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Lumedis Frankfurt

Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Golferellenbogen

Der Golferellenbogen ist seltener als der Tennisarm, aber fast immer deutlich schwieriger zu behandeln.
10% der Erkrankten erleiden leider eine Chronifizierung und benötigen spätestens dann einen konservativen Ellenbogenspezialisten.
Dr. Nicolas Gumpert behandelt als ehemalig leistungsorientierter Tennisspieler und inzwischen motivierten Hobbygolfer seit Jahren den Golferellenbogen im Schwerpunkt.
Gerne können Sie einen Termin beim Ihm vereinbaren!

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Er ist regelmäßiger Interviewpartner im Hessischen Rundfunk und dem ZDF.

Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie hat sich auf die nichtoperative Behandlung von Sehnenansatzentzündungen mit Schwerpunkt des Golferellenbogens spezialisiert.
Durch die erfolgreiche Kombination verschiedener Therapiemaßnahmen hat er bei Lumedis einzige Behandlungsoptionen und bereits tausende Golferellenbogen erfolgreich therapiert.

Definition - Was ist ein Golferellenbogen?

Bei einem Golferellenbogen (Epicondylitis humeri medialis / ulnaris) handelt es sich um einen Reizzustand der Sehnen, die auf der Innenseite des Ellenbogens ansetzen und vor allem für die Beugung des Unterarms verantwortlich sind.
Eine solche Reizung geht häufig mit einem stechenden Ellenbogenschmerz der Ellenbogeninnenseite einher.
Ursächlich sind meist Überlastungen beim Sport oder im Beruf.
Auch wenn der Golferellenbogen meist akut einsetzt, kann er bei nicht optimaler Therapie leicht chronisch werden.
 

Abbildung eines Ellenbogens mit Golferellenbogen:

  1. speichenseitige Handbeuger (Musculus flexor carpi radialis)
  2. Langer Hohlhandsehnenspanner (Musculus palmaris longus)
  3. Ellenseitiger Beuger (Musculus flexor carpi ulnaris)
  4. Golferellenbogen

Ursachen

Als Ursache für einen Golferellenbogen kommen verschiedene Faktoren in Frage, die mit der Zeit zu einer Überlastung des Sehnenansatzes der Hand- und Unterarmbeugemuskulatur führen.
Beispiele sind:  

  • einseitige sportliche Belastung, vor allem bei falsch erlernter Technik (z.B. Wurfsportarten, Krafttraining oder Golf)
  • monotone Belastung am Arbeitsplatz (z.B. bei Handwerkern oder Bauarbeitern)
  • Hausarbeiten mit einseitiger Belastung (Bügeln, Malerarbeiten)
  • Computerarbeit
  • Spielen eines Musikinstrumentes

Krafttraining

Grundsätzlich wirkt richtig ausgeführtes Krafttraining der Entstehung eines Golferellenbogens entgegen und kann zu Stärkung der Muskulatur und der Sehnen des Handgelenks beitragen.
Bei mangelhafter Technik oder Überlastung der Beugemuskulatur der Finger und des Handgelenks, kann ein Golferellenbogen jedoch durch Krafttraining auch verstärkt werden.
Wichtig ist dabei immer auf eine, dem Trainingszustand angemessene Intensität zu achten und genügend Regeneration und Ausgleichsbewegungen (z.B. Dehnungen) durchzuführen.
Gerade beim Oberarmkrafttraining werden Beugebewegungen, die einen Golferellenbogen verursachen, vermehrt durchgeführt, sodass auf einen ausgeglichenen Anteil an gegenwirkenden Streckbewegungen geachtet werden sollte.

Krafttraining ist die häufigste Ursache für einen Golferellenbogen!

Golf

Da beim Golf der Abschlag mit großem Schwung und Kraft häufige Male hintereinander durchgeführt wird, kann es dabei auch zu einem Reizzustand der Beugesehnen kommen.
Daher hat die Epicondylitis humeri medialis auch ihren umgangssprachlichen Namen erhalten.
Jedoch kommt dies vor allem bei falsch durchgeführter Technik vor, sodass der Anteil von tatsächlichen Golfspielern unter Patienten mit einem Golferellenbogen eher gering ausfällt.
Wesentlich häufiger betroffen sind Berufsgruppen wie

  • Bau- oder Straßenarbeiter,
  • Handwerker
    oder
  • Maler.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Golferellenbogen

Typische Symptome, an denen man einen Golferellenbogen erkennen kann, sind zum Beispiel: 

  • Ellenbogenschmerz an der Ellenbogeninnenseite
  • Bewegungsschmerz beim Faustschluss oder Beugung des Handgelenks (Hohlhand Richtung Nase)
  • Schwäche im Handgelenk
  • Selten Schwellung, Rötung des Ellenbogens an der Ellenbogeninnenseite

So fühlen sich die Schmerzen bei einem Golferellenbogen an

Die Schmerzen bei einem Golferellenbogen werden häufig als stechend und in den Unter- bzw. Oberarm ausstrahlend wahrgenommen.
In den meisten Fällen können die Schmerzen gut an der Ellenbogeninnenseite lokalisiert werden und verstärken sich bei Druck oder Bewegungen.
Häufig verspüren die Betroffenen Schmerzen beim Beugen des Handgelenks oder beim Heben von schweren Gegenständen.
Diese Schmerzen können sich im Alltag als sehr einschränkend und belastend darstellen.
Wird ein Golferellenbogen nicht rechtzeitig und ausreichend therapiert, können sich die Beschwerden verschlimmern und der Ellenbogenschmerz kann dann auch in Ruhe auftreten.

Bei Ruheschmerzen ist die Gefahr einer Chronifizierung hoch!

Diagnose

Da sich in den meisten Fällen die Symptome bei einem Golferellenbogen sehr stark ähneln, lässt sich die Diagnose häufig bereits anhand der Anamnese und der klinischen Untersuchung stellen.
Zusätzlich kann der Orthopäde einen Provokations- oder Widerstandstest durchführen, bei dem genau die Beugemuskulatur im Unterarm beansprucht wird, die beim Golferellenbogen Probleme bereitet.
Treten hierbei Schmerzen auf, wird die Diagnose des Golferellenbogens sehr wahrscheinlich.
Zum Ausschluss von anderen Verletzungen, wie beispielsweise ein Knochenbruch, kann in manchen Fällen ein Röntgenbild durchgeführt werden.

In den meisten Fällen ergibt eine Röntgenuntersuchung bei einem Golferellenbogen keinen wegweisenden Befund!

Ultraschall

Der Ultraschall oder auch Sonographie genannt, ist bei einem Golferellenbogen ein geeignetes Verfahren, um den Zustand der Sehnen und des Gelenks beurteilen zu können.
Er zeigt mögliche Schwellungen oder Reizungen der Sehnen und der Gelenkschleimhaut und lässt dadurch eine gute Beurteilung zum Ausmaß des Golferellenbogens zu.
Ebenfalls kann die gereizte Beugemuskulatur des Unterarms nach möglichen Verletzungen untersucht werden, um weitere daraus resultierende Komplikationen zu verhindern.
Da ein Ultraschall sehr schnell und sicher durchzuführen ist, eignet er sich gut, um eine unmittelbare Einschätzung zu einem Golferellenbogen durchführen zu können.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Ultraschall.

Durch unsere hohe Erfahrung mit dem Golferellenbogen, ist der Ultraschall bestens geeignet, den Heilungsverlauf zu kontrollieren.

Röntgenbild

Ein Röntgenbild sollte bei einem Golferellenbogen durchgeführt werden, wenn man im Ultraschall deutliche Verkalkungen (Tendinosis calcarea) der gemeinsamen Beugesehnen zu sehen ist.
In diesem Fall kann der Orthopäde anhand des Röntgenbildes zuverlässig das Ausmaß der Verkalkung beurteilen.
Nebenbefundlich können frische und alte Knochenbrüche des Ellenbogens beurteilt werden.
Eine weitere Indikation für die Durchführung eines Röntgenbildes ist gegeben, wenn der Golferellenbogen chronisch ist und bereits seit Jahren Probleme bereitet, um alternative Diagnosen zum Golferellenbogen auszuschließen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT vom Ellenbogen?

Das MRT bei einem Golferellenbogen gehört zwar nicht zu primären Standarddiagostik, jedoch kann es in gewissen Situationen durchaus vorteilhaft sein.
Besteht zum Beispiel der Verdacht auf eine Sehnenruptur oder eine Teilriss von Muskel oder Sehne, sollte ein MRT vom Ellenbogen durchgeführt werden.
In diesem Fall liefert das MRT präzise Erkenntnisse zum Ausmaß der Verletzung und kann hierdurch die Behandlungsstrategie beeinflussen.
Zusätzlich sollte ein MRT durchgeführt werden, wenn nach 3 Monaten konsequenter Basistherapie keine Besserung des Golferellenbogens eingetreten ist.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel MRT vom Ellenbogen.

Diese Tests für einen Golferellenbogen gibt es?

  1. Der wohl einfachste Test für einen Golferellenbogen ist das Ausüben von Druck auf den inneren Knochenvorsprung des Ellenbogens (Epicondylus humeri ulnaris/medialis).
    Bei einem Golferellenbogen löst dies bereits Schmerzen aus.
  2. Weitere Test sind beispielsweise Provokationstests, bei denen man vor allem die Beugemuskulatur des Unterarms betätigt, was bei einem Golferellenbogen ebenfalls Schmerzen bereitet. Beispielsweise muss mit ausgestrecktem Arm und nach unten zeigender Handfläche gegen Widerstand gedrückt oder ein schwerer Gegenstand angehoben werden.
  3. Auch die Unterarmrotation ist bei einem Golferellenbogen schmerzhaft.

Sind mehrere dieser Tests positiv, liegt ein Golferellenbogen nahe, jedoch ersetzen sie in keinem Fall eine ausführliche orthopädische Untersuchung.

Behandlung / Therapie

Je nach Zustand des Golferellenbogens und Ausmaß der Einschränkung werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten angeboten.
Leider kann man nicht pauschal sagen, welche Behandlungsmethode die wertvollste ist, da jeder Golferellenbogen individuell betrachtet werden muss.

Grundsätzlich richtet sich die Therapie nach der Erkrankungsdauer, also 

  1. akut bis 3 Monate
  2. subchronisch bis 6 Monate
    und
  3. chronisch, aber einer Erkrankungszeit > 6 Monaten

Behandlung eines akuten Golferellenbogens

Der aktue Golferellenbogen hat bei optimaler Therapie eine gute Prognose in kurzer Behandlungszeit auszuheilen.
Bei Lumedis verwenden wir hier 

Behandlung eines subchronischen Golferellenbogens

Die Prognose eines subchronischen Golferellenbogens wird schlechter. Die Behandlungszeiten werden allgemein länger.
Lumedis behandelt hier besonders mit 

Eine Operation wird bei einem Golferellenbogen nur selten notwendig und sollte als letzte Möglichkeit, beim Versagen der anderen Methoden, in Betracht gezogen werden.

Behandlung eines chronischen Golferellenbogens

Die Prognose eines chronischen Golferellenbogens ist am schlechten und die Behandlung ist am intensivsten.
Im Vergleich zu einem chronifizierten Tennisarms ist die Prognose einer vollständigen Ausheilung schlechter.
Lumedis behandelt hier besonders mit 

Physiotherapie, Trainingstherapie, Dehnung oder Querfriktion sollten in diesem Stadium der Erkrankung nicht durchgeführt werden.

Eine Operation wird bei einem Golferellenbogen nur selten notwendig und sollte als letzte Möglichkeit, beim Versagen der anderen Methoden, in Betracht gezogen werden.

Cortisonspritze bei einem Golferellenbogen

Beim Golferellenbogen kann die Cortisonspritze schnell und lokal Abhilfe schaffen.
Cortison ist ein Medikament, welches vor allem den Entzündungsvorgang im Gewebe hemmt und dadurch die Beschwerden lindert.
Es wird mit einer Spritze in das betroffene Weichteilgewebe des Ellenbogens injiziert und kann somit direkt am Ort des Geschehens wirken.
Aufgrund der Nähe zum Nervus ulnaris sollte diese Therapie nur von erfahrenen Ärzten bzw. Orthopäden durchgeführt werden.

Eine Cortisonspritze ist nur in den akuten Stadien des Golferellenbogens besonders effizient, danach lässt die Wirkung deutlich nach.

Stoßwellentherapie bei einem Golferellenbogen

Die fokussierte hochenergetische Stoßwellentherapie ist ein modernes Therapieverfahren, welches auch bei einem Golferellenbogen angewendet werden kann.
Einzug erhielt die Stoßwellentherapie ursprünglich durch Anwendungen im Bereich der Nierensteinzertrümmerung.
Im Verlauf zeigte sich, dass man unter korrekter Anwendung bei chronischen Sehnenansatzentzündungen.
Bei einer fokussierten Stoßwellentherapie werden durch ein spezielles Gerät Druckimpulse erzeugt, die sich anschließend auf die betroffene Region des Ellenbogens richten lassen.
Dadurch wird im Ellenbogen Energie freigesetzt, die die Durchblutung und die Heilung der Entzündung anregt.
Man unterscheidet radiäre und fokussierte Stoßwellen, wobei für die Anwendung bei einem Golferellenbogen vor allem die fokussierten Stoßwellen eingesetzt werden.
Bei Lumedis werden ausschließlich fokussierten Stoßwellen bei Sehnenansatzentzündungen eingesetzt.
Diese treffen gebündelt auf den Schmerzpunkt an der Ellenbogeninnenseite und können dort direkt am Ursprung des Schmerzes (besonders am Sehnenansatzpunkt) wirken.
Radiäre Stoßwellen breiten sich breiter aus und werden dementsprechend eher bei großflächigen Verspannungen und Muskelzerrungen eingesetzt.
Besonders bei einem sehr stark schmerzendem Golferellenbogen oder bei erfolglosen vorherigen Therapieversuchen, eignet sich die Stoßwellentherapie sehr gut zur Schmerzlinderung und Heilungsförderung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Artikel Stoßwellentherapie.

Eigenbluttherapie / ACP

ACP steht für „Autologes Conditioniertes Plasma“ und entspricht einer Eigenbluttherapie.
Vor allem bei chronischen Ellenbogenschmerzen der Sehnen, wie auch beim Golferellenbogen, ist die Eigenbluttherapie eine vielversprechende Maßnahme.
Dabei wird dem Patienten zuerst Blut abgenommen, um anschließend mittels Zentrifugation das thrombozytenreiche (Blutplättchen) Plasma zu gewinnen.
Dieses kann danach an den Ort der Entzündung injiziert werden und fördert dort aufgrund der körpereignen Blutplättchen die Heilungsprozesse.
Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass keinerlei künstliche Bestandteile oder Medikamente verwendet werden, sodass körpereigene Wachstumsfaktoren gestärkt werden, welche die Heilung beschleunigen.

Weitere Informationen zu diesem modernen Therapieverfahren finden Sie unter Eigenbluttherapie / ACP.

Akupunktur

Die Akupunktur ist ein alternatives Heilverfahren, welches durch gezieltes Setzen von Nadeln Akupunkturpunkte im Körper aktiviert und somit Schmerzen lindern und Heilung fördern kann.
Auch bei einem Golferellenbogen kann die Akupunktur Schmerzen im Bereich den Ellenbogeninnenseite lindern.
Vor allem die sogenannte Triggerpunkt-Akupunktur hat sich bei Sehnenreizung, wie auch dem Golferellenbogen bewiesen.
Dabei wird die Nadel gezielt in die betroffene Beugemuskulatur des Unterarms, in spezielle Triggerpunkte, gestochen und so lange stimuliert bis eine Entspannung eintritt. Schon nach wenigen Sitzungen können hierbei erste Erfolge in Form von Schmerzlinderung erzielt werden.
Eine Akupunktur ist bei Lumedis eine flankierende Therapiemaßnahme.

Wie (Kinesio)tape ich einen Golferellenbogen?

Das Kinesiotape bei einem Golferellenbogen wird häufig als zusätzliche Maßnahme zur Basistherapie, wie beispielsweise Schonung und Schmerzmedikation angewendet.
Es dient dazu, die gereizte Beugemuskulatur am Unterarm zu entlasten und Bewegungen auf umliegende gesunde Strukturen zu übertragen.
Dazu wird das selbstklebende und elastische Kinesiotape in bestimmten Winkeln auf die Innenseite des Unterarms geklebt und kann dort bis zu zwei Wochen verbleiben.
Die gereizte Muskulatur und die Sehnenansätze auf der Ellenbogeninnenseite werden dadurch geschont und können besser verheilen. 

Röntgenreizbestrahlung

Die Röntgenreizbestrahlung oder auch Orthovolt-Therapie genannt, ist ein Verfahren, welches bei chronischen Entzündungen eingesetzt werden kann.
Bei einem Golferellenbogen kann dieses Verfahren zur Linderung der Schmerzen an der Ellenbogeninnenseite führen und den Reizzustand der Beugemuskulatur am Unterarm verbessern.
Der Erfolg der Röntgenreizbestrahlung bei einem Golferellenbogen basiert auf der Tatsache, dass nur sehr niedrig dosierte Röntgenstrahlung zum Einsatz kommt. Dadurch wird die schmerzende Entzündung gestoppt. Eine Beratung hinsichtlich dieser Methode, sollte jedoch in jedem Fall unter Absprache des behandelnden Orthopäden erfolgen.

Bei Lumedis entscheidet das Alter des Betroffenen, ob eine Röntgenreizbestrahlung als Therapiemaßnahme in Erwägung geszogen wird.

Welche Bandagen können helfen?

Zur Therapie bei einem Golferellenbogen gibt es verschieden Arten von Bandagen, die je nach Symptomatik als additive Therapie eingesetzt werden können.
Zum Beispiel gibt es Ellenbogenspangen, sogenannte Epiconylitisspangen, die ausschließlich am Sehnenansatz des Ellenbogens ansetzten und dort unterstützend wirken.
Im Gegensatz dazu gibt es Bandagen, die den gesamten Ellenbogen und Teile des Unterarms umfassen und dadurch Kompression und Bewegungsunterstützung bewirken.
Eine Schiene wird wiederum eher zur Ruhigstellung in der Akutphase verwendet.
Welche Form der Bandage oder Schienung für Sie am geeignetsten ist, können Sie am besten im Gespräch mit ihrem behandelnden Orthopäden klären.

Sollte man einen Golferellenbogen ruhigstellen?

Ein Golferellenbogen sollte vor allem zu Beginn der Beschwerden vorerst ruhiggestellt werden (akute Phase des Golferellenbogens).
Die Schonung erfolgt häufig unter Anwendung einer Schiene und dauert ca. zwei Wochen.
Anschließend sollte jedoch langsam wieder mit Bewegungs- und Kräftigungsübungen begonnen werden, sodass die Muskeln und Sehnen im Ellenbogen nicht verkürzen und das Gelenk beweglich bleibt.
Um nach der Schonung das richtige Maß an Belastung auch in Alltagssituationen herstellen zu können, werden häufig Bandagen oder Ellenbogenspangen eingesetzt, um den Ellenbogen weiterhin zu entlasten.

Dauerhafte Ruhigstellungen in einem Gips sind fast immer nicht erfolgsversprechend!

Wann braucht man eine OP?

Eine Operation wird bei einem Golferellenbogen nur selten notwendig.
Tritt jedoch nach 6 Monaten optimaler konservativer Therapie keine Verbesserung der Beschwerden ein, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.
Dabei werden die gereizten Muskelstränge am Sehnenansatz und die versorgenden Nerven durchtrennt, sodass das Gelenk wieder schmerzfrei beweglich wird.
Dies kann minimal-invasiv oder durch die Eröffnung des Gelenks erfolgen. In den meisten Fällen kann diese Operation auch ambulant durchgeführt werden.
Eine OP am Ellenbogen sollte ausschließlich von einem Ellenbogenspezialisten durchgeführt werden. 

Dauer

Die Dauer des Golferellenbogens ist abhängig

  • vom Ausmaß der Beschwerden,
  • dem Vorliegen von Begleiterkrankungen
    und
  • der Erfahrung des Behandlers.

Faktoren wie

  • mangelnde Sportpause
  • ungünstige Berufe (Handwerker)
  • mangelnde Compliance
  • einsetzender Gelenkverschleiß durch Arthrose
    oder
  • Rheuma,

können die Dauer bis zur Ausheilung des Golferellebogens negativ beeinflussen.
In der Regel tritt jedoch nach zwei Wochen nach optimalen Therapie bereits eine deutliche Besserung der Symptome ein.

Erfolgt die Behandlung des Golferellenbogens durch eine Operation, muss mit einer Einschränkung des Arms von 10 bis 14 Tagen gerechnet werden, an die sich in der Regel eine Physiotherapie und Muskelaufbautraining zu Hause anschließt.

Heilungsdauern von mehren Monaten bei einem chronifizierten Golferellenbogen ist allerdings häufig möglich.
Hier ist dann genau ein Ellenbogenspezialist gefragt.

Wie lange wird man mit einem Golferellenbogen krankgeschrieben?

Eine Krankschreibung aufgrund eines Golferellenbogens ist abhängig vom Beruf und den belastenden Faktoren am Arbeitsplatz.
In der Regel tritt bereits nach zwei Wochen Schonung eine deutliche Verbesserung der Beschwerden ein, sodass die Arbeitsaufnahme im Anschluss wieder möglich wird.
Handelt es sich jedoch um eine für den Ellenbogen stark beanspruchende Tätigkeit, kann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf bis zu 8-12 Wochen verlängert werden.

Nach einer minimalinvasiven OP ist eine Büroarbeiter bereits nach wenigen Tagen arbeitsfähig. Bei Handwerkern kann die Arbeitsunfähigkeit mehrere Wochen betragen.

Prävention / Rehabilitation

Dehnübungen

Da es sich bei einem Golferellenbogen um einen Reizzustand der Beugemuskulatur des Unterarms handelt, der häufig mit Verspannungen einhergeht, sind vor allem Dehnübungen vielversprechend.
Durch das Aufdehnen der gereizten Muskelabschnitte, lassen sich Spannungszustände lösen und dem schmerzhaften Golferellenbogen wird entgegengewirkt.
Ein besonderes Augenmerk sollte hierbei auf die Sehnenansätze gelegt werden, da hier die meisten Beschwerden entstehen. Lassen Sie sich für geeignete Dehnübungen von Ihrem Orthopäden beraten.

Wichtig ist, dass die Dehnungsübungen zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt werden!
Je entzündlicher der Golferellenbogen, desto schädlicher ist die Dehnungstherapie.

Trainingsübungen

Neben den Dehnübungen eignen sich auch spezielle Trainingsübungen zur Prävention des Golferellenbogens.
Hiermit sollte jedoch erst begonnen werden, wenn der akute Schmerzzustand bereits abgeklungen ist.
Durch eine ausgeglichene Zusammenstellung an Trainingsübungen für Handgelenksbeuger und -strecker können weitere Reizzustände oder Verletzungen im Bereich des Ellenbogens vorgebeugt werden.
Wichtig hierbei ist, dass nur mit geringem Gewicht, dafür jedoch mit hoher Wiederholungsfrequenz gearbeitet werden sollte, um die Unterarm- und Handgelenksmuskulatur optimal zu stärken. 

Fazientraining

Bei Entzündungsvorgängen, wie beispielsweise beim Golferellenbogen, kann es zur Verklebung von Faszien und Muskulatur im Ellenbogenbereich kommen.
Diese schränken die Beweglichkeit des Gelenks massiv ein und bereiten Schmerzen. Um diese Verklebungen wiederum zu lösen, eignet sich das Faszientraining mit Faszienrollen oder -bällen.
Dadurch wird die Muskulatur gedehnt und mobilisiert und Schmerzen werden beseitigt. Dies hat den großen Vorteil, dass es ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht und somit auch zu Hause durchführbar ist.
Ein Faszientraining kann große Effekte erzielen, sollte jedoch vor allem zu Beginn unter Anleitung erfolgen.
Faszientraining ist besonders für die Prävention effektiv.

Unsere Ellenbogenspezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Ellenbogensprechstunde!