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Lumedis Frankfurt

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Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Wadenkrampf

Ein Wadenkrampf ist zunächst eine harmlose Erkrankung.
Insbesondere wenn Wadenkrämpfe gehäuft auftreten oder die sportliche Leistungsfähigkeit einschränken sollte in jedem Fall eine Abklärung von einem Sportorthopäden erfolgen.
Gerne beraten wir Sie in einem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
Folgen Sie Dr. Gumpert auf Facebook ­­oder Instagram.

Definition - Was ist ein Wadenkrampf?

Aus einer unwillkürlichen, starken Kontraktion der Muskulatur in der Wade kann ein schmerzhafter Krampf resultieren.
Dies ist bedingt durch eine erhöhte Erregbarkeit der Muskulatur.

Möglich ist das Auftreten der Krämpfe

  • bei körperlicher Aktivität,
  • aber auch in Ruhephasen, beispielsweise aus dem Schlaf heraus.

Die Beschwerden halten zwischen wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten an.

  • Entweder hören sie von selbst wieder auf oder
  • lassen sich durch das Anziehen der Fußspitze zum Körper hin als Dehnbewegung oder durch Massieren limitieren. Dies hilft zudem auch bei Krämpfen in den Zehen und Krämpfen im Fuß.

Warum treten die Wadenkrämpfe besonders nachts auf?

Dass Wadenkrämpfe oft nachts auftreten, liegt wahrscheinlich daran, dass

  1. der Magnesiumspiegel im Blut nachts niedriger ist als tagsüber. 
  2. Ein weiterer Grund ist, dass der Muskel im Wachzustand häufiger bewusst und unbewusst bewegt und gedehnt wird und ein sich ankündigender Wadenkrampf durch gegensteuerndes Dehnen verhindert werden kann.

Warum kommt es in der Schwangerschaft zu Wadenkrämpfen?

In der Schwangerschaft kommt es zu vielen physiologischen Umstellungen, vor allem den Hormon- und Elektrolythaushalt betreffend. 

  1. Ein höherer Magnesiumbedarf erklärt das vermehrte Auftreten von Wadenkrämpfen.
    Auch der Bedarf an Natrium, Kalium und Kalzium ist erhöht.
  2. Ebenso ist die Ausscheidung dieser Elektrolyte und zusätzlich von Wasser durch vermehrtes Schwitzen und Harndrang verstärkt
  3. Weiterhin ist eine Überlastung der Beinmuskulatur durch das erhöhte Körpergewicht eine mögliche Ursache für die vermehrten Wadenkrämpfe.

Ursachen

  • Idiopathisch (= unbekannte Ursache)
  • Verlust von Flüssigkeit durch
    • Magen-Darm-Erkrankungen
    • entwässernde Medikamente
    • Schwitzen
    • mangelndes Trinken
    • hohes Fieber
  • Mangel an Elektrolyten (Magnesium; Kalzium; Kalium; Natrium) durch
    • Nierenerkrankungen, Nebennierenerkrankungen
    • Erkrankungen des Magen-Darmtraktes
    • Schilddrüsenunterfinktion, Nebenschilddrüsenunterfunktion
    • Bauchspeicheldrüsenentzündung
    • erhöhtem Bedarf z.B. in der Schwangerschaft, Ernährungsumstellung, Alkoholkonsum, Diabetes mellitus
  • Diabetes mellitus durch
    • Störungen des Elektrolythaushaltes
    • Nervenschädigung (Polyneuropathie) im fortgeschrittenen Stadium
  • Diabetes insipidius durch vermehrte Urinausscheidung
  • Myopathien (= Muskelerkrankungen) und Nervenerkrankungen durch
    die Störung der Signalübertragung auf den Muskel
  • Durchblutungsstörungen
  • sportliche Überlastung
    vor allem bei untrainierter Muskulatur
  • Orthopädische Erkrankungen
    z.B. Sprunggelenksarthrose, Kniearthrose, Fußfehlstellungen (X-Beine; O-Beine) durch muskuläre Überlastung
  • Nebenwirkungen verschiedener Medikamente
  • Alkoholsucht durch
    • Störungen des Elektrolythaushaltes
    • Mangelernährung
    • Nervenschädigung

Hitze

Große Hitze, vor allem in Kombination mit sportlicher Betätigung, sorgt für

  • übermäßiges Schwitzen und
  • somit für einen Wasser- und Elektrolytverlust.
    Dadurch ist das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper ist nicht gewahrt.

Die extrem sensible Regulierung des Wasser- und Elektrolythaushalt ist allerdings maßgeblich für die muskuläre Erregbarkeit und den Prozess der geregelten Kontraktion.

Ein Ungleichgewicht sorgt dementsprechend für eine gestörte Kontraktion der Muskulatur.

Körperliche Belastung

  1. Auf körperliche Belastung reagiert der Körper zur Temperaturregulierung mit Schwitzen.
    Dadurch verliert der Körper Wasser und Elektrolyte, sodass das Gleichgewicht und folglich auch die muskuläre Erregbarkeit gestört ist.
  2. Weiterhin kann es durch eine muskuläre Überlastung bei starker sportlicher Aktivität zu Wadenkrämpfen kommen.

Muskelfaserriss der Wade

Der Muskel setzt sich zusammen aus Muskelfaserbündeln, diese bestehen wiederum aus einzelnen Muskelfasern.
Letztere beinhalten Myofibrillen und reißen beim Muskelfaserriss.
Das resultiert aus einer Überlastung der Muskulatur, vor allem nach mangelhaftem Aufwärmen der betroffenen Muskelgruppen.

Wurde der Muskel verletzt so kann dies zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein Auftreten von Wadenkrämpfen führen.

Die Symptome eines Muskelfaserrisses reichen

  • von starken stechenden Schmerzen
  • über eine Schwellung des verletzten Muskels
  • bis hin zu sichtbaren Blutergüssen durch das Einbluten ins Gewebe. 

Zur Behandlung sollte man in der Akutsituation die PECH-Regel anwenden

  1. P = Pausieren
  2. E = Eis (Kühlen)
  3. C = Kompression, um die Schwellung und Einblutung zu minimieren
  4. H = Hochlagern 
  5. Gegebenenfalls sollte der Einsatz von Schmerzmitteln erwogen werden.

Ein Muskelfaserriss in der Wade kann nach der Verletzung und in der Heilungsphase vermehrt mit Wadenkrämpfen eingehergehen.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Artikel Muskelfaserriss

Bandscheibenvorfall der LWS

Das Rückenmark verläuft in der Wirbelsäule. Die Nerven, die für die Signalübertragung an die Muskulatur zuständig sind, treten in unterschiedlichen Höhen seitlich aus Löchern zwischen den Wirbeln aus. 

Die Nerven für die Muskulatur der Wade verlassen den Wirbelkanal im unteren Rücken (LWS).
Wenn es in der Lendenwirbelsäule zu einem Bandscheibenvorfall kommt, tritt Bandscheibenmaterial aus.
Das kann eine Abklemmung der Nervenwurzel und somit eine gestörte Erregbarkeit der Muskulatur bedingen. 
Wadenkrämpfe werden durch einen Bandscheibenvorfall der LWS in der Höhe L5/S1, insbesondere durch Druck auf die Nervenwurzel S1 (S1-Syndrom) ausgelöst.

Das Beschwerdebild ist

  1. hauptsächlich von Rückenschmerzen geprägt.
  2. Auch Wadenkrämpfen durch die fehlerhafte Signalübertragung des eingeklemmten Nerven können auftreten.

Lesen Sie auch hier mehr zu den Themen:

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Wadenkrampf

Das Beschwerdebild des Wadenkrampfes ist vor allem von

  • starken Schmerzen in der betroffenen Muskulatur, die in den Fuß ziehen können, gekennzeichnet.
    Jede Bewegung löst ein erneutes Aufflammen des Schmerzes aus.
  • Des Weiteren ist die Muskulatur durch die plötzliche Anspannung tastbar sehr hart und entspannt sich nicht sofort wieder.

Weitere Informationen zu Krämpfen als Begleitsymptom lesen Sie hier:

Wadenschmerzen

Wadenschmerzen sind sicherlich das prägnanteste Symptom des Wadenkrampfs. 

Man sollte allerdings auch weitere Ursachen für die Wadenschmerzen in Betracht ziehen.

sollten bei der Abklärung nicht außer Acht gelassen werden.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Artikeln ZiehenSchmerzen in der Wade

Muskelkater

Muskelkater tritt nach intensiver körperlicher Belastung in den Muskelgruppen auf, die übermäßig beansprucht wurden. 

Der zugrundeliegende Mechanismus ist nicht vollends geklärt.

  • Man vermutet ursächlichkleine Risse in einem Bestandteil der Myofibrille im Muskelgewebe.
  • Dadurch kommt es zu einer entzündlichen Reaktion mit Wassereinstrom ins Gewebe und
  • zu einer Reizung der Nerven durch Entzündungsstoffe.

Die Beschwerden treten meistens am Tag nach der Aktivität auf.

Hilfreich gegen die Beschwerden sind

  1. eine Wärmebehandlung und
  2. leichte Massage der beanspruchten Muskulatur sowie
  3. ausreichende Kohlenhydrat- und Eiweißzufuhr.

Auch nach einem Wadenkrampf ist ein Muskelkater durch die übermäßige Belastung der Wadenmuskulatur üblich!

Diagnose

Um die Diagnose des Wadenkrampfes zu stellen, steht zunächst die Erhebung der Krankengeschichte zur Ursachenfindung im Vordergrund.

  • Hierbei werden alle möglichen Risikofaktoren,
  • relevante Vorerkrankungen und
  • andere Gründe für Wadenkrämpfe abgefragt. 

Im Anschluss erfolgt die körperliche Untersuchung, die meistens eine

  • Überprüfung der Pulse,
  • die Testung der Reflexe und
  • eine grobe Untersuchung des restlichen Körpers beinhaltet.

Auch die Blutuntersuchung gehört meist zur Standarddiagnostik,

  • nicht nur um mögliche Elektrolytdefizite zu erfassen,
  • sondern auch um die Funktion der verschiedenen Organe zu prüfen.

Eine Urinuntersuchung kann weiterhin Aufschluss über mögliche Ursachen geben.

Je nach erfasster Risikokonstellation können weitere diagnostische Maßnahmen von Relevanz sein, beispielsweise

  • die Elektromyografie und
  • die Elektroneurografie, die die Funktion von Muskeln und zugehörigen Nerven und die Signalüberleitung zwischen den beiden Komponenten überprüft.

Ultraschall

Der Ultraschall der Wadenmuskulatur durch den Orthopäden kann selbst kleinste Schädigungen der Muskulatur darstellen und die Ursache der Wadenkrämpfe erklären.
Ein guter Orthopäde kann hier sicher alle Probleme erkennen.Um die Durchblutung der Beine zu überprüfen und eine Durchblutungsstörung auszuschließen, kann eine Doppler-Sonographie sinnvoll sein.

Mittels dieser Ultraschallmethode wird der Blutfluss in den Gefäßen farbig dargestellt und Strömungshindernisse können detektiert werden.
Diese Untersuchung führt der Internist durch. 
Das dient vor allem dem Ausschluss einer Thrombose als mögliche Differentialdiagnose des Wadenkrampfes.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema Ultraschall / Sonographie.

Wie unterscheidet man einen Wadenkrampf von einer Thrombose?

Eine Thrombose bezeichnet den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel

Oft ist die Entstehung der Thrombose durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt,

  • vor allem Bewegungsmangel und
  • eine vorausgegangene Thrombose bedingen eine deutliche Risikosteigerung. 

Symptomatisch äußert sich die Thrombose mit

  • einer Schwellung
  • dumpfem Schmerz und
  • einer bläuliche Verfärbung
  • weiterhin ist das betroffene Bein erwärmt und
  • es besteht ein Schweregefühl.
  • Möglicherweise sind vermehrt Venen zu sehen.

Zum Ausschluss einer Thrombose kommt

  • eine Farbduplex-Kompressionssonografie zum Einsatz (beim Internisten),
    die die Gefäße des Beines von der Leiste bis zum Fuß auf Komprimierbarkeit und Durchlässigkeit untersucht.
  • Weiterhin können klinische Zeichen getestet werden und
  • verschiedene Laborparameter, unter anderem D-Dimere untersucht werden. 

Einen Wadenkrampf von der Thrombose zu unterscheiden, ist meist gar nicht so einfach.

  1. Das Beschwerdebild mit Schmerzen und Verhärtung der Wade äußert sich sehr ähnlich.
  2. Wadenkrämpfe können auch ein Symptom einer Blutgerinnungsstörung sein.
  3. Wenn die Beschwerden also nicht nach einigen Minuten aufhören oder
  4. zusätzlich eine Umfangsvermehrung, eine Erwärmung oder eine Verfärbung zu beobachten ist,

ist es sehr wichtig, eine mögliche Thrombose auszuschließen, um Komplikationen verhindern zu können.

Röntgenbild

Röntgenbilder sind bei Muskelkrämpfen als diagnostische Methode meist nur zur Ausschlußdiagnostik.
Indikationen zur Anfertigung eines Röntgenbildes bei regelmäßigen Wadenkrämpfen umfassen

  • Knochenbrüche (hier besonders Ermüdungsbrüche),
  • Erkrankungen der Lunge
    oder
  • der Verdacht auf einen Darmverschluss oder einen Durchbruch des Darms.

Gegebenenfalls kann die Darstellung der Gefäße im Röntgenbild (Kontrastmittel-Angiographie) zielführend sein.

Lesen Sie auch mehr zum Thema: Röntgen

Wann braucht man ein MRT?

Insbesondere zur Abklärung einer Problematik im Rückenbereich als mögliche Ursache der Wadenkrämpfe ist die Durchführung eines MRTs sinnvoll. 
Mittels dieser Bildgebung lassen sich

  • Bandscheibenvorfälle / Bandscheibenvorwölbungen im Bereich der LWS, besonders dem Segment L5/S1
    oder
  • sonstige krankhafte Auffälligkeiten an der Wirbelsäule

aufdecken.

Weitere Informationen erhalten Sie im Artikel Bandscheibenvorwölbung.

So löst man einen Wadenkrampf am besten

Um die Lösung der Muskelverkrampfung zu beschleunigen, hilft

  • passives Dehnen. Das Anziehen der Fußspitze in Richtung des Körpers oder das Durchstrecken des Beines mit dem Aufdrücken der Ferse auf den Boden ist meist sehr zielführend.
  • Auch eine leichte Massage oder
  • die Applikation von Wärme kann hilfreich sein.

Damit ein Wadenkrampf gar nicht erst auftritt, können verschiedene Maßnahmen präventiv hilfreich sein.

  1. Am wichtigsten ist die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes durch
    - eine ausgewogene Ernährung und 
    - ausreichend Wasserzufuhr und
    - gegebenenfalls eine zusätzliche Magnesiumeinnahme.
      Diese sollte allerdings nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.
  2. Auch regelmäßiges Dehnen und
  3. maßvolle sportliche Aktivität beugen dem Auftreten von Wadenkrämpfen vor.

Magnesium

Weil oft ein Magnesiummangel ausschlaggebend für das Auftreten häufiger Wadenkrämpfe ist, kann die zusätzliche Zufuhr von Magnesiumpräparaten hilfreich sein.

Ursächlich für den Mangel können

  • angeborene Magnesiumverlusterkrankungen sein.
  • Des weiteren kann dieser auch durch mangelnde Zufuhr oder Aufnahme im Magen-Darmtrakt bedingt sein.
  • Weitere mögliche Gründe für den Mangel können ein erhöhter Bedarf bei Leistungssport oder in der Schwangerschaft,
  • eine erhöhte Ausscheidung oder
  • verschiedene Medikamente sein. 

Durch den Mangel an Magnesium kommt es zu einer Übererregbarkeit der Nerven und Muskeln, was schlussendlich in Krämpfen resultiert.

Die zusätzliche Zufuhr von Magnesium sollte immer in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, weil es zu verschiedenen unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann, wenn die Dosierung falsch gewählt wird. Möglich sind

  • Verdauungsprobleme
  • Blutdruckabfall oder
  • allgemeine Muskelschwäche.
  • Des weiteren existieren auch verschiedene Wechselwirkungen mit Medikamenten und abweichende Wirkweisen bei einigen Organerkrankungen.

Ein natürliche und gesunde Magnesiumzufuhr lässt sich oft auch mit der Nahrung erreichen:
Bananen, Bitterschokolade, Erdnüsse, Brokkoli und Vollkornbrot enthalten viel Magnesium.

Medikamente

In manchen Fällen kann eine medikamentöse Therapie notwendig sein. 

Mögliche verschreibungspflichtige Präparate sind

  • Chininsulfat (z.B. Limptar N)
    Wichtig ist zu beachten, dass die Chinine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und chininhaltigen Getränken aufweisen.
  • Hydrochinin.

Wichtig ist allerdings, dass die Einnahme der Präparate Nebenwirkungen mit sich bringt.

  1. Es kann zu Veränderungen des Blutbildes und zu Gerinnungsstörungen kommen.
  2. Desweiteren können Herzrhythmusstörungen und Sehstörungen resultieren.
  3. Die langfristige Verordnung ist mit einer Erhöhung des Sterberisikos verbunden.
  4. In der Schwangerschaft und Stillzeit sind diese Medikamente nicht erlaubt.

Zu beachten ist also, dass die Verschreibung dieser Präparate sorgfältig mit dem Orthopäden zusammen abgewogen wird.

Falls eine Erkrankung ursächlich für die Wadenkrämpfe ist, sollte diese natürlich entsprechend therapiert werden.

Dehnen

In der Akutsituation empfiehlt sich das Ausführen der Bewegung des muskulären Gegenspielers vom verkrampften Muskel.

Entsprechend ist also

  1. das Anziehen der Fußspitze oder
  2. das feste Auftreten mit der Ferse bei durchgestrecktem Bein

eine sinnvolle Maßnahme bei einem Krampf der Wadenmuskulatur. 

Als prophylaktische (vorbeugende) Maßnahme empfiehlt sich
beispielsweise das Vorbeugen mit dem Oberkörper, ohne die Fersen vom Boden abzuheben.

Dauer

Ein Muskelkrampf in der Wade ist meist nach Sekunden bis zu einigen Minuten selbstlimitierend.

Durch entsprechende Dehnübungen lässt dich die Dauer des Krampfes verkürzen

Allerdings kann nach Beendigung des Krampfes ein leichter Muskelkater zurückbleiben, der länger andauern kann.

Prävention

Laufbandanalyse

Mittels der Laufbandanalyse kann man Rückschlüsse auf mögliche Fußfehlstellungen und somit auf fehlerhafte muskuläre Belastung ziehen.

Da die Überbeanspruchung der Muskulatureine von vielen Ursachen für das häufige Auftreten von Wadenkrämpfen sein kann, ist eine Laufbandanalyse eine durchaus sinnvolle Ergänzung bei der Abklärung. 

  1. Unser Bewegungsspezialist analysiert Ihr Bewegungsablauf und die Statik ihrer Gelenke.
  2. Dies gibt Rückschlüsse über die Belastung und Beanspruchung der beteiligten Muskulatur. 
  3. Ein gezieltes Training zur Behebung möglicher Auslöser von Wadenkrämpfen, wird anschließend mit Ihnen besprochen.

Nähere Informationen zur Laufbandanalyse erfahren Sie in dem Artikel Laufbandanalyse.

EMG

Das EMG (Elektromyographie) ist ein bildgebendes Verfahren über die Aktivität der Muskulatur.
Mittels Elektroden auf der Haut kann die Aktivität in bestimmten Bewegungen aufgezeichnet werden. 

Bei häufigen Wadenkrämpfen kann mit dem EMG die Spannung / Aktivität ihrer Wade gemessen werden.
Wir wollen bei Ihnen damit messen, ob es im Seitenvergleich eine Auffälligkeit zueinander gibt und ob der Wadenmuskel wieder entspannen kann.
Dies wird in Ruhe und unter Last (Gehen / Joggen) sowie maximaler Kontraktion gemessen.

Bei einer erhöhten Wadenaktivität der betroffenen Seite stellt sich dann die Frage nach dem Warum:
Dies kann zum Beispiel

  • eine Folge einer Kompensation sein.
  • Vielleicht liegt eine Schwäche der Oberschenkelmuskulatur vor, was die Wade ausgleichen muss.
  • Es kann auch der Fall einer Fehlstellung und Fehlbelastung vom Fuß vorliegen, wodurch die Wadenmuskulatur eine zu hohe Aktivität aufbringen muss.

Dies zu analysieren ermöglicht unserem Spezialisten einen gezielten Therapieplan für Sie zu erstellen. 

Weitere interessante Informationen zum EMG finden Sie in unserem Artikel EMG - Elektromyographie.

Trainingsübungen

Eine Trainingsübung um die Belastbarkeit der Wadenmuskulatur zu verbessern und somit Wadenkrämpfe vorzubeugen,
ist das Wadenheben:

  1. Sie stehen mit gestreckten Knien und heben die Fersen an, sodass Sie nur noch auf dem Ballen stehen.
  2. Dies kurz halten und wieder absetzten.
  3. Sie können dies auch auf der Kante einer Treppenstufe machen.
    Dadurch ist es möglich die Ferse so weit nach unten zu führen, dass die Wade gleichzeitig gedehnt wird.

Allerdings ist es auch sinnvoll, die Muskulatur in maßvollen Sporteinheiten zu trainieren, ohne sie zu überlasten.
Walken oder Wandern mit ausführlichem Dehnen trainiert die Wadenmuskulatur auf moderate Weise.

Unser Bewegungsspezialist wird mit Ihnen gerne passende Übugen besprechen.

So beugt man Wadenkrämpfen effektiv vor - eine Zusammenfassung

Zusammengefasst gibt es also einige Optionen, Wadenkrämpfe effektiv vorzubeugen, sodass diese im besten Fall gar nicht erst auftreten.

Das Stichwort zur Prävention lautet Ursachenbekämpfung.

  • Zunächst ist also von Relevanz, die Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushalts einzudämmen.
    Zum Einen lässt sich das durch eine sinnvolle Zufuhr von Magnesium, Kalzium, Kalium und Natrium optimalerweise mit der Nahrung, falls das nicht ausreichend ist mittels geeigneter Präparate erreichen. Zum Anderen ist die Therapie einer möglichen Grunderkrankung, die einen Elektrolytmangel zur Folge hat, essentiell. 
  • Auch Erkrankungen des Muskelgewebes und der Nerven sowie Durchblutungsstörungen müssen selbstredend behandelt werden. 
  • Orthopädische Probleme, wie beispielsweise Fußfehlstellungen, müssen durch gezieltes Training der umliegenden Muskelgruppen und gegebenenfalls durch den Einsatz von Einlagen therapiert werden.
  • Falls Muskelkrämpfe eine Nebenwirkung aktuell eingenommener Medikamente darstellen, muss die Medikation angepasst und umgestellt werden.
  • Eine sportliche Überlastung insbesondere untrainierter Muskelgruppen sollte unterbleiben, um reaktive Muskelkrämpfe vorzubeugen.

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