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Lumedis Frankfurt

Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Tennisarm

Der Tennisarm ist eine Erkrankung, die fast immer ohne Behandlung ausheilt.
10% der Erkrankten erleiden leider eine Chronifizierung und benötigen spätestens dann einen konservativen Ellenbogenspezialisten.
Dr. Nicolas Gumpert behandelt als ehemalig leistungsorientierter Tennisspieler seit Jahren den Tennisarm im Schwerpunkt.
Gerne können Sie einen Termin beim Ihm vereinbaren!

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Er ist regelmäßiger Interviewpartner im Hessischen Rundfunk und dem ZDF.

Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie hat sich auf die nichtoperative Behandlung von Sehnenansatzentzündungen mit Schwerpunkt des Tennisarms spezialisiert.
Durch die erfolgreiche Kombination verschiedener Therapiemaßnahmen hat er bei Lumedis einzige Behandlungsoptionen und bereits tausende Tennisarme erfolgreich therapiert.
 

Definition - Was ist ein Tennisarm?

Unter einem Tennisarm versteht man eine Reizung /Entzündung der Sehnen am äußeren Bereich des Ellenbogens, die häufig mit starken Ellenbogenschmerzen und im Verlauf mit Bewegungseinschränkungen einhergehen können.
Die Erkrankung wird auch als Epicondylitis humeri lateralis bezeichnet und wird vor allem durch eine übermäßige Beanspruchung des Unterarms ausgelöst.
Sie tritt häufig bei Tennisspielern auf und erhielt dadurch ihren Namen, kommt jedoch heute auch gehäuft

  • bei Bürotätigkeiten am Computer,
  • durch Training im Fitnesstudio,
  • durch Handwerkern
    oder
  • Gartenarbeit vor.

Es kommt zu einer Vernarbung und Entzündung der Sehnen im Bereich des äußeren Ellenbogens und dadurch zu Schmerzen.

Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung kann ein Tennisarm meist gut verheilen, ein chronischer Verlauf ist eher sellten. 

Abbildung eines Ellenbogens mit Tennisarm:

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis)
  3. Speiche (Ulna/Ellenbogenknochen)
  4. Unterarmstreckmuskulatur
  5. Schädigung der gemeinsamen Strecksehen (Extensorensehne)

Ursachen

Für einen Tennisarm gibt es zahlreiche verschiedene Ursachen:

  • Überbeanspruchung der Muskeln am Unterarm (Unterarmstreckmuskulatur)
  • Fehlbelastungen, bspw. bei der Arbeit am Computer
  • Fehlbelastungen, bspw. bei
    • Tennis oder Golfen
    • Gartenarbeit
    • Fitnesstudio
    • Handwerkern
  • Arthrose des Ellenbogens
  • Fibromyalgie
  • Überlastung durch Spielen von Musikinstrumenten, bspw. Klavierspielen

Fitnessstudio

Ein Tennisarm entsteht vor allem durch eine übermäßige Beanspruchung der Unterarmmuskeln.
Daher wird er auch häufig beim Gang ins Fitnessstudio begünstigt, vor allem bei einer falschen oder übermäßigen Beanspruchung im Rahmen von Übungen für die Armmuskulatur.
Oft spielt das Krafttraining mit Gewichtheben und Hanteln hierbei eine wichtige Rolle. Dabei steht für Viele zwar das Training des Bizepses und Trizepses im Vordergrund, allerdings werden bei diesen Übungen stets auch die Unterarme mittrainiert und beansprucht.
Daher sollte stets darauf geachtet werden, dass diese angemessen trainiert werden und keine plötzliche Überlastung auftritt, die zu einer Reizung der Muskelsehnen führt.

Besonders das schnelle steigern der Gewichte bei entsprechendem Trainingserfolg ist das größte Risiko für die Entstehung eines Tennisarms.

Gartenarbeit/Handwerkern

Typisch für einen Tennisarm ist die Entstehung durch Tätigkeiten mit
übermäßiger Beanspruchung im Bereich des Unterarms.

Hierzu gehören auch repetitive, also sich wiederholende Tätigkeiten, bei denen vor allem die Muskulatur des Unterarms genutzt wird.
Daher gibt es einige typische Berufsgruppen oder Hobbys, die gehäuft mit Tennisarmen einhergehen. Hierzu gehören

  • Gartenarbeiten, beispielsweise das Schneiden von Blumen und besonders Hecken
    und
  • Handwerkern, beispielsweise häufiges Schrauben oder Hämmern.
  • Des Weiteren kommt es auch beim Spielen verschiedener Musikinstrumente, wie dem Klavier, der Geige oder dem Schlagzeug, häufiger zum Tennisarm.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Tennisarm

Ein Tennisarm kann an folgenden Symptomen erkannt werden:

  • Schmerzen im Ellenbogen
  • Ausstrahlung der Schmerzen in den Unterarm, besonders in die Unterarmmuskulatur, die sich meist verspannt anfühlt
  • Ausstrahlung der Schmerzen in den Oberarm
  • Verstärkung der Schmerzen bei der Unterarmstreckung (Handgelenk nach oben)
  • Verringerung der Kraft des Unterarms und der Hand
  • Taubheitsgefühl im Unterarm
  • Zittern der Unterarme oder Hände bei Belastung

Lesen Sie auch unsere Artikel:

  • Schmerzen Unterarm
  • Schmerzen Oberarm

So fühlen sich Schmerzen bei einem Tennisarm an

Das typische Symptom bei einem Tennisarm ist der Schmerz im Bereich der Ellenbogenaußenseite.

Dieser besteht zu Beginn der Erkrankung

  • nur lokal am Knochenvorsprung der Ellenbogenaußenseite,
  • sowie bei Druck oder
  • einigen Bewegungen.
    Hierzu gehören die Streckung
    • des Handgelenks gegen Widerstand
    • das Drehen des Unterarms
      und
    • der Faustschluss.

Im Verlauf der Erkrankung treten die Schmerzen

  • zunehmend auch in Ruhe auf und
  • können in den Unterarm und/oder den Oberarm ausstrahlen.
  • Es besteht häufig auch ein ausgeprägter Druckschmerz und
  • die Schmerzen nehmen bei vielen Bewegungen des Unterarms und des Handgelenks an Intensität zu.
  • bei Chronifizierung bemerkt der Betroffene eine morgendliche Steifheit des Ellenbogens

Morgensteifigkeit

Die Morgensteifigkeit ist nicht das typischste frühes Symptom des Tennisarms, kann aber im Verlauf der Erkrankung, vor allem ohne adäquate Behandlung, auftreten.

Dies liegt vor allem daran, dass

  1. das gereizte Ellenbogengelenk in Ruhe in einer Position verweilt, in der die Ellenbogenschmerzen abnehmen.
  2. In diesem Krankheitsstadium befindet sich am äußeren Ellenbogen häufig bereits Narbengewebe und Verkalkungen aufgrund der immer wiederkehrenden Reizzustände der Sehnen am Knochen.
  3. Wird es dann nach längerer Pause aus dieser Position heraus wieder bewegt, treten ein Gefühl der Steifigkeit und Schmerzen auf.

Die Wiederbewegung nach längerer Ruhephase ist entsprechend typischerweise morgens, weswegen es vermehrt im Krankheitsverlauf des Tennisarms zur Morgensteifigkeit kommt.

Diagnose

Die Diagnose eines Tennisarms umfasst verschiedene Komponenten.

  1. Zunächst einmal ist das Orthopäden-Patienten-Gespräch, also die Anamnese, sehr wichtig,
    um die Symptome genau zu beschreiben und einen möglichen Auslöser zu identifizieren.
  2. Weiterhin spielt die körperliche Untersuchung eine wichtige Rolle.
    Hierbei wird der Schmerz in Zusammenhang mit Bewegungen gebracht.
    Außerdem können einige Tests durchgeführt werden, die hinweisend auf einen Tennisarm sind.
    Hinzu kommt der Ausschluss einiger anderer Erkrankungen, beispielsweise der Verletzung eines Nervens.
  3. Die Bildgebung spielt beim Tennisarm eine unterstützende Rolle.
    Hier kommen, je nach Fragestellung und unklarer andere möglicher Diagnosen, der Ultraschall, das Röntgen und das MRT zum Einsatz.

Diese Tests gibt es für einen Tennisarm

Um einen Tennisarm in der klinischen Untersuchung zu überprüfen, stehen verschiedene Tests zur Auswahl.

  1. Thomsen-Test
    Bei diesem Test werden die Hand und die Finger durch den Untersucher gebeugt, wodurch es bei einem Tennisarm im Ellenbogengelenk zu Schmerzen kommt.
  2. Stuhl- oder Chair-Test
    Bei der Untersuchung kommt es bei Betroffenen zu Schmerzen, wenn sie mit gestreckten und nach innen gedrehtem Unterarm einen Stuhl anheben sollen.
  3. Bowden-Test
    Dieser kann Hinweise auf einen Tennisarm geben, wobei eine Blutdruckmanschette, die auf 30mmHg aufgepumpt wird, von der zu untersuchenden Person zusammengepresst werden soll, was in der Regel Schmerzen am äußeren Ellenbogen auslöst.

Ultraschall

Die Durchführung des Ultraschalls bietet die Möglichkeit einer risikofreien Beurteilung des Ellenbogengelenks und besonders der Sehnen des Ellenbogens.

Beim Tennisarm kommt es häufig

  • zu einer Verdickung des Tennisarmsehne durch Schwellung, Regneration und Vernarbung, die sich gut im Ultraschall darstellen lässt
  • zur Schwellung des Gelenks, sowie
  • zu einer vermehrten Durchblutung im Rahmen der Entzündungsreaktion.

Diese Symptome können im Ultraschall genauer untersucht werden.
Die Durchführung des Ultraschalls wirkt somit unterstützend beim Tennisarmtherapie da der Verlauf und Behandlungserfolg direkt objektiv gemessen werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Ultraschall / Sonographie.

Röntgenbild

Die Anfertigung eines Röntgenbilds stellt keine zwingend notwendige Diagnostik beim Verdacht auf einen Tennisarm dar,
ist allerdings in einigen Fällen vor allem zur Abklärung möglicher anderer Ursachen für die Beschwerden sinnvoll.

Das Röntgenbild ist bei einem Tennisarm

  • in der Regel unauffällig oder man sieht kleinere Verkalkungen in der Tennisarmsehne
  • entsprechend sprechen knöcherne Veränderungen, die im Röntgen gut beurteilbar sind, meist für andere Ursachen für die Symptome.
    Hierzu gehört als wichtige Differentialdiagnose vor allem die Arthrose des Ellenbogengelenks, die über einen längeren Zeitraum zu Veränderungen der Knochenstrukturen des Gelenks mit einigen typischen Zeichen führt.

Lesen Sie auch das Thema Röntgen.

Wann braucht man ein MRT vom Ellenbogen?

Ein MRT kann als mögliches Zusatzverfahren beim Verdacht auf einen Tennisarm durchgeführt werden, ist jedoch in den meisten Fällen nicht zwingend notwendig.

  • Bei dieser Untersuchung können entzündliche Veränderungen am Ellenbogengelenk gut dargestellt werden,
  • da diese mit einer vermehrten Anreicherung von Flüssigkeit einhergehen.
  • Diese ist im MRT, je nach Art des Bildes als weißliche Aufhellung zu sehen.
  • Besonders wenn es im Ultraschall Hinweise auf einen Anriss/Teilriss der Tennisarmsehne gibt, sollte ein MRT des Ellenbogens durchgeführt werden

Daher kann ein MRT-Bild den Verdacht auf einen Tennisarm durchaus bestätigen, ist jedoch für dessen Diagnostik nicht entscheidend.
Es kann jedoch genutzt werden, um mögliche weitere Veränderungen bzw. Verdachtsdiagnosen im Bereich des betroffenen Ellenbogengelenks auszuschließen.

Weitere Informationen erhalten Sie im Artikel MRT vom Ellenbogen.

Anteile der HWS bei einem Tennisarm

Die HWS, also die Halswirbelsäule, steht über verschiedene Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder in einer funktionellen Einheit mit dem Arm und somit auch dem Ellenbogengelenk.

Daher ist es nicht selten, dass bei einem Tennisarm

  • auch Verspannungen oder
  • andere Beschwerden im Bereich der HWS vorliegen.

Häufig bedingen sich die Beschwerden der HWS und des Ellenbogens gegenseitig.
Beispielsweise kann es

  • durch einen eingeklemmten Nerv an der Halswirbelsäule 
  •  zu Verspannungen im Schultergürtel kommen,
  • die wiederum zu Schonhaltung und damit eine ungesunde und übermäßige Belastung des Unterarms und des Ellenbogens führen.

Daher sollten die Halswirbelsäule und der Schultergürtel beim Verdacht auf einen Tennisarm immer mituntersucht werden.

Die HWS (Halswirbelsäule) kann beim Tennisarm keine große bis gar keine Rolle spielen.
Ein Tennisarmspezialist kann Ihnen den Anteil der HWS am Tennisarm genau bestimmen.

Behandlung/Therapie

Die Behandlung eines Tennisarms umfasst verschiedene Komponenten:

Cortisonspritze

Der Einsatz von Cortisonspritzen kann vor allem bei akuten und starken entzündlichen Reizungen des Ellenbogengelenks beim Tennisarm sinnvoll sein.

Wichtig ist hierbei jedoch, dass diese Behandlungsmethode nur für einen festgesetzten Zeitraum zum Einsatz kommt.

  1. Der Grund hierfür sind eine langfristige negative Beeinflussung des Heilungsprozesses und
  2. die nicht zu vernachlässigenden Nebenwirkungen des Cortisons.

Bei einer akuten Entzündung kann die lokale Injektion von Cortison mithilfe einer Spritze jedoch

  • zur Linderung der Entzündungsreaktion und
  • damit zur Reduktion der Schwellung und Schmerzen beitragen.

Die Cortisonspritze kann durch den behandelnden Orthopäden oder einen hierin geschulten Hausarzt durchgeführt werden.

Eine Cortisonspritze ist besonders effektiv, wenn sie innerhalb der ersten drei Erkrankungsmonaten gegeben wird.
Bei einem chronifizierten Tennisarm verliert die Cortisonspritze ihre Effiziens.

Stoßwellentherapie bei einem Tennisarm

Die Stoßwellentherapie wird bei Lumedis bei einem Tennisarm

  1. ab einer Erkrankungszeit von mehr als drei Monaten eingesetzt oder
  2. wenn andere konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht erfolgreich sind,
    eine Operation jedoch vermieden werden soll.

Diese Behandlung kann ambulant in der Praxis durchgeführt werden.

  • Dafür wird zunächst Kontaktgel auf die Außenseite des Ellenbogens aufgetragen und
  • anschließend der Stoßwellenkopf aufgesetzt.
    Dieser sendet Stoßwellen aus, die entweder niedrig oder hoch energetisch sind und durch die Haut in die Sehne eindringen ohne andere Strukturen zu verletzen.
  • Entscheidend beim Tennisarm ist, dass eine sogenannte fokussierte Stoßwellentherapie angewendet wird, die eine radiären Stoßwellentherapie überlegen ist.

Die genaue Wirkweise dieser Therapiemethode ist nicht vollends aufgeklärt.

  1. Durch eine gezielte Mikrotraumatisierung der Tennisarmsehne
  2. kommt es zu einer Neubildung von Blutgefäßen (Neoangiogense) und
  3. Neubildung von Sehnenfasern
  4. Dadurch kann die Heilung des Gelenks unterstützt und der volle Bewegungsumfang wiederhergestellt werden.

Zu den Nebenwirkungen gehören vor allem

  • das Auftreten von lokalen Schmerzen und
  • die Bildung eines Blutergusses. 
  • All diese Nebenwirkungen treten jedoch selten auf und die Behandlung erzielt meist den gewünschten Erfolg.

Bei entsprechender Indikation wird eine fokussierte Stoßwellentherapie des Ellenbogens von den privaten Krankenversichern bis zu sechs Sitzungen übernommen.

Viel umfangreichere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter unserem Artikel Stoßwellentherapie bei einem Tennisarm.

Akupunktur

Auch die Akupunktur kann bei einem Tennisarm zur Linderung der Beschwerden beitragen.

  • Hierfür werden gezielte Triggerpunkte entlang des Unterarms, des Oberarms, sowie des Schultergürtels und teilweise auch der Halswirbelsäule behandelt.
  • Die kleinen Akupunkturnadeln werden meist für ca. fünfzehn Minuten an den entsprechenden Stellen eingebracht und
  • sorgen für eine Anregung der Durchblutung.

Dadurch können Prozesse, die der Heilung von Entzündungsreaktionen dienen, angekurbelt werden und der Abtransport schädlicher Stoffe wird gefördert.

Die Akupunktur kommt beim Tennisarm vor allem in der langfristigen Behandlung zur Schmerzlinderung zum Einsatz.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Artikel Akupunktur.

Kinesiotaping

Das Kinesiotaping stellt eine weitere sinnvolle Therapiemöglichkeit dar, um beim Tennisarm zur Linderung der Schmerzen und der Verbesserung der Beweglichkeit beizutragen.

Es gibt verschiedene Methoden, wie die Tapes am Unterarm und Ellenbogen angebracht werden können.
Eine beliebte und gängige Methode wird hier veranschaulicht: 

  • Es werden zwei kurze Tapes in Kreuzform im Bereich des äußeren Ellenbogengelenks aufgebracht.
  • Beim Aufbringen befindet sich der Unterarm in gestreckter Position.
  • Ein drittes, langes Tape wird nun mittig durch das Kreuz der kurzen Tapes in Verlaufsrichtung des Unterarms aufgebracht.

In der Regel werden die Tapes für ca. eine Woche auf dem Ellenbogengelenk belassen.

Lesen Sie auch unseren Artikel Kinesiotape.

Eigenbluttherapie/ACP

DieEigenbluttherapie mit ACP, aus dem Englischen autologes konditioniertes Plasma, bietet eine zunehmend häufiger angewendete konservative Behandlungsoption.

Eine Eigenbluttherapie ist ebenfalls ein Verfahren was bei Erkrankungszeiten über drei Monaten angewendet werden kann.

Bei sehr komplexen Verläufen kombiniert Lumedis eine Eigenbluttherapie mit einer fokussierten Stoßwellentherapie.

  • Dabei wird der erkrankten Person Blut entnommen und in einem Labor direkt in der Praxis speziell aufbereitet.
  • Wichtige Stoffe des Blutes, die die Heilung nach einer Entzündungsreaktion unterstützen und zur Linderung von Schmerzen beitragen, werden hierbei zentrifugiert, gefiltert und konzentriert.
  • Das konzentrierte Produkt kann anschließend unter sterilen Bedingungen gezielt an die entzündete Unterarmstreckersehne eingebracht werden.
  • Die entzündlich veränderten Sehnen reagieren hierauf positiv und eine Verbessung / Heilung des Tennisarms ist zu erwarten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter dem Artikel Eigenbluttherapie.

Röntgenreizbestrahlung

Die Röntgenreizbestrahlung stellt eine weitere konservative Methode der Behandlung eines Tennisarms dar, die vor der Erwägung einer Operationsdurchführung bedacht werden sollte.

  • Hierbei werden lokal begrenzte Röntgenstrahlen eingesetzt, die in der Regel eine niedrige Energiedosis besitzen.
  • Die Behandlung dauert meist einige Wochen und wird zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt.
  • Durch die Röntgenstrahlen werden im Ellenbogengelenk Prozesse ausgelöst, die der Entzündungsreaktion entgegensteuern und das Narbengewebe verbessern.
  • Zu Beginn der Behandlung kommt es dadurch häufig
    zunächst zu einer Zunahme der Schmerzen, weswegen der Effekt erst nach einigen Wochen beurteilt werden kann.

Die Behandlung mit einer Röntgenreizbestrahlung beim Tennisarm wird von den privaten Krankenkassen übernommen.

Durch die mögliche Strahlennebenwirkungen empfehlen wir bei Lumedis eine Röntgenreizbestrahlung, wenn der Betroffene Älter als 70 Jahre ist. 

Welche Bandagen können helfen?

Auch das Tragen einer Bandage beim Tennisarm kann helfen.

Hierfür kommt

  1. vor allem die klassische Unterarmbandage / Ellenbogenbandage zum Einsatz,
    die vor allem den Ellenbogen und den oberen Bereich des Unterarms stärken.
  2. Auch eine Spange kann eingesetzt werden,
    bei der mithilfe einer Art Gurt der Druck, in Abhängigkeit des Schmerzfokus, verstellt werden kann.

Die Bandage sollte tagsüber getragen werden, wobei das richtige Anlegen der Bandage sehr wichtig ist.
Hier wird eine einweisende Demonstration zum richtigen Anlegen und Tragen der Bandage empfohlen.

Durch bestimmte Stellen mit erhöhtem Druck trägt die Bandage zur
Entlastung und Schonung der Muskulatur des Unterarms im Alltag bei.

Eine Bandage ist nur eine unterstützende Maßnahme und sollte nicht zur Schmerzunterdrückung verwendet werden.

Wann braucht man eine OP?

Eine Operation wird beim Tennisarm in der Regel dann notwendig, wenn trotz aller möglichen konservativen Therapieoptionen keine Besserung über einen Zeitraum von sechs Monaten eintritt.

Bei einigen weiteren Ausnahmen kann eine Operation gegebenenfalls früher sinnvoll sein, beispielsweise

  • bei weiteren bestehenden Vorerkrankungen des Ellenbogens oder der Unterarmmuskulatur.
  • Auch bei wiederkehrenden Tennisarmen kann unter Umständen bereits früher eine operative Versorgung empfohlen werden.

Es gibt verschiedene Techniken, mit denen die Operation bei einem Tennisarm durchgeführt werden kann.
Heute wird vor allem ein minimal-invasiver Eingriff mit geringen Risiken und Nebenwirkungen favorisiert.
Leider können nicht viele Orthopäden diesen Eingriff in hoher Qualität durchführen.

Dauer

Dauer der Heilung

Die Dauer eines Tennisarms kann nicht allgemein angegeben werden, da sie
von zahlreichen Faktoren abhängt.

  1. Zunächst einmal ist eine frühzeitige Diagnose von einem Tennisarmspezialisten und
  2. eine konsequente Sportpause nach erfolgter Diagnosestellung für den Verlauf der Erkrankung sehr wichtig.
  3. Auch die Ausprägung der Beschwerden,
  4. sowie mögliche vorliegende Vernarbungen haben einen Einfluss auf die Dauer der Erkrankung.
  5. Eine konsequente Durchführung der konservativen Therapieoptionen ist ebenfalls sehr wichtig, um eine schnelle Heilung zu unterstützen.

Unter all diesen Voraussetzungen heilt ein Tennisarm
im optimalen Fall innerhalb von einigen Wochen wieder aus.

Bei komplizierten Verläufen oder fehlendem Anschlagen der konservativen Behandlungen und dem nötigen Einsatz operativer Verfahren
kann die Dauer jedoch auch mehrere Monate betragen.

Wenn ein Tennisarm nicht innerhalb weniger Wochen zur Ausheilung gebracht wird, ist die Heilungsdauer meist langwiwrig, daher ist eine frühzeitige konsequente Behandlung entscheidend für eine kurze Heilungsdauer.

Wie lange wird man mit einem Tennisarm krankgeschrieben?

Die Dauer der Krankschreibung bei einem Tennisarm richtet sich ebenfalls vor allem

  1. nach den Beschwerden,
  2. dem Ausmaß der Entzündung,
  3. sowie nach der beruflichen Tätigkeit der betroffenen Person.
    und
  4. weiteren Faktoren, die die Heilungsdauer beinflussen, wie
    1. Alter des Patienten,
    2. Erkrankungen, die ein Ausheilung verlangsamen
      oder
    3. negative Faktoren aus dem privaten Umfeld, die eine Schönung des Ellenbogens erschwerden

Bei leichten Tätigkeiten und nicht allzu ausgeprägten Symptomen ist eine Krankschreibung für ein oder maximal zwei Wochen häufig bereits ausreichend.

Tritt der Tennisarm jedoch beispielsweise bei einem Gärtner oder Handwerker auf, erfolgt eine Krankschreibung häufig für einen Zeitraum von bis zu einem Monat, um eine ausreichende Schonung des Ellenbogens und des Unterarms zu garantieren.

Bei der Durchführung einer Operation erfolgt eine Krankschreibung meist für
mindestens zwei Wochen, je nach OP-Technik gegebenenfalls auch länger.

Entscheidende für die Dauer einer Krankschreibung ist die Qualität der Behandlung eines Tennisarms.

Prävention/Rehabilitation

Dehnübungen

Die Durchführung von Dehnübungen sind im Verlauf der Behandlung bei einem Tennisarm sehr wichtig, um die Beweglichkeit des Arms und des Handgelenks zu unterstützen.

  • Hierfür wird der Arm ausgestreckt und so in Position gebracht, dass der Handrücken nach oben zeigt.
  • Anschließend wird die Hand mithilfe der Hand des anderen Arms nach unten gebeugt und in Richtung des Bauchs gezogen, wobei der Arm gestreckt bleibt.
  • Diese Position wird für mindestens eine halbe Minute gehalten.

Die Dehnübung sollte mehrmals täglich durchgeführt werden, um die Beweglichkeit schnell fördern zu können.

Trainingsübungen

  1. Eine sinnvolle Trainingsübung mit einer Hantel oder einem anderen Gewicht wird an einem Tisch im Sitzen durchgeführt.
    Der betroffene Arm wird auf den Tisch gelegt, sodass die Hand mit dem Gewicht über der Kante hängt.
    Nun wird mithilfe der anderen Hand das Gewicht hochgehoben und
    dann mit der Hand des betroffenen Arms allein langsam nach unten gesenkt.
    Diese Übung sollte mehrmals wiederholt werden.
     
  2. Bei einer anderen Übung wird der betroffene Ellenbogen auf den Tisch aufgestützt, in der Hand liegt wieder ein Gewicht, der Handrücken zeigt nach oben.
    Nun wird das Gewicht langsam abgesenkt und unten in die Hand der gesunden Seite fallen gelassen.
    Der kranke Ellenbogen wird wieder angewinkelt und
    das Gewicht von der gesunden Hand angereicht.

Faszientraining

Auch das Faszientraining spielt eine wichtige Rolle für die Unterstützung der Strukturen bei einem Tennisarm.

Hierfür werden Faszienrollen oder eine Blackroll®benötigt.

  1. Bei einer Übung wird die Rolle auf den Tisch gelegt und der Unterarm der kranken Seite mit der Innenfläche nach oben darauf platziert.
    Nun wird der Unterarm unter Ausübung eines gewissen Drucks auf der Rolle vor und zurück bewegt.
    Zur Unterstützung des Gewichts kann die Hand der gesunden Seite etwas Druck auf den Unterarm ausüben.
     
  2. Bei einer weiteren Übung wird die Rolle zwischen den Oberarm und eine Wand platziert.
    Nun kann die Rolle zwischen dem Schultergelenk und dem Ellenbogengelenkhin- und herbewegt werden.

Fazientraining bei einem Tennisarm ist eine sinnvoll Unterstützung der Therapie und hat einen guten präventiven Effekt keinen neuen Tennisarm zu erleiden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema Fazientraining.

Warum tritt ein Tennisarm häufig auch mit einem Golferellenbogen auf?

Bei einem Tennisarm kommt es zur entzündlichen Reizung der Außenseite des Ellenbogens,
beim Golferellenbogen ist hingegen die Innenseite des Ellenbogens betroffen.

  1. Einerseits ist der Tennisarm der biomechanische Antagonist zum Golferellenbogen.
  2. Andererseits gibt es bestimmte und typische Bewegungen, die
    bei dauerhafter Ausführung über einen längeren Zeitraum
    eines der beiden Erkrankungsbilder auslösen können.
  3. Genauso können jedoch bei einer allgemeinen Überlastung und Überbeanspruchung des Unterarms beide Krankheitsbilder gleichzeitig auftreten.
  4. Des Weiteren kann es im Rahmen eines Tennisarms durch die entstehende Schonhaltung zu einer übermäßigen Beanspruchung der Innenseite des Ellenbogengelenks und der dort verlaufenden Muskeln und Sehnen kommen, was wiederum einen Golferellenbogen begünstigen kann.

Weitere Informationen zu diesem Artikel finden Sie unter Golferellenbogen.

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