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Lumedis Frankfurt

Dr. Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
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Fachärzte für Orthopädie

Sven Daum
Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Muskelverspannungen der LWS

Muskelverspannungen können von vielen Erkrankungen verursacht werden, die nicht immer auf den ersten Blick erkannt werden können.
Gerade diese Zusammenhänge richtig zu diagnostizieren und zu behandeln ist besonders schwierig.
Die Wirbelsäulenspezialisten von Lumdis haben sich auf diese Fragestellung spezialisiert.
Gerne beraten und behandeln wir Sie! Hier finden Sie unsere Terminvereinbarung!

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist eine Muskelverspannung der LWS?

Bei einer Muskelverspannung der LWS kommt es zu einer übermäßigen Anspannung und damit zu einem muskulären Hartspann der Muskeln im Bereich des unteren Rückens.

Dieser muskuläre Verhärtung kann durch

  • eine Überlastung der Muskulatur entstehen, beispielsweise im Rahmen von Stress oder körperlicher Arbeit mit einer übermäßigen Beanspruchung der Lendenwirbelsäule.
  • Auch eine muskuläre Dysbalance oder ein Fehlhaltung, wie ein Hohlkreuz oder eine Skoliose, kommen als Ursachen für eine Muskelverspannung der LWS in Frage.

Durch die Verspannung kommt es zu Rückenschmerzen der unteren Wirbelsäule, die bei Beanspruchung der verhärteten und übermäßig angespannten Muskulatur verstärkt werden.

Ursachen

Zu den Ursachen für eine Muskelverspannung der LWS gehören:

Hohlkreuz / Hyperlordose

Beim Hohlkreuz, welches in der Fachsprache auch als Hyperlordose bezeichnet wird, handelt es sich um eine stark ausgeprägte Krümmung der unteren Brust- und Lendenwirbelsäule nach vorne.

Verursacht wird das Hohlkreuz häufig durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, wie

  • einer Schwäche des Bindegewebes und/oderder Muskulatur
    und
  • der Beschaffenheit der Wirbelsäule.

Durch diese dauerhaft gekrümmte Haltung sind die Muskeln in einem Zustand der permanenten Anspannung, für den sie nicht ausgerichtet sind. Dies resultiert in Verspannung der Muskulatur der Lendenwirbelsäule.

Daher ist ein gezieltes Training mit Kräftigungs- und Haltungsübungen zur Korrektur der Hyperlordose (medizinisch für Hohlkreuz) sehr wichtig.

Lesen Sie auch mehr im Artikel Hohlkreuz.

Skoliose

Bei einer Skoliose liegt eine Verkrümmung der Wirbelsäule in der seitlichen Ebene vor.

  • Sie kann bereits in jungen Jahren beginnen oder
  • sich im Laufe der Zeit entwickeln.

Es gibt verschiedene Ausprägungsgrade einer Skoliose, die mit unterschiedlichen Beschwerden einhergehen.

  • Allen Stufen gemeinsam ist einer erhöhte Belastung für die Muskulatur des Rückens, da diese für eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule und der damit einhergehenden Belastung nicht gemacht ist.
  • So kommt es immer wieder zu Verspannungen, Verhärtungen und Myogelosen der Muskeln entlang der Wirbelsäule.
  • Im Bereich des unteren Rückens sind häufig auch die Muskeln
    • der Rückenstreckmuskulatur
    • der Hüfte
      und
    • des Gesäßes betroffen.

Eine ausprägungsgerechte Therapie sollte entsprechend früh beginnen.

Weitere Informationen erhalten Sie im separaten Artikel Skoliose.

Abbildung der Anatomie einer Muskelfaser

  1. Muskelbündel
  2. Muskelfaser

Bandscheibenvorwölbung

Eine Bandscheibenvorwölbung im Bereich der Lendenwirbelsäule entsteht durch eine Vorwölbung des gallertigen Bandscheibenkerns in Richtung Rückenmark.

  • Der bindegewebige Faserring der Bandscheibe bleibt dabei intakt,
  • jedoch kann es trotzdem zu Druck im Bereich des Rückenmarks oder einzelnen Spinalnerven, die dort hinausziehen, kommen.

Eine Bandscheibenvorwölbung tritt häufig zwischen den Lendenwirbelkörpern L4/L5 und L5/S1 auf und führt zu

  • Schmerzen im unteren Rücken.
  • Auch im Bereich des Versorgungsgebietes der entsprechenden geschädigten Nerven, also beispielsweise im Bereich des Unterschenkels, kommt es zu Schmerzen, Missempfindungen und einer Minderung der Kraft.

Stress

Stress spielt bei Muskelverspannungen der LWS eine nicht zu unterschätzende Rolle, da sich hierdurch reflektorisch häufig Muskeln vermehrt anspannen.
Durch ein erhöhtes Adrenalinlevel ist der Muskel schon auf "Fluchtleistung" vorbreitet, auch wenn es sich nur um Stress im Beruf oder Privatleben handelt.
Auch im Rahmen von erhöhter Belastung, beispielsweise bei einer körperlich anstrengenden beruflichen Tätigkeit oder dem exzessiven Betreiben von Sport, kommt es häufig stressbedingt zu Muskelverhärtungen. Diese sind gehäuft in der Lendenwirbelsäule und im Nackenbereich lokalisiert.
Mit einem erhöhten Stresslevel kann auch eine psychosomatische Begründung der Muskelverspannungen vorliegen.
Dabei steht das enge Verhältnis zwischen der Psyche und dem Körper im Vordergrund und kommt häufig bei schweren psychischen Belastungen zum Tragen.

Bandscheibenvorfall der LWS

Ein Bandscheibenvorfall der LWS entsteht häufig durch Degeneration, also eine verschleißbedingte Abnutzung des Bandscheibengewebes.
Seltener können auch Unfälle einen Bandscheibenvorfall der LWS auslösen.
Dabei kommt es zum Austreten des gallertigen Kerns durch den gerissenen Faserring und zur Druckerhöhung im Bereich des Rückenmarks.
Die Folgen sind starke Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und der Beine, je nach Lokalisation.
Auch Missempfindungen, wie

  • ein Kribbeln
    oder
  • ein Taubheitsgefühl,
    und
  • eine Kraftminderung im Bereich der Beine

gehören zu den typischen Beschwerden eines Bandscheibenvorfalls und sollten zeitnah orthopädisch abgeklärt und behandelt werden.
Ein Bandscheibenvorfall der LWS führt tyischerweise zur Verspannung der Lendenwirbelsäulenmuskulatur. Viele Patienten und Betroffe berichten von einem "Brett" im Rücken.

Falls Sie vermuten unter einem Bandscheibenvorfall der LWS zu leiden, lesen Sie bitte unseren Artikel Bandscheibenvorfall der LWS.

MRT der LWS (seitlich, T2) mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1:

  1. Wirbelkanal (Spinalkanal)
  2. Dornfortsatz
  3. Bandscheiben L3
  4. Bandscheibenvorwölbung L 4/5
  5. Wirbelkörper L5
  6. Bandscheibenvorfall L5/S1

Facettensyndrom der LWS

Das Facettensyndrom der LWS wird auch als Wirbelgelenkverschleiß bezeichnet und umschreibt die verschleißbedingte Abnutzung und Schädigung der kleinen Gelenke zwischen den Wirbelkörpern.

Dies führt zu

  • einem verringerten Abstand zwischen den Gelenken und
  • entsprechend zu Schmerzen an den betroffenen Stellen.
    • Die Schmerzen werden häufig durch das Überstrecken der Wirbelsäule verschlimmert.
    • In fortgeschrittenen Stadien kommt es häufig auch zum Ausstrahlen der Schmerzen in den Bereich des Gesäßes und/oder der Beine.

Das typsiche Symptom eines Facettensyndroms sind Verspannungen der Muskulatur der LWS.

Eine rechtzeitige Therapie inklusive intensiven Muskelaufbautraining geht meist mit einer guten Prognose der Erkrankung einher.

Lesen Sie auch mehr zu den Themen:

Begleitende Symptome

Zu den begleitenden Symptomen einer Muskelverspannung der LWS gehören unter anderem:

Beinschmerzen

Bei Muskelverspannung der LWS kann es zum Auftreten von Beinschmerzen kommen.

Häufig ursächlich hierfür sind

  1. das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln im Bereich der Lendenwirbelsäule,
    wodurch es bei Verspannung beispielsweise auch zur Verhärtung der Hüftbeuger mit ausstrahlenden Schmerzen in die Oberschenkel kommen kann.
  2. die Einklemmung eines oder mehrerer Spinalnerven, die aus dem Rückenmark ziehen und durch den muskulären Hartspann gereizt werden und zu Schmerzen in ihrem Verlauf führen.
    Häufig besteht hierbei ein Zusammenhang mit einer Schädigung der Bandscheibe, weswegen bei ausstrahlenden Schmerzen in die Beine immer ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden sollte.

Weitere Informationen erhalten Sie im Artikel Beinschmerzen

Rückenschmerzen

Das häufigste Symptom bei Muskelverspannung der LWS sind Rückenschmerzen im Bereich des unteren Rückens.

  • Diese treten häufig links und rechts (beidseitig) direkt neben der Wirbelsäule auf und strahlen in das Gesäß oder den Brustwirbelsäulenbereich aus.
  • Es kann aber auch bei vereinzelten Verspannung einseitig zu lokalen Rückenschmerzen im Bereich der Muskelverhärtung kommen.
  • Die Schmerzen sind häufig stark stechend bei Bewegung der verspannten Muskulatur.
  • Hinzu kommt ein ausgeprägter Druckschmerz bei Berührung der verhärteten Stelle.
  • Es gibt allerdings auch chronische Verläufe, bei denen es häufig zu eher dumpfen und nicht genau lokalisierbaren Rückenschmerzen kommt.

Lesen Sie auch unseren Artikel Rückenschmerzen im unteren Rücken.

Kribbeln/Taubheit

Das Auftreten von Kribbeln oder Taubheit im Zusammenhang mit Muskelverspannungen der LWS kann durch

  • die Einklemmung eines kleinen Hautnerven, der im Bereich der Muskeln entlang zieht auftreten.
  • Es kann aber auch ein Hinweis auf eine Bandscheibenvorwölbung oder einen Bandscheibenvorfall sein.
    Dabei kommt es zur Einklemmung der aus dem Rückenmark ziehenden Spinalnerven und damit zu Missempfindungen im entsprechenden Versorgungsgebiet des Nerven.
    Die Missempfindungen treten bei Bandscheibenschädigungen der Lendenwirbelsäule an verschiedenen Abschnitten der Beine auf.

Das Kribbeln wird häufig als Ameisenlaufen beschrieben,
die Taubheit wiederum wird häufig mit einem pelzigen Gefühl verglichen.

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Diagnose

Die Diagnose einer Muskelverspannung der LWS wird in der Regel durch ein gründliches Arzt-Patienten-Gespräch und eine Untersuchung gestellt:

  1. Bei dem Gespräch ist die genaue Erläuterung der Beschwerden und deren Auftreten in Abhängigkeit von der Muskelanspannung wichtig.
  2. Die Untersuchung legt das Ertasten verhärteter Areale in den Vordergrund.
    Die Muskelverspannungen sind typischerweise druckschmerzhaft und als kleine rundlich-ovale Knoten am Rückenbereich, sogenannte Myogelosen zu ertasten.

Bei Unklarheiten kann beispielsweise eine Untersuchung mittels Ultraschall sinnvoll sein.
Weitere bildgebende Verfahren, wie ein Röntgenbild oder MRT der LWS, werden nur beim Verdacht auf bestimmte zugrundeliegende Ursachen angewendet.

Lesen Sie auch mehr zu den Themen:

Ultraschall

Wenn der Befund bei der klinischen körperlichen Untersuchung nicht eindeutig sein sollte kann der Einsatz einer Ultraschalluntersuchung eine sinnvolle Methode sein, um schnell Klarheit zu schaffen.

Im Ultraschall kann oberflächliche Flüssigkeit, sowie die Durchblutung verschiedener Strukturen gut dargestellt werden.

So kann beispielsweise

  • das Vorliegen eines Abszesses oder einer Zyste, z.B. einer Facettenzyste,
  • sowie eine abgekapselte Einblutung oder
  • eine entzündliche Veränderung

im Ultraschall gut gesehen bzw. ausgeschlossen werden.
​​​​​​​Daher kann der Einsatz des Ultraschalls zur Sicherung des Befundes bei einer fraglichen Muskelverspannung im Bereich der LWS von großem Nutzen sein.

Lesen Sie auch mehr zum Thema Ultraschall / Sonographie.

Röntgenbild

Die Durchführung einer Röntgenuntersuchung spielt für die Bestätigung der Diagnose einer Muskelverspannung der LWS keine Rolle.

Es kann aber sinnvoll sein ein Röntgenbild anzufertigen, um andere mögliche Verdachtsursachen für die Beschwerden abzuklären und auszuschließen.

Hierzu gehören verschiedenste knöcherne Veränderungen, wie beispielsweise

  • Osteoporose,
  • Skoliose oder
  • ein Wirbelgleiten der LWS-Wirbelkörper, auch Spondylolisthesis der LWS genannt.

Dies kann auf einem Röntgenbild durch die Darstellung der knöchernen Wirbelsäule sichtbar gemacht werden,
wodurch die Muskelverspannung dann nicht mehr die Diagnose selbst, sondern ein Symptom der knöchernen Schädigung wäre.

Weitere Informationen erhalten Sie in unseren separaten Artikeln:

MRT der LWS T2 seitlich:

  1. Wirbelgleiten
  2. Wirbelkanal (Canalis spinalis)
  3. vorderer Bandscheibenvorfall
  4. fehlende 5. Bandscheibe der LWS
  5. gesunde 4. Bandscheibe der LWS

Wann braucht man ein MRT der LWS?

Ein MRT wird bei Muskelverspannungen der LWS durchgeführt, wenn

  • über die Ursache für die Muskelverhärtungen Unklarheit besteht und
  • es Hinweise auf bestimmte Erkrankungsbilder gibt.
    Die wichtigsten Erkrankungen, die in der MRT-Untersuchung abgeklärt werden können, sind
    • die Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenvorfall.
    • Auch eine Verengung des Spinalkanals (Spinalkanalstenose) und
    • ein Facettensyndrom können im Bild des MRT gut zur Darstellung kommen.

Daher dient die MRT-Untersuchung vor allem dem Ausschluss schwerwiegenderer Ursachen bei bestehenden Muskelverspannung im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Lesen Sie auch mehr zu den Themen:

MRT der LWS (T2, seitlich)

  1. Dornfortsatz
  2. Rückenmark, bzw. Pferdeschweif (Cauda equina)
  3. Unterhautfettgewebe
  4. Bandscheibe L4/5
  5. Wirbelkörper S1
  6. Bandscheiben L5/S1
  7. Wirbelkörper L5
  8. Wirbelkörper L4
  9. Bandscheibe L3/4
  10. Wirbelkörper L3

Behandlung / Therapie

Die Behandlung von Muskelverspannungen der LWS richtet sich stets nach der

  1. Ausprägung der Beschwerden
  2. Ausprägung der Schmerzen sowie
  3. der zugrundeliegenden Ursache.

Zur Linderung der Schmerzen bei muskulären Verspannungen

  • stehen verschiedene Schmerzmedikamente zur Verfügung,
    wie beispielsweise Ibuprofen oder Aspirin, aber auch stärkere Mittel wie Tramadol bei starken Schmerzen.
    Auch die Anwendung einer Voltaren®-Salbe ist oft sehr hilfreich.
  • Bei längerfristig bestehenden Beschwerden kann der Einsatz von Akupunktur und Osteopathie Linderung verschaffen.
  • Ein wichtiges Element sind des weiteren Medikamente zur Muskelentspannung, um die Verspannungen und daraus resultierenden Verhärtungen der Muskeln zu lockern und lösen.
    Auch Magnesium ist wichtig für den Stoffwechselkreislauf der Muskulatur und sollte gegebenenfalls eingenommen werden.
  • Eine weitere Behandlungsmöglichkeit zur Lockerung der Verspannungen ist die Muskelentspannung nach Jacobson.
  • Auch das Einüben von Kräftigungs- und Dehnungsübungen und das Trainieren mit einer Faszienrolle verschafft vielen Betroffenen Linderung.
  • Chronische Muskelverspannungen der LWS sprechen häufig gut auf das Kinesiotaping an, da diese Methode über einen längeren Zeitraum die Durchblutung der Muskeln anregt.

Osteopathie

Osteopathie bietet bei unzäligen Ursachen wie z.B. Bandscheibenvorfälle, Skoliose und Fehl-/Überbelastungen eine hervorragende und risikoarme Therapiemöglichkeit, um chronische Muskelschmerzen zu lindern.

In der Behandlung mit unserer Spezialistin Carmen Heinz wird die meist unwissende Ursache der Muskelverspannungen durch eine ausführliche Anamnese bestimmt und somit eine speziell auf den Patienten abgestimme Therapie entwickelt. Sie arbeitet dabei einzig mit den Händen, da sanfte Methoden und manuelle Techniken bei der Osteopathie im Vordergrund liegen.
Durch die ganzheitliche Methode, die Osteopathen verfolgen, sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers durch Lösung der Verspannungen und Blockaden unterstützt werden. Im Zentrum steht hierbei die körperliche und seelische Verfassung des Patienten.

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Artikeln:

Akupunktur

Die Akupunktur besitzt als eine der häufigsten Anwendungsgründe die Verspannungen von Muskeln.

Hierbei kommt vor allem die Triggerpunkt-Akupunktur zum Einsatz, wo gezielte Trigger-, also Auslösungspunkte, mit den Akupunktur-Nadeln behandelt werden.

  • Dabei werden diese direkt in die verhärteten Knoten der Muskeln im Bereich der Lendenwirbelsäule angebracht,
  • um so die Durchblutung der entsprechenden Stelle anzuregen.
  • Dies trägt zur Lockerung der bestehenden Verspannung bei.

In der Regel sind mehrere Behandlungssitzungen notwendig, um einen Erfolg bei Muskelverspannungen durch die Triggerpunkt-Akupunktur zu erzielen.

Lesen Sie auch mehr in dem Artikel Akupunktur.

Schmerzmedikamente

Es gibt verschiedene Schmerzmedikamente, die bei Muskelverspannungen der LWS zur Linderung der Beschwerden beitragen können.

  1. Die wichtigste Gruppe sind hierbei die Nicht-Steroidalen Antirheumatika, zu denen beispielsweise Ibuprofen zählt.
    Auch die Anwendung von Voltaren®-Salbe im Bereich der Muskelverspannung kann als Vertreter aus dieser Gruppe zur Besserung der Schmerzen beitragen.
  2. In seltenen, komplexen Fällen kann die Einnahme von Opioid-Medikamenten notwendig sein.
    Hierzu gehören beispielsweise Tramadol retard oder Oxycodon-Naloxon retard.
    Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und sollte stets nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden.
    Indikationen können schwere Autounfälle mit folgenden Schleudertraumata sein.

Muskelentspannende Medikamente

Es gibt viele verschiedene Medikamente, die muskelentspannend wirken und somit eine Rolle bei Muskelverspannungen der LWS spielen.

Eine wichtige Medikamentengruppe sind die sogenannten zentral wirksamen Muskelrelaxantien.

  • Dabei handelt es sich um Medikamente, die im Bereich des Gehirns und Rückenmarks wirken und die Anspannungszustand der Muskeln herabsetzen.
  • Dies führt zu einer Entspannung der Muskeln und somit häufig zu einer Linderung der Beschwerden.
  • Die wichtigsten und bekanntesten Vertreter aus dieser Gruppe zur Anwendung bei Muskelverspannungen der LWS sind
    • Tizanidin (z.B. Sirdalud®)
      und
    • Methocarbamol (z.B. Orthoton®)
  • Der große Nachteil dieser muskelentspannenden Medikamente ist eine erhöhte Gefahr der Abhängigkeit.
    Daher sollte diese Mittel nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden und auch nur für einen Zeitraum von zwei Wochen eingesetzt werden.
  • Eine weitere Nebenwirkung ist die Müdigkeit und Konzentrationsschwächen, weswegen die Einnahme abends erfolgen sollte.
    Auch das Autofahren ist aus diesem Grund während der Einnahme nicht erlaubt.

Ein weiteres wichtiges Präparat der Muskelentspannungen ist das Botox.

  • Dies kann lokal bei hartnäckigen stärksten Verkrampfungen in den Bereich des Muskels eingespritzt werden
    und
  • führt zur Lockerung der Verspannungen.
  • Die Wirkung von Botulinumtoxin ist allerdings zeitlich begrenzt und mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden.

Magnesium

Magnesium ist ein bekanntes Hausmittel, welches gerne bei Muskelverspannungen eingesetzt wird.

Es spielt als Elektrolyt eine wichtige Rolle bei verschiedenen Stoffwechselprozessen, der wichtigste hierbei ist die Funktionsfähigkeit der Nerven.

  • Ein Mangel an Magnesium führt entsprechend zu einem unausgeglichenen Elektrolythaushalt, wodurch die Nerven und Muskeln nicht mehr richtig arbeiten können und Krämpfe auftreten.
    Die genauen Vorgänge hierbei sind bis heute noch nicht geklärt.
  • Trotzdem empfiehlt es sich daher auf einen ausreichenden Gehalt von Magnesium zu achten.
  • Neben der Einnahme von Magnesiumtabletten kann auch der regelmäßige Verzehr von magnesiumhaltigen Lebensmitteln, wie Bananen oder Spinat, erfolgen.

Die Wirkung von Magnesium gegen Muskelverspannungen der LWS wird von den meisten Betroffenen überschätzt.

Muskelentspannung nach Jacobsen

Die Muskelentspannung nach Jacobsen wird auch als progressive Muskelentspannung bezeichnet und besitzt bei Muskelverspannungen der LWS einen großen Stellenwert.

Das Verfahren ist gut untersucht und zeigt bei vielen Betroffenen eine deutliche Besserung der Beschwerden.
Die Idee liegt dabei in der bewussten Wahrnehmung der einzelnen Muskelgruppen, um ein Bewusstsein für den Spannungszustand der Muskeln zu entwickeln. Dieses Bewusstsein ist essentiell, um für eine entsprechende Entspannung zu sorgen.

  • Zu Beginn des Trainings werden in einer bestimmten Reihenfolge verschiedene Muskelgruppen des unteren Rückens angespannt und danach wieder entspannt.
    Zu den Muskelgruppen gehören die
    • Rückenmuskeln im Bereich der Lendenwirbelsäule, sowie
    • Gesäßmuskulatur und
    • Hüftmuskulatur.
  • Die Dauer der Anspannungs- und Entspannungsphasen ist dabei vorgegeben.
    Durch das genaue Durchführen der einzelnen Phasen können die Unterschiede zwischen der Muskulatur in Anspannung und Entspannung besser nachvollzogen werden.
     
  • Im Verlauf des Trainings mit Zunahme des Muskelbewusstseins werden die Übungen auf bestimmte Muskelgruppen reduziert.
  • Die Atmung im Verlauf der Anspannungs- und Entspannungsphase spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die Ansprechrate auf eine progressive Muskelrelaxation ist sehr unterschiedlich und kann schwer vorhergesagt werden.
Bei damit verbundenen geringen Risiken, ist die PMR immer ein Versuch wert,

Kinesiotape

Das Kinesiotaping spielt bei Muskelverspannungen der LWS eine wichtige Rolle.

Neben der längeren Anwendung bietet diese Behandlungsmethode auch die Möglichkeit der individuellen Ausrichtung und Optimierung der Tapes.

  • Je nach Art der Muskelverspannung gibt es nämlich zahlreiche verschiedene Methoden, wie die Tapes angebracht werden können.
    • Besteht eine beidseitige Verhärtung der Muskeln entlang der Lendenwirbelsäule können beispielsweise zwei längere Tapes parallel zur Wirbelsäule links und rechts angebracht werden.
    • Bei vereinzelten harten Knoten können kurze Tapes in Sternform darüber platziert werden.
  • Die Tapes können in der Regel für eine Woche verbleiben und führen durch eine verstärkte Durchblutung zu einer Lockerung der Muskulatur.

Lesen Sie auch unseren separaten Artikel Kinesiotape.

Dauer

Eine allgemeine Aussage über die Dauer einer Muskelverspannung der LWS kann nicht getroffen werden, da diese

  1. stark von der Ausprägung
    und
  2. der zugrundeliegenden Ursache abhängt.

Bei einer akuten Überlastung durch eine hohe körperliche Beanspruchung oder eine Fehlhaltung können die Verspannungen durch eine Schonung und Entspannung der Muskulatur bereits nach wenigen Tagen wieder zurückgehen.

Häufig liegen jedoch chronische, also langfristige, komplexe Verspannungen von verschiedenen Muskelgruppen vor.
Diese bedürfen meist einer multimodalen Therapie, also einer Behandlung mit mehreren Methoden gleichzeitig.
Dementsprechend beträgt die Dauer dann auch häufig mehrere Wochen bis Monate.

Rehabilitation und Prävention

Muskulärer Dysblancen-Check

Ein wichtiges Element für die Rehabilitation und Prävention ist der muskuläre Dysbalancen-Check.

Dieser spielt bei Muskelverspannungen der LWS eine große Rolle, da ein Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Muskelgruppen im Bereich der Lendenwirbelsäule häufig die Ursache für die Verhärtungen der Muskeln ist.

  • Im Rahmen des muskulären Dysbalancen-Checks können die entsprechenden Ungleichgewichte genau identifiziert werden,
  • um anschließend durch einen Trainingsplan mit gezielten Kraftübungen behoben zu werden.

So stellt dieser Präventions- und Rehabilitationsmaßnahme ein sinnvolles Mittel zur Vermeidung weiterer Verspannungen und zur Stabilisierung des unteren Rückens dar.

Weitere Informationen erfahren Sie im Artikel muskuläre Dysbalance.

Nur durch optimale Einstellung von Angonist und Antagonist im bestmöglichsten Verhältnis, ist eine dauerhafte Senkung der Muskelverspannung möglich!

EMG

Das EMG, also die Elektromyographie, dient als genaues Untersuchungsinstrument der Muskelaktivität im Bereich der LWS der Darstellung von muskulären Schwächen und Verspannungen.

  • Bei entsprechend verspannten Muskeln kann im EMG eine dauerhafte Erhöhung der Muskelaktivität dargestellt werden.
  • Gleichzeitig kann im Rahmen dieser umfassenden Untersuchung eine mögliche Schwäche anderer Muskeln entdeckt werden, die begünstigend für die Entstehung der Verspannungen wirken kann.
  • Des Weiteren kann mithilfe des EMG unterschieden werden, ob
    • eine muskuläre Schädigung im Sinne einer dauerhaften Anspannungserhöhung oder
    • aber ein Schaden des versorgenden Nervs vorliegt.

Lesen Sie auch dazu den Artikel EMG - Elektromyografie.

Durch ein EMG können exakt die von Muskelverspannung betroffenen Muskelgruppen dargestellt werden!

Wirbelsäulenvermessung

Die Wirbelsäulenvermessung ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und Prävention von Muskelverspannungen.

  • Hierbei werden mithilfe einer Videorasterstereographie genaue Maße der gesamten Wirbelsäule erhoben und analysiert.
  • Dabei können eventuell bestehenden
    • Wirbelsäulenverkrümmungen,
    • Schon- oder Fehlhaltungen, sowie
    • ein Becken- oder Schulterschiefstand entdeckt werden.
  • All diese Dinge können wesentlich an der Ausbildung von Muskelverspannung der LWS beteiligt sein.

Eine entsprechende Identifizierung der Ursache kann genutzt werden, um durch gezielte Behandlungsmethoden entgegensteuern zu können.

Weitere Informationen erhalten Sie in den Artikeln:

Dehnungsübungen

Es gibt zahlreiche Dehnungsübungen, die bei Muskelverspannungen der LWS zum Einsatz kommen können.

Eine bekannte und beliebte Übung ist die sogenannte Kindspose.

  • Dabei wird der Sitz auf den angewinkelten Beinen auf einer Matte eingenommen und
  • der Oberkörper nach vorne gebeugt mit ausgestreckten Armen.
  • Die Arme liegen flach auf dem Boden, der Kopf berührt dabei in der Regel die Knie.
    Wichtig ist, dass die Arme weit ausgestreckt sind.
  • Bei Einnehmen dieser Position kann auch noch durch ein weiteres Nachvorneschieben der Hände adjustiert werden.
  • Das Gesäß ruht auf den Fersen.
  • So kann der Rücken ausführlich gedehnt werden.

Die Position sollte für mindestens eine halbe Minute
mehrmals täglich eingenommen werden.

Kräftigungsübungen

Auch an Kräftigungsübungen stehen bei Muskelverspannungen der LWS zahlreiche mögliche Anwendungen zur Verfügung.

Eine gute Übung zur Stärkung des unteren Rückens findet im Liegen in Bauchlage statt.

  • Die Arme und Beine sind weit vom Körper in einer Linie gestreckt,
  • der Kopf schaut in der Verlängerung der Wirbelsäule auf den Boden.
  • Dann werden die Arme und Beine gleichzeitig unter maximaler Spannung in Richtung Decke geschoben,
    wobei sich der Brustkorb etwas vom Boden hebt.
  • Der Blick sollte immer in Verlängerung der Wirbelsäule Richtung Boden verweilen.

Diese Anspannungsphase wird für einige Sekunden gehalten und dann wieder gelöst.
Hiervon werden dreimal zehn Wiederholungen empfohlen.

Sinnvollerweise sollten alle Trainingsübungen gegen Muskelverspannungen auf Basis von Vermessungen auf den persönlichen Fall abgestimmt werden.
Gerne beraten unsere Wirbelsäulenspezialisten in einem Termin.

Unsere Wirbelsäulenspezialisten

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