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Lumedis Frankfurt

Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

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Rippenbruch

Der Rippenbruch entsteht meist im Rahmen einer größeren Gewalteinwirkung auf den Brustkorb und kann aufgrund der Lagebeziehung zur Lunge schnell sehr gefährlich werden.
Um Folgeverletzungen zu vermeiden gehört der Rippenbruch in die Hände eines erfahrenen Diagnostikers und guten Orthopäden.
Gerne beraten unsere Knochenspezialisten Sie an Ihrem Termin Ihrer Wahl.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist ein Rippenbruch?

Ein Rippenbruch ist eine Fraktur (Bruch) von einer oder mehrerer Rippen.

  • Von einer Rippenserienfraktur spricht man, wenn mehrere benachbarte Rippen auf einer Körperseite gebrochen sind.
  • Ist eine Rippe mehrfach gebrochen, dann spricht man von einer Rippenreihenfraktur.

Bei einem Rippenbruch ist meist der knöcherne Anteil der Rippe gebrochen, dabei kann der Knochen komplett oder nur teilweise gebrochen sein.
Seltener kommt es dazu, dass der knorpelige Anteil der Rippe bricht.

Ein Rippenbruch entsteht meist durch starke Gewalteinwirkung auf den Brustkorb von außen.

In den meisten Fällen heilt ein Rippenbruch ohne Komplikationen aus.

Ursachen

  • direkte Gewalteinwirkung auf den Brustkorb
    zum Beispiel durch einen Unfall (stumpfes Trauma)
  • Verletzung bei bestimmten Sportarten
    (Ballsport, Reiten)
  • Osteoporose 
  • Reanimation 
  • Knochenmetastasen
  • geringere Elastizität der Rippen im Alter
  • starker Husten

Rippenbruch durch Husten

Auch ein starker Husten kann zu einem Rippenbruch führen.

Besonders bei älteren Menschen kann dauerhafter Husten zu einem Rippenbruch führen.
Wenn eine Rippenbruch vorliegt, sollte immer eine Osteoporose abgeklärt werden.

Bei einem Patienten mit gesunden Knochen kann ein normaler Husten eigentlich keinen Rippenbruch verursachen.

Bei bestimmten Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale, COPD oder einer Bronchitis ist der Husten aber

  • oft sehr stark und chronisch.
  • Dies führt zu einer dauerhaften Belastung der Rippen und
  • kann einen Rippenbruch verursachen.

Auch eine Osteoporose kann dazu führen, dass Husten einen Rippenbruch hervorruft.

  • Bei der Osteoporose haben alle Knochen eine zu geringe Dichte und
  • eine verringerte Stabilität, das gilt auch für die Rippen.
  • Daher kann es schon durch einen einfachen Husten zu einem Ermüdungsbruch der Rippen kommen.

Lesen Sie auch mehr in unserem Artikel Osteoporose.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Rippenbruch

Ein Rippenbruch äußert sich durch starke Schmerzen am Brustkorb.

  • Dabei sind die Schmerzen meist sehr genau an der Stelle des Bruches lokalisiert und
  • können durch Druck von außen verstärkt werden.
  • Die Schmerzen können sich ebenfalls durch die Atmung verschlimmern,
    da beim Atmen der Brustkorb ständig in Bewegung ist und sich die verletzten Rippen mitbewegen.
  • Oft kommt es dazu, dass die Patienten schwächer und flacher Atmen, um die atemabhängigen Schmerzen möglichst gering zu halten.
    Dies kann aber zu einer gefährlich Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff und einer Überladung an Kohlenstoffdioxid führen.

Außerdem kann bei Bewegung der verletzten Rippe ein knirschendes Geräusch (Krepitation) durch die aneinander reibenden Rippenenden auffallen.

Der Bruch von einer oder mehreren Rippen kann zu einer Instabilität des Brustkorbs führen, zusätzlich können Vorwölbungen am Brustkorb auffallen.

Manchmal kann eine paradoxe Atmung beobachtet werden, beim Einatmen dehnt sich normalerweise der gesamte Brustkorb aus, an der Stelle der gebrochenen Rippe zieht sich der Brustkorb aber ein.

Eine gebrochene Rippe kann auch wichtige Organe im Brustkorb verletzen und so lebensbedrohliche Folgen haben.

  • Bei einer Lungenverletzung kollabiert die Lunge (Pneumothorax) und es kommt zu Atembeschwerden und Luftnot.
    Außerdem kann manchmal eine Luftansammlung im Weichteilgewebe der Brustwand beobachtet werden (Emphysem).
  • Verletzungen von Herz und Hauptschlagader können plötzlich starke innere Blutungen verursachen, die zu Schwindel und Bewusstlosigkeit führen.

Schmerzen

Ein Rippenbruch führt zu charakteristischen Schmerzen.

  • Durch den Bruch kommt es zu einem starken, stechenden Schmerz,
  • der lokal begrenzt an der verletzten Stelle der Rippe auftritt.
  • Die Schmerzen lassen sich durch Druck von außen auf die Stelle verstärken.
  • Da die gebrochene Rippe bei jeder Brustkorbbewegung mitbewegt wird, verschlimmern sich die Schmerzen beim Atmen, insbesondere beim Husten.
    Dies führt oft dazu, dass die Patienten eine Schonatmung einnehmen, sie atmen flacher und langsamer.

Damit eine ausreichende Atmung ermöglicht werden kann, ist die Schmerzlinderung eine sehr wichtige und zentrale Aufgabe in der Behandlung eines Rippenbruchs. 

Typisch für einen Rippenbruch ist, dass man nächtlich keine Schlafposition findet.

Wie unterscheidet man einen Rippenbruch von einer Rippenprellung?

Die Unterscheidung zwischen einem Rippenbruch und einer Rippenprellung ist nicht immer leicht, da beide Erkrankungen ähnliche Symptome verursachen.

  • Manchmal lässt sich aber schon durch Tasten eindeutig ein Rippenbruch feststellen.
    Wenn eine Abstufung des Knochens an der Stelle des Bruchs und die einzelnen Knochenfragmente getastet werden können, ist das ein sicheres Frakturzeichen.
  • Außerdem ist ein weiteres sicheres Zeichen für einen Bruch die Krepitation.
    Dabei handelt es sich um ein knirschendes Geräusch, das dadurch entsteht, dass die Bruchenden des Knochens bei Bewegung aneinander reiben.

Liegen diese Zeichen nicht vor, dann kann mit einem Röntgenbild unterschieden werden ob es sich um einen Rippenbruch oder eine Rippenprellung handelt.

Wenn Sie eher vermuten unter einer Rippenprellung zu leiden, lesen Sie besser unseren Artikel Rippenprellung.

Welcher Arzt behandelt einen Rippenbruch?

Bei einem Rippenbruch handelt es sich um eine potentiell sehr gefährliche, ernst zu nehmende Verletzung.

Daher sollte bei Verdacht auf einen Rippenbruch immer ein Arzt aufgesucht werden. Am besten sucht man direkt das Krankenhaus oder einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie auf.

  • Wichtig ist, dass gefährliche Begleiterscheinungen des Rippenbruchs - wie eine starke Blutung oder Atemnot - notfallmäßig schnell behandelt werden können.
  • Außerdem verfügen die Fachärzte oder das Krankenhaus über die bildgebenden Verfahren, die für die Diagnostik notwendig sind.
    Dazu zählen Röntgen, Ultraschall und MRT.

Diagnose

Für die Diagnosestellung eines Rippenbruchs befragt der Orthopäde den Patienten zunächst

  1. über die Beschwerdesymptomatik,
  2. über eine mögliche Ursache wie einen Unfall und
  3. über bestehende Vorerkrankungen wie eine Osteoporose.

Danach folgt die Untersuchung.

  • Es wird der Brustkorb nach Folgen eines Traumas wie zum Beispiel Blutergüssen und Abschürfungen untersucht.
  • Außerdem wird beobachtet, ob es ungewöhnliche Einziehungen des Brustkorbs bei der Atmung gibt.
  • Der Brustkorb wird abgetastet um seine Stabilität zu beurteilen und eventuell eine gebrochene Rippe zu ertasten.
    Das Abtasten kann starke Schmerzen auslösen, die aber die Diagnose eines Rippenbruchs bestätigen. 
  • Durch Bewegung der gebrochenen Rippe kann ein knirschendes Geräusch (Krepitation) ausgelöst werden.
    Beim Abhören der Lunge mit dem Stethoskop wird getestet, ob die Lunge beim Atmen gut belüftet wird.
    Damit kann eine Verletzung der Lunge ausgeschlossen werden.

Zudem kommen bildgebene Verfahren zum Einsatz.

  • Der wichtigste Bestandteil der Diagnose eines Rippenbruchs ist aber das Röntgenbild.
  • Die Röntgenaufnahme zählt beim Verdacht auf einen Rippenbruch zur Basisdiagnostik.
  • Hierbei werden Bilder des Brustkorbs in zwei Ebenen aufgenommen, einmal von hinten und einmal von der Seite.
  • Da Knochen im Röntgenbild sehr gut darstellt werden, kann man Rippenbrüche meist sehr eindeutig erkennen.
  • Neben den Rippen können auch indirekt Lunge und ggf. Herz im Röntgenbild beurteilt werden.
  • Außerdem kann eine Aufhellung des Weichteilgewebes an der Brustwand auf eine Luftansammlung im Gewebe hindeuten, die durch eine Lungenverletzung entsteht.
     
  • Zeigt das Röntgenbild nicht sicher, ob es sich um einen Bruch oder nur eine Prellung der Rippe handelt, kann auch eine Ultraschalluntersuchung gemacht werden. 

Lesen Sie auch mehr in unseren Artikeln:

Röntgenbild

Das Röntgenbild zählt zur Basisdiagnostik bei Verdacht auf einen Rippenbruch.

  • Dabei werden zwei Aufnahmen vom Brustkorb gemacht, eine von der Seite und eine von hinten, um die Rippen in mehreren Ebenen beurteilen zu können.
  • Eine gebrochene Rippe erkennt man im Röntgenbild am deutlichen Bruchspalt des Knochens.
  • Zusätzlich können teilweise Verletzungen der Lunge oder des Herzens in der Röntgenaufnahme erkannt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Röntgen.

Ultraschall

Mit der Ultraschalluntersuchung können innere Organe und Weichteilgewebe gut dargestellt werden.

  • Daher ist Ultraschall geeignet um bei einem Rippenbruch mögliche begleitende Verletzungen auszuschließen.
    Bei einem Bruch der unteren Rippen kann zum Beispiel die Leber verletzt werden, sie lässt sich gut mittels Ultraschall beurteilen.
  • Außerdem kann man mit der Ultraschalluntersuchung freie Flüssigkeit im Brust- oder Bauchraum darstellen, die ein Hinweis auf eine gefährliche Blutung sein kann.
    Diese Unterschung kann in der Regel nur ein Internist und kein Orthopäde durchführen!
  • Hat sich im Röntgenbild nicht genau gezeigt, ob es sich um einen Rippenbruch oder nur eine Prellung handelt, kann die Ultraschalluntersuchung weitere Informationen dazu liefern.

Lesen Sie auch mehr im Artikel Ultralschall / Sonographie.

Wann braucht man ein MRT der BWS und Rippen?

Auch mit einem MRT der Brustwirbelsäule (Magnetresonanztomographie) lassen sich die Rippen gut darstellen.

Diese Untersuchung ist aber teurer und dauert viel länger als eine Röntgenaufnahme.
Da man sehr lange unbewegt liegen muss, wird die Untersuchung in der Regel bei einem Rippenbruch als sehr unangenehm empfunden.
Daher wird ein MRT nur gemacht, wenn sich ein Rippenbruch durch alle anderen diagnostischen Maßnahmen nicht eindeutig feststellen lässt.

  • Das MRT dient dann zum Ausschluss von anderen Ursachen für die Schmerzen.
    Ein Bandscheibenvorfall kann durch eine Einklemmung der Zwischenrippennerven nämlich ähnliche Symptome auslösen wie eine Rippenverletzung.
  • Eine Bandscheibenschädigung und eine Einengung von Nerven im Rückenmark können nur im MRT ausgeschlossen werden. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Artikel MRT der BWS.

Behandlung / Therapie

Häufig heilt ein einfacher Rippenbruch ohne Komplikationen von alleine aus und muss nur sehr selten operiert werden.
Wenn keine Komplikationen vorliegen wird eine konservative Behandlung angestrebt.
Bei der Therapie steht dann lediglich die Behandlung der Rippenschmerzen im Vordergrund. Hierfür werden meist Schmerzmedikamente aus der Gruppe der "Nichtsteroidalen Antirheumatika" wie Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt. Auch Medikamente wie Novalminsulfon wirken bei einem Rippenbruch sehr gut.
Eine Schonung der Rippe für eine bessere Heilung ist nicht möglich, da auf eine Bewegung des Brustkorbs für die Atmung nicht verzichtet werden kann.
Lediglich bei einem vorliegenden Husten können hustenstillende Medikamente eingesetzt werden um die Belastung der Rippe zu verringern.

Eine Operation wird erst bei Auftreten von Komplikationen notwendig. Dies ist der Fall, wenn die gebrochene Rippe innere Organe oder Gefäße verletzt hat.
Bei einer Verletzung der Lunge kann die Einlage einer Thoraxdrainage ausreichen, bei anderen Verletzungen ist aber ein großer Eingriff am Brustkorb notwendig.
Eine Rippenserienfraktur kann zu einer Instabilität des Brustkorbs führen, die ebenfalls operativ versorgt werden muss.
Wenn die Bruchenden der Rippe zu weit voneinander abweichen können sie nicht von alleine wieder zusammen wachsen, auch dann ist eine Operation erforderlich.

Wann braucht man eine OP?

Bei einem Rippenbruch wird nur selten eine Operation notwendig.

Gründe für eine Operation:

  1. Eine Rippenserienfraktur, bei der es zu einer erheblichen Instabilität der Brustkorbs kommt, sodass unter anderem die Atmung erschwert ist.
  2. Auch wenn sich die gebrochenen Enden der Rippen so weit verschoben haben, dass die nicht von selbst wieder aneinander wachsen können.
  3. Hat ein Rippenbruch Organe verletzt und zu starken Blutungen geführt, dann kann dies meist auch nur operativ behoben werden.

Kinesiotape

Das Kinesiotape ist eine gute Unterstützung im Heilungsprozess eines Rippenbruchs.
Die meisten Rippenbrüche heilen ohne Komplikationen von selbst aus, dieser Prozess ist aber oft langwierig und von Rippenschmerzen begleitet. Hierbei stellt das Kinesiotape eine sinnvolle Hilfe dar.
Kinesiotapes sind elastische, selbstklebende Tapes, die auf der Haut über dem Bruch angebracht werden. Sie unterstützen und wirken auf das unter der Haut liegende Gewebe und können so die Rippenschmerzen lindern.
Außerdem regen sie Heilungsprozesse an und können so die Heilungsdauer verkürzen.
Durch die Wirkung der Tapes kann auch die Atmung erleichtert werden und so die Heilung für den Patienten insgesamt angenehmer gestaltet werden.

Rippenbruchbandage

Eine Rippenbruchbandage ist geeignet um die Heilung eines Rippenbruchs zu erleichtern und zu beschleunigen.
Es handelt sich dabei um eine Bandage, die um den Brustkorb gelegt wird und meist mit einem Klettverschluss praktisch verschlossen werden kann.
Sie umschließt dann wie ein breiter Gürtel den Rücken, Bauch und Brustkorb und liegt etwa zwischen Bauchnabel und Brust. Die Bandage dient dazu, die Rippen zu stabilisieren und den Brustkorb zu unterstützen.
Dies beschleunigt den Heilungsprozess eines Rippenbruchs und kann zusätzlich die Schmerzen lindern.
Rippenbruchbandagen sind gut gepolstert, sodass sie angenehm dem Körper aufliegen. Daher können sie in den meisten Lebenssituationen getragen werden, ohne zu stören.
Sowohl bei der Arbeit, im Alltag oder beim Sport, als auch nachts beim Schlafen stellt sie eine sinnvolle Unterstützung dar.

Rippenbruchbandagen sind nur was für komplexere Rippenbrüche, wie z.B. Rippenserienbrüche!

Wie schlafe ich mit einem Rippenbruch am besten?

Mit einem Rippenbruch kann das Schlafen zu einem echten Problem werden.
Natürlicherweise dreht man sich im Schlaf häufig im Bett um. Dieses Drehen im Schlaf führt dazu, dass der Brustkorb und generell der Oberkörper im Schlaf unterschiedlich belastet werden.
Bei einem Rippenbruch kann der Druck auf die verletzte Stelle am Brustkorb also mitten im Schlaf plötzlich durch eine Drehung verstärkt werden.
Dies führt zu starken Rippenschmerzen und häufigem Aufwachen aus dem Schlaf. Ein unruhiger Schlaf ist nicht gesund, führt im Alltag zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche und sollte daher möglichst vermieden werden.
Daher empfiehlt es sich bei einem Rippenbruch möglichst auf der Seite zu schlafen, die nicht verletzt ist. Wenn die Rippe zum Beispiel rechts gebrochen ist, dann sollte man also auf der linken Seite schlafen.
Um diese Position zu unterstützen und ein Drehen in der Nacht zu vermeiden, kann man mithilfe von Kissen eine Stütze bauen.
Dafür sollten möglichst feste Kissen gewählt werden, da diese am meisten Halt geben. Zusätzlich kann es helfen, wenn der Oberkörper im Bett leicht hochgelagert wird.
Unterstützend kann in der Nacht auch eine Rippenbruchbandage getragen werden.
All diese Maßnahmen führen dazu, dass der Patient möglichst schmerzfrei und erholsam schlafen kann und der Heilungsprozess optimal unterstützt wird.

Gerade in den ersten Tagen macht es in jedem Fall Sinn beim Schlafen die Rippenschmerzen durch ein Schmerzmittel gezielt zu reduzieren.

Dauer

Heilungszeit

Die Heilungszeit eines Rippenbruchs hängt

  • von der Schwere des Bruchs
    und
  • dem Gesamtzustand des Patienten ab.

Eine Fraktur, bei der die Bruchenden der Rippen verschoben sind, braucht deutlich länger zur vollständigen Heilung als eine einfache Rippenfraktur, bei der die Knochenenden genau aneinander liegen.
In den meisten Fällen heilt eine Rippenfraktur aber relativ schnell und komplikationslos aus.
Dabei bildet sich in den ersten drei bis vier Wochen neues, weiches Knochengewebe (med. Kallus genannt), das die Bruchenden miteinander verbindet.
Zu diesem Zeitpunkt werden die Schmerzen bereits besser, eine volle Belastung ist aber noch nicht möglich.
Auch wenn die Schmerzen besser werden, sollte sich der Patient trotzdem weiterhin schonen. Der verletzte Knochen muss erst komplett abgebaut und durch gesunden Knochen ersetzt werden um wieder eine volle Belastung zu ermöglichen.
Dieser Prozess dauert etwa 12 Wochen. Bei Patienten mit Osteoporose oder höherem Alter kann die Heilung länger dauern.
Wenn ein komplizierter Bruch vorliegt und die Bruchenden voneinander abweichen, kann der Knochen nicht oder nur sehr langsam wieder von selbst zusammen wachsen. 

Was tun, wenn ein Rippenbruch nicht heilt?

Dass die Rippen nach einem Rippenbruch nicht heilen ist eher selten.
Bei komplizierten Rippenfrakturen, etwa wenn die Bruchenden der Rippen sehr weit voneinander verschoben sind, kann es aber vorkommen, dass die Rippen nicht von selbst heilen.
Dann hat der Patient weiter bestehende Rippenschmerzen und der instabile Brustkorb kann ebenfalls ein sehr unangenehmes Gefühl verursachen.

Gerade bei nicht heilenden Frakturen hat Lumedis eine hohe Expertise mit der fokussierten Stoßwellentherapie. Mit dieser Methode können nicht oder schlecht heiledende Brüche in der Heilung beschleunigt werden.

Dauer der Krankschreibung

Die Dauer der Krankschreibung ist abhängig von der Schwere des Bruchs und der Tätigkeit, die der Patient ausübt.
Bei Berufen mit einer starken körperlichen Belastung, muss der Patient so lange krankgeschrieben werden, wie die Heilungsdauer beträgt.
Ansonsten kann der Knochen sich nicht nachhaltig regenerieren.
Bei Berufen ohne körperliche Belastung ist ein Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit früher möglich, solange der Patient den Oberkörper bei der Arbeit ausreichend ruhigstellen kann.
Die Dauer der Krankschreibung richtet sich dann eher nach den Schmerzen, meist kann schon nach ein paar Wochen wieder gearbeitet werden.

Sitzende Tätigkeiten sind in der Regel nach 3 - 14 Tagen wieder Arbeitsfähig. Schwer körperlich Arbeitende Menschen benötigen bis zu 6 Wochen Krankschreibung.

Wie lange darf ich keinen Sport nach einem Rippenbruch machen?

Wie lange nach einem Rippenbruch auf Sport verzichtet werden sollte, hängt von der Sportart ab.
Wenig belastende körperliche Übungen wie Dehn- oder Atemübungen sowie leichte Kraftübungen können relativ früh wieder ausgeübt werden.
Auch Spazierengehen stellt sich nicht problematisch dar.
Dagegen sind Ausdauersportarten wie Joggen oder Fahrradfahren, die zu einer verstärkten Atmung und dadurch zu einer Belastung des Brustkorbs führen, nicht zu empfehlen.
Auch auf Teamsportarten bei denen es zu einer neuen Verletzung durch andere Sportler kommen kann sollte zunächst verzichtet werden.
Generell sollte man auf schwere körperliche Arbeit wie zum Beispiel das Heben von schweren Gegenständen verzichten.
Mit leichten Sportübungen kann schon nach zwei Wochen wieder gestartet werden, sie können die Heilung sogar unterstützen.
Sportarten mit der Gefahr auf eine neue Verletzung sollten erst nach einer vollständigen Heilung der Rippen wieder gestartet werden.
Generell empfiehlt es sich immer die Intensität des Trainings den Beschwerden anzupassen. Wenn man merkt, dass bestimmte Bewegungen noch weh tun, sollte auf diese erstmal noch verzichtet werden.

Komplikation

Lungenverletzung

Eine gefürchtete Komplikation des Rippenbruchs ist eine Lungenverletzung.
Wenn eine Rippe bricht, dann können die spitzen Bruchenden in die Lunge stechen. Wenn das Lungenfell, also die Hülle von der die Lunge umgeben ist, verletzt wird, entsteht ein Pneumothorax. Dabei tritt die Luft aus der Lunge in den Brustkorb.
Die Lunge kann sich dann auf der betroffenen Seite des Brustkorbs nicht mehr vollständig mit Luft füllen und sackt zusammen. Das führt zu Schmerzen auf der jeweiligen Seite der Brust, zu Atemnot und einem Hustenreiz.
Eine gefährliche Form ist der Spannungspneumothorax, bei dem sich immer mehr Luft im Brustkorb ansammelt und ein großer Druck entsteht. Dadurch können wichtige Strukturen im Brustkorb wie zum Beispiel große Blutgefäße abgeklemmt werden, dieser Zustand ist akut lebensbedrohlich.
Daher ist es wichtig bei einem Rippenbruch eine Verletzung der Lunge früh genug auszuschließen.

Langfristige Folgen

In der Heilungszeit können immer wieder Rippenschmerzen auftreten, die aber mit Schmerzmedikamenten meist gut kontrolliert werden können.
Es kann zu Schlafproblemen kommen, die im Alltag zu einer Leistungseinschränkung, Stimmungsschwankungen und allgemeiner Schwäche führen kann.
Normalerweise heilt ein Rippenbruch folgenlos aus.
Wenn die Rippen aber nach einem halben Jahr nicht richtig zusammen gewachsen sind, kann es zu einer Pseudoarthrose kommen.
Die Rippenfragmente sind dann noch beweglich zueinander und es können über eine lange Zeit Schmerzen bestehen bleiben.
Komplizierte Brüche, die nicht richtig verheilen, können langfristig auch zu einer veränderten Atemmechanik führen. Dies kann wiederum zu Atembeschwerden und Schmerzen führen.

Rehabilitation und Prävention

Muskuläre Dysblancen-Check

Eine Muskulatur der Brustwirbelsäule, die sich im Gleichgewicht befindet, ist wichtig um eine gute Atemmechanik zu gewährleisten und Rippenbrüche zu verhindern.

Eine muskuläre Dysbalance, also ein Ungleichgewicht der Muskulatur, entsteht durch Fehlbelastungen der Muskulatur. Dies kann durch Fehlstellungen der Knochen und Gelenke, durch zu viel Sitzen und Bewegungsmangel, aber auch durch Überlastung entstehen. Es kommt zur Verspannung und Verkürzung bestimmter Muskelgruppen.

Im Muskuläre Dysbalancen-Check untersuchen wir die Muskelzüge auf die Wirbelsäule und das Schultergelenk. Zu dominante Bauchmuskeln und Schulterinnenrotatoren bewirken eine vermehrte Krümmung nach vorne (Rundrücken) und somit eine Enge im Brustkorb. Im Seitenvergleich wird die Rotationsmuskulatur getestet um Rotationskräfte aufzudecken.

Durch diesen Check können muskuläre Dysbalancen erkannt und behandelt werden. Unser Wirbelsäulenspezialist bespricht dann weiteres Vorgehen mit Ihnen.

Näheres dazu finden Sie in dem Artikel "Kraftmessung".

Wirbelsäulenvermessung

Bei der Wirbelsäulenvermessung scannt ein Gerät den Rücken des Patienten ab und führt eine optische Vermessung der Wirbelsäule durch. So können Fehlstellungen der Wirbelsäule und des Rückens detektiert werden, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind.

Die Rippen setzen an der Wirbelsäule an, jede Rippe bildet ein Gelenk mit einem Wirbelkörper. Eine Fehlstellung der Wirbelsäule kann also auch eine Fehlstellung der Rippen bewirken. Dies kann die Rippen anfälliger für Brüche machen. Dies ist zum Beispiel bei einem Rundrücken oder einer Skoliose der Fall

Aber auch die Muskulatur von Rücken und Brustkorb leidet unter Wirbelsäulenfehlstellungen. Wenn diese Fehlstellungen mit der Wirbelsäulenvermessung erkannt werden, können sie danach adäquat behandelt werden und Rippenbrüche dadurch vermieden werden.

Lesen Sie mehr über die Messung in unserem Artikel Wirbelsäulenvermessung.

Trainingsübungen

Um den Brustkorb zu stärken und Rippenbrüche zu vermeiden ist eine starke Brust- und Rückenmuskulatur wichtig.

  • Eine effektive Übung um die Brustmuskulatur zu stärken sind die Liegestütze.
    Um die Übung zu erleichtern, können die Liegestütze auch mit auf den Boden aufgesetzten Knien durchgeführt werden.
  • Stehen die entsprechenden Geräte zur Verfügung, dann sind weitere Trainingsübungen für die Brust das Bankdrücken oder die Butterflyübung.
  • Beim Butterfly werden die Gewichte mit ausgestreckten Armen von der Seite bis zur Mitte vor der Brust zusammengeführt.
  • Um die Muskulatur des oberen Rückens zu stärken empfiehlt sich eine Übung, bei der man mit dem Bauch flach auf dem Boden liegt und den Oberkörper immer wieder leicht anhebt.

Die Übungen sollten aber immer individuell aufgrund der oben genannten Messungen erfolgen. Und genau dies macht unser Wirbelsäulenspezialist mit Ihnen zusammen.

Alle Trainings- und Übungsmaßnahmen dürfen erst nach vollständiger Heilung des Bruchs ausgeführt werden.

Unsere Wirbelsäulenspezialisten

Wir beraten Sie gerne in unserer Wirbelsäulensprechstunde!