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MRT der Halswirbelsäule (HWS)

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition - Was ist ein MRT der HWS?

Ein MRT, Magnetresonanztomografie, der Hals-Wirbelsäule ist ein medizinisches, bildgebendes Untersuchungsverfahren bei dem inneren Strukturen dargestellt werden. Dabei ermöglicht die Untersuchung die Herstellung von Schnittbildern besonders von Nervengewebe und Weichteilgewebe, weshalb sie gut zur Beurteilung der Strukturen im Bereich der Halswirbelsäule geeignet ist.

Ein MRT der HWS kann in verschiedenen Indikationen Aufschluss über Gründe und Ursachen von Schmerzen oder sonstigen Beschwerden in diesem Bereich geben. Da die Messung mithilfe eines Magnetfeldes erfolgt, wird der Patient bei diesem Untersuchungsverfahren keiner ionisierenden Strahlung, wie beispielsweise bei einem CT, ausgesetzt.

Indikationen / Gründe für ein der HWS

Ein MRT der HWS kann in verschiedenen Fragestellungen als diagnostisches Mittel herangezogen werden. Da eine MRT-Untersuchung eine gute Bildgebung von Weichteil und- Nervengewebe ermöglicht, eignet sie sich zur Diagnose oder Ausschluss von Verletzung von Bändern oder Knorpel. Darüber hinaus kann mithilfe des MRTs auch eine Analyse des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule erfolgen. Die Untersuchung dient also unter anderem zur Diagnose oder zum Ausschluss von Bandscheibenvorfällen, Verletzungen der Bänder oder einer Verengung des Spinalkanals. Aber auch Gefäßerkrankungen, Verletzungen, Neubildungen/ Tumore, entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen können mit Hilfe einer MRT-Untersuchung diagnostiziert werden.

MRT bei einem Bandscheibenvorfall der HWS

Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es durch ein akutes Trauma, chronischer Belastung oder ohne erkennbare Ursache zu einem Austritt von Bandscheibenmaterial. Hierbei können vielfältige Symptome wie Schmerzen, Schmerz und Sensibilitätsstörungen in den Armen, Muskelausfälle bis hin zu neurologischen Symptomen bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule auftreten. Das MRT ist das Mittel der Wahl um einen Bandscheibenvorfall zu diagnostizieren bzw. auszuschließen, da im MRT die Bandscheiben sowie Faserringe der Bandscheiben gut beurteilt werden können. Auch degenerative Schäden lassen sich im MRT beurteilen.

MRT bei Nackenschmerzen

Bei unklaren Nackenschmerzen kann eine MRT-Untersuchung Aufschluss über die Ursache der Schmerzen geben. Im MRT lassen sich Weichteilstrukturen, wie der Bandapparat der Halswirbelsäule, gut beurteilen und mögliche Verletzungen oder Schädigungen erkennen. Darüber hinaus kann mittels MRT auch ein möglicher Bandscheibenvorfall diagnostiziert werden oder entzündliche Erkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen entdeckt werden.

MRT bei einer Spinalkanalstenose der HWS

Bei einer Spinalkanalstenose handelt es sich um eine Einengung des Spinalkanals, die zu schmerzhaften Empfindungen, Bewegungseinschränkungen und sogar neurologischen Symptomen führen kann. Eine Spinalkanalstenose tritt üblicherweise erst im höheren Alter auf und ist oft bedingt durch knöcherne Anbauten, die den Spinalkanal verengen. Aber auch eine Arthrose, eine Bandscheibenschädigung oder eine Verschiebung der Wirbel können zu einer Spinalkanalstenose führen.

Durch eine MRT-Untersuchung lässt sich eine Spinalkanalstenose beurteilen. Im MRT werden die Einengung des Spinalkanals sowie das Ausmaß der Einengung sichtbar. Darüber hinaus lassen sich sowohl knöchernen Anbauten als auch degenerative Prozesse oder Wirbelverschiebungen analysieren.

Ablauf eines MRT der HWS

Die Indikationsstellung für eine MRT-Untersuchung der Halswirbelsäule erfolgt durch einen Arzt. Üblicherweise geht dies mit einem umfangreichen Anamnesegespräch sowie einer körperlichen Untersuchung der Halswirbelsäule einher. Darüber hinaus erfolgt ein Aufklärungsgespräch über die geplante Untersuchung.

Wichtig ist, dass bei einer MRT-Untersuchung aufgrund des starken Magnetfeldes eine Gefahr durch metallische Gegenstände bestehen kann, sodass metallische Implantate eine Kontraindikation darstellen können. Dies ist vorab unbedingt zu klären. Schmuck oder Kleidungsstücke mit Metallknöpfen o.ä. sollten aus diesen Gründen während der Untersuchung komplett abgelegt werden, da sich metallische Gegenstände stark erhitzen können und zu Verletzungen führen können.

Falls die Untersuchung durch eine Kontrastmittelgabe erweitert wird, erfolgt vorab die Anlage eines intervenösen Zugangs. 

Die Untersuchung erfolgt üblicherweise im Liegen. Da die Geräte sehr laut werden und u.a. laute Klopfgeräusche erzeugen, muss während der Untersuchung ein Hörschutz in Form von Kopfhörern getragen werden. Die Untersuchung erfolgt unter permanenter Beobachtung durch das medizinische Personal, welches sich jedoch in einem anderen Raum befindet und den Patienten üblicherweise durch eine Scheibe oder über Monitore beobachtet. Über die Kopfhörer erhält der Patient Anweisungen vom medizinischen Personal. Über einen Notfallknopf, den der Patient während den Aufnahmen in die Hand bekommt, kann er jederzeit auf sich aufmerksam machen und steht mit dem medizinischen Personal über eine Sprechanlage in Kontakt. 

Der Patient wird auf der Liege in das ringförmige MRT-Gerät gefahren und die Position der Geräte durch den Untersuchenden optimiert. Es ist möglich, dass auch während der Untersuchung verschiedene Einstellungen erfolgen, hierbei bleibt der Patient üblicherweise auf dem Rücken liegen. Für optimale Aufnahmen sollte sich der Patient möglichst nicht bewegen.

Dauer der Untersuchung

Die Dauer der Untersuchung hängt von dem Umfang der zu untersuchenden Kriterien ab. Üblicherweise dauert eine MRT-Untersuchung zwischen 10-30 Minuten.

Kosten für Privatversicherte

Je nach Indikation unterscheiden sich die Kosten. Die Kostenübernahme sollte vorab mit der zuständigen Versicherung geklärt werden.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

In der Regel ist eine MRT-Untersuchung eine nebenwirkungsarme Untersuchung, da keine direkte Manipulation am Patienten erfolgt. 

Wichtig ist, dass keine metallischen Gegenstände am Patienten befindlich sind, das gilt auch für Implantate, da es sonst zu schweren Komplikationen kommen kann. Dies ist vorab unbedingt mit dem Arzt abzuklären, in einigen Fällen ist ein MRT dann kontraindiziert. 

Bei einer Kontrastmittelgabe sind in seltenen Fällen allergische Reaktionen bis hin zu schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Symptomen möglich. 

Die Untersuchung kann durch die räumliche Enge sowie die lauten Geräusche als unangenehm empfunden werden.

Wann brauche ich Kontrastmittel?

Die Gabe von Kontrastmittel erfolgt bei einer MRT Untersuchung um eine Darstellung der Gefäße zu ermöglichen. Liegt eine Fragestellung bezüglich der Gefäßdurchgängigkeit, Gefäßbeschaffenheit oder des Gefäßverlaufs vor, so ist eine intravenöse Kontrastmittelgabe kurz vor der MRT Aufnahme nötig. Dies wird im Einzelfall jedoch vorab mit dem Patienten besprochen und erfordert deren Einwilligung.

Muss ich da mit dem Kopf rein?

Bei einem MRT der Halswirbelsäule befindet sich der Patient auf einer Liege, die ihn in das MRT fährt. Da die Halswirbelsäule untersucht wird, muss der Kopf in das MRT Gerät positioniert werden. Dies kann als unangenehm empfunden werden. Da jedoch das MRT Gerät relativ groß ist, wird es oft als nicht so beengt empfunden.

Was ziehe ich an, was muss ich ausziehen?

Da bei einer MRT-Untersuchung alle metallischen Gegenstände abgelegt werden müssen ist es empfehlenswert keinen Schmuck anzulegen und darauf zu achten, dass an der Kleidung keine metallischen Knöpfe o.ä. sind.  Die Schuhe werden bei einer MRT-Untersuchung abgelegt, ebenso Schmuck und alle Kleidungsstücke mit metallischen Gegenständen.

Muss ich nüchtern sein?

Für eine gewöhnliche MRT-Untersuchung der Halswirbelsäule ist es in der Regel nicht nötig, nüchtern zu erscheinen. Im Falle einer Kontrastmittelgabe sollte der Patient jedoch üblicherweise nüchtern sein. In Einzelfällen oder falls weitere Untersuchungen anstehen, erfolgt vorab eine Aufklärung durch den Arzt bei welcher besprochen wird, ob der Patient nüchtern sein muss.

Wie schnell bekomme ich das Ergebnis?

In der Regel liegen die Aufnahmen direkt vor und können nach erfolgter Auswertung durch den behandelnden Arzt mit diesem besprochen werden. Je nach Praxisablauf erfolgt diese Besprechung direkt vor Ort oder später mit dem zuständigen Arzt.

Was sind die alternativen Untersuchungsmethoden?

Alternative Untersuchungsmethoden zu einem MRT der Halswirbelsäule stellen einerseits die Ultraschalluntersuchung und andererseits das CT der Halswirbelsäule dar. Da die Ultraschalluntersuchung jedoch üblicherweise keine genaue Beurteilung aller Weichteilstrukturen zulässt, ist sie für eine umfangreiche Diagnostik meist nicht ausreichend. Die CT-Untersuchung geht mit einer Strahlenbelastung einher, weshalb in den meisten Fällen das MRT die Untersuchungsmethode der Wahl darstellt.