sind ein wichtiger Faktor, der das Risiko für einen Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule erhöhen kann.
Dabei kommt es durch ein Ungleichgewicht zwischen verkürzten und geschwächten Muskeln zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Belastung im Bereich des Nackens.
Dies führt entsprechend zu
Fehlhaltungen,
Verspannungen und einer
Abnahme des Ausmaßes an möglicher Dehnung der einzelnen Muskeln.
Dadurch können langfristig starke Schmerzen entstehen und die Stabilität der Halswirbelsäule wird gefährdet.
Dementsprechend ist es wichtig, dass solche muskulären Dysbalancen durch eine frühzeitigen Rundum-Check festgestellt werden.
Dafür werden mit bestimmten Messinstrumente verschiedene Parameter der Muskeln im Bereich der HWS erfasst und miteinander verrechnet.
So können einzelne Muskelschwächen identifiziert werden.
Ein häufiger Risikofaktor für das Auftreten der muskulären Dysbalancen entlang der Halswirbelsäule ist eine übermäßige sitzende Tätigkeit, sowie Bewegungsmangel.
Dadurch kommt es zur ungleichmäßigen und ungesunden Belastung des Halses und des Nackens.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kraftmessung.

2. EMG

Das EMG, also die Elektromyographie, ist stellt eine sinnvolle Präventionsmethode für einen Bandscheibenvorfall in der HWS dar.
Es ist eine nicht-invasive Methode, die also komplett ohne Schmerzen durchgeführt werden kann und Aufschlüsse über die Zustände der einzelnen Muskeln gibt.
Im Bereich der Halswirbelsäule besteht ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Muskelpartien.
Die Muskeln besitzen verschiedene Funktionen und sorgen in Zusammenarbeit für eine ausreichende Stabilität des Halses und des Nackens.
Da die Halswirbelsäule sich durch ihre besonders gute Beweglichkeit auszeichnet ist die Stabilität und Sicherung der Strukturen hier besonders wichtig.
Bei Schwächen einzelner Muskeln oder übermäßigen Anspannungen mit fehlenden Entspannung kann dieses Zusammenspiel und die Stabilität entsprechend gefährdet sein.
Mit Hilfe des EMG können mögliche Fehlfunktionen der Muskeln aufgedeckt werden, um beispielsweise eine entsprechende physiotherapeutische Behandlung besser zu planen. Dabei werden die Muskelströme in den Zuständen der normalen Spannung, der Anspannung und der Entspannung gemessen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel EMG-Elektromyographie.

3. Wirbelsäulenvermessung

Eine Wirbelsäulenvermessung dient der Auffindung von möglicher Fehlhaltungen des Rückens. Diese stellen häufig einen der entscheidenden Risikofaktoren für die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls in der HWS dar.
Typischerweise kommt es zum häufigen übermäßigen Absenken des Kopfes, wodurch eine punktförmige Überlastung im Bereich des „Knicks“ der Wirbelsäule entsteht.
Diese Überlastung kann bei einer Wirbelsäulenvermessung genauer analysiert werden. Außerdem können noch weitere möglicherweise wichtige Fehlhaltungen im Bereich des gesamten Rückens untersucht werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Wirbelsäulenvermessung.

4. Trainingsmaßnahmen/Übungen

Es gibt zahlreiche Übungen, die zur Vorbeugung eines Bandscheibenvorfalls in der HWS zum Einsatz kommen können.
Die wichtigste Voraussetzung ist eine gesunde und aufrechte Körperhaltung. Dabei muss auf die Haltung der gesamten Wirbelsäule geachtet werden, da nur so eine Entlastung der Halswirbelsäule und des Nackens erfolgen kann.
Dadurch können unnötige Fehlhaltungen und Verspannungen und damit verbundene Schmerzen vermieden werden.
Für die Anleitung verschiedener Übungen wird eine physiotherapeutische Fachkraft empfohlen. Dadurch können die Übungen von vornherein korrekt ausgeführt und die persönlichen Schmerzgrenzen eingehalten werden.
Bei den Übungen sollte außerdem eine Überstreckung des Halses vermieden werden. Mögliche Trainingsmaßnahmen beinhalten das Anspannen der Muskeln gegen einen leichten Widerstand in verschiedene Richtungen, also beispielsweise bei Neigung nach links oder dem Absenken des Kopfes.
Als Widerstandslager kann dabei die eigene Hand genutzt werden. Weiterhin sind Übungen zur Kräftigung des gesamten Rückens sehr wichtig. Hierfür kann beispielsweise in stehender Position mit leicht gebeugten Beinen und ausgestreckten Händen der lange Rücken nach vorne geneigt und wieder aufgerichtet werden. Der Kopf liegt dabei in der Verlängerung der Wirbelsäule. So kann der gesamte Rücken gekräftigt werden.

Bandscheibenvorfall C5/C6

Die Lokalisation des Bandscheibenvorfalls zwischen den Wirbelkörpern C5 und C6 gehört zu den häufigsten im Bereich der HWS.
Dabei kann es zur Kompression des Spinalnerven C6 kommen.
Dies führt entsprechend zu Schmerzen und Missempfindungen in dem durch den Nerv C6 betroffenen Bereich, also entlang des gesamten Armes auf der Daumenseite bis einschließlich des Daumens.
Weiterhin kann es zu Muskelschwächen kommen, wobei hiervon vor allem der Bizeps und der Brachioradial-Muskel betroffen sind.
Dadurch treten vor allem Einschränkungen beim Anheben oder Aufheben von Gegenständen auf, da der Unterarm nicht mehr stark gebeugt werden kann.

Bandscheibenvorfall C6/C7

Im Bereich der Halswirbelsäule ereignet sich ein Bandscheibenvorfall häufig im Bereich der Wirbelkörper C6 und C7.
Entsprechend kann eine Schädigung des Spinalnerven C7 auftreten.
Dadurch kommt es zu Schmerzen entlang des mittleren Unterarmbereichs und der im Bereich der mittleren Finger.
Hier können ebenso Missempfindungen, wie Kribbeln oder Taubheit auftreten.
Des Weiteren kommt es zu muskulären Schwächen oder sogar Lähmungen.
Bei einem Bandscheibenvorfall auf Höhe C6/C7 ist hiervon vor allem der Triceps-Muskel betroffen.
Dies führt zu Einschränkungen der Streckbewegungen des Arms.

Sport nach einem Bandscheibenvorfall in der HWS

Nach einem Bandscheibenvorfall in der HWS sollten einige Dinge bei der Wiederaufnahme des Sports beachtet werden.
Zunächst einmal sollte vor Beginn der sportlichen Aktivitäten Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.
Dies ist wichtig, da den Strukturen im Bereich der Halswirbelsäule zunächst eine gewisse Schonung und Erholung ermöglicht werden sollte.
Es ist allerdings auch sinnvoll, nach einer gewissen Zeit mit dem Sport zu beginnen, um die Muskeln des Rückens und des Nackens aufzubauen und für die Prävention und Stabilisierung zu kräftigen.
In der Regel kann innerhalb von ca. zwei bis drei Wochen nach einem Bandscheibenvorfall vorsichtig mit Sport begonnen werden. Es gibt allerdings auch Fälle oder Sportarten, bei denen ein Beginn erst nach mehreren Monaten medizinisch vertretbar ist.

Es gibt einige Sportarten, die nach einem Bandscheibenvorfall in der HWS zunächst gemieden oder nur unter äußerster Vorsicht betrieben werden sollten.
Hierzu gehören beispielsweise Reiten oder auch Gewichtheben.
Bei diesen Sportarten werden die Bandscheiben vermehrt belastet, was nach einer Schädigung in diesem Bereich zu einem erneuten Bandscheibenvorfall führen kann.
Besonders Übungen mit Gewichtsstangen sollten zunächst vermieden werden, da diese beim Aufsetzen auf den Schultern eine große Belastung für die Halswirbelsäule darstellen können.
Generell wird empfohlen gezielte Übungen nach Rücksprache und oder Anleitung mit einem Physiotherapeuten durchzuführen. Unterstützend für die Muskulatur im Bereich der Wirbelsäule wird beispielsweise Rückenschwimmen empfohlen.

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