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Lumedis Frankfurt

Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

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Vorderer Kreuzbandriss

Ein vordere Kreuzbandriss ist leider mit eine der schwersten und am schwierigsten zu behandelnde Verletzung des Kniegelenks.
Wenn möglich behandelt Lumedis den vorderen Kreuzbandriss auf konservative Weise, also ohne OP und versucht eine Stabilität durch Vernarbung der gerissenen Bandenden und optimalen Muskelaufbau zu erreichen.
Gerne beraten Sie die Kniespezialisten von Lumedis. Hier finden Sie unsere Terminvereinbarung.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition - Was ist ein vorderer Kreuzbandriss?

Bei einem vorderen Kreuzbandriss ist das entsprechende Kreuzband im Kniegelenk verletzt.
Das vordere Kreuzband kann entweder vollständig oder nur teilweise reißen.

Im Knie gibt es zwei Kreuzbänder, ein Vorderes und ein Hinteres. Die beide Kreuzbänder haben die Aufgabe, das Knie zu stabilisieren und seine Bewegungen zu begrenzen und dementsprechend vor Verrenkungen und Verletzungen zu schützen. Im Inneren des Gelenks verlaufen die beiden Strukturen über Kreuz vom Oberschenkelknochen zum gegenüberliegenden Schienbein.  
Eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes ist ein der schwerwiegendsten Bandverletzung des Kniegelenks.

Ursachen

Die Verletzung kommt typischer bei fixiertem Fuß zustande, in denen das Kreuzband bei plötzlicher Beschleunigung oder Drehungen des Körpers extremen Belastungen ausgesetzt ist.
Das Knie wird dabei unfreiwillig gebremst, gebeugt und nach außen gedreht. Folge ist ein Reißen des vorderen Kreuzbandes.

Das Risiko dafür besteht vor allem

  • beim Fußball und Skifahren.
  • Sport- und Autounfälle sind allerdings die häufigsten Gründe für einen vorderen Kreuzbandriss.

Oft treten bei einem vorderen Kreuzbandriss auch noch weitere Verletzungen auf, wie z.B. ein Innenmeniskusschaden oder eine Verletzung des Innenbandes.
Bei Verletzung aller drei Strukturen spricht man von einem "unhappy triad".

Skifahren

Der Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten Verletzungen beim Ski- und deutlich seltener beim Snowboardfahren.

Die Behandlung und die Rehabilitation können langwierig sein und Folgeschäden können nicht ausgeschlossen werden.
Deswegen sollte man die folgenden Punkte unbedingt beachten:

  • Körperliche Fitness ist die beste Prophylaxe.
  • Zusätzlich wird empfohlen, sich grundsätzlich vor dem Skifahren aufzuwärmen.
    Man sollte sich erst auf die Piste begeben, wenn die Gelenke warm und gut beweglich sind.
    So kann Verletzungen entsprechend vorgebeugt werden.
  • Des Weiteren kann Müdigkeit zu fehlender Konzentration führen, weshalb es sich empfiehlt, unbedingt Erholungspausen einzulegen.
  • Sinnvoll ist ebenfalls ein Sturztraining, denn „richtiges“ Fallen vermindert ebenso die Verletzungsgefahr.

Die größte Gefahr beim Skifahren für einen Kreuzbandriss ist einsetzende Ermüdung (letzte Abfahrt) in Kombination mit schlechter Sicht! 

Fußball

Neben dem Skifahren gehört das Fußballspielen zu den größten Gefahren für einen vorderen Kreuzbandriss.
Eine allgemeine Prophylaxe gegen einen Kreuzbandriss beim Fußballspielen gibt es leider nicht, da in vielen Fällen es zu einer unvorhersehbaren Gewalteinwirkung 

Ursache ist entweder ein hängenbleiben im Rasen bei einer Rückwärtsbewegung oder eine Gewalteinwirkung am Oberkörper nach hinten bei durch den Stollenschuh fixierten Unterschenkel.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen vorderen Kreuzbandriss

Zu den typischen Symptomen eines vorderen Kreuzbandrisses gehören

  • ein akut einsetzender, ausgeprägter Schmerz.
    Die Schmerzen sind oft unter Belastung noch viel schlimmer als im Ruhezustand.
  • Ein deutlich hörbares Knacken beim Unfall, das durch das reißende Kreuzband verursacht wird.
  • Anschließend wird oft ein Zerreiß- oder Verschiebegefühl im betroffenen Knie beschrieben (Instabilität des Kniegelenks).
  • Außerdem kommt es lokal zu einer Schwellung (Wasser im Knie) mit einer Umfangzunahme am Knie.
  • Selten kommt es zu einer Rötung oder einem sichtbaren Hämatom,
    was wiederum zu einer Funktionseinschränkung im Knie führt.
  • Ein Gefühl von Instabilität im Knie macht sich aufgrund es Wassers im Kniegelenk nicht immer sofort bemerkbar, es kommt aber zur Gangunsicherheit, wobei das Knie während des Gehens wegknicken kann.
  • Der Oberschenkel verschiebt sich gegenüber dem Unterschenkel nach hinten.

Schmerzen

In der Medizin wird Schmerz als ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis beschrieben.
Es ist mit einer tatsächlichen oder möglichen Gewebeschädigung verbunden.
Deshalb dient der Schmerz als eine sehr wichtige Warnfunktion und soll somit den Körper vor gefährlichen oder schädlichen Einflüssen schützen.
Die Schmerzen bei einem vorderen Kreuzbandriss sind

  • akut sehr heftig
    und
  • von stechender Art.
  • Unter Belastung sind die Schmerzen schlimmer als im Ruhezustand.
  • Außerdem können die Schmerzen auch durch lokalen Druck auf die verletzte Stelle ausgelöst werden.

Kann man einen Kreuzbandriss auch ohne Schmerzen haben?

Man kann einen vorderen Kreuzbandriss auch ohne Schmerzen haben.
Es gibt Betroffene, die nach einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes kaum Symptome zeigen.

Jedoch ist es so, dass andere Hinweise, wie z. B.

  • ein Knacken oder
  • eine neu aufgetretene Gangunsicherheit auffallen und auf eine mögliche Verletzung aufmerksam machen.
  • Auch ein nicht voll funktionsfähiges Knie sollte Grund zur Sorge sein.

All diese Auffälligkeiten sollten zeitnah unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden, gegebenenfalls mit bildgebenden Verfahren.

Insbesondere wenn bereits eine Vorschädigung am Kreuzband bestand, kann eine vorderes Kreuzband ohne größere Schmerzen reißen.
Meist kommt es aber zu einem Erguß (Wasser im Kniegelenk).

Schwellung

Bei einer Schwellung handelt es sich um eine Volumenzunahme des umliegenden Gewebes durch Flüssigkeitseinlagerung (Wasser im Knie),
infolge einer Entzündung oder Zerstörung von Gewebe im betroffenen Areal.

Die Schwellung gehört zu den fünf klassischen Entzündungszeichen.
Einer Schwellung kann aus sehr unterschiedlichen Erkrankungen entstehen.

Bei einem vorderen Kreuzbandriss kommt es in der Regel zu

  • einer deutlichen und schmerzhaften Schwellung durch Wasser und Blut im Kniegelenk,
  • durch z.B. verletzte Gefäße und
  • der durch den Abriss entstandenen lokalen Entzündungsreaktion.
  • Zusätzlich kann es sich auch noch das umliegende Gewebe und die Schleimhaut im Kniegelenk schwellen.

Alternative Ursachen für eine Schwellung im Kniegelenk finden Sie unter unserem Thema Wasser im Kniegelenk.

Instabilität im Knie

Es gibt ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Beide Kreuzbänder sorgen dafür, dass der Oberschenkel mit dem Unterschenkel im Kniegelenk gut fixiert ist.
Reißen diese Bänder, kommt es zu einer dauerhaften Instabilität des Kniegelenks, da die Lagefixierung beider Knochenanteile dann nur noch über die Muskelspannung der umgebenden Muskulatur gegeben ist.

Gerissene Kreuzbänder können nicht mehr spontan zusammenwachsen.
Folge ist

  • ein ausgeprägtes Instabilitätsgefühl,
  • ein Wegknicken des Gelenkes während dem Gehen und Stehen und
  • einer deutlich schmerzhaften Bewegungs- und Belastungseinschränkung des Kniegelenkes.
  • Durch diese Instabilität und Mehrbeweglichkeit, kommt es auf Dauer zu einem deutlich erhöhten Risiko von Folgeschäden,
    wie z.B. des Knorpels und der Menisken (besonders für einen folgendnen Innenmeniskusriss) oder auch die Entstehung einer Arthrose, die das Kniegelenk nachhaltig schädigt.

Lesen Sie auch mehr zum Thema: Knorpelschaden im Knie, Kniearthrose

In der frühen Phase der Verletzung, besonders wenn noch Wasser im Knie ist, fühlt der Betroffene häufig keine Instabilität.

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel für einen Facharzt für Orthopädie gestellt.

  • Zunächst wird der Arzt im Gespräch mit dem Patienten Informationen, die für seine Diagnose wichtig sind, erfragen.
  • Anschließend wird das verletzte Knie ausgiebig inspiziert.
    Er tastet die verletzte Region vorsichtig ab und achtet auf entsprechende Symptome wie Schwellungen, Blutergüsse oder Druckschmerzen sowie offensichtliche Fehlstellungen.
    Außerdem überprüft der Arzt die Durchblutung, Motorik und Sensibilität des betroffenen Beins und wendet verschiedene Tests an, die eine bestimmte Aussagekraft über die Kniestrukturen haben.
  • Um die Diagnose eines vorderer Kreuzbandriss am Knie zu sichern oder Begleitverletzungen vermutet werden, können bildgebende Verfahren zur Hilfe genommen werden, wie die Sonographie, das Röntgen oder ein MRT.

Ultraschall

Der Ultraschall, auch Sonographie genannt, ist eine

  • schnelle und sichere Untersuchungsmethode.
  • Sie hat keinerlei Nebenwirkungen,
  • ist kostengünstig und
  • schmerzlos für den Patienten.

Der Arzt kann mithilfe des Ultraschalls viele verschiedene Körperregionen und Organe beurteilen.

Vor allem Weichteile und Wasser im Knie lassen sich mithilfe dieser Methode, gut darstellen.
So kann innerhalb kurzer Zeit Hinweise auf einen vorderen Kreuzbandriss gesammt werden.

Lesen Sie auch mehr zum Thema Sonographie.

Röntgenbild

Beim Röntgen handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen.

Es eignet sich vor allem zur Darstellung knöcherner und knorpeliger Strukturen.
Die Untersuchung ist relativ günstig und bietet einen guten Einblick in das Kniegelenk.

Die Weichteile, wie z.B. die Bänder, die Haut oder das Unterhautfettgewebe lassen sich mit Hilfe des Röntgenbildes nicht gut darstellen.
Aus diesem Grund wird dieses Verfahren normalerweise nicht zur Diagnostik von Bänderschäden genutzt, sondern eher um eine knöcherne Beteiligung auszuschließen.
So kann ein knöcherner Ausriss des Kreuzband an seiner Verankerung am Ober- oder Unterschenkel mit dem Röntgenbild am besten dargestellt werden.

Weitere Informationen zum Thema lesen Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT?

MRT-Geräte erzeugen ein sehr starkes Magnetfeld, mit denen bestimmte Atomkerne im Körper angeregt werden.
Dies ermöglicht eine sehr genaue Darstellung und Unterscheidung der im Körper vorkommenden Gewebearten.

MRT-Bilder im Bereich des Kniegelenks eigenen sich hervorragend für sämtliche Weichteil- und Gewebedarstellungen.

Das bildgebende Verfahren erfolgt ohne Strahlenbelastung, ist sehr detailgenau und gehört deswegen zum Standard bei der Beurteilung.

Das MRT vom Kniegelenk ist die einzige Methode um einen vorderen Kreuzbandriss sicher darzustellen.
Leider können auch MRT Untersuchungen zu einem fehlerhaften Ergebniss kommen.
Teilweise bleibt der umgebende Schlauch des Kreuzbandes, der elastischer ist, unverletzt, aber innerhalb des Schlauches sind die Fasern komplett zerissen, sodass man abufgrund der Bilder im MRT zu dem Ergebnis kommen kann, dass das vordere Kreuzband unverletzt geblieben sei.
Auf der anderen Seite gibt es auch Normvarianten, die auf einen Riss bei unverletztem Kreuzband schließen lassen.

Daher Sollte eine MRT Untersuchung immer mit einer Untersuchung von einem Kreuzbandspezialisten kombiniertt werden.

Lesen Sie hier mehr zu MRT vom Knie.

Behandlung / Therapie

Bei der Therapie des vorderen Kreuzbandrisses kann zwischen einer konservativen und einer operativen Behandlung unterschieden werden.

Im Allgemeinen ist es so, dass nicht jeder Kreuzbandriss operiert werden muss.
Am besten ist es immer, sich die Gesamtsituation inklusive aller aufgetretenen Begleitverletzungen eines jeden Betroffenen anzusehen.
Letztendlich muss individuell mit dem Patienten eine gemeinsame und sinnvolle Therapieentscheidung getroffen werden.

Wer braucht keine OP?

Auf eine operative Behandlung kann verzichtet werden, wenn der Patient

  • keine starke körperliche Belastung in seinem Leben hat,
  • er aktiv keiner sportlichen Aktivität mehr nachgeht und
  • sich das Knie stabilanfühlt bei alltäglichen Aktivitäten.
  • Des Weiteren ist von einer Operation abzusehen, wenn der Patient multimorbide ist oder
  • das operative Verfahren grundlegend ablehnt.
  • Wenn keine oder nur wenige Begleitverletzungen im Knie vorliegen und
  • die anatomischen Verhältnisse gewahrt sind, kann ebenfalls von einer Operation abgesehen werden.
  • Wenn ein guter Muskelstatus besteht.

Wer braucht eine OP?

Die Wiederherstellung der Kreuzbandfunktion nach einem Kreuzbandriss ist für die meisten Patienten unabdingbar für die Gesundheit und Beweglichkeit des Kniegelenks.

  • Vor allem bei sportlich aktiven und jungen Menschen ist eine Operation unbedingt von Nöten.
  • Genau wie körperlich arbeitende Menschen, die auf eine intakte Kniefunktionalität angewiesen sind.
  • Bei komplexen Begleiterkrankungen, wie z.B. Verletzungen der Außenbänder oder der Menisken ist eine Operation ebenfalls wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden und Einbußen in der Beweglichkeit und Funktionalität zu verhindern.

Lesen Sie auch mehr im Artikel Außenbandriss im Knie und Meniskusriss.

Wie wird eine Kreuzband OP durchgeführt?

Eine Kreuzband Operation dient der Wiederherstellung der normalen Funktionalität und Stabilität des durch einen Kreuzbandriss geschwächten Kniegelenks.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Operationstechniken. Welche davon zum Einsatz kommt, wird individuell entschieden.
Entweder wird das verletzte Kreuzband ersetzt oder operativ wiederhergestellt.

In der heutigen Zeit wird eine Kreuzband Operation bevorzugt minimal-invasiv durchgeführt,

  • weil dieses Verfahren weniger Komplikationen birgt.
  • Außerdem kann diese Operation ambulant oder auch stationär durchgeführt werden, dies ist abhängig von verschiedenen Faktoren.
    Bei einem ambulanten Eingriff dürfen die Patienten noch am selben Tag nach Hause.
    Bei dem stationären Eingriff bleiben die Patienten in der Regel bis circa 2-4 Tage im Krankenhaus.

Die Betroffenen werden nach dem Eingriff umfangreich betreut und beginnen im Krankenhaus schon mit der Physiotherapie.

Insgesamt werden beim Kreuzbandersatz drei verschiedene Transplantat-Typen unterschieden:

  1. Es gibt das Autograft, das bedeutet, dass eine andere Sehne des Patienten als Ersatz verwendet wird meist die
    1. Semitendinosussehne, tw. kombiniert mit der Gracilissehne
    2. die Quadricepssehne
      oder
    3.  die Patellarsehne
      verwendet.
  2. Des Weiteren ist der Einsatz eines Allograft möglich, dies ist dann die Sehne eines Spenders
    und
  3. kann man auch ein synthetisches Kreuzband einsetzen.

Trainingsübungen

Unabhängig vom einem konservativen oder operativen Vorgehen muss nach der Operation eine konsequente Nachbehandlung erfolgen.

Nach der Operation schließt sich in der Regel die Rehabilitationsphase an, die circa 12 Wochen in Anspruch nimmt.

In der ersten Zeit nach der OP ist es sehr wichtig, abschwellende und entzündungshemmende Maßnahmen zur Stabilisierung des Knies durchzuführen und das Gelenk mithilfe einer Schiene zu sichern.
Für einige Wochen müssen Unterarmgehstützen verwendet werden, damit das Gelenk nicht zu stark belastet wird und das Kreuzband gut einwachsen kann.

Allgemein kann man sagen, dass sich die Teil- auf die Vollbelastung nach einer Kreuzbandoperation in Teilzielen erreichen lässt.
Für das normale und flüssige Gehen ist der Heilungsverlauf der neuen Kreuzbandplastik von Bedeutung und auch die Wiederherstellung der muskulären Kraft sowie der Koordinationsfähigkeit. Es erfolgt eine teilweise Belastung des Knies und eine auf den jeweiligen Stand angepasste Physiotherapie. 6 Wochen danach ist bereits ein leichtes Training, sowie leichtes Walken möglich.

Nach ungefähr 4 Monaten können dann weniger anstrengende Sportarten wieder begonnen werden.

Sportarten, die das Knie zu stark beanspruchen, sollten erst nach einem halben Jahr frühestens wieder aufgenommen werden.
Der Fokus liegt weiterhin auf dem Aufbau der Beinmuskulatur und der schrittweisen Förderung der Ausdauerkraft. Trainierte Beinmuskeln und eine ausgeprägte Bandführung im Kniebereich entlasten das Kniegelenk und stabilisieren dieses zusätzlich. Es kommt zu einer gleichzeitigen Verbesserung der Beweglichkeit und der Muskelkraft.

Ein weiteres wichtiges Ziel regelmäßiger Trainingsübungen ist außerdem der positive Einfluss auf den Heilungsprozess sowie der prophylaktische Aspekt, um sich vor einer erneuten Verletzung zu schützen, denn eine Außenbandverletzung kann zu einem vorzeitigen Verschleiß des Kniegelenks führen. Vor allem dann, wenn sie nicht richtig ausheilt.

Sollte keine OP durchgeführt worden sein, steigen Sie in der 6 Wochen nach der Verletzung in die Trainingsmaßnahmen ein.

Egal ob konservatives Prozedere oder auswärtig operiert, wir erstellen Ihnen bei Lumedis einen individuell auf Sie abgestimmten Trainingsplan auf Basis modernster Messmethoden.

Probleme / Komplikationen nach einer OP

Zu den allgemeinen Risiken einer Knie Operation bzw. Arthroskopie gehören z.B.

  • die Wundheilungsstörung,
  • die Verletzung von Nerven und Gefäßen, die sich durch Taubheitsgefühle und Lähmung äußern, sowie
  • Infektionen durch Bakterien.
  • Des Weiteren besteht die Gefahr von Blutungen an der Operationsstelle und
  • einer Thrombose.

Zu den spät auftretenden Komplikationen zählen

  • eine Bewegungseinschränkung, sowie
  • eine verbleibende Instabilität des Kniegelenks.
    Das bedeutet, dass die Beweglichkeit durch eine fehlende Streck- und Beugefähigkeit des betroffenen Gelenks eingeschränkt ist.
  • Außerdem kann es zu einer Arthrofibrose kommen, dabei handelt es sich um eine krankhafte Bindegewebszellenvermehrung, die zur funktionellen Einschränkung des Kniegelenks führt.
  • In sehr seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass das neue Kreuzband nicht vollständig einheilt oder
  • dass es sogar zu einer Abstoßungsreaktion auf das Fixationsmaterial kommt.
  • Zudem kann auch eine inkorrekte Positionierung der Bohrkanäle oder eine falsche Transplantatwahl, sowie Fixierung zu einer Instabilität im Kniegelenk führen.
    Folglich kann eine Beuge oder Streckhemmung entstehen, bei der das Knie nicht mehr richtig bewegt werden kann.
  • Eine Transplantatlockerung ist auch eine Spätkomplikation, die auftreten kann und bedacht werden muss.
  • Zuletzt muss noch das Zyklopssyndrom genannt werden, was durch überschießendes Narbengewebe am Transplantat ausgelöst wird.

Arthrofibrose

Eine Arthrofibrose ist die Bezeichnung für eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe, auch Fibrose, genannt.

Es gibt eine primäre Arthrofibrose und eine lokale, sekundäre Arthrofibrose.
Sie führt zu starken Schmerzen an den Gelenken und schränkt so die Beweglichkeit ein.

Zustande kommt die Erkrankung durch entzündliche Prozesse innerhalb des Gelenks. Sie gehört zu den häufigsten Komplikationen nach einem interventionellen Eingriff am Kniegelenk, vor allem nach der Wiederherstellung des vorderen Kreuzbandes, sowie nach der Implantation von einem künstlichen Kniegelenk.

Das Risiko ist für eine Arthrofibrose ist besonders hoch, wenn direkt nach einem Kreuzbandriss die OP erfolgt.

Kinesiotape

Ein Kinesiotape kann bei verschiedenen Beschwerden und Verletzungen angewendet werden.
Es ist eine Art hochelastisches Pflaster aus Stoff, das auf die Haut aufgeklebt wird.
Dadurch kommt es zur Stimulation verschiedenster Rezeptoren in der Haut, die sich positiv auf die Heilung auswirken.
Der körpereigene Heilungsprozess wird folglich gefördert.

Durch das Tape wird das schmerzstillende System aktiviert, es kommt zu einer Optimierung der Blut- und Lymphzirkulation und die Gelenkfunktion wird unterstützt.
Folglich kommt es zu einer leichten mechanischen Stabilisierung des betroffenen Gelenks.
Eine Verbesserung ist oftmals schon während der Behandlung durch den Therapeuten spürbar.

Ein Kinesiotape bei einem vorderen Kreuzband ist nur eine unterstützende Maßnahme.

Heilungsdauer

Wie lange die Heilungsdauer einem vorderen Kreuzbandriss anhält, lässt sich nicht genau sagen.
Zum einen ist dies abhängig von dem Ausmaß der Verletzung und zum anderen von den Bewältigungsstrategien und der körperlichen Verfassung des Patienten selbst.
Außerdem ist die Art der Behandlung zu beachten, sprich konservativ oder operativ.

Ohne Operation hat das verletzte Kniegelenk in der Regel nach 6 Wochen wieder eine gute Funktion erreicht.
Zu diesem Zeitpunkt kann ein Kreuzbandspezialisten in der Regel gut abschätzen welche Stabilität durch Vernarbung erreicht werden konnte und welche weitere Verbessung durch einen gezielten Muskelaufbau zu erreichen ist.

Operativ muss man in der Regel kann man von einer Heilungsphase vom 12 Monate ausghehen. Es kann bis zu zwei Jahren vergehen, bis das Kniegelenk nach einem vorderen Krezbandirss wieder die volle Sporttauglichkeit erreicht hat.
Halten die Symptome länger an oder werden die Beschwerden nicht besser, ist es ratsam, nochmal einen Kreuzbandspezialiten aufzusuchen um Komplikationen auszuschließen.

Prävention

Laufbandanalyse

Die Laufbandanalyse dient zur Beurteilung der aktuellen Situation des Kniegelenks. Dabei wird die Stellung der Sprung-, Knie- und Hüftgelenke beurteilt. Im optimalen Fall kann die jeweilige Muskulatur das Gelenk sichern. In vielen Fällen sorgt eine zu schwache Hüft-, Oberschenkel- oder Unterschenkelmuskulatur für eine zu starke dynamische Abweichung der Beinachse.

Aufgrund der erhobenen Daten wird ein persönlicher Trainingsplan erstellt.
Passive Maßnahmen -wie Einlagen, Bandagen oder Schuhe- werden gegebenenfalls anschließend empfohlen. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Für weitere Informationen steht ihnen der Artikel Laufbandanalyse zur Verfügung. 
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