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Lumedis Frankfurt

Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

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Knorpelschaden hinter der Kniescheibe

Eine Knorpelschaden hinter der Kniescheibe gehört mit zu den am schwierigsten zu behandelnde Schäden des Kniegelenks, da Knorpel keine Regenerationsfähigkeit besitzt.
Gerne beraten Sie die Kniespezialisten von Lumedis wie man Sie trotz Knorpelschaden wieder schmerzfrei bekommt.
Hier finden Sie unsere Terminvereinbarung.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition - Was ist ein Knorpelschaden hinter der Kniescheibe?

Die Kniescheibe ist ein ovaler, flacher Knochen, dessen Rückseite, mit einer Knorpelschicht überzogen ist.
Knorpel 

  • ist druckelastisch und verteilt die Stoßkräfte beim Auftreten gleichmäßig im Gelenk
  • fungiert als Pufferschicht zwischen dem Ober- und dem Unterschenkelknochen, welche gemeinsam mit der Kniescheibe das Kniegelenk bilden.

Ein Knorpelschaden hinter der Kniescheibe (Chondropathia patellae) steht für eine krankhafte Veränderung des Knorpelgewebes.

Oft trifft diese schmerzhafte Veränderung bei Sportlern auf.
Ihr geht in der Regel

  • Überbelastung,
  • Fehlbelastung oder
  • ein Unfall mit hohen Scherkräften voraus.

Ursachen

Die Dicke der Knorpelschicht nimmt durch Abrieb beialltäglicher Belastung mit dem Alter ab.
Durch Über- oder Fehlbelastung wird dieser Prozess jedoch beschleunigt.

Bei Sportverletzungen wirken starke Scherkräfte auf das Kniegelenk, welche den Knorpel nachhaltig beschädigen.
Da Knorpel nicht durchblutet ist, kann sich das Gewebe kaum reparieren und zugefügter Schaden addiert sich.

Angeborene Fehlformung der Kniescheibe (Patelladysplasie) können auch zu einer dauerhaften Fehlbelastung führen.

Patelladysplasie

Unter Patelladysplasie (Fehlformung der Kniescheibe) versteht man eine angeborene, von der Norm abweichende Form der Kniescheibe.
Oft ist die Patella (Kniescheibe) unsymmetrisch.
Dadurch ist ein widerstandsloses Gleiten in der dafür vorgesehenen Kniescheibenrinne (Facies patellaris femoris) des Oberschenkelknochens nicht mehr möglich.
Hier kommt es zu ungleichmäßiger Belastung des darunter liegenden Knorpels und zu einem folglich ungleichmäßigen Abrieb.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Knorpelschaden hinter der Kniescheibe

Knorpelschaden hinter der Patella äußert sich meistens in Form von brennenden Schmerzen hinter der Kniescheibe.
Der Schmerz kann bei Belastung auftreten, aber auch in Ruhe oder nach einer längeren Ruhephase.
Schmerzen treten beispielsweise nach längerem Sitzen auf.
Manche Patienten beschreiben hingegen einen Anlaufschmerz, der nur zu Beginn der Belastung besteht.

Schmerzen beim Treppenabsteigen

Häufig werden Schmerzen beim Treppenabstieg beschrieben.
Sie sind auf die Mechanik des Kniegelenks zurückzuführen.

  • Die Kniescheibe (Patella) wird von den Sehnen des Oberschenkelmuskels "Musculus quadriceps femoris" umfasst.
  • Die Kniescheibe fungiert als Widerlager und verstärkt die Hebelkraft des vierbauchigen Oberschenkelmuskels.
  • Beim Treppenabstieg wird der M. quadriceps femoris besonders beansprucht, sodass die Patella mit hoher Kraft gegen den Ober- und Unterschenkelknochen gedrückt wird.
  • Zwar ist der Knorpel selbst nicht sensibel innerviert, doch die ihn umhüllende Gelenkkapsel umso mehr.
    Bei vorbestehendem Knorpelschaden liegt oft eine erhöhte Menge an Gelenkflüssigkeit in der Gelenkkapsel vor, welche durch Spannung Schmerzen verursacht.

Knacken im Knie

Ein Knacken im Knie entsteht durch druckvolle Verdrängung von Flüssigkeit im Kniegelenk.
Vielfältige Veränderungen können dazu führen.

  • Zum einen kann der Defekt in der Oberfläche der sich berührenden Knorpelschichten ursächlich sein.
  • Zum Anderen entsteht das Geräusch im Knie, wenn die Oberschenkelmuskulatur zu schwach ausgeprägt ist, um die Kniescheibe bei Bewegung in der dafür vorgesehenen Gleitrinne zu halten. 
  • Auch wenn zu wenig Gelenkflüssigkeit im Gelenk vorhanden ist, kann das Geräusch auftreten.
  • Übergewicht und eine untrainierte Körperverfassung begünstigen ein Knacken im Knie.

Wasser im Knie

Knacken im Knie ist nicht immer mit Schmerzen verbunden, wohingegen Wasser im Knie ab einer Menge von 50 ml Schmerzen verursacht und oft mit einer Bewegungseinschränkung einhergeht.

Wasser im Knie wird als Gelenkserguss bezeichnet. Das Kniegelenk wird umgeben von einer Gelenkskapsel (Synovia). Diese produziert und resorbiert Gelenksschmiere in Form von Flüssigkeit (Synovialflüssigkeit). Die Funktion der Synovialsflüssigkeit besteht darin den Knorpel mit Nährstoffen zu versorgen und die Gleitfähigkeit der Gelenkanteile zu gewährleisten.

Bei Reizung oder Verletzung des Knorpels, der knorpeligen Kniezwischenscheiben (Menisken) oder der Kniebänder kann ein Erguss (vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit) innerhalb der Gelenkkapsel entstehen.

Ein Erguss kann verschiedenen Ursachen zugrunde liegen.
Mögliche Ursachen für eine Flüssigkeitsansammlung ist

  • eine mechanische Reizung oder
  • Entzündung,
  • einer verminderten Resorptionsfähigkeit oder
  • eine Einblutung.

Lesen Sie auch hier mehr zum Thema Wasser im Knie.

Grade vom Knorpelschaden

Der Schweregrad des Knorpelschadens (Chondropathie) kann in 5 Schweregrade unterteilt werden.
Eine aktuelle und verbreitete Klassifikation wurde von der ICRS (International Cartilage Society) entwickelt.
Sie richten sich nach der Ausbreitung auf der Knorpeloberfläche und der Eindringtiefe.

  • Ein Knorpelschaden des Grades 0 entspricht dem Normalzustand und
    weist keinen Schaden auf.

  • Bei einem Knorpelschaden Grad 1 liegen leichte oberflächliche Defekte in Form von Rissen (Fissuren) vor.
    Zusätzlich ist der Knorpel in seiner Konsistenz aufgeweicht (Chondromalazie).

  • Grad 2 des Knorpelschadens beschreibt eine tiefere Schädigung des Knorpels.
    Risse und Abreibungen reichen bis in die Hälfte (50%) der gesamten Knorpeldicke.

  • Grad 3 des Knorpelschadens beschreibt eine Eindringtiefe über die Hälfte (50%) der Knorpeldicke hinaus.
    Somit sind auch ganz tiefe Schichten betroffen

  • Grad 4 ist erfüllt, wenn der gesamte Knorpel fehlt und der darunterliegende Knochen zum Vorschein kommt.

Diagnose

Knorpelschaden hinter der Patella als Ursache für Beschwerden zu diagnostizieren ist nicht immer leicht.

Eine ausführliche Schmerzanamnese (Befragung nach der Krankengeschichte) und verschiedene manuelle Untersuchungsmethoden der Beweglichkeit, Belastbarkeit und möglicher schmerzauslösenden Manöver sind entscheiden.

  • Ein Druckschmerz im Bereich der Patella und
  • eine Schwellung des Kniegelenks sind häufig wegweisend.

Bildgebende Maßnahmen wie das Röntgenbild oder ein MRT helfen die Diagnose zu sichern und von anderen Erkrankungen des Gelenks zu differenzieren.

Röntgenbild

Mit Hilfe eines Röntgenbilds kann man einen fortgeschrittenen Knorpelschaden der Kniescheibe diagnostizieren.
Der Knorpel selbst lässt sich auf Röntgenbildern nicht darstellen.
Kommt es jedoch durch die Abnutzung oder Verletzung des Knorpels zu Schaden an dem darunterliegenden Knochen, stellen sich typische Veränderungen am Knochen dar.
Zu erwarten wäre

  • eine Verschmälerung des Gelenkspalts,
  • eine Verdichtung der Knochenoberfläche,
  • Bläschen- oder Hohlraumbildung (Zysten)
    oder
  • Zackenausbildung (Osteophyten)

in den Arealen unter der Knorpelfläche.

Wann braucht man ein MRT vom Knie?

Da auf dem Röntgenbild nur Knochenstrukturen darstellbar sind, wird das MRT (Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt) benutzt um den Gelenkknorpel darzustellen.
Es stellt eine nicht-invasive, präzise Technik dar um den Gelenkknorpel, alle beteiligten Knochenstrukturen und die übrigen Binnenstrukturen des Kniegelenks darzustellen.
Außerdem lassen sich durch die Präzisen Aufnahmen die allgemeinen Verhältnisse im Knie ausmessen. Diese Daten werden benutzt, um das weitere Vorgehen genau zu planen.

Für die Beurteilung von Knorpelschäden hinter der Kniescheibe ist das MRT vom Knie die wertvollste Untersuchungsmethode.

Wo tritt ein Knorpelschaden im Knie besonders häufig auf?

Abhängig von der Ursache des Knorpelschadens verteilt sich ihre Lokalisation.
Bei X-Beinstellung tritt Knorpelschaden vor allem an der Außenseite des Knies auf. Dies bezeichnet man als Valgusgonarthrose.
Varusgonarthrose dagegen beschreibt Knorpelschaden auf der innen liegenden Kniefläche und tritt bei O-Beinstellung auf.

Die femoropatellar Arthrose,die Gelenkserkrankung durch Knorpelschaden hinter der Kniescheibe wird begünstigt durch die oben genannten Fehlstellungen, durch Überbelastung und folglich schnellen Verschleiß, als auch durch Trauma. Besonders die fehlangelegte Kniescheibe (Patelladysplasie) ist als Ursache für einen Knorpelschaden hinter der Kniescheibe zu nennen.

Die Pangonarthrose bezeichnet eine Schädigung aller Strukturen, die das Kniegelenk bilden. Sie tritt durch Verschleiß im hohen Alter auf, nach Entzündungen und als Folgeerscheinung von Fehlbelastung, -haltung und –stellung.

Der Knorpelschaden hinter der Kniescheibe ist der statistisch häufigste Knorpelschaden im menschlichen Knie.

Behandlung / Therapie

Die Behandlung eines Knorpelschadens hinter der Kniescheibe richtet sich nach ihrer Ursache und Art.

Schonung und Sportpause können bereits zur Linderung der Symptome führen.
Eine medikamentöse Therapie kann das Abklingen der Beschwerden unterstützen, doch die Ursache nicht beheben.

Eine Knorpelschaden hinter der Kniescheibe ist ursächlich nicht behandelbar, da Knorpel nicht regeneriert.

Individuelle Trainingsübungen kann das Knie trotz Knorpelschaden belastbarer machen.
Reduktion aller Risikofaktoren hilft ebenfalls die Knieschmerzen zu reduzieren.
Weiterhin müssen alle biomechanischen Fehlstellungen Elemente, wie

  • Kniefehlstellungen
  • Hüftfelstellungen
  • Knick-Füße
  • etc.,

die die Kniescheibe übermäßig belasten abgestellt oder reduziert werden. 

Bei Lumedis machen wir solle Trainingsplanungen und Einstellungen über unsere Laufbandanalyse.

Medikamente bei Knorpelschaden

Die Anwendung von Schmerztabletten und –salben, wie Ibuprofen und Diclofenac ist zur Schmerztherapie verbreitet.
Nicht nur die Schmerzen können gelindert werden, sondern auch der zu Grunde liegende Entzündungsprozess.
Die Schmerzmittel können lokal auf die Haut aufgetragen, oder oral als Tablette eingenommen werden.
Der Vorteil bei der lokalen Anwendung besteht darin, dass die systemischen Nebenwirkungen geringer ausfallen und der kühlende Effekt der Salbe besonders bei entzündlichen Veränderungen kurzzeitig wirkungsvoll ist.
Nachteilig ist jedoch, dass die Wirkung des Medikamentes durch die eingeschränkte Resorptionsfähigkeit der Haut abgeschwächt ist.
Die häufigste Nebenwirkung einer dauerhaften, hochdosierten oralen Einnahme sind Magenschmerzen.
Gerade bei älteren Menschen, muss eine Überprüfung der Nierenfunktion erfolgen, da diese mit dem Alter abnimmt und durch die Einnahme des Schmerzmittels weiter negativ beeinflusst werden kann, wenn eine dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln erfolgt.

Die Behandlung der Schmerzen ist wichtig, um Schonhaltungen zu vermeiden, welche wiederum weitere Schmerzen verursachen kann.

Gibt es knorpelaufbauende Medikamente?

Leider gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass ein der am Markt gebenden Produkte einen Knorpelaufbau unterstützt.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure wird von den Knorpelzellen und der Gelenkschleimhaut gebildet und ist ein Bestandteil von Bindegewebe.
Hyaluronsäure ist ein hervorragender Wasserbinder und verbesserte die dämpfenden Eigenschaften des Knorpels.
Bei Entzündung und Verletzung sinkt ihre Verfügbarkeit.
Man kann Hyaluronsäure als Tablette einnehmen, oder in den Gelenkspalt des Kniegelenks injizieren.
Bei lokaler Injektion von Hyaluronsäure in das Kniegelenk wird die Matrix des verbliebenen Knorpels durch vermehrte Hyaluroneinlagerung und somit auch vermehrter Wassereinlagerung verbessert.
Bei systemischer Einnahme in Form von Kapslen oder Tabeletten ist der Erfolg unklar.

Hyaluronsäureinjektionen haben daher einen wichtigen Stellenwert bei der lokalen Behandlung eines Knorpelschadens hinter der Kniescheibe.
Man unterscheidet kurzkettige von langkettigen Hyaluronsäuren.

Kurze Molekülketten haben einen entzündungs- und schmerzlindernden Effekt auf das Knie haben, während langkettige Hyaluronsäuren die Gleitfähigkeit der Gelenkflüssigkeit verbessern können.
Insgesamt kann Hyaluronsäure durch Elastizitätssteigerung die Stoßkräfte des Knorpels wiederherstellen.
Hinzu kommt, dass Hyaluronsäure die Zellteilung fördert und somit eine qualitative Verbesserung des Knorpels anregt.
Für eine wirksame Injektion muss eine Mindestmenge an Knorpel hinter der Kniescheibe erhalten sein.

Hochgradige Knorpelschäden hinter der Kniescheibe profitieren nicht mehr von eine Hyaluronsäureinjektion.

Wie bei allen Spritzen ist eine mögliche Komplikation die Gelenkinfektion durch Bakterieneinwanderung beim Spritzen (Infektionsgefahr).
Dies tritt jedoch selten auf, da hygienische Behandlungsstandards das Risiko stark reduzieren.
Die Ursache des Knorpelschadens kann mit Hyaluronsäure jedoch nicht behoben werden und die Linderung von Symptomen fällt individuell aus.
Bei Erfolg kann eine Hyaluronsäureninjektion wiederholt werden, wenn wieder entsprechnende Symptome und Knieschmerzen bestehen. Wunschweise erst nach mehreren Jahren wieder.

Wann ist eine Kniearthroskopie bei einem Knorpelschaden hinter der Kniescheibe sinnvoll?

Eine Kniearthroskopie bei einem Knorpelschaden hinter der Kniescheibe ist statistisch nicht erfolgsversprechend, da Knorpel nicht regeneriert.
Sofern weitere Schäden wie ein Meniskuskusriss oder ein Kreuzbandschaden besteht, kann die Kniescheibe indirekt durch ein beheben dieser Erkrankungen profitieren.

Möglichkeiten in einer Kniearthroskopie einen Knorpelschaden hinter der Kniescheibe zu verbessern sind:

  • Mikrofrakturierung
    hierdurch soll eine Ersatzknorpelbildung (Faserknorpel) initialisiert werden
  • Knorpelglättung
    wird immer seltener durchgeführt, da Knorpeldicke durch den Eingriff reduziert wird
  • Verlagerung der Kniescheibe nach innen
    durch Durchtrennung von Bändern (laterales Release) oder Einnähen von Sehnen (MPFL)
  • Transplantation von Knorpel hinter die Kniescheibe
    siehe unten

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema Kniearthroskopie.

Was ist eine Knopelzelltransplantation (ACT) und wie erfolgreich ist diese?

Eine Knopelzelltransplantation oder auch autologe Chondrozyten Transplantation (ACT) genannt, kann bei einem Knorpelschaden hinter der Kniescheibe durchgeführt werden.
Dabei werden Knorpelzellen aus dem Kniegelenk über eine Kniearthroskopie entnommen, im Biolabor vermehrt und nach 6 - 8 Wochen wieder transplantiert.

Gegen einen Erfolg bei einer Knopelzelltransplantation bei einem Knorpelschaden hinter der Kniescheibe sprechen der hohe Anpressdruck, der das Anwachsen erschwert.
Grundsätzlich sind die "geclonten" Knorpelzellen Verwaltungszellen und keine Knorpelproduktionszellen, daher ist der Knorpel dieser Zelltypen deutlich minderwertiger als der Knorpel der kindlichen Knorpelzellen.
Daher sind die zu erwartenden Ergebnisse überschaubar.

Prognose und Heilung

Knorpelschaden im Knie, ist eine fortschreitende Erkrankung, die sich nicht vollständig heilen lässt.
Bei junge Menschen können akute, leichte Verletzungen selbstständig ausheilen, während die Reparaturmechanismen bei älteren Menschen stark eingeschränkt sind.
Nicht jeder Knorpelschaden verursacht jedoch Beschwerden.
Durch die Vermeidung von stark kniebelastenden Sportarten, kann das Risiko für Knorpelschaden im Knie verringert werden.
Positiv sind außerdem gelenkschonende Bewegungstechniken und die Reduktion von Übergewicht.
Besteht bereits ein Knorpelschaden, ist leichtes Training die beste Prävention für das Fortschreiten.
Durch die moderate, regelmäßige Belastung wird die Durchblutung der Gelenkstrukturen angeregt und somit die Nährstoffe in der Gelenkflüssigkeit ausgetauscht, welche zur Reparatur des Knorpelgewebes notwendig sind.

Rehabilitation und Prävention

Laufbandanalyse

Die Laufbandanalyse ist eine wertvolle Untersuchungsmethode um verursachende Faktoren für den Knorpelschaden zu visualisieren und danach abzustellen.

Mit Hilfe der Laufbandanalyse kann der Ursprung von Knieschmerzen potenziell detektiert werden oder das Auftreten von Folgen aus Fehlbelastung vermieden werden.
Bei einem Knorpelschaden hinter der Kniescheibe ist besonders

  • der Verlauf der Kniescheibe beim Beugen,
  • X-Bein / O-Beine,
    aber auch
  • die Rotation des gesamten Beins 

für eine optimale Behandlung entscheidend.

Fuß- Bein- und Hüftfehlstellungen, unpassendes Schuhwerk, unergonomische Bewegungsabläufe können zu Knie- und anderen Gelenkschmerzen führen.

Mittels Druckmessplatten und Videokameras wird das Laufverhalten aufgezeichnet und ausgewertet.
Es folgt dann aufgrund der erhobenen Daten ein individueller Therapieplan der auch zukünftig in Eigenregie ausgeführt werden kann.

Weitere Informationen erhalten Sie in dem Artikel Laufbandanalyse.

Trainingsübungen

Moderate Belastung aktiviert und vitalisiert das Knorpelgewebe.
Es gibt aber darüber hinaus auch Trainingsübungen welche der Kräftigung des Muskelapparats um das Kniegelenk dienen und die Flexibilität steigern.
Durch Muskelkräftigung rund um das Kniegelenk, wird die Druckbelastung im Kniegelenk selbst besser abgefedert und der Knorpel im Kniegelenk sanfter belastet.
Ungünstige Kraftverteilung bei anatomischer Fehlstellung kann durch kräftigende Übung verbessert und Folgeschäden dadurch reduziert werden.  

  1. Knie bei herabhängendem Bein pendeln:
    Setzen Sie sich auf eine waagerechte Oberfläche, sodass ihr Unterschenkel frei in der Luft schwebt.
    Lassen sie den Unterschenkel frei pendeln. Der Effekt der Übung lässt sich durch Anlegen eines Gewichts am Knöchel verstärken. Das Gewicht des Unterschenkels zieht den Kniespalt auseinander und die Gelenkschmiere kann sich gleichmäßig in die entstandenen Lücken verteilen. Dies ist eine geeignete Entspannungsübung bei müdem oder schmerzhaftem Knie. 

  2. Knie waagerecht ausstrecken und halten:
    Auf einer stabilen waagerechten Oberfläche sitzend, strecken Sie das Bein aus, sodass es gerade in der Luft schwebt. Bei dieser Übung wird die dynamische Streckbeweglichkeit geübt und Kraft im Oberschenkel (Musculus quadriceps femoris) trainiert. Durch ein Gewicht am Fußgelenk können Sie die Übung steigern. 

  3. Knie bei aufgelegter Ferse waagerecht durchdrücken:
    Knie und Hüfte müssen auf gleicher Höhe sein. Im Sitzen wir die Ferse abgelegt und das Knie durchgestreckt. Diese Übung dient der Steigerung der Flexibilität. 

  4. Stehen auf einem Bein auf weichem Untergrund:
    Schaffen sie einen weichen Untergrund mit Hilfe Ihres zusammengerollten Handtuchs, einer Matratze oder eines Kissens. Versuchen sie möglichst lange auf dem weichen Untergrund den Einbeinstand zu halten. Diese Übung trainiert Ihre Koordination und Geschicklichkeit.

  5. Im Sitzen mit dem Fuß „den Boden wischen“:
    Im Sitzen stellen Sie bei angewinkelte Bein den Fuß auf einem Tuch ab. Ohne den Bodenkontakt zu verlieren „wischen“ Sie mit dem Tuch vor- und zurück. Diese Übung stärkt schonend Ihre Kraft und steigert Ihre Koordination und Beweglichkeit im Kniegelenk. Diese Übung kann auch im Stehen ausgeführt werden.

Welche Sportarten sind bei einem Knorpelschaden hinter der Kniescheibe günstig?

Sportarten mit geringen Stoßkräften sind bei Knorpelschaden hinter der Kniescheibe empfohlen.
Moderate, regelmäßige Belastung steigert die Durchblutung der Gelenkhäute und der Reparaturmechanismen im Gelenk.
Bei jedem Schritt wird Gelenkflüssigkeit in den schwammartigen Knorpel gedrückt, sodass dieser mit Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt werden kann.
Die Aktivierung der Knorpelmasse vitalisiert das Gewebe.

Empfohlene Gelenkschonende Sportarten sind:

  • Schwimmen
  • Radfahren
  • Crosstrainer
  • Skilanglauf
  • Wandern in der Ebene
  • Aqua-Jogging
  • Wassergymnastik
  • Yoga
  • Pilates
  • Tai-Chi

Eingeschränkte Sprtarten sind:

  • Klettern/Bouldern
  • Rudern

Welche Sportarten sind bei einem Knorpelschaden hinter der Kniescheibe ungünstig?

Sportarten die hohe Kraftbelastung für die Kniegelenke darstellen sollten vermieden werden.
Dazu zählen Krafttraining mit hohen Gewichten und Wandern mit starkem Anstieg und besonders Abstieg.
Wandern in der Ebene dagegen ist förderlich, da es eine moderate Belastung darstellt.

Auch Krafttraining muss nicht grundsätzlich vermieden werden.
Der Reiz beim Krafttraining wird verlagert von hohem Gewicht in hohe Wiederholungszahl.
Wählen Sie ein niedriges Gewicht aus, mit dem Sie ohne Anstrengung 20 Wiederholungen der Knieübung schaffen.
Wiederholen Sie den Satz dreimal. Steigern Sie das Training auf vier Sätze mit jeweils 25 Wiederholungen, bevor Sie das Gewicht langsam steigern.
Achten sie präzise darauf, ob Schmerzen auftreten und unterbrechen Sie das Training, sobald sie auftreten.

Alle Ballsportarten mit Sprintanteilen, schnellen Richtungswechseln und Start-Stopp Elementen sind als ungünstig zu bewerten.