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Lumedis Frankfurt

Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Schmerzen am Sitzbein/Sitzbeinhöcker

Schmerzen am Sitzbein können vielfältige Ursachen haben. Gerade wenn Sie eine Reizung dort länger als 6 Wochen haben droht diese zu chronifizieren.
Besonders häufig finden sich dort Sehnenansatzentzündungen der hinteren Oberschenkelgruppe.
Das gesamte ärztiche Team von Lumedis hat sich auf die Behandlung von den unterschiedlichen Schmerzen am Sitzbein spezialisiert, gerne beraten wie Sie in einem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.
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Definition - Was sind Schmerzen am Sitzbein?

Das Sitzbein (medizinisch Os ischii) bildet gemeinsam mit zwei anderen Knochen das Becken, dessen tiefster Punkt die Sitzbeinhöcker sind.
Diese dienen im Sitzen als Auflagefläche und bilden einen Ansatzpunkt für viele Muskeln der Hüfte und des hinteren Oberschenkels.
Überlastungen der etlichen Muskeln, Sehnen und Bänder können oftmals aufgrund von Fehlhaltungen und Bewegungsmangel zu schmerzenden Entzündungen führen.
Auch Jogging, Intervalltraining oder Krafttraining führt gehäuft zu Entzündungen in diesem Bereich.

Anatomie vom Sitzbein

  1. Schmerzen am Sitzbein
  2. Steißbein (Os coccygis)
  3. Schambein (Os pubis)
  4. Kreuzbein (Os sacrum)

Ursachen

Schmerzen im Bereich des Sitzbeins oder der Sitzbeinhöcker entstehen meist durch Reizungen von Muskeln, Sehnen und Bändern.
Eine Reihe von Bändern stabilisiert den gesamten Bewegungsapparat des Beckens. 
Sie verbinden das Becken mit der Wirbelsäule und sind somit anfällig für Entzündungen, wenn es beispielsweise durch Fehlhaltungen oder ständiges Sitzen in Bürojobs zu Überlastungen kommt.
Besonders häufig ist die Knochenhautentzündung durch eine Sehnenansatzentzündung durch den M. bizeps femoris oder die Hamstinggruppe, die am Sitzbein ansetzt.
Seltene Ursachen der Schmerzen können Knochenbrüche, Muskelzerrungen oder Muskelfaserrisse nach Unfällen, einstrahlende Schmerzen aus Bauch oder Leiste oder Tumore der am Becken beteiligten Knochen sein.

Hinterere Oberschenkelmuskulatur, die am Sitzbein ansetzt

  1. Sitzbein (Os ischii)
  2. Musculus biceps femoris
  3. Musculus semitendinosus
  4. Musculus semimembranosus

Bizepssehnenentzündung

Der zweiköpfige Muskel der Oberschenkelrückseite (Musculus biceps femoris) hat gemeinsam mit einigen anderen Muskeln seinen Ansatzpunkt an den Sitzbeinhöckern.
Durch Überbelastung kann es zur Reizung oder Entzündung der Sehne kommen.
Jedoch kann auch langes Sitzen zur Reizung oder Entzündung führen, wenn es nicht zu einer ausreichenden Druckentlastung im Bereich der Sehne kommt.
Typischerweise kommt es bei einer Sehnenentzündung des Musculus biceps femoris zu Schmerzen am äußeren Sitzbeinhöcker.

Abriss der Hamstrings

Die Hamstring-Muskelgruppe besteht aus der gesamten hinteren Oberschenkelmuskulatur.
Sie bestehen aus:

  • Musculus biceps femoris
  • M. semitendinosus
    und
  • M. semimembranosus

Sie werden auch als ischiocrurale Muskulatur bezeichnet.
Sie ist für Streckung im Hüftgelenk und Beugung des Knies zuständig.
Bei Abriss eines dieser Muskeln kommt es zu Schmerzen am Sitzbein während einer dieser Bewegungen.
Verletzungen der Sehne entstehen meist durch plötzlichen Sportbeginn bei Untrainierten oder Überbeanspruchung, da diese Muskeln im Alltag vor Allem bei sitzender Tätigkeit dazu neigen sich zurück zu bilden und zu verkürzen.
Besonders schnellkraftorientierende Sportarten wie Sprinten oder Ballsport sind hier gefährdend. 
In den meisten Fällen reißt nicht die gesamte Muskelgruppe am Sitzbein ab, sondern nur ein Teil. Daher sind gehäuft konservative Behandlungsansatze möglich.
Hier haben die Sportorthopäden von Lumedis eine umfangreiche Erfahrung.

Radfahren

Beim Radfahren kommt es häufig zu Schmerzen im Bereich des Sitzbeins und vor allem der Sitzbeinhöcker, da das gesamte Körpergewicht beim Sattel auf nur eine sehr geringe Auflagefläche verteilt wird.
Jedoch ist nicht nur ein zum Fahrer passender Sattel wichtig, um Schmerzen zu vermeiden, sondern die gesamte Position des Fahrers auf dem Rad entscheidet darüber, wie die Last auf der Auflagefläche verteilt wird.
Werden Beschwerden ignoriert, kann die falsche Druckverteilung dauerhaft wiederum zu Reizungen und Entzündungen der Muskelansätze und Sehnen führen.

Radfahren ist in vielen Fällen nicht verursachend, spielt aber eine entscheidende Rolle bei einer Chronifizierung.

Abbildung der Anatomie einer Muskelfaser

  1. Muskelbündel
  2. Muskelfaser

Weitere begleitende Symptome

Die begleitenden Symptome sind abhängig von der Erkrankung, die den Schmerzen zugrunde liegt.
Schmerzen können durch Nervenreizungen sowohl in die Füße und Beine als auch in Gesäß, Genital- oder Dammregion ausstrahlen.
Bei Sehnenabrissen nach Unfällen kommt es zu Instabilitäten im Bereich des Beckens oder zum Funktionsverlust und damit zu Bewegungseinschränkungen der jeweiligen Muskeln.
Schmerzen können auch typischerweise in den hinteren Oberschenkel ausstrahlen. Alternative Ursachen für Schmerzen in dieser Region finden Sie auch unter unserem Thema Schmerzen im hinteren Oberschenkel.

Kribbeln / Taubheit

Durch die enge Anatomische Beziehung der Wirbelsäule und des Beckens und die ausgeprägte Verzweigung von Sehnen und Bändern im Bereich des Beckens können Schwellungen und Reizungen von Muskeln und Sehnen immer auch zu Reizungen der Nerven führen, da sie in einer engen räumlichen Beziehung zueinander liegen.
Aufgrund von Nervenreizungen kann es zu Kribbelgefühlen und Taubheit im Bereich der Beine und Füße oder der Genitale und des Dammes kommen.
Insbeosndere wenn die Schmerzen aus dem Bereich des Gesäßes entstehen, ist an an Piriformis-Syndrom zu denken.

Diagnose

Der erste Schritt der Diagnosestellung ist stets eine Krankenbefragung (Anamnese), in der Art und Dauer der Beschwerden, sowie Begleiterscheinungen und auslösende Faktoren genau geschildert werden sollten.
Im Anschluss führt der Arzt eine klinische Untersuchung und Funktionstests verschiedener Muskelgruppen aus.
Je nach Befund können dann weitere bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder eine Röntgenuntersuchung notwendig sein.

Ultraschall

Der Ultraschall ist eine ambulant durchführbare, schnelle, kostengünstige Untersuchungsmethode.
Er eignet sich zur Darstellung von Muskeln, Sehnen und Flüssigkeitsansammlungen.
Es können Flüssigkeitsansammlungen und Verkalkungen im Bereich der Sitzbeinhöcker dargestellt werden.
Auch eine Entzündung der Hamstringgruppe lässt sich effizient darstellen.

Röntgenbild

Beim Röntgenbild handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das in der Regel schnell verfügbar ist und eine gute Übersicht über Knochen- und Gelenkzustand und deren Stellung geben kann.
Eine Darstellung von weichgewebigen Strukturen wie Muskeln und Sehnen ist nicht möglich.
Bei Schmerzen am Sitzbeinhöcker erfolgt die Röntgenuntersuchung in aller Regel zum Ausschluss knöcherner Schmerzursachen und Verletzungen.

Besonders Verkalkungen am Sitzbeinhöcker lassen sich sehr effizient mit einem Röntgenbild vom Becken darstellen. 
Auch ein Bruch des Sitzbeins kann man relativ sicher im Röntgenbild sehen.

Wann braucht man ein MRT?

Eine MRT (Magnetresonanztomografie) kann erwogen werden, wenn Schmerzen untypisch und ausgeprägt nicht anderweitig erklärt werden können, sich über einen längeren Zeitraum trotz konservativer Maßnahmen nicht bessern, oder das Vorliegen einer Nervenreizung auf Rückenmarksebene (MRT der LWS) ausgeschlossen werden muss.
Im MRT kann mit Hilfe eines Magnetfeldes strahlungsfrei ein Bild mit hohem Weichteilkontrast erstellt werden, in dem weichgewebige Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Bänder nach Bildbearbeitung 3-dimensional in hoher Auflösung erstellt und beurteilt werden.
Mittels MRT vom Becken können Sehnenverletzungen und Entzündungen am Sitzbeinhöcker gut dargestellt werden.

Behandlung / Therapie

Die Behandlung von Schmerzen des Sitzbeins und der Sitzbeinhöcker erfolgt in Abhängigkeit von deren Ursache.
In der Regel erfolgt jedoch eine konservative Therapie.
Wichtigster Bestandteil der Therapie ist dabei zunächst die Entzündungshemmung.
Folgende Therapieverfahren kommen hierbei zum Einsatz:

Stoßwellentherapie

Eine Stoßwellentherapie dient dazu über mit einer Art Lupe abgegebene Ultraschallwellen, welche vom Patienten hör- und spürbar sind, die Durchblutung im betroffenen Bereich anzuregen, Schmerzen zu lindern und die Heilung zu beschleunigen.
Eine Stoßwellentherapie kann immer erwogen werden, wenn anderweitige konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt haben, oder die Beschwerden besonders ausgeprägt sind. Sie kann ambulant durchgeführt werden, es sind jedoch in aller Regel mehrere Sitzungen erforderlich.

Besonders wenn Beschwerden mehr als drei Monate bestehen ist einer Stoßwellentherapie besonders effizient. Lumedis führt diese Therapie mit der effizienteren fokussierten Stoßwellentherapie durch.

Bei Lumedis haben wir uns auf die Behandlung mit fokussierter Stosswellentherapie spezialisiert. Aus unserer Sicht ist das die beste Therapiemethode zur Behandlung von chronischen Entzündungen im Bereich der Sitzbeinhöcker.

Dauer

Die Heilungsdauer von Schmerzen im Bereich des Sitzbeins und der Sitzbeinhöcker hängt von der individuellen Heilungstendenz, der genauen Ursache, der eingeleiteten Therapie und dem Befolgen von Handlungsanweisungen und Empfehlungen ab und kann nicht exakt vorhergesagt werden.
In der Regel bilden sie sich jedoch unter einer optimalen Therapie vollständig innerhalb weniger Wochen zurück.
Bei schweren Verläufen sind jedoch auch monatelange Beschwerden nicht unüblich. Insbesondere bei einem Abriss / Anriss der Sehne der Hamstringgruppe kommt es zu sehr langen Heilungsdauern.

Rehabilitation und Prävention

Wie kann eine Laufbandanalyse helfen?

Eine Laufbandanalyse kann helfen Fehlhaltungen und selbst kleinste Fehler im Bewegungsablauf aufzudecken und so die Ursache einer Überbelastung einzelner Sehnen oder Muskelgruppen zu erkennen.
Besonders wichtig ist hierbei die Stellung der Hüfte beim Gehen und Joggen.

Es werden aufgrund der erhobenen Daten Empfehlungen für

  • Laufstil,
  • Trainingsübungen
    und
  • möglicherweise Hilfsmittel wie Einlagen

empfohlen. Beim Vorliegen von Fußfehlstellungen können an Fußhaltung und Laufstil passende Laufschuhe empfohlen werden.

Lesen Sie mehr zu dem Ablauf und den genauen Inhalten einer Laufanalyse in dem Artikel Laufbandanalyse.

Dehnungsübung / Faszientraining

Dehnungsübungen helfen, die Muskelansätze und Sehnen vor Überlastungen zu schützen.
Sie können auch eingesetzt werden, um eine verkürzte ischiocrurale Muskulatur (Oberschenkelrückseite) wieder zu aktivieren.
Welche Dehnübungen für Sie die richtigen sind, zeigt Ihnen unserer Sportwissenschaftler gerne!

Ein Faszientraining kann helfen schon vorhandene Verklebungen zu lösen und die Selbstheilungsfähigkeit über eine Steigerung der Durchblutung zu beschleunigen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in dem Artikel Faszientraining.

Wichtig ist, dass in der akuten Phase der Entzündung der Sehne keine Dehnungsübungen durchgeführt werden sollten!

Unserer Hüftspezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Hüftssprechstunde!