Termin vereinbaren

Einen Termin bei uns?

Lumedis Frankfurt

Dr. Carmen Heinz
Dr. Franziska Zwecker
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Sven Daum
Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

direkt am Kaiserplatz
Kaiserstraße 14/Eingang Kirchnerstraße 2
60311 Frankfurt am Main

Zur Online-Terminvereinbarung
Termin für eine Coronaimpfung

Telefon 069 24753120

Cortison bei einem Bandscheibenvorfall

Wann ist Cortison bei einem Bandscheibenvorfall nötig oder sogar sinnvoll?

Cortison ist gerade beim akuten Bandscheibenvorfall und bei Auftreten von Lähmungen das Medikament der 1. Wahl.
In der Regel kommt kommt Cortison als lokale Infiltration (Kortisonspritze) oder PRT zum Einsatz (gezielte Spritze im CT oder MRT).
Gerne beraten Sie die Frankfurter Wirbelsäulenspezialisten von Lumedis mit Ihrer Erfahrung in einem ausführlichen Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Er ist regelmäßiger Interviewpartner im Hessischen Rundfunk und dem ZDF.

Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie hat sich auf die nichtoperative Behandlung von Bandscheibenvorfällen spezialisiert.
Sein Ansatz ist durch gezielte Trainingsmaßnahmen Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule zu beheben.
Folgen Sie Dr. Gumpert auf Facebook ­­oder Instagram.

Einleitung

Bei einem Bandscheibenvorfall gibt es viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, wie beispielsweise der Einsatz von Cortison.
Hierbei handelt es sich um eines der bekanntesten Medikamente, welches sowohl über die Hemmung von Entzündungsprozessen zu einer Reduktion der Schmerzen und möglicher Schwellungen führt.
Es gibt verschiedene Arten der Anwendung von Cortison bei einem Bandscheibenvorfall, beispielsweise als Tablette oder Infusion.
Die häufigste Anwendung ist allerding die Kortisonspritze, mit der lokal und vor Ort Cortison in das entzündete Gewebe eingebracht werden kann.

Da bei eine Behandlung mit Cortison verschiedenen Nebenwirkungen auftreten können, sollten der Einsatz immer gut bedacht sein.
Gerne beraten die Frankfurter Bandscheibenspezialisten von Lumedis Sie ob alternativen ein besseres Wirkungs-Nutzen-Verhältnis haben.

Abbildung eines Bandscheibenvorfalls

  1. mediolateraler (seitlicher) Bandscheibenvorfall mit Druck auf die Nervenwurzel, welche zur Nervenwurzelkompression führt
  2. Rückenmark
  3. Nervenwurzel
  4. Gelatinie in der Bandscheibe (Nucleus pulposus)
  5. Faserring der Bandscheibe (Nucleus fibrosus)

Wann braucht man Cortison nach einem Bandscheibenvorfall?

Wann Cortison nach einem Bandscheibenvorfall gebraucht wird oder sinnvoll ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.
Es sollte nicht immer als erste Methode der Behandlung eine Anwendung von Cortison erfolgen, sie ist allerdings in vielen Fällen sinnvoll.
In der Regel wird Cortison nach einem Bandscheibenvorfall bei starken Schmerzen empfohlen, da es als schnellwirkendes Medikament durch seine entzündungshemmende Wirkung auch effektiv Schmerzen senken kann.
Daher wird es vor allem bei Bandscheibenvorfällen eingesetzt, die mit starken Beschwerden einhergehen.
Wichtig ist hierbei allerdings, dass es sich noch nicht um einen operationspflichtigen Bandscheibenvorfall handelt, in diesem Fall spielt das Cortison wiederum eher eine geringe Rolle.
Wird in der Bildgebung eine deutliche Schwellung sichtbar, kann die Injektion von Cortison zur Linderung sinnvoll sein.
Letztendlich sollte die Anwendung von Cortison nach einem Bandscheibenvorfall stets in Absprache mit einem Orthopäden mit einer Aufklärung über die Vor- und Nachteile des Medikaments erfolgen.
Bei einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen oder bestimmten Erkrankungen, die als Kontraindikationen gelten, sollte auf den Einsatz von Cortison verzichtet werden.

MRT der LWS (seitlich, T2) mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1:

  1. Wirbelkanal (Spinalkanal)
  2. Dornfortsatz
  3. Bandscheiben L3
  4. Bandscheibenvorwölbung L 4/5
  5. Wirbelkörper L5
  6. Bandscheibenvorfall L5/S1

Welche Dosierung nimmt man?

Welches Cortison nimmt man bei einem Bandscheibenvorfall?

Die Dosierung von Cortison bei einem Bandscheibenvorfall ist abhängig von der Ausprägung der Beschwerden.
Wenn Cortison oral, also in Form von einer Tablette, eingenommen werden soll, erfolgt dies meist in Form des Präparats Prednisolon mit einer Dosierung von 50 oder 100mg pro Tagfür drei bis fünf Tage.
Die Dosierung unterscheidet sich nicht, ob man Sie oral als Tablette, Kortisonspritze oder Infusion einnimmt.
Nach diesem Zeitfenster kann die Dosis gegebenenfalls mit einer Reduzierung um jeweils 10mg pro Tag ausgeschlichen werden.
Alternativ kann auch Dexamethason (z.b. Fortecortin) 4 mg für 3 Tage 3 Tabletten (morgens / mittags / abends), 3 Tage 2 Tabletten (morgens / mittags ) und 3 Tage eine Tablette (morgends) als Stoßtherapie eingenommen werden.
Bei einer Injektionstherapie oder der Gabe von Cortison mithilfe einer PRT direkt an den Bandscheibenvorfall ist die Dosis sehr variabel. In der Regel wird hier Triamcinolon in einer Dosierung von 10 - 40 mg eingesetzt.

Die Dosierung bei einem Bandscheibenvorfall der LWS unterscheidet sich nicht von der Dosierung bei einem Bandscheibenvorfall der HWS.

Cortison durch eine Spritze (Kortisonspritze)

Cortison kann als schnelle und effektive Maßnahme direkt mithilfe einer Spritze im Bereich der Wirbelsäule injiziert werden.
Hierbei ist eine schnelle Reduzierung der Rückenschmerzen zu erwarten, da das Cortison direkt lokal wirken und die Entzündungssymptome lindern kann.
Somit kann eine Schwellung, wie sie oft im Bereich der Wirbelsäule bei einem Bandscheibenvorfall besteht, reduziert werden, wodurch der Druck auf die Spinalnerven, die aus dem Rückenmark austreten, ebenfalls gesenkt werden kann und damit einhergehend die Schmerzen.
Ein weiterer Vorteil dieser Anwendung ist eine länger anhaltende Wirkung, da das Cortison nicht so schnell aus dem Körper ausgeschieden wird, wie bei einer Einnahme in Form von Tabletten.
Cortiosn aus einer Kortisonspritze liegt in der Regel in kristalliner Form vor Ort vor und hat so eine längere örtliche Wirkung.
In der Regel wird Triamcinolon als Wirkstoff einer Kortisonspritze eingesetzt. Durch die kristalline Form vom Triamcinolon wird das Kortison langsam freigegeben.

Eine Kortisonspritze sollte nur von einem erfahren Wirbelsäulenorthopäden mit ausreichend Erfahrung verarbreicht werden.
Nur so können die Wirkung maximiert und den Nebenwirkungen der Kortisonspritze minimiert werden.

Eine Cortisonspritze sollte nur von einem Wirbelsäulenspezialisten verabreicht werden.

PRT (periradikuläre Therapie)

Die PRT, also die periradikuläre Therapie, beschreibt ein Verfahren, bei dem Cortison - in Form einer Kortisonspritze - direkt in den Bereich der betroffenen Nervenwurzel, die durch den Bandscheibenvorfall geschädigt wurde, gespritzt wird. Hierdurch wird in den meisten Fällen eine deutliche Schmerzreduktion erzielt, da es sich vor allem bei langanhaltenden Schmerzen häufig ursächlich um eine dauerhafte Reizung dieser Nervenstrukturen handelt.
Die Kortisonspritze erfolgt dabei unter bildgebender Kontrolle mithilfe eines CT- oder MRT-Geräts, um sicherzugehen, dass keine Nerven oder gar das Rückenmark verletzt werden.
Nach diesem Eingriff sollte die zu behandelnde Person am selben Tag keinen Sport betreiben und nicht Autofahren.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema periradikuläre Therapie.

MRT der LWS (horizontal, T2) mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1:

  1. rechte Nervenwurzel S1
  2. Nervenaustrittsloch links L5/S1
  3. Bandscheibe L5
  4. Bandscheibenvorfall L5/S1 mediolateral links
  5. Wirbelkanal (Spinalkanal)

Orales Cortison (Cortisontabletten)

Eine orale Therapie mit Cortison bezeichnet die Einnahme von Cortison in Form von Tabletten.
Hierfür wird üblicherweise das Cortison-Präparat Prednison verwendet, welches mit einer Dosierung von Prednison 50 oder 100mg (alternativ kann auch Dexamethason) eingesetzt wird.
Je nach Schema wird eine sogenannte Stoßtherapie mit Cortison durchgeführt. Unter einer Cortison Stoßtherapie versteht man, dass man zum Start eine hohe Dosis an Cortisontabeletten einnimmt und danach schnell die Dosis an Cortison wieder reduziert. Eine Stoßtherapie mit Dexamethason hat sich bei Lumedis mit guter Erfahrung bewährt.
Eine Besserung der Symptome findet nach Einnahme der Tablette in der Regel nach ein paar Stunden statt, sobald das Cortison über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und in den Kreislauf geleitet wurde.
Die Behandlung von Schmerzen kann somit mit Cortison-Tabletten (Prednison) gut und einfach erfolgen, zumal für diese Form der Behandlung kein Gang zum Orthopäden notwendig ist.
Eine langfristige bzw. dauerhafte Einnahme der Tabletten sollte jedoch aufgrund der möglichen Nebenwirkungen vermieden werden.
Beim Absetzen der Tabletten ist eine ausschleichende Dosierung zu empfehlen.
Hierunter versteht man das allmähliche absetzen des Medikaments (Prednison), um Entzugssymptome zu verhindern.

Selten werden Cortisontabletten auch bei Rückenschmerzen eingesetzt. Hier ist insbesondere das Wirkung/Nebenwirkungsverhältnis kritisch zu hinterfragen.

Aus Erfahrung der Wirbelsäulenspezialisten von Lumedis ist eine Cortisonspritze eine Behandlung mit Cortison Tabletten zu bevorzugen, da das Wirkung - Nebenwirkungsverhältnis günstiger ist.
In einigen Fällen muss allerdings neben der Cortisonspritze auch orale Cortison in Form von Cortison Tabletten gegeben werden.

Infusion von Cortison

Auch eine Behandlung mit Cortison in Form von Infusionen ist bei einem Bandscheibenvorfall möglich.
Diese Anwendungsform per Infusion wird vor allem im Krankenhaus genutzt, da somit schnell und effektiv das Medikament in den Kreislauf der betroffenen Person eingebracht werden kann.
Hierfür wird das Cortison über einen peripheren venösen Zugang in die Blutbahn eingeleitet und besitzt somit einen Wirkungseintritt nach bereits wenigen Minuten.
Eine Infusionsbehandlung kann im Krankenhaus über mehrere Tage erfolgen, maximal wird die Therapie nach zehn Tagen wieder beendet.
Diese Behandlungsart kann allerdings nicht allein daheim erfolgen, da hierfür ein venöser Zugang benötigt wird.
Gegebenenfalls kann diese Therapieart der Infusion auch ambulant in einer orthopädischen Praxis zum Einsatz kommen.

Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darmtrakt haben einen Vorteil von einer Cortison-Infusion, da der Wirkstoff zu 100% in den menschlichen Körper kommt.
Aus unserer Erfahrung wirkt eine Infusion mit Kortison bei einem Bandscheibenvorfall besser als eine Behandlung mit Cortison-Tabletten.

Vorteile der lokalen Cortisontherapie gegenüber einer oralen Therapie

Eine lokale Cortisontherapie besitzt gegenüber einer oralen Therapie, also der Einnahme von Cortison-Tabletten, in erster Linie den Vorteil, dass das Medikament direkt vor Ort wirken kann.
So kann effektiv eine Reduzierung der Entzündungsreaktion und der ablaufenden Prozesse erfolgen, was unter anderem auch eine Linderung der Schwellung beinhaltet.
Damit kann eine direkte Linderung der Schmerzen beigeführt werden, da diese häufig durch den Druck auf die Nerven im Rahmen der entzündlichen Schwellung entstehen.
Eine Cortisonspritze kann außerdem auch ambulant beim Hausarzt zur Anwendung kommen, die PRT kann ebenfalls im ambulanten Setting bei einer hierfür spezialisierten Praxis erfolgen.

Wie wirkt Cortison bei einem Bandscheibenvorfall?

Cortison ist ein sehr wichtiges Medikament, welches bei einem Bandscheibenvorfall vor allem aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung zum Einsatz kommt.
Es kommt zu einer Reduktion der wichtigen Elemente, die im Rahmen eines Entzündungsprozesses auftreten :

  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Rötung
  • Überwärmung und
  • Funktionseinschränkung

Aufgrund der abschwellenden Wirkung wird Cortison auch sehr gerne lokal eingesetzt, beispielsweise in Form von einer Spritze oder auch im Rahmen der PRT.
Die abschwellende Wirkung führt zu einer Entlastung des umliegenden und durch den Druck komprimierten Gewebes, so auch den aus dem Rückenmark ziehenden Spinalnerven, die bei einem Bandscheibenvorfall oft gereizt oder beschädigt werden.
Dadurch kommt es auch zu einer effektiven Reduzierung der Schmerzen.
Durch die Entlastung der Nerven kann hier auch die Regeneration des geschädigten Gewebes wieder aufgenommen werden, womit der Körper in der Wiederherstellung zurück zum gesunden Gewebe unterstützt wird.
Aufgrund der zahlreichen möglichen Nebenwirkungen sollte der Einsatz von Cortison jedoch stets gut bedacht werden.

Was sind die möglichen Nebenwirkungen von Cortison?

Cortison ist ein Medikament, das mit sehr vielen verschiedenen Nebenwirkungen einhergehen kann.
Zwar sind diese in der Regel recht selten und treten vor allem bei zu hohen Dosierungen auf, jedoch sollten die Nebenwirkungen trotzdem stets im Hinterkopf behalten werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind ein Anstieg des Blutzuckerspiegels und des Blutdrucks, also eine Hypertonie.
Auch eine vermehrte Einlagerung von Wasser zählt zu den typischen Nebenwirkungen, weswegen mit einer regelmäßigen Cortison-Therapie auch häufig das Bild eines aufgequollenen Gesichts assoziiert wird.
Dadurch kommt es auch gehäuft zu einer Zunahme des Körpergewichts, was für Viele eine große Angst darstellt.
Da Cortison eine unterdrückende Wirkung auf das Immunsystem hat, sollte stets eine erhöhte Infektanfälligkeit durch die Cortison-Behandlung bedacht werden.
Hiermit einhergehend sollte beispielsweise der Umgang mit Menschen, die aktuell an einer Infektion leiden, reduziert werden.
Zu den weiteren Nebenwirkungen gehören außerdem eine Umverteilung des Fettgewebes mit dünnen Armen und Beinen, einem sogenannten Stiernacken und einem Vollmondgesicht, sowie eine Stammfettsucht, also vermehrter Fetteinlagerung am Körperstamm.
Auch Akne, Osteoporose und Depressionen treten gehäuft bei Cortison auf.
Bei langfristig hohen Dosierungen von Cortison kann auch ein sogenanntes Cushing-Syndrom auftreten.

Was sind die alternativen Therapien zu Cortison?

Es gibt viele verschiedene alternative Therapien zu Cortison beim Bandscheibenvorfall.
Die Wahl der Behandlungsmethode hängt dabei vor allem von der Ausprägung der Bandscheiben- und Nervenschädigung, sowie von den daraus resultierenden Beschwerden ab.
Akute Schmerzen können mit Schmerzmedikamenten der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt werden, wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac oder auch Cox2-Hemmer wie Celecoxib oder Etoricoxib.
Gegebenenfalls kommen auch potentere Schmerzmittel (Morphine) bei stärkeren Schmerzen zum Einsatz.
Des Weiteren kann die Einnahme von Muskelrelaxantien, die für die Entspannung der Muskeln sorgen, bei Verkrampfungen sinnvoll sein.
Zur Linderung der Beschwerden kann die Akupunktur eingesetzt werden, die vor allem bei chronifizierten, also langfristig vorliegenden Schmerzen empfohlen wird.
Auch das Kinesiotaping spielt eine wichtige Rolle beim Bandscheibenvorfall und wird vor allem in der Phase der Regeneration nach der Verletzung angewendet.
Eine physiotherapeutische Behandlung ist essentiell für eine Stärkung und Dehnung der geschädigten und geschwächten Muskeln und Nerven, ebenso wie für die Einübung einer gesunden Körperhaltung. In fortgeschritteneren Fällen des Bandscheibenvorfalls werden auch operative Eingriffe notwendig, um eine dauerhafte Nervenschädigung zu verhindern.

Unsere Wirbelsäulenspezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Wirbelsäulensprechstunde!