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Lumedis Frankfurt

Dr. Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Muskelschmerzen

Muskelschmerzen  ist eines der zentralen Themen in der Orthopädie. Leider wird die Behandlung der Muskulatur häufig vernachlässigt.
Wir von Lumedis haben uns auf die Behandlung muskulärer Schmerzen spezialisiert und können vielen Patienten mit unseren Methoden helfen.
Wenn Sie eine ausführliche Beratung durch unsere Spezialisten im Bereich der Muskelerkrankungen wünschen, kommen Sie hier zu Ihrem Wunschtermin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
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Definition - Was sind Muskelschmerzen?

Der Begriff Muskelschmerzen beschreibt viele verschiedene Vorgänge am Muskel, die mit Schmerzen einhergehen können.
Prinzipiell können von Muskelschmerzen alle Muskeln des Körpers betroffen sein, da die Lokalisierung von der zugrundeliegenden Ursache abhängt.
So können beispielsweise harmlose Prozesse, wie Muskelkater nach Sport oder Verspannungen durch Fehlhaltung reversible Muskelschmerzen auslösen.
In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden von allein und bedürfen keiner weiteren Abklärung.
Muskelschmerzen können aber auch in seltenen Fällen Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein, wie beispielsweise Rheuma, Muskeldystrophie oder Erkrankungen des Nervensystems

Abbildung der Anatomie einer Muskelfaser

  1. Muskelbündel
  2. Muskelfaser

Ursachen

Da Muskelschmerzen sowohl als eigenständiges Krankheitsbild, aber auch als Symptom einer Grunderkrankung auftreten können, sind die Ursachen vielseitig.
Die häufigsten Ursachen sind: 

  • Verspannungen aufgrund von Fehlhaltung
  • Prellungen nach Trauma
  • Muskelfaserrisse nach Überlastung
  • Nährstoffmangel (Vit D-Mangel)
  • Infektionen
  • Medikamentennebenwirkung
  • Rheuma
  • Muskeldystrophie, Myotonie
  • Nervenerkrankung (z.B. MS)

Eisenmangel

Eisen ist ein wichtiges Spurenelement, welches der Körper zur Bildung von roten Blutkörperchen benötigt, um ausreichend Sauerstoff durch den Körper transportieren zu können.
Bei einem Eisenmangel können nur wenige oder fehlerhafte Blutzellen gebildet werden, was sich stark auf die allgemeine Leistungsfähigkeit des Betroffenen auswirkt.
Man fühlt sich abgeschlagen und schwach und leidet an allgemeinen Symptomen wie Blässe oder Muskelschmerzen.
Die Muskelschmerzen können auf die Unterversorgung der Muskeln mit Sauerstoff zurückgeführt werden, was einen anaeroben Stoffwechsel auslöst und mit schmerzhafter Übersäuerung der Muskeln einhergeht.

Stress

Stress kann im Körper viele verschiedene Prozesse auslösen, die sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken können.
Er kann auch Auslöser von Muskelschmerzen sein. Dies kommt vor allem dann vor, wenn aufgrund des Stresses eine angespannte Grundhaltung des Betroffenen auftritt ohne zwischenzeitliche Entspannung.
Dies führt häufig zu Fehlhaltungen des Bewegungsapparates und dadurch zu Verspannungen der Muskulatur.
Vor allem bei einseitiger körperlicher Arbeit oder Tätigkeiten, die mit langem Sitzen verbunden sind, kann Stress vermehrt zu Muskelschmerzen führen. 

Fibromyalgie

Fibromyalgie beschreibt ein Schmerzsyndrom, welches ebenfalls Ursache für Muskelschmerzen sein kann. Die Betroffenen leiden hauptsächlich an chronischen Muskelschmerzen, die vor allem an den tiefliegenden Sehnenansätzen der Muskeln vorkommen.
Zusätzlich wird häufig das Auftreten von

  • Abgeschlagenheit
  • Schlafstörung oder
  • Konzentrationsproblemen

beschrieben.
Die genauen Ursachen der Fibromyalgie sind nicht bekannt, aber ein Zusammenhang mit einer Störung der Schmerzverarbeitung wird vermutet.
Obwohl die Fibromyalgie leider nicht heilbar ist, können die Beschwerden, vor allem die Muskelschmerzen, gut behandelt werden.

Wechseljahre

Die Wechseljahre (Klimakterium) können mit verschiedenen Symptomen einhergehen, so sind auch Muskelschmerzen keine Seltenheit. In den Wechseljahren nimmt der Östrogenspiegel ab und der Testosteronspiegel wird dadurch relativ erhöht.
Dies könnte als Ursache für die Muskelschmerzen in den Wechseljahren in Frage kommen, da Östrogene die Muskeldurchblutung fördern und das Schmerzempfinden herabsetzen.
Bei einem Absinken des Östrogens können also so Muskelschmerzen entstehen. Jedoch sind die genauen Hintergründe noch nicht hinreichend untersucht. 

Impfung

Muskelschmerzen nach einer Impfung treten relativ häufig auf und sind in den meisten Fällen harmlos. Die meisten Impfungen werden am Oberarm intramuskulär, also in den Muskel, verabreicht.
Durch die Verdrängung der Muskelmasse durch die eingespritzte Flüssigkeit und eine lokale Reaktion auf den Impfstoff kann es anschließend zu Muskelschmerzen rund um die Einstichstelle kommen.
Diese halten jedoch meist nur wenige Tage an und bessern sich im Anschluss von allein.
Treten nach einer Impfung solche Muskelschmerzen auf, kann leichte Kühlung und Schonung des betroffenen Muskels helfen.
Treten jedoch generalisierte Muskelschmerzen mit Fieber auf, sollte nach der Impfung ein Arzt zur Kontrolle aufgesucht werden.

Schildrüse

Die Schilddrüse produziert für den Stoffwechsel des Menschen wichtige Hormone, die bei einer Produktionsstörung auch zu Muskelschmerzen führen können.
Hierbei ist vor allem die Schilddrüsenunterfunktion zu nennen, die eine mögliche Ursache für Muskelschmerzen darstellt.
Durch einen Mangel dieser Hormone wird das allgemeine Schmerzempfinden der Patienten erhöht, was das Auftreten vor allem von chronischen Schmerzen begünstigt.
Da eine Schilddrüsenunterfunktion noch viele weitere Symptome verursachen kann, sollte sie in jedem Fall behandelt werden.
Die Therapie besteht aus der Substitution von Schilddrüsenhormonen, welche sehr gute Erfolge auf die allgemeinen Beschwerden des Patienten erzielen kann.

Statine

Die Medikamentengruppe der Statine werden in der Therapie einer Hyperlipidämie, also bei zu hohen Fettwerten im Blut, eingesetzt.
Die Fettwerte im Blut lassen sich dadurch sehr gut senken, was ebenfalls das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verringert.
Jedoch ist eine relativ häufige Nebenwirkung der Statine, das Auftreten von Muskelschmerzen.
Häufig lassen sich diese bereits durch Anpassen der Dosierung oder durch Ausweichen auf ein Ersatzpräparat beherrschen.
Nur in sehr seltenen Fällen kommt es zu einer schwerwiegenden Muskelreaktion (Rhabdomyolyse), welche häufig durch die Verabreichung von zu hohen Dosen oder durch falsche Kombinationen von Medikamenten ausgelöst wird.

Bandscheibenvorfall

Muskelschmerzen können auch ein Symptom von einem Bandscheibenvorfall sein. Durch das Verrutschen der Bandscheibe in der Wirbelsäule können nämlich Nervenwurzeln gequetscht werden, welche anschließend Schmerzen in den Muskeln auslösen.
Je nach Höhe des Bandscheibenvorfalls können Schmerzen in Schultern und Armen oder auch in den Beinen ausgelöst werden.
Treten zusätzlich Sensibilitätsstörungen, wie Kribbeln oder Taubheit auf, sollte umgehend ein Orthopäde aufgesucht werden, um Nervenschädigungen zu vermeiden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Bandscheibenvorfall.

Viruserkrankung

Bei einer Viruserkrankung, wie beispielsweise der Grippe, wird das körpereigenen Immunsystem aktiviert und versucht das Virus zu bekämpfen.
Dabei werden verschiedene Botenstoffe und Transmitter ausgeschüttet, z.B. Prostaglandine, welche positiv dazu beitragen das Virus zu eliminieren.
Diese Stoffe lösen jedoch auch eine verminderte Schmerztoleranz aus, weswegen bei einer Infektion häufig Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.
Muskelschmerzen am ganzen Körper sind relativ häufig zu beobachten, jedoch lassen diese nach Abklingen der Virusinfektion schnell wieder nach.

Muskelverspannung

Muskelverspannungen (Myogelosen) sind häufige und meist harmlose Ursachen für Muskelschmerzen.
Sie äußern sich durch einen verhärteten oder knotigen Muskel, der bei Bewegung oder Druck schmerzt.
Auch bei Massage können diese Verhärtungen nicht vollständig gelöst werden.
Die häufigsten Ursachen für Muskelverspannungen sind
Fehlhaltungen
sportliche Überanstrengung oder
einseitige Belastung  

Muskelerkrankung

Muskelerkrankungen (Myopathien) sind primäre Ursachen für Muskelschmerzen. Das bedeutet, dass in diesem Fall keine andere Grunderkrankung vorliegt, die die Muskelschmerzen auslöst, sondern der Muskel selbst von der Krankheit betroffen ist.
Es gibt verschiedene Formen von Muskelerkrankungen. So kann beispielsweise der Aufbau und die Funktion, wie bei einer Muskeldystrophie gestört sein oder die Signalübertragung von Nerv auf Muskel, wie beispielsweise bei einer Myastenia Gravis, nicht richtig funktionieren. Muskelerkrankungen sind generell eher seltene Ursachen für Muskelschmerzen, sollten aber bei ungeklärtem Muskelschmerz abgeklärt werden. 

Wirbelsäulenfehlstellungen

Wirbelsäulenfehlstellungen führen vor allem zu Muskelschmerzen im Rücken. Durch die fehlerhafte Stellung der Wirbelsäule wird ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen erzeugt, wobei manche Muskeln zu viel und andere Muskeln zu wenig belastet werden.
Ein solches Ungleichgewicht wird als Muskuläre Dysbalance bezeichnet und kann eine Ursache für Muskelschmerzen darstellen.
Häufige Wirbelsäulenfehlstellungen, die Muskelschmerzen auslösen sind Hyperlordose (Hohlkreuz), Hyperkyphose (Rundrücken) oder Skoliose (seitliche Verschiebung der Wirbelsäule).

Muskelschmerzen durch den Arbeitsplatz

Muskelschmerzen, die durch den Arbeitsplatz ausgelöst werden, sind keine Seltenheit. Vor allem Arbeitsbedingungen, die mit einseitiger Belastung, wie beispielsweise Maler- und Lackierarbeiten, können zu Muskelschmerzen in der prädisponierten Region führen.
Aber auch Bedingungen am Arbeitsplatz, die zu wenig Bewegung und eine einseitige Haltung fördern, wie beispielsweise die Büroarbeit, können Muskelschmerzen auslösen.
Um Folgeschäden der Muskeln und Gelenke durch den Arbeitsplatz generell zu vermeiden, sollten regelmäßige Gegenbewegungen und Dehnungen durchgeführt werden.
Auch eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes sollte beim Vorliegen von Muskelschmerzen in Erwägung gezogen werden.

An diesen Orten kommen Muskelschmerzen häufig vor

Die Orte, an denen Muskelschmerzen besonders häufig auftreten, hängen stark vom individuellen Belastungsprofil ab. Häufige Beispiele sind:

  • Muskelschmerzen im unteren Rücken (z.B. beim Hohlkreuz)
  • Muskelschmerzen im Nacken- und Schulterbereich (z.B. bei Büroarbeit)
  • Muskelschmerzen im Oberschenkel (z.B. bei Sportverletzungen)
  • Muskelschmerzen in der Wade (z.B. nach dem Joggen)
  • Muskelschmerzen im Arm (z.B. nach einseitiger Belastung)

Das können noch begleitende Symptome sein

Begleitende Symptome bei Muskelschmerzen geben häufig wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache der Schmerzen. Beispiele sind:

  • Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen (z.B. bei Virusinfektion)
  • Hämatom, Schwellung, lokale Schmerzen (z.B. bei Muskelfaserriss)
  • Ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine (z.B. bei Bandscheibenvorfall)
  • Muskelschwund (z.B. bei Muskeldystrophie)
  • Muskelschwäche (z.B. bei Myastenia gravis)
  • Zittern, Tremor (z.B. bei Parkinson)

Gelenkschmerzen

Gelenk- und Muskelschmerzen treten häufig gemeinsam auf, da sie sich gegenseitig beeinflussen können. Gelenkfehlstellungen können beispielsweise zu einer muskulären Dysbalance und damit zu Muskelschmerzen führen.
Umgekehrt können aber auch Muskelschmerzen zu einer Schonhaltung und damit zu Gelenkfehlbelastung und Schmerzen führen.
Wichtig ist, dass beim Vorliegen von Gelenkschmerzen die umliegenden Muskeln mit untersucht werden, um das Ausmaß der Symptome beurteilen zu können.
Um weitere Folgen zu vermeiden, sollte sowohl bei Gelenk-, als auch bei Muskelschmerzen ein Orthopäde aufgesucht werden.

Diagnose

Da es sehr viele verschiedene Ursachen für Muskelschmerzen gibt ist ein besonders wichtiger Faktor bei der Diagnose das Patientengespräch.
Hierbei können bereits viele Hinweise auf die Ursache der Muskelschmerzen herausgearbeitet werden.
Die anschließende klinische Untersuchung reicht häufig aus, um den Verdacht zu bestätigen.
Können jedoch Gespräch und Untersuchung keine eindeutige Diagnose zulassen, sollte eine ausgewählte Bildgebung der schmerzenden Muskeln durchgeführt werden.
Hierzu eignen sich

Ultraschall

Der Ultraschall ist eine einfache und schnelle Methode den Muskel bei Muskelschmerzen zu untersuchen. Vor allem wenn der Verdacht auf eine Verletzung, wie beispielweise einen Muskelfaserriss vorliegt, eignet sich der Ultraschall in der Diagnostik besonders gut.
Mögliche Risse oder Einblutungen des Muskels können hierbei ersichtlich werden. In manchen Fällen liefert der Ultraschall allein jedoch keine ausreichenden Informationen, sodass weitere Untersuchungen wie ein MRT oder ein EMG angeschlossen werden sollten. 

Wann braucht man ein MRT?

Das MRT liefert sehr präzise Informationen zum Zustand der Muskeln, welche bei Muskelschmerzen wichtig für die Diagnose sein können.
Es lassen sich bereits kleinste Verletzungen, die eventuell bei einem Ultraschall nicht ersichtlich waren, erkennen.
Aber auch Entzündungsprozesse wie bei einer Myositis können beurteilt werden. Zusätzlich gibt das MRT wichtigen Aufschluss über die Gelenkstellung und Funktion des Bandapparates, welche ebenfalls Ursache für Muskelschmerzen sein können.
Sind bei dem Auftreten von Muskelschmerzen nach Anamnese und klinischer Untersuchung noch Unklarheiten bezüglich der Diagnose, sollte ein MRT durchgeführt werden. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel MRT-Magnetrsonanztomographie.

Behandlung / Therapie

Die Behandlung von Muskelschmerzen kann sehr unterschiedlich ausfallen, da sich die Therapie stets nach der zugrundliegenden Ursache richtet.
Bei akut auftretenden Muskelschmerzen ist meist keine weiterführende Therapie notwendig, weil der Schmerz nach wenigen Tagen normalerweise selbstlimitierend ist.
Schonung, Wärme oder entzündungshemmende Cremes, wie Diclofenac-Schmerzgel, könne hier zusätzlich Linderung verschaffen.
Bei besonders schmerzhaften Muskelschmerzen können ebenfalls NSAR Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac eingenommen werden.
Handelt es sich jedoch um chronische Muskelschmerzen, muss vor der Therapie eine ausführliche Diagnostik erfolgen, um die Therapie dementsprechend anzupassen.
Bei Lumedis kommt eine Kombination der folgenden Maßnahmen zum Einsatz:

Osteopathie

Die Osteopathie ist ein ganzheitliches Therapieverfahren, welches bei Muskelschmerzen durchgeführt werden kann. Dabei werden alle Maßnahmen zur Behandlung mit den Händen durchgeführt und so können Blockaden und Verspannungen der Muskeln gelöst werden.
Die dadurch wiederhergestellte Beweglichkeit fördert die Selbstheilungskräfte des Körpers und trägt positiv zum Verlauf der Muskelschmerzen bei.
Vor allem bei Muskelschmerzen aufgrund von Fehlhaltungen und Verspannungen kann die Osteopathie große Erfolge erzielen.
Die Osteopathie richtet sich nach den individuellen Beschwerden des Patienten und eignet sich demnach bei vielen verschiedenen Schmerzformen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Ärztliche Osteopathie.

Akupunktur

Die Akupunktur ist ein alternativmedizinisches Therapieprinzip, welches bei Muskelschmerzen große Erfolge erzielen kann. Durch das präzise Setzen kleiner Nadeln in den Bereich der schmerzenden Muskeln, werden bestimmte Akupunkturmeridiane aktiviert, die die Schmerzen des Muskels lindern. Eine Sonderform der Akupunktur, welche vor allem bei schmerzhaft verspannten Muskeln eingesetzt werden kann, ist die Triggerpunktakupunktur. Hierbei wird der verspannte Muskel durch die Nadel so lange gereizt, bis es zu einer Entspannung des Muskels und somit zur Linderung der Schmerzen kommt.
Der Vorteil der Triggerpunktakupunktur ist, das es schon nach wenigen Sitzungen zu einer Beschwerdebesserung kommt.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Triggerpunkttherapie.

Kinesiotape

Das Kinesiotape wird besonders häufig in der Sportmedizin verwendet. Vor allem bei muskulären Beschwerden wie Muskelschmerzen oder -verspannungen kann es dazu beitragen, die überlasteten Muskeln zu schonen und dessen Heilung zu fördern.
Durch das fachgerechte Aufkleben der Tapes auf den betroffenen Bereich, werden schmerzende Muskeln entlastet und richtige Bewegungsabläufe positiv beeinflusst.
Es kann demnach nicht nur nach Muskelverletzungen eingesetzt werden, sondern auch bei Fehlhaltungen oder Fehlstellungen von Gelenken und dadurch ausgelöste Muskelschmerzen lindern.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kinesiotape.

Spritze/Infiltration

Die Spritze oder Infiltrationstherapie wird besonders häufig bei Muskelschmerzen im Rücken durchgeführt. Dabei wird ein Gemisch aus Lokalanästhetikum und Entzündungshemmer direkt an den Ort der Beschwerden gespritzt. Dadurch werden Entzündungsprozesse unterdrückt und Schwellungen, die die Beschwerden verschlimmern würden, vermindert. Häufig handelt es sich bei Muskelschmerzen im Rücken, um einen sich selbst verstärkenden Prozess, der durch die Infiltrationstherapie unterbrochen werden kann.
Dennoch behebt die Infiltrationstherapie nicht die Ursache der Muskelschmerzen. Liegt beispielsweise ein Bandscheibenvorfall vor, müssen weitere Maßnahmen zur Therapie in Erwägung gezogen werden.

Diese Medikamente können helfen

Je nach Ursache der Muskelschmerzen können verschiedene Medikamente eingesetzt werden. Bei akuten Muskelschmerzen aufgrund von Überlastung oder Verspannungen können NSAR Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt werden. Bei Muskelschmerzen aufgrund von Autoimmunprozessen, wie beispielsweise bei einer Myositis, können Immunsuppressiva wie Cortison eingesetzt werden. Generell können auch Substitutionen von Mineralstoffen und Spurenelementen wie Magnesium oder Eisen dazu beitragen, eine normale Muskelfunktion zu gewährleisten.

Magnesium

Magnesium ist ein Nahrungsbestandteil, welcher vor allem für die Aufrechterhaltung der normalen Muskelfunktion zuständig ist. Da der Körper Magnesium nicht selbst produzieren kann, ist der Mensch angewiesen eine ausreichende Menge über die Nahrung aufzunehmen.
Bei einem Mangel an Magnesium können Beschwerden wie Muskelschmerzen, -krämpfe oder Verspannungen auftreten.
Bei manchen Stoffwechselkrankheiten kann ein Magnesiummangel auftreten, der wiederum Muskelschmerzen verursacht. Deshalb ist bei einem Magnesiummangel nicht nur die Substitution des fehlenden Stoffes wichtig, sondern auch eine ausführliche Diagnostik zur Ursachenklärung.

Wärme

Wärmetherapie ist bei Muskelschmerzen eine vielseitig angewendete Methode zur Linderung der Beschwerden.
Die Wärme kann mittels

  • Wärmflasche
  • Kirschkernkissen oder
  • wärmenden Salben (Pferdesalbe)

an den schmerzenden Muskel geleitet werden und dort ihre Wirkung entfalten.
Die Durchblutung des Muskels wird so gesteigert und die Dehnbarkeit verbessert.
Verspannte Muskeln können sich so besser entspannen.
Der schmerzlindernde Effekt ist meist unmittelbar zu spüren.
Bei Entzündungsprozessen und dadurch ausgelösten Muskelschmerzen, sollte jedoch von einer Wärmetherapie abgeraten werden.

Dauer

Die Dauer von Muskelschmerzen sind abhängig von ihrer Ursache, jedoch können Muskelschmerzen allgemein akut oder chronisch verlaufen.
Bei akuten Muskelschmerzen bei einer Virusinfektion oder einem simplen Muskelkater, dauern die Muskelschmerzen meist nur wenige Tage.
Bei Zerrungen oder Muskelfaserrissen hängt die Dauer vom Ausmaß der Muskelschädigung ab und kann Wochen bis Monate dauern.
Bei chronischen Muskelschmerzen, wie bei degenerativen oder rheumatischen Erkrankungen, können die Muskelschmerzen im Verlauf der krankheit immer wieder auftreten.
Deshalb ist es wichtig durch adäquate Therapie eine Verschlechterung der Symptomatik zu vermeiden.

Rehabilitation und Prävention:

Muskuläre Dysblancen-Check

Der muskuläre Dysbalancen-Check ist vor allem bei muskulären Beschwerden, wie Muskelschmerzen oder Verspannungen indiziert.
Hierbei werden antagonistische (gegeneinander arbeitende) Muskelpaare auf ein mögliches Ungleichgewicht (Dysbalance) in ihrer Aktivität untersucht.
Häufig tritt ein solches Ungleichgewicht bei einer Gelenkfehlstellung oder einer Fehlhaltung auf. Daraus resultieren schmerzhafte Muskelverspannungen, die gezielt therapiert werden sollten.
Der muskuläre Dysbalancen-Check zeigt genau auf, welche Muskeln Beschwerden bereiten und wie sie therapiert werden sollten.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kraftmessung.

EMG

Das EMG ist eine zuverlässige Methode zur Beurteilung der Muskelfunktion. Dabei wird über oberflächliche Elektroden die elektrische Spannung des Muskels abgeleitet, was Rückschlüsse auf Nerven- und Muskelfunktion erlaubt.
Dies ist besonders wichtig, um die Ursachen der Muskelschmerzen weiter eingrenzen zu können.
Da auch Nervenerkrankungen Ursache für Muskelschmerzen sein können, muss hier ein Defekt zuerst ausgeschlossen werden. Eingesetzt wird ein EMG vor allem bei Muskelschmerzen unbekannter Ursache.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel EMG-Elektromyographie.

Wirbelsäulenvermessung

Eine Wirbelsäulenvermessung wird häufig durchgeführt, wenn Muskelschmerzen im Rücken auftreten. Auf diese Weise kann die Wirbelsäule genau anhand ihrer Form und Krümmung beurteilt werden und Aufschluss über mögliche Fehlstellungen liefern.
Eine Fehlstellung der Wirbelsäule führt nämlich zu einer ungleichen Belastung der Muskeln im Rücken. Dadurch entstehen schmerzhafte Verspannungen und in schlimmeren Fällen auch degenerative Veränderungen an den Muskeln. Deshalb ist es besonders wichtig eine Wirbelsäulenfehlstellung ausreichend zu therapieren, um auch die Muskelschmerzen zu behandeln.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Wirbelsäulenvermessung.

Die Durchführung einer Bewegungsanalyse (Kraftmessung, EMG, Wirbelsäulenvermessung) und die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen (Magnesium, Vitamin D) ist die wichtigste präventive Massnahme zur Behandlung von Muskelschmerzen.
Das Expertenteam von Lumedis konnte auf diese Weise schon vielen Patienten helfen.

Dehnübungen

Dehnübungen im Allgemeinen tragen sehr viel zur normalen Muskelfunktion bei, da ein gesunder Muskel nicht nur stark, sondern auch flexibel und dehnbar ist.
Wer seine Muskeln durch Sport häufig beansprucht, sollte ebenfalls auf eine ausreichende Dehnung der Muskeln achten, um Muskelschmerzen zu vermeiden.
Bei Muskelschmerzen aufgrund von Verspannungen oder Blockaden sind Dehnübungen ein besonders effektiver Weg, diese wieder zu lösen.
Wichtig ist jedoch die korrekte Ausführung der Dehnübungen, da sonst auch Schaden am Muskel verursacht werden kann.
Passende Dehnübungen bei Muskelschmerzen können im Rahmen einer Physiotherapie erarbeitet werden. 

Faszientraining

Faszientraining erfährt derzeit immer größerer Beliebtheit und wird vor allem bei muskulären Beschwerden, wie Muskelschmerzen eingesetzt. Die Muskelfaszie ist eine bindegewebige Schicht, die die Muskeln von außen umgibt.
Bei Muskelschmerzen, zum Beispiel aufgrund von Muskelkater oder Verspannungen, kann der Muskel verkrampfen und sich verkürzen.
Dadurch wird auch die Faszie belastet und kann mit dem Muskel verkleben.
Beim Faszientraining zum Beispiel mit einer Faszienrolle wird der schmerzhafte Muskel gezielt über die Rolle bewegt und mit der richtigen Intensität mit Körpergewicht belastet. Dadurch lösen sich Verklebungen zwischen Muskel und Faszie und Verspannungen lösen sich. Durch das regelmäßige Durchführen eines Faszientrainings kann die allgemeine Beweglichkeit und Belastbarkeit des Muskels verbessert werden.

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