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Lumedis Frankfurt

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Raloxifen

Ihre Spezialisten für orthopädische Systemerkrankungen

Raloxifen ist ein Medikament, das insbesondere für die Behandlung und Prophylaxe von Osteoporose bei postmenopausalen Frauen eingesetzt wird.
Das Ziel ist es, die Knochendichte zu erhalten und das Risiko für osteoporotische Knochenfrakturen zu reduzieren.

Unsere Spezialisten für orthopädische Systemerkrankungen beraten Sie gerne im Falle einer postmenopausalen Prophylaxe oder einer aktiven Osteoporosebehandlung.
Hier kommen Sie zur Terminvereinbarung.

PD Dr. Elke Maurer hat diesen Artikel für Sie zuletzt aktualisiert.
Dr. Maurer ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und ist bei Lumedis unsere Spezialistin für die Osteoporose.
Sie hat eine fundierte Ausbildung an der BG Klinik in Tübingen durchlauf und sich auf dieser Basis Ihrer wissenschaftlichen Arbeit als Spezialistin für Osteoporose etabliert.
Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten eine drohenden oder manifeste Osteoporose zu behandeln.
Gerne berät Sie unsere Spezialistin in Ihrer Osteoporose-Sprechstunde.

Was ist Raloxifen?

Raloxifen ist ein Medikament aus der Gruppe der sogenannten selektiven Östrogenrezeptor-Modulatoren, kurz SERMs (selective estrogen-receptor modulator).
Es wurde ursprünglich entwickelt, um sich die positiven Eigenschaften von Östrogen zunutze zu machen, ohne dessen bekannte Risiken.
In Deutschland ist es unter dem Namen „Evista“ bekannt.
Ganz vereinfacht gesagt wirkt Raloxifen in bestimmten Geweben ähnlich wie Östrogen, in anderen blockiert es dessen Wirkung.
Dadurch kann es gezielt auf Knochen und Brustgewebe Einfluss nehmen.
Daher wird es vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt, insbesondere im Zusammenhang mit der Knochengesundheit.

Indikationen für Evista (Raloxifen)

Raloxifen wird vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose (Knochenschwund) bei postmenopausalen Frauen eingesetzt.
Man will dadurch den weiteren Knochenabbau bremsen und das Risiko für Brüche, z. B. in der Wirbelsäule, verringern.
Darüber hinaus wird es auch zur Reduktion des Risikos für hormonabhängigen Brustkrebs eingesetzt.
In bestimmten Fällen kann Raloxifen auch bei einer Gynäkomastie (krankhafte Vergrößerung der männlichen Brust) eine Rolle spielen, wobei dies kein klassisches Einsatzgebiet ist und dann als „Off-Label-Use“ gilt.
Wichtig ist, dass die Anwendung immer individuell beurteilt wird, da Nutzen und mögliche Nebenwirkungen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen.

Abbildung normaler Knochen, Osteopenie und Osteoporose

Wie und wie häufig verabreicht man Raloxifen?

Raloxifen wird als Tablette eingenommen.
Die übliche Dosierung beträgt eine Tablette pro Tag.
Man kann sie unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen, also ganz flexibel über den Tag verteilt.
Bei der Einnahme von Raloxifen ist es wichtig, das Medikament regelmäßig einzunehmen, damit sich eine gleichmäßige Wirkung im Körper aufbauen kann.
Viele nehmen es auch über einen längeren Zeitraum, manchmal sogar über mehrere Jahre hinweg ein
Spontane Einnahmepausen ohne ärztliche Rücksprache sollten nicht stattfinden.

Wie wirkt Raloxifen gegen Osteoporose

Raloxifen wirkt im Knochen ähnlich wie das Hormon Östrogen, das nach den Wechseljahren bei Frauen deutlich abnimmt.
Genau dieser Hormonmangel ist einer der Hauptgründe dafür, dass Knochen schneller an Substanz verlieren.

Raloxifen setzt hier an und kann diesen Prozess teilweise ausbremsen.
Es wirkt Östrogen nachahmend, medizinisch spricht man auch von einer agonistischen Wirkung oder einem Agonisten.
Ganz vereinfacht kann man sich das folgendermaßen vorstellen:

  • Der gesunde Knochen wird ständig umgebaut; alte Substanz wird abgebaut und neue aufgebaut.
  • Bei einer Osteoporose verschiebt sich dieses Gleichgewicht in Richtung des Abbaus – die Osteoklasten sind besonders aktiv.
    Das sind die Zellen, die Knochensubstanz abbauen.
    Raloxifen hilft dabei, diesen Abbau zu reduzieren, indem es die Osteoklasten hemmt, so dass der Knochen länger kräftig und stabil bleibt.

Ein wichtiger Unterschied ist, dass das Medikament nicht selbst neue Knochensubstanz aufbaut, sondern vor allem den Verlust verlangsamt.
Das Ziel einer Raloxifen-Therapie besteht also weniger in einer akuten Verbesserung, sondern eher darin, dass sich der allgemeine Knochenzustand nicht weiter verschlechtert.

Weiterhin wirkt Raloxifen im Brustgewebe anders als im Knochen.
Dort blockiert es die Wirkung von Östrogen, was ein Grund dafür ist, warum es auch zur Senkung des Brustkrebsrisikos eingesetzt wird, da die häufigste Form des Brustkrebs östrogenabhängig ist.
Auf die Gebärmutter wirkt es ebenfalls nicht wie Östrogen und stimuliert hier z. B. kein Wachstum.

Lumedis - Ihr Spezialist für Osteoporose in Frankfurt

Die Knochenspezialisten von Lumedis behandeln die Osteoporose auf allen Ebenen.
Wir führen Knochendichtemessungen (DXA Messung/DEXA-Scan) in unserer Praxis in Frankfurt.
Neben der medikamentösen Behandlung (das beste Medikament gegen die Osteoporose muss individuell gefunden werden) helfen die Frankfurter Osteoporose-Spezialisten über ein gezieltes Trainingsprogramm mit Übungen, was Stürze minimiert und die Knochendichte verbessert.
Gerne beraten Sie die konservativen Orthopäden aus Frankfurt mit Ihrer großen Erfahrung!

Falls Ihr Vitamin D Spiegel bestimmt werden muss, können wir den Vitamin D Spiegel innerhalb von 15 Minuten (auch für Patienten nicht von Lumedis) bestimmen.

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Welcher Behandlungserfolg ist zu erwarten?

Der Behandlungserfolg unter Raloxifen ist für die Patienten nicht direkt spürbar, wie zum Beispiel bei einem Schmerzmittel, das innerhalb kurzer Zeit den Schmerzen lindert.
Wenn man vom Behandlungserfolg spricht, muss man sich den Effekt des Medikaments in Studien näher anschauen.
Diese zeigen, dass durch die Einnahme von Raloxifen Knochenbrüche seltener werden, insbesondere Wirbelkörperfrakturen.
In der Bildgebung ist außerdem eine Zunahme der Knochendichte nachweisbar.
Gleichzeitig gibt es Brucharten, die offenbar wenig von Raloxifen profitieren, z. B. Oberschenkel- oder Hüftfrakturen.
In der Medizin wird Raloxifen als ein effektives, gut verträgliches Medikament mit wenigen Nebenwirkungen eingeordnet.

Was können Nebenwirkungen sein?

Wie jedes wirksame Medikament kann auch Raloxifen Nebenwirkungen verursachen.
Dabei gibt es typische Nebenwirkungen, die von Pharmafirmen gut dokumentiert sind, und solche, die Patienten eher subjektiv berichten.

  • Zu den häufigen Beschwerden gehören Hitzewallungen und Schwitzen, besonders zu Beginn der Therapie.
    Das wirkt auf viele zunächst eigenartig, da man es eher von hormonellen Veränderungen wie den Wechseljahren kennt.
    Dies hängt jedoch eng mit dem östrogenartigen Wirkung (Agonismus) zusammen.
  • Auch Muskelkrämpfe, vor allem in den Beinen, werden relativ häufig beschrieben.
    Diese treten meist nachts auf und können sogar den Schlaf unterbrechen.
    Sie werden daher als besonders störend wahrgenommen.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist das erhöhte Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel).
    Raloxifen kann die Blutgerinnung beeinflussen, wodurch sich das Risiko für Thrombose erhöht, ähnlich wie bei einer Östrogenbehandlung.
    Das betrifft vor allem Patientinnen, die ohnehin ein erhöhtes Risiko haben, etwa durch längere Reisen oder Bettlägerigkeit, sowie bestimmte Vorerkrankungen (z.B. Krebs).

Neben diesen bekannten Nebenwirkungen berichten Patienten teilweise auch über eher unspezifische Beschwerden.

  • Dazu zählen allgemeines Unwohlsein, Gewichtsschwankungen oder ein Spannungsgefühl in der Brust.
  • Manche berichten auch über Gelenkbeschwerden oder eine veränderte körperliche Belastbarkeit.

Diese Symptome sind nicht immer eindeutig einem Medikament oder einer Krankheit zuzuordnen, werden aber in der Praxis durchaus beobachtet.
Seltener können schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten, etwa ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, insbesonder bei bestimmten Risikogruppen.

Deshalb ist es wichtig, die Therapie individuell zu prüfen und regelmäßig zu kontrollieren.
Prinzipiell lässt sich sagen, dass viele Patienten Raloxifen gut vertragen, aber Nebenwirkungen immer ernst genommen, dokumentiert und behandelt werden sollten (falls möglich).
Bei schweren Nebenwirkungen muss außerdem auch immer das Absetzen eines Medikamentes erwogen werden.

Gibt es unter Raloxifen auch Kiefernekrosen?

Kiefernekrosen sind eine gefürchtete Nebenwirkung bestimmter Osteoporosemedikamente, allen voran bei Bisphosphonaten.
Unter Raloxifen sind sie dagegen extrem selten und spielen praktisch keine Rolle.
In Studien sowie in der klinischen Praxis werden Kiefernekrosen unter Raloxifen nur vereinzelt genannt, sodass das Risiko als sehr gering einzustufen ist.
Im Vergleich zu anderen Therapien ist dies hier also kein typisches Problem.
Trotzdem sollte bei geplanten Eingriffen in den Fachbereichen MKG, KFO, Oralchirurgie und Zahnmedizin immer eine Rücksprache mit dem Arzt oder Zahnarzt erfolgen, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Gewichtszunahme unter Raloxifen

Eine Gewichtszunahme unter Raloxifen kann gelegentlich vorkommen, ist aber keine klassische oder bekannte Nebenwirkung.
In Studien zeigt sich kein klarer Zusammenhang mit dem Medikament, und viele Patientinnen und Patienten behalten ihr normales Körpergewicht.
Einige berichten jedoch über leichte Veränderungen des Körpergewichts, meist im Bereich von ein bis zwei Kilogramm.
Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt.
Möglicherweise spielen Veränderungen im Hormonhaushalt, im Wasserhaushalt oder im Bewegungsverhalten eine Rolle, die noch weiter erforscht werden müssen.
Zur Prävention einer Gewichtszunahme helfen eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Wie bei jedem neuen Medikament sollte man Veränderungen beobachten, aber Raloxifen nicht vorschnell absetzen.

Thrombose

Das Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel) ist unter Raloxifen nachweislich erhöht, wenn auch insgesamt nicht extrem hoch.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ca. 1-3 von 1.000 Frauen, die Raloxifen einnehmen, pro Jahr eine Thrombose entwickeln.
Ursächlich ist eine durch den Wirkstoff beeinflusste veränderte Blutgerinnung.
Besonders gefährdet sind Patientinnen und Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren wie längerer Immobilisation (Bettlägerigkeit), Übergewicht oder einer bereits bestehenden Gerinnungsstörung.
Um dies zu verhindern, ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen, längeres Sitzen zu vermeiden und vor geplanten Operationen oder Flugreisen Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Schlaganfall

Die aktuelle Studienlage zeigt, dass ein leicht erhöhtes Risiko für Schlaganfälle besteht bei Patienten, die bestimmte Risikofaktoren haben.
Dazu zählen Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bereits bestehende Gefäßerkrankungen.

Insgesamt ist das Risiko jedoch gering und betrifft vor allem ältere Patientinnen und Patienten mit einer entsprechenden Vorgeschichte.
Der genaue Zusammenhang ist nicht in allen Details geklärt.
Vermutlich spielen durch Raloxifen bedingte Veränderungen im Gefäßsystem eine Rolle.
Wichtig ist also eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor Therapiebeginn.
Wer die oben genannten Begleiterkrankungen hat, sollte diese gut vor Beginn der Therapie behandeln lassen.

Hitzewallungen

Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Raloxifen und treten zu Beginn der Therapie auf.
Viele beschreiben plötzliche Wärme und leichtes Schwitzen.
Das kann ungewohnt sein, lässt aber bei den meisten Patientinnen und Patienten nach einiger Zeit nach.
Der Hintergrund ist, dass Raloxifen in bestimmten Geweben ähnlich wie Östrogen wirkt und dadurch die Temperaturregulation beeinflusst.

Wie schnell wirkt Raloxifen bei Osteoporose?

Raloxifen entfaltet seine Wirkung nicht sofort, sondern eher langsam und über einen längeren Zeitraum hinweg.
Eine Stabilisierung der Knochendichte entwickelt sich meist erst über Monate hinweg, etwa sechs bis zwölf Monate.
Eine sofortige Verbesserung sollte man nicht erwarten.
Der eigentliche Nutzen liegt darin, dass sich der Knochenabbau verlangsamt und das Risiko für Frakturen langfristig sinkt.

Warum wird Raloxifen zur Prophylaxe bei Brustkrebs eingesetzt?

Raloxifen wird zur Vorbeugung von Brustkrebs eingesetzt, weil es im Brustgewebe die Wirkung von Östrogen blockiert.
Genau dieses Hormon kann nämlich das Wachstum bestimmter Brustkrebsarten fördern.
Während Raloxifen im Knochen ähnlich wie Östrogen wirkt, blockiert es im Brustgewebe eher dessen Wirkung.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Studien zeigen, dass dadurch das Risiko für hormonabhängigen Brustkrebs gesenkt werden kann.
Im Grunde nutzt man also die selektive Wirkung des Medikaments, um gezielt Schutzeffekte zu erzielen, ohne die Risiken einer herkömmlichen Hormongabe in Kauf zu nehmen.

Was kann ich tun, wenn Evista / Raloxifen nicht wirkt?

Wenn Raloxifen nicht den gewünschten Effekt zeigt, sollte zunächst überprüft werden, ob das Medikament regelmäßig eingenommen wird und ob zusätzliche Faktoren den Knochenabbau möglicherweise beeinflussen.
Dazu zählen beispielsweise ein Vitamin-D-Mangel, Bewegungsmangel oder Nierenerkrankungen.
Genau hier lässt sich häufig bereits nachjustieren.
Wenn sich die Knochendichte trotz einer adäquaten Behandlung weiter verschlechtert, sollte ein Wechsel auf ein anderes Medikament erwägt werden.

Was sind die Alternativen zu Evista / Raloxifen bei Osteoporose?

Wenn Raloxifen nicht geeignet ist oder nicht ausreichend wirkt, stehen mehrere Alternativen zur Verfügung.

  • In der schulmedizinischen Therapie kommen häufig Bisphosphonate zum Einsatz.
    Diese hemmen den Knochenabbau deutlich stärker und werden häufig bei ausgeprägter Osteoporose eingesetzt.
  • Auch der Antikörper Denosumab ist eine Möglichkeit, da er sehr gezielt in den Knochenstoffwechsel eingreift und den Abbau bremst.
  • Eine weitere Option sind sogenannte anabole Therapien wie Teriparatid, die wiederum den Knochenaufbau aktiv fördern.
    Diese werden meist bei schweren Formen der Osteoporose eingesetzt.

Welche Therapie sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Knochendichte ab.
Neben den oben genannten Medikamenten spielen auch nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle.

  • Dazu zählen eine gesunde Ernährung mit ausreichend Kalzium und Vitamin-D, regelmäßige Bewegung sowie Krafttraining.
  • Auch regelmäßiges Sonnen (mit UV-Schutz) zur Förderung der körpereigenen Vitamin-D-Produktion kann sinnvoll sein.

Am besten ist eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen.

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Danke und viele Grüße
Ihr
Nicolas Gumpert

Unsere orthopädischen Spezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Sprechstunde!