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Lumedis Frankfurt

Dr. Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
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Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Schmerzen an der Fingerkuppe

Schmerzen an der Fingerkuppe können sehr unangenehm und quälend sein. Da die Ursachen vielvältig sein können, ist die Betreuung durch eine guten Orthopäden sehr wichtig.
Wir von Lumedis haben uns auf die Behandlung der Erkrankungen der Finger spezialisiert.
Wenn Sie eine Beratung durch unsere Handspezialisten wünschen, kommen Sie hier zu Ihrem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Ausserdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.
Er hat weiterhin langjährige Erfahrung im Bereich der funktionellen Diagnostik, speziell im Bereich der EMG-Diagnostik.
Ein weiteres Spezialgebiet ist die Betreuung von Golfern in eigenere Sprechstunde. Hier ist Dr. Hochholz Partner der PGA.
 

Definition – Was sind Schmerzen in der Fingerkuppe?

Die Fingerkuppe ist das Ende des letzten Endglieds eines Fingers und damit der am weitesten vom Körper entfernte Teil eines Fingers. Schmerzen in der Fingerkuppe können viele verschiedene Ursachen haben. Ihre Intensität und der Schmerzcharakter können sehr unterschiedlich sein, es können stechende, pulsierende oder dumpfe Schmerzen auftreten. Je nach Ursache der Schmerzen kann es auch zu begleitenden Symptomen wie einer Rötung, Überwärmung, einem Kribbeln oder Gefühlsstörungen sowie Bewegungseinschränkungen des Fingers kommen. 

Ursachen

  • Vitaminmangel
  • Entzündung (zB durch kleine Verletzungen an Fingerkuppe oder Nagel)
  • Unfallfolge (Fingerbruch, Schnitt in der Fingerkuppe, Bänderriss am Finger)
  • Karpaltunnelsyndrom mit Sensibilitätsstörungen in Hand und Fingern
  • Polyneuropathie
  • Überbeanspruchung (monotones Arbeiten, Spielen eines Saiteninstruments)
  • Arthrose (Gelenkverschleiß des Fingerendgelenks)
  • Arthritis (Gelenkentzündung des Fingerendgelenks), häufig als rheumatoide Arthritis

Vitaminmangel

Die Ursache für Schmerzen in den Fingerkuppen kann ein Vitaminmangel sein. Vor allem die B-Vitamine sind wichtig für die Nerven. Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Schäden an den Nerven führen, die sich oft zuerst mit Missempfindungen und Schmerzen an Händen und Füßen bemerkbar machen (funikuläre Myelose). Schreitet der Vitaminmangel fort, können die Missempfindungen und Schmerzen symmetrisch aufsteigen, weiterhin kann es zu Lähmungen kommen. Zusätzlich kommt es zu einer Anämie (Blutarmut) mit Müdigkeit und Schwäche sowie zu Haut- und Schleimhauterkrankungen. Wird der Vitaminmangel nicht behandelt, kann es im Verlauf zu einer Querschnittslähmung kommen. 

Entzündung

Bei Schmerzen in der Fingerkuppe ist häufig eine Entzündung die Ursache. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Nagelbettentzündung oder um eine entzündete Wunde direkt an der Fingerkuppe handeln. Ein einwachsender Nagel oder kleinste Verletzungen lassen Erreger einwandern, die zu einer lokalen Entzündung führen können. Eine Entzündung erkennt man an einer Schwellung, Überwärmung und Rötung sowie erhöhter Schmerzempfindlichkeit der betroffenen Stelle. Auch eine Entzündung des Fingerendgelenks oder anderer Fingergelenke kann zu ausstrahlenden Schmerzen in die Fingerkuppe führen.
Die rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis) ist häufig die Ursache für eine symmetrische Entzündung der Fingergelenke. Charakteristisch sind dabei Schmerzen der Finger in Ruhe und eine Morgensteifigkeit der Gelenke. 

Unfallfolge

Zu den häufigen Ursachen für Schmerzen an der Fingerkuppe zählen Unfälle, darunter vor allem Schnittverletzungen. Im Beruf oder in der Küche kommen Schnittverletzungen der Finger recht häufig vor. Im Moment der Verletzung kommt es oft zu stechenden oder pulsierenden Schmerzen, die Wunde blutet oft stark. In den meisten Fällen stoppt die Blutung jedoch recht schnell von selbst und muss nur gereinigt und verbunden oder mit einem Pflaster versorgt werden. Bei tieferen Verletzungen, die nicht aufhören zu bluten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Wunde eventuell genäht oder geklebt werden muss. Weitere Verletzungen wie ein Fingerbruch, eine Quetschung oder eine Verletzung der Fingersehnen können ebenfalls zu Schmerzen an der Fingerkuppe führen und müssen durch einen Arzt behandelt werden. 

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom kann eine Ursache für Schmerzen in den Fingern sein. Ursache für dieses Syndrom ist eine Einengung des Nervus medianus unterhalb der Bänder an der Innenseite des Handgelenks im Karpaltunnel. Der Nerv versorgt insbesondere die Innenseite der Handfläche, sowie Daumen, Zeige und Mittelfinger. Bei einer Einklemmung dieses Nerven kommt es zu Schmerzen, einem Brennen und Kribbeln in diesen Bereichen.
Ursache für die Einengung des Nervens im Karpaltunnel können häufige Belastung der Hände beim Arbeiten im Haushalt oder im Beruf, eine Verletzung im Bereich des Handgelenks, eine Arthrose oder Sehnenscheidenentzündungen am Handgelenk sein. Das Risiko für die Entstehung eines Karpaltunnelsyndroms kann sich durch eine Schwangerschaft, durch Adipositas und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion erhöhen. 

Polyneuropathie

Bei der Polyneuropathie handelt es sich um eine Erkrankung und Schädigung von mehreren Nerven gleichzeitig, die viele verschiedene Ursachen haben kann. Meist sind dabei die peripheren Nerven, also die weit vom Körperstamm entfernten Nerven betroffen, sodass sich Symptome oft zuerst symmetrisch in den Füßen und Händen zeigen.
Neben Schmerzen treten häufig Symptome wie Kribbeln und Taubheit auf. Die häufigsten Ursachen für eine Polyneuropathie sind Diabetes mellitus und Alkoholmissbrauch. Weitere mögliche Ursachen sind Schwangerschaft, Vergiftungen mit Lösungsmitteln oder Schwermetallen, erbliche Formen und verschiedene entzündliche Krankheiten. 

Weitere begleitende Symptome

Schmerzen in der Fingerkuppe können von vielen weiteren Symptomen begleitet sein. Bei einer Entzündung kommt es zusätzlich zu einer Rötung, Schwellung und Überwärmung sowie zu einer Bewegungseinschränkung. Bei Nervenschäden können neben den Schmerzen weitere Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit vorkommen. Ist die Ursache für die Schmerzen eine rheumatoide Arthritis haben die Patienten einen Ruheschmerz und Morgensteifigkeit der Gelenke sowie Fieber und Muskelschmerzen. Treten neben den Schmerzen auch Taubheit und Kribbeln sowie eine Blässe und Kälte des Fingers auf, ist das ein Zeichen für eine Durchblutungsstörung. 

Fingerschmerzen an den Gelenken

Fingerschmerzen an den Gelenken können ein Zeichen für Erkrankungen der Gelenke sein. Häufig besteht eine Arthrose, also ein Gelenkverschleiß an den Fingern. Zu einer Arthrose der Finger kommt es häufiger in höherem Alter, als Folgeerscheinung der Gelenkbelastung im Laufe des Lebens. Bei einer Arthrose der Fingergelenke können zusätzlich knotige Verdickungen der betroffenen Gelenke auftreten.
Die Schmerzen bei einer Arthrose bestehen zu Beginn meist nur bei Bewegung, später können die Gelenke aber auch in Ruhe und nachts auftreten und mit einer Bewegungseinschränkung einhergehen. Davon zu unterscheiden ist eine Arthritis, also eine Entzündung der Fingergelenke. Diese tritt häufig im Rahmen der rheumatoiden Arthritis, einer chronischen entzündlichen Autoimmunerkrankung auf, deren Ursache unbekannt ist. Bei einer Arthritis sind Schmerzen in Ruhe und bei Bewegung, eine Morgensteifigkeit und eine Schwellung der Gelenke typisch, außerdem treten allgemeine Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen auf.

Diagnose

Um bei Schmerzen an der Fingerkuppe eine Diagnose stellen zu können erfragt der Orthopäde zunächst die Charakteristik und genaue Lokalisation der Schmerzen, wie lange und unter welchen Umständen die Schmerzen bestehen und ob es möglicherweise ein auslösendes Ereignis wie eine Verletzung gab. Außerdem schaut der Orthopäde nach äußeren Veränderungen, wie Verletzungen, Rötung oder Schwellung und untersucht die Beweglichkeit des Fingers. Bei Verdacht auf eine Entzündung kann eine Blutentnahme zur Ermittlung von Entzündungsparametern hilfreich sein.
Außerdem können bildgebende Methoden wie

  • Ultraschall
  • Röntgen und
  • MRT

genauere Informationen über Veränderungen der Gelenke und Knochen geben.

Ultraschall

Der Ultraschall (Sonographie) ist eine schnelle und einfache diagnostische Methode zur Abklärung von Schmerzen in der Fingerkuppe. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann man das Gewebe, die Sehnen und Gelenke des Fingers beurteilen. Verletzungen der Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln der Finger können mithilfe einer Ultraschalluntersuchung entdeckt werden, aber auch Veränderungen an den Gelenken bei Arthrose oder Arthritis, sowie Sehnenscheidenentzündungen oder Knochenbrüche können erkannt werden. Bei einer Arthritis zeigt sich im Ultraschall beispielsweise ein Gelenkerguss oder eine Entzündung der Sehnenscheiden.

Röntgenbild

Besteht bei Schmerzen an der Fingerkuppe der Verdacht auf eine Beteiligung der Gelenke oder der Knochen kann ein Röntgenbild weiterhelfen. Auf einem Röntgenbild können besonders Knochen gut beurteilt werden und Knochenbrüche so erkannt werden. Aber auch Veränderungen an den Gelenken bei einer Arthrose oder Arthritis lassen sich auf dem Röntgenbild gut erkennen und das Ausmaß des Verschleißes oder der Entzündung können beurteilt werden. Bei einer Arthrose zeigen sich im Röntgenbild oft ein verschmälerter Gelenkspalt, eine Verdichtung des Knochens unterhalb des abgenutzten Knorpels und knöcherne Anbauten an den Gelenken. Bei einer Arthritis können im Röntgenbild ebenfalls eine Verschmälerung des Gelenkspaltes, aber auch eine Schwellung der Weichteile in der Umgebung des Gelenks und ein Knochenschwund (Osteoporose) im Bereich des Gelenks erkannt werden. 

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT (Magnetresonanztomographie) braucht man, wenn man Weichteile und Gelenke hochaufgelöst beurteilen will. Wenn der Ultraschall oder das Röntgenbild kein eindeutiges Ergebnis liefern, kann das MRT jegliches Gewebe sehr genau darstellen und dadurch Verletzungen von Sehnen, Bändern und Kapseln, entzündliche Vorgänge aber auch Veränderungen an den Knochen und Gelenken beurteilt werden. In der Frühphase einer rheumatoiden Arthritis sind im MRT schon Veränderungen erkennbar, die man im Röntgenbild noch nicht sehen würde.

Behandlung/Therapie

Wie die Schmerzen an der Fingerkuppe behandelt werden, hängt von der Ursache der Schmerzen ab. Verletzungen sollten möglichst schnell behandelt werden. Ein tiefer Schnitt muss eventuell genäht oder geklebt werden, bei kleineren Verletzungen reicht oft eine Reinigung der Wunde und Stillung der Blutung mit einem Pflaster aus.
Nach der Verletzung sollte die Hand geschont werden. Um die Schmerzen zu lindern kann man den Finger zusätzlich kühlen und Nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen einnehmen.
Bei einer Entzündung muss das entzündete Gewebe eventuell entfernt und der betroffene Bereich desinfiziert werden, zusätzlich können Antibiotika eingesetzt werden.
Bei einer Arthrose können ebenfalls Schmerzmedikamente und Kühlung der Gelenke die Schmerzen lindern.
Helfen konservative Maßnahmen nicht, kann eine Operation des Gelenks erforderlich werden.
Ist eine rheumatoide Arthritis die Ursache der Schmerzen müssen langfristig Medikamente eingenommen werden, die das Immunsystem hemmen, da es sich um eine systemische Autoimmunerkrankung handelt.
Zur Reduzierung der akuten Schmerzen können die betroffenen Gelenke gekühlt und gelagert werden, zusätzlich können Schmerzmittel und Glukokortikoide eingesetzt werden.
Ein Karpaltunnelsyndrom kann bei leichter Symptomatik mit Glucokortikoiden und einer Ruhigstellung des Handgelenks durch eine Schiene behandelt werden.
Bei schwerer Symptomatik wird jedoch eine Operation erforderlich, bei der das Band durchtrennt wird, welches den Nerven einengt. 

Dauer

Die Dauer der Schmerzen in der Fingerkuppe kann sehr unterschiedlich sein. Bei einer kleinen Verletzung, die innerhalb von wenigen Tagen verheilt, verschwinden auch die Schmerzen innerhalb einiger Tage. Auch eine lokale Entzündung, die adäquat behandelt wird, kann innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden. Bei einem Karpaltunnelsyndrom kann sich die Symptomatik sehr lange hinziehen und oft nur durch eine Operation verbessert werden. Auch eine Arthrose und Arthritis kann zu langwierigen und immer wiederkehrenden Schmerzen führen.
Die Schmerzen verschwinden effektiv nur bei einer erfolgreichen Behandlung der Grunderkrankung, bei einer Arthrose kann diese durch eine Operation erzielt werden, bei der rheumatoiden Arthritis durch Medikamente, die jedoch ein Leben lang eingenommen werden müssen und ihre Wirkung oft erst nach mehreren Wochen bis Monaten entfalten. 

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