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Lumedis Frankfurt

Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

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Steißbeinbruch

Ein Steißbeibruch ist ein sehr schmerzhaftes Geschehen, das mit einem hohen Leidensdruck für den Patienten einhergeht.
Damit es zu keiner Chronifizierung des Schmerzes kommt ist die Diagnostik und Therapie durch einen guten und erfahrenen Orthopäden notwendig.
Gerne beraten Sie unsere Wirbelsäulenspezialisten von Lumedis in einem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist ein Steißbeinbruch?

Das Steißbein (Os coccygis) ist das unterste Ende der Wirbelsäule.
Es ist mit dem unteren Ende des Kreuzbeins verbunden und besteht aus drei bis fünf zusammengewachsenen Wirbelkörpern.
Am Steißbein setzen mehrere Muskeln und Bänder der Hüfte und des Beckens an.
Am unteren Ende des Rückens beziehungsweise am Gesäß kann man das Steißbein tasten.
Da das Steißbein nicht sehr gut durch das umliegende Gewebe gepolstert ist, kann es bei Stürzen oder anderer Krafteinwirkung von außen schnell zu einem Steißbeinbruch kommen.
Bei Frauen kommen Steißbeinbrüche häufiger vor.
Das weibliche Becken und Steißbein ist anders geformt als das männliche und anfälliger für diese Brüche. 

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für einen Steißbeinbruch sind:

  • Sturz auf das Gesäß (zum Beispiel ein Sturz vom Pferd oder ein Sturz die Treppe herunter)
  • Tritte oder Schläge gegen das Gesäß
  • die Form des weiblichen Beckens und Steißbeins führt dazu, dass Frauen häufiger Steißbeinbrüche erleiden
  • bei der Geburt kann es beim Durchtreten des kindlichen Kopfes durch das Becken zu einem Steißbeinbruch der Mutter kommen
  • seltener: durchgehende Belastung des Steißbeins, beispielsweise beim Fahrradfahren
  • pathologische Fraktur des Steißbeins durch eine Schwächung der Knochensubstanz, beispielsweise bei Osteoporose oder Knochentumoren bzw. -metastasen.

Geburt

Bei einer Geburt ist das Becken und das Steißbein der Mutter einer hohen Belastung ausgesetzt.
Das Steißbein hat durch seine Verbindung zum Kreuzbein ein wenig Bewegungsspielraum.
Daher kann es im Normalfall bei einer Geburt nach hinten hin abweichen und so den Beckenausgang etwas erweitern.
In manchen Fällen reicht dieser Bewegungsspielraum aber nicht aus.
Das kann daran liegen, dass das Becken der Mutter zu schmal ist, dass Steißbein sehr weit nach vorne ins Becken ragt oder eine eingeschränkte Beweglichkeit hat.
Wenn das Kind bei der Geburt schon sehr groß ist, kann dadurch der Beckenausgang im Verhältnis zum Kopfumfang zu klein sein. Dadurch entsteht bei der Geburt ein erhöhter Druck auf das Becken und das Steißbein, sodass es zu einem Steißbeinbruch kommen kann.
Bestimmte Positionen bei der Geburt, wie zum Beispiel Sitzen, können die Beweglichkeit des Steißbeins einschränken und so auch zu Brüchen führen.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Steißbeinbruch

Einen Steißbeinbruch erkennen Sie insbesondere an den lokalen Schmerzen am Gesäß im Bereich des Steißbeins.
Chronische Schmerzen im Bereich des Steißbeins werden Kokzygodynie genannt.
Die Schmerzen bei einem Steißbeinbruch werden verstärkt durch Druck von außen, dies macht sich insbesondere durch verstärkte Schmerzen beim Sitzen bemerkbar.
Die Schmerzen werden in der Regel schlimmer je länger man sitzt. Auch ein Abtasten und leichter Druck mit dem Finger auf das Steißbein verstärkt die Schmerzen.
Zusätzlich zu den Schmerzen entsteht bei einem Steißbeinbruch auch oft eine lokale Schwellung und ein Bluterguss (Hämatom) an der Stelle des Bruchs.
In der rektalen Untersuchung kann der Arzt eine abnorme Verschieblichkeit des Steißbeins und den lokalen Druckschmerz feststellen. Zusätzlich kann manchmal ein Knochenreiben (Krepitation) getastet werden, was als sicheres Zeichen für einen Knochenbruch gilt.

Schmerzen

Bei einem Steißbeinbruch kommt es typischerweise zu Schmerzen im unteren Gesäß am Steißbein.
Die Schmerzen nehmen zu, wenn lokaler Druck auf das Steißbein ausgeübt wird.
Dies passiert zum Beispiel beim Sitzen oder auch beim Abtasten des Steißbeins.
Bei längerem Sitzen verstärken sich die Schmerzen immer mehr.
Ein Ausstrahlen der Schmerzen in die Lenden-, Hüft- oder Analregion ist möglich.
Außerdem berichten Patienten häufig von Schmerzen beim Stuhlgang oder Geschlechtsverkehr, da das Steißbein hierbei mechanisch gereizt werden kann.
Wenn ein Steißbeinbruch schlecht verheilt und der Knochen nicht mehr seine ursprüngliche Form und Stellung erreicht, kann es zu chronischen Schmerzen kommen.
Chronische Schmerzen im Bereich des Steißbeins werden Kokzygodynie genannt.

Wie lange habe ich Schmerzen?

Wie lange man bei einem Steißbeinbruch Schmerzen hat kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein.
Wenn früh genug ein Orthopäde aufgesucht wird und die Therapie konsequent durchgeführt wird, können die Schmerzen innerhalb weniger Wochen gelindert werden.
Unterstützend zur Schmerzlinderung können Schmerzmittel eingesetzt werden und ein Sitzring genutzt werden.
Auch die Ursache für den Steißbeinbruch beeinflusst die Zeit bis die Schmerzen verschwinden.
Bei einer Geburt ist das Steißbein oft nur leicht verletzt.
Die Heilung dauert dann deutlich kürzer als bei einem kompletten Bruch des Steißbeins, der eher nach einem schweren Sturz auf das Gesäß auftreten kann.
Die Heilung kann sehr langwierig verlaufen und wenn die konservative Therapie keine Besserung bringt ist manchmal sogar eine Operation nötig.
Wenn der Bruch nicht richtig verheilt und die Knochenenden schief zusammenwachsen, kann es zu chronischen Schmerzen kommen, die den Patienten ein Leben lang begleiten.

Wie unterscheide ich einen Steißbeinbruch von einer Steißbeinprellung?

Einen Steißbeinbruch auf den ersten Blick von einer Steißbeinprellung zu unterscheiden ist nicht immer leicht, denn beide führen zu Schmerzen im Bereich des Gesäßes.
In der klinischen Untersuchung kann der Arzt das Steißbein in einer rektalen Untersuchung oder von außen abtasten.
Für einen Bruch spricht eine abnorme Beweglichkeit des Steißbeins die von Schmerzen begleitet ist.
Ein weiteres sicheres Zeichen für einen Bruch ist die Krepitation, das sogenannte hörbare Knochenreiben der beiden Bruchenden aufeinander. 
Definitiv kann ein Steißbeinbruch im Röntgenbild von einer Prellung unterschieden werden, da man hier die Bruchenden des Knochens genau sehen und beurteilen kann.

Diagnose

Für die Diagnose eines Steißbeinbruchs beginnt der Orthopäde zunächst mit der Befragung des Unfallhergangs und des Schmerzcharakters.
Danach wird geschaut ob es im Bereich des Steißbeins Schwellungen oder Blutergüsse gibt.
Anschließend wird das Steißbein abgetastet, das kann von außen oder transrektal erfolgen.
Für einen Steißbeinbruch sprechen hierbei eine abnorme Beweglichkeit und ein Druckschmerz des Steißbeins.
Um die knöchernen Strukturen genau beurteilen zu können und einen Steißbeinbruch auszuschließen ist jedoch eine bildgebende Diagnostik notwendig.
Standardmäßig werden hierfür Röntgenbilder vom Becken angefertigt. 

Röntgenbild

Bei dem Verdacht auf einen Steißbeinbruch ist die Anfertigung eines Röntgenbildes der Standard in der bildgebenden Diagnostik.
In der Regel wird eine Aufnahme des Beckens in zwei Ebenen gemacht.
Auf dem Röntgenbild können dann die knöchernen Strukturen des Beckens und des Steißbeins beurteilt werden.
Ein Knochenbruch des Steißbeins ist im Röntgenbild an verschiedenen Zeichen zu erkennen.
An der Stelle des Bruchs kann eine Frakturlinie erkennbar sein, bei einer Achsenabweichung kann es auch zu einer Stufenbildung an der Oberfläche des Knochens kommen.
Je nachdem wie stark der Knochen zertrümmert wurde können manchmal auch einzelne Knochenfragmente sichtbar werden.
Bei einem Steißbeinbruch können manche Knochenanteile im Röntgenbild durch eine begleitende Stauchung auch verdichtet aussehen. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT?

Bei einem Steißbeinbruch wird ein MRT (Magnetresonanztomographie) eher selten angefertigt.
Es wird dann notwendig, wenn neben den Knochen auch Weichteilstrukturen verletzt sind und beurteilt werden sollen.

  • Sehnen
  • Muskeln
  • Bänder und das
  • umgebende Bindegewebe des Steißbeins

können im Gegensatz zum Röntgen im MRT gut beurteilt werden. 

Weiter Informationen finden Sie im Artikel MRT-Magnetresonanztomographie.

Behandlung / Therapie

In den meisten Fällen kann ein Steißbeinbruch konservativ gut behandelt werden.
Die Behandlung beinhaltet eine Therapie mit Schmerzmedikamenten und eine Schonung des Steißbeins.
Eine Entlastung des Steißbeins beim Sitzen kann durch einen Sitzring erzielt werden, der ein Loch in der Mitte hat.
Die Ernährung sollte zum Beispiel durch viele Ballaststoffe so angepasst werden, dass der Stuhlgang möglichst weich gehalten wird. So können die Schmerzen beim Stuhlgang reduziert werden.
Sind die Schmerzen trotz der Schmerzmedikamente unerträglich, dann können Schmerzmittel auch lokal ans Steißbein gespritzt werden.
In seltenen Fällen kann auch eine Operation des Steißbeins notwendig werden. 

Sitzring

Ein Sitzring ist ein wirkungsvolles Hilfsmittel in der Therapie eines Steißbeinbruchs.
Langes Sitzen gehört für die meisten Menschen zum Alltag und ist vor allem im Beruf oft nicht zu vermeiden.
Allerdings ist beim Sitzen die Belastung des Steißbeins maximal.
Daher kommt es bei einem Steißbeinbruch durch langes Sitzen zu starken Schmerzen.
Außerdem würde der ständige Druck dazu führen, dass der Knochen nicht vernünftig wieder zusammenwachsen kann.
Ein Sitzring ist ein gepolstertes Kissen mit einem Loch in der Mitte.
Dieses Loch in der Mitte verhindert den Kontakt des Steißbeins zu der Sitzfläche und entlastet es dadurch.
Durch diese Entlastung können die Schmerzen gelindert und der Heilungsprozess des Steißbeins unterstützt werden.
Der Vorteil eines Sitzringes ist, dass man ihn überall mit hin nehmen kann.
So kann er auch bei der Arbeit am Schreibtisch eine Entlastung bieten oder sogar beim Autofahren genutzt werden. 

Wann braucht man eine OP?

Eine Operation eines Steißbeinbruchs wird erst nötig, wenn die konservative Therapie keine Linderung der Beschwerden bringt.
In den meisten Fällen heilt ein Steißbeinbruch unter der konservativen Therapie aber sehr gut, sodass eine Operation nur selten erforderlich wird.
Wenn die Schmerzen jedoch bestehen bleiben und der Knochen instabil bleibt, kann eine Operation helfen.
Bei der Operation wird das abgebrochen Endstück des Steißbeins entfernt.
Aber auch nach der Operation können weiterhin Beschwerden bestehen, da an der Narbe ebenfalls chronische Schmerzen  entstehen können. 

Heilungsdauer

Die Heilungsdauer bei einem Steißbeinbruch ist von Patient zu Patient unterschiedlich.
In den meisten Fällen kann der Bruch mithilfe der konservativen Behandlung innerhalb von ein paar Wochen heilen.
Komplizierte Brüche wie etwa nach einem schweren Sturz können aber auch Monate bis zu einer vollständigen Heilung brauchen.
Die Heilungsdauer ist auch abhängig davon wie früh der Patient einen Orthopäden aufsucht und wie konsequent die Behandlung durchgeführt und die Schonung eingehalten wird.
Eine unzureichende Schonung kann den Heilungsprozess extrem verlängern.
Im schlimmsten Fall, wenn der Knochen nicht richtig verheilt, können sich chronische Schmerzen entwickeln, die ein Leben lang bestehen bleiben. 

Dauer einer Krankschreibung / Wie lange ist man krank?

Die Dauer der Krankschreibung kann sehr unterschiedlich sein und hängt von der individuellen Heilungsdauer eines jeden Patienten ab.
Um eine ausreichende Schonung und Heilung des Steißbeins möglich zu machen kann eine Krankschreibung von wenigen Wochen bis mehreren Monaten notwendig werden.
Die Dauer der Krankschreibung hängt von den Beschwerden des Patienten ab und wie gut eine Schonung des Steißbeins bei der Arbeit möglich ist.
Besonders belastet sind Arbeitnehmer, die viel am Schreibtisch sitzen müssen.
In diesen Fällen kann ein Sitzring oder ein höhenverstellbarer Schreibtisch helfen, der ein zeitweises Arbeiten im Stehen ermöglicht. Wenn bei der Arbeit nach einiger Zeit wieder Schmerzen auftreten, kann auch über eine stundenweise Wiedereingliederung in das Berufsleben nachgedacht werden. 

Was können die Spätfolgen sein?

Je nachdem wie schwer der Steißbeinbruch war können gar keine bis schwerwiegende Spätfolgen entstehen.
In den meisten Fällen heilt ein Steißbeinbruch folgenlos aus.
Schwere Brüche können jedoch noch monatelang starke  Schmerzen verursachen.
Wenn das Steißbein nach einem Bruch nicht ausreichend geschont oder schlecht therapiert wird, dann kann es nicht mehr richtig zusammen wachsen.
Dadurch können chronische Schmerzen entstehen, die viele Jahre oder sogar ein ganzes Leben lang anhalten und eine große Belastung für den Patienten darstellen.
Auch nach einer Operation kann durch die Narbenbildung der Operationswunde ein chronischer Schmerz entstehen. 

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