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Rundrücken

Ein Rundrücken ist ein Krankheitsbild das eine funktionelle und ästhetische Rolle spielt.
Um Folgeerscheinungen zu verhindern ist eine frühzeitige Diagnostik und Therapie sehr wichtig.
Wenn Sie eine Beratung durch unsere Wirbelsäulenspezialisten wünschen kommen Sie hier zum Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist ein Rundrücken?

Ein Rundrücken bezeichnet eine Verformung der Brustwirbelsäule, was den Eindruck eines „Buckels“ entstehen lässt.
Dies bezeichnet man auch als Hyperkyphose.
Auch bei gesunden Menschen ist unter normalen, also physiologischen Bedingungen immer eine leichtgradige Krümmung (Kyphose) der Wirbelsäule nach hinten zu finden.
Überschreitet diese Krümmung jedoch 40° spricht man von einer pathologischen Kyphose, welche dann häufig auch Beschwerden bereitet.
Frauen sind von einem Rundrücken stärker betroffen als Männer.
Eine Verformung der Wirbelsäule in Form eines Rundrückens ist in jeden Fall orthopädisch zu behandeln, da sonst Folgeschäden an den

  • Wirbelkörpern
  • Bandscheiben
  • Rückenmark oder an
  • inneren Organen

auftreten kann. 

Ursachen

Bei der Entstehung eines Rundrückens unterscheidet man grundsätzlich zwischen angeborenen und im Laufe des Lebens erworbenen Ursachen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Fehlhaltungen und Bewegungsmangel
  • Angeborene Fehlstellungen (z.B. Block- oder Halbwirbel)
  • Entwicklungsstörungen (z.B. Morbus Scheuermann)
  • Degenerative Erkrankungen (z.B. Osteoporose)
  • Trauma der Wirbelsäule (z.B. Wirbelbruch)
  • Entzündliche Erkrankungen (z.B. Spondylodiszitis)
  • Rheumatische Erkrankungen (z.B. Morbus Bechterew)
  • Tumore der Wirbelsäule

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine degenerative Erkrankung der Knochen, welche diese poröser und verletzungsanfälliger macht.
Man bezeichnet dieses Phänomen auch als Knochenschwund.
Die Osteoporose zählt zu den häufigen Ursachen eines Rundrückens, da von dieser Brüchigkeit auch die stark belastete Brustwirbelsäule betroffen ist.
Häufig entstehen dadurch „schleichende Brüche“, die zwar nicht schmerzhaft sind, jedoch allmählich zu einem Höhenverlust der Wirbelsäule und zur typischen Krümmung nach hinten (Hyperkyphose) führen. Besonders häufig sind davon Frauen im höheren Lebensalter betroffen, weswegen sich umgangssprachlich auch der Begriff „Witwenbuckel“ etabliert hat.
Da im Alter auch die stabilisierende Brust- und Rückenmuskulatur abbaut, wird die Entstehung eines Rundrückens zusätzlich begünstigt.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Osteoporose.

Morbus Scheuermann

Beim Morbus Scheuermann handelt es sich um eine meist in der Jugend auftretende Entwicklungsstörung der Wirbelsäule, die ebenfalls zu den häufigen Ursachen eines Rundrückens zählt.
Wieso es zu einem Morbus Scheuermann kommt ist noch nicht endgültig geklärt.
In den meisten Fällen ist davon jedoch die Brustwirbelsäule betroffen, seltener die Lendenwirbelsäule.
Bei dieser Wachstumsstörung wächst die Wirbelkörperhinterseite deutlich schneller als die Vorderseite und es entstehen sogenannte „Keilwirbel“.
Diese Keilwirbel verformen das Grundgerüst der Wirbelsäule, sodass ein Rundrücken entsteht.
Der Krankheitsverlauf und die Ausprägung eines Rundrückens können stark variieren, jedoch ist eine frühzeitige Therapie entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Morbus Scheuermann.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Rundrücken

Das wohl eindrücklichste Symptom eines Rundrückens ist der deutliche Buckel, den viele Patienten entwickeln.
Unter diesem leiden die Betroffenen häufig nicht nur aus funktioneller Sicht, sondern auch aus ästhetischen Gründen.
Weitere wichtige Symptome, an denen man einen Rundrücken erkennen kann, sind die Schmerzen der Brustwirbelsäule und die Bewegungseinschränkung des Oberkörpers und der Schultern.
Durch einen ausgeprägten Rundrücken beugt sich der gesamte Oberkörper nach vorne, die Schultern fallen ebenfalls vor und die Schulterblätter stehen nach hinten ab.
Dadurch können die Arme nur schwer nach hinten oder über den Kopf bewegt werden.
Drehungen des Oberkörpers zur Seite sind ebenfalls stark eingeschränkt.
Die Schmerzen der Wirbelsäule treten verstärkt nach langem Stehen oder ausgedehnten Spaziergängen auf.
Zusätzlich kommt es häufig zu

  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen der Nackenmuskulatur und zu
  • Schlafstörungen

Jedoch können die Folgen eines Rundrückens auch über den Bewegungsapparat hinaus Auswirkungen auf innere Organe haben.
Durch die starke Verformung des Oberkörpers, werden Organe wie Lunge und Herz eingeengt, was zu Atembeschwerden und Leistungsminderung führen kann.
Wird die Entstehung eines Rundrückens jedoch frühzeitig erkannt, können viele dieser Symptome verhindert oder abgeschwächt werden. 

Schmerzen

Die Schmerzen bei einem Rundrücken entstehen meist aufgrund der irregulär geformten Wirbelkörper.
Dadurch entsteht eine erhöhte Reibung zwischen diesen und es kann zu Reizungen und Entzündungen der Knochenhaut kommen, was Schmerzen verursacht. Ist ein Rundrücken besonders stark ausgeprägt, kann es durch diese Verformung ebenfalls zu einer Kompression des Rückenmarks und der Nerven kommen. Die Schmerzen strahlen in diesem Fall in Kopf, Nacken und Arme aus. Zusätzlich führt ein Rundrücken zu einer stark beanspruchten Kopf- und Nackenmuskulatur, was nicht selten zu schmerzhaften Verspannungen in diesem Bereich führt.
Meist verstärken sich die Beschwerden in Bewegung, weshalb die Betroffenen häufig eine Schonhaltung einnehmen.

Schulter-Nackenbeschwerden

Schulter- und Nackenbeschwerden kommen bei fast allen Patienten mit einem Rundrücken vor, da sich der gesamte Oberkörper allmählich nach vorne beugt.
Dies hat zur Folge, dass die Betroffenen ihren aufrechten Gang immer weiter einbüßen.
Um jedoch weiterhin geradeaus blicken zu können, müssen Kopf- und Nackenmuskeln dauerhaft angespannt werden.
Dies führt häufig zu schmerzhaften Verspannungen.
Durch die Fehlstellung der Schultern wird das Bewegungsausmaß der Arme zusätzlich eingeschränkt und weite Bewegungen sind häufig nur noch unter starken Bemühungen und mit Schmerzen verbunden möglich. Um Schulter- und Nackenbeschwerden bei einem Rundrücken zu vermeiden, ist es wichtig rechtzeitig an der falschen Körperhaltung zu arbeiten und die Schulter- und Nackenmuskulatur ausreichend zu stärken. 

Skoliose

Bei einer Skoliose handelt es sich wie bei einem Rundrücken ebenfalls um eine Verformung der Wirbelsäule. Jedoch unterscheiden sich die beiden Krankheitsbilder in der Ebene, auf der die Verkrümmung stattfindet. Bei einem Rundrücken findet eine zu starke Verkrümmung der Wirbelsäule nach hinten statt, wohingegen die Fehlhaltung der Skoliose auf einer seitlichen Verkrümmung und zusätzlichen Verdrehung der Wirbelsäule basiert.
Eine Skoliose kann ebenfalls angeboren oder erworben sein.
Häufig sind auch hier einseitige Belastungen, Fehlhaltungen oder Entwicklungsstörungen als Ursache zu finden.
Eine Skoliose kann prinzipiell in jedem Wirbelsäulenabschnitt auftreten, jedoch ist sie am häufigsten im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich zu finden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Skolise.

Diagnose

Die Diagnose eines Rundrückens lässt sich häufig bereits anhand der äußerlichen Erscheinung des Patienten vermuten.
Durch eine klinische Untersuchung und eine geeignete Bildgebung (meist Röntgen) kann die Diagnose dann eindeutig gestellt werden.
Anhand eines Röntgenbildes lassen sich ebenfalls das Ausmaß der Verkrümmung in Winkelgrad (Cobb-Winkel) und eventuelle Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule erkennen.
Je früher die Diagnose eines Rundrückens gestellt wird, desto größer ist meist der Behandlungserfolg.
Sehr spät diagnostizierte Hyperkyphosen haben eine eher ungünstige Prognose.

Ultraschall

Ein Ultraschall eignet sich vor allem zur Darstellung von weichen Geweben.
Bei einem Rundrücken wird er also nicht eingesetzt, um die Verkrümmung der Wirbelsäule zu beurteilen, sondern um den Zustand der inneren Organe oder umliegenden Weichgewebe zu beurteilen.
Bei einem ausgeprägten Rundrücken können nämlich Herz und Lunge, aber auch Bindegewebe und Muskeln in Mitleidenschaft gezogen werden.
Ein Ultraschall kann hier schnell und schmerzfrei Aufschluss über mögliche Beeinträchtigungen dieser Strukturen liefern.

Röntgenbild

Ein Röntgenbild gehört zu den Standarduntersuchungen bei der Diagnostik eines Rundrückens.
Es wird in 2 Ebenen, einmal von vorn/ bzw. hinten und einmal von der Seite durchgeführt.
Dabei wird die gesamte Wirbelsäule im aufrechten Stand erfasst.
Ein Röntgenbild liefert genauen Aufschluss über die Verformung der einzelnen Wirbelkörper und die Gesamtausrichtung der Wirbelsäule. Ebenfalls wird es dazu verwendet, die Fehlstellung in Winkelgrad (Cobb-Winkel) auszumessen.
Dies ist für die weitere Therapie und Prognose besonders wichtig.
Besteht zusätzlich der Verdacht auf Beteiligung der inneren Organe oder Verletzungen des Rückenmarks, sollten weitere Untersuchungen, wie Ultraschall oder MRT, durchgeführt werden.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

 Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT gibt besonders präzisen Aufschluss über den Zustand von weichen Geweben wie inneren Organen, Muskeln, Bandscheiben oder dem Rückenmark.
Besteht bei einem Rundrücken der Verdacht auf eine Beeinträchtigung dieser Strukturen, sollte ein MRT durchgeführt werden.
Die starke Verkrümmung der Brustwirbelsäule kann nämlich zu Bandscheibenvorfällen und Rückenmarkskompressionen führen.
In diesem Fall besteht dringender Handlungsbedarf, um Folgeschäden zu vermeiden.
Ebenfalls können Entzündungen der Knochenhaut und Abnutzungserscheinungen der Knorpel- und Bandstrukturen in einem MRT beurteilt werden.
Auch Einengungen von Lunge und Herz sind in einem MRT ersichtlich, was vor allem bei stark ausgeprägten Rundrücken eine wichtige Rolle spielt. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel MRT-Magnetresonanztomographie.

Warum tritt der Rundrücken häufig mit einem Hohlkreuz auf?

Bei einem Hohlkreuz (Hyperlordose) kommt es zu einer starken Verkrümmung der Lendenwirbelsäule nach vorne.
Dies hat zur Folge, dass der Bauch vor und Becken sowie der Brustkorb hinter die Körperachse verlagert werden.
Häufig kommt es aufgrund von Fehlhaltungen oder einseitigen Belastungen zu einem Hohlkreuz, jedoch tritt es auch nicht selten zusammen mit einem Rundrücken auf.
Wird nämlich der untere Teil der Wirbelsäule bei einem Hohlkreuz stark nach vorne gekrümmt, führt dies zu einer Ausgleichsbewegung des oberen Wirbelsäulenabschnittes nach hinten.
Dies kann auch zu einer bleibenden Verformung der Brustwirbelsäule in Form eines Rundrückens führen.
Jedoch kann bei einem ausgeprägten Hohlkreuz, auch nur der fälschliche Anschein eines Rundrückens entstehen, da der Brustkorb hinter die Körperachse verlagert wurde.
Hierbei ist durch Ausgleichen des Hohlkreuzes auch die Erscheinung des Rundrückens reversibel. Genauere Abklärungen in diesem Fall jedoch ein Orthopäde durchführen. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Hohlkreuz.

Welcher Arzt behandelt den Rundrücken?

Bei einem Rundrücken sollte in jedem Fall die ärztliche Behandlung von einem Orthopäden durchgeführt werden
Der Orthopäde beschäftigt sich nicht nur mit der Verformung der Wirbelsäule bei einem Rundrücken, sondern auch mit ihrer Auswirkung auf den gesamten Bewegungsapparat.
Da die Ausprägung und der Verlauf des Rundrückens stark variieren kann, ist eine frühzeitige Therapie mit ausreichenden Kontrollterminen zwingend nötig.
Hat der Rundrücken systemische Ursachen wie eine Osteoporose oder Stoffwechselstörung wird auch dies vom Orthopäden in Absprache mit einem Internisten oder Hausarzt behandelt.

Behandlung / Therapie

Die Behandlung eines Rundrückens richtet sich vor allem nach Ursache und Ausprägung der Beschwerden.
Um zu entscheiden, welche Therapie in Frage kommt, müssen jedoch noch weitere Faktoren berücksichtigt werden wie
Alter des Patienten
Begleiterkrankungen und
Krankheitsverlauf.
Bei leichten Formen eines Rundrückens, die vor allem durch Fehlhaltungen erworben wurden, werden häufig gute Erfolge allein mit Physiotherapie erreicht.
Die Physiotherapie trainiert vor allem die Brust- und Rückenmuskulatur, sodass diese stark genug wird, um die Wirbelsäule wiederaufzurichten.
Wichtig ist hierbei, dass das Training konsequent (meist täglich) erfolgt und in Abwechslung der Kraftübungen auch ein adäquates Dehnen erfolgt.
Bei ausgeprägteren Formen eines Rundrückens, vor allem wenn dieser bereits im Kindesalter auftritt, ist eine Korsett (Orthese) empfehlenswert.
Dieses stützt die Wirbelsäule und führt das Wachstum in eine aufrechte Position. Wird bei der Verwendung des Korsetts streng auf die vom Orthopäden vorgegebene Tragezeit geachtet und in regelmäßigen Abständen die Passform geprüft, hat  das Korsett sehr gute Erfolgsaussichten zur Therapie eines Rundrückens.
Die letzte Maßnahme zur Behandlung eines Rundrückens stellt die Operation dar.
Sie kommt vor allem bei besonders ausgeprägten Fällen, die erst sehr spät therapiert werden, zum Einsatz.
Hierbei unterscheidet man die Kyphoplastie (Aufrichtung eines Wirbelkörpers z.B. nach einem Bruch) und die Spondylodese (Wirbelkörperversteifung mit Schrauben).
Da eine Operation immer auch gewisse Risiken mit sich bringt, sollte sie nur bei schwerwiegenden Fällen angeboten werden, bei denen konservative Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolgt geführt haben.

Kinesiotape

Ein Kinesiotape ist eine selbstklebende, besonders dehnbare Bandage, die auch bei einem Rundrücken eingesetzt werden kann.
Häufig wird es zur unterstützenden Behandlung bei Erkrankungen des Bewegungsapparates verwendet.
Bei einem Rundrücken wird es von einem Physiotherapeuten oder Orthopäden auf den Rücken aufgeklebt und soll so die Aufrichtung des Oberkörpers unterstützen.
Zusätzlich soll es verhindern, dass die Schultern im Laufe der Erkrankung weiterhin nach vorne fallen, in dem es die Schultern tendenziell nach hinten bzw. in ihre richtige Position führt.
Ein Kinesiotape allein hat jedoch seine Grenzen in der Wirksamkeit.
Es sollte demnach immer mit stärkendem Muskeltraining und passenden Dehnübungen kombiniert werden.

Weiter Informationen finden Sie im Artikel Kinesiotape.

Dauer

Ein Rundrücken ist eine Erkrankung bzw. Fehlhaltung des Rückens, die die meisten Menschen über einen längeren Zeitraum ihres Lebens begleitet. 
Jedoch kann sich hier Dauer und Prognose sehr stark unterscheiden.
Liegt dem Rundrücken eine Systemerkrankung, wie beispielsweise ein Morbus Scheuermann oder Morbus Bechterew zugrunde, ist die Langzeitprognose eher schlecht.
Zwar kann der Rundrücken auch hier behandelt werden, jedoch wird man die Grunderkrankung und das Risiko für Fehlbildungen des Bewegungsapparates nie vollständig austherapieren können.
Ist der Rundrücken jedoch erst im Laufe des Lebens erworben und größtenteils auf einseitige Belastung und Fehlhaltungen zurückzuführen, kann er effektiv und schnell durch Training und Physiotherapie behandelt werden.
Jedoch sollte dann auch nach Besserung der Beschwerden weiterhin Muskeltraining durchgeführt werden, damit es zu nicht erneut zu einem Rundrücken kommt. 

Wie sollte man mit einem Rundrücken schlafen?

Viele Patienten mit einem Rundrücken leiden auch gleichzeitig an Schlafproblemen, denn im Schlaf können sich falsche Haltungen noch verschlimmern und Beschwerden bereiten.
Deswegen ist die richtige Schlafposition bei einem Rundrücken essenziell.
Ein besonderes Augenmerk sollte hier auf die Matratze gelegt werden.
Eine zu weiche Matratze lässt den Körper einsinken und verstärkt einen Rundrücken.
Auch ein zu hohes Kopfkissen fördert die Ausprägung eines Rundrückens und sollte vermieden werden.
Es empfiehlt sich auf einer eher harten Matratze mit einem flachen Kopfkissen zu schlafen.
So kann die Schwerkraft bereits einen Teil des Rundrückens ausgleichen und eine gesündere Haltungsposition auch für den folgenden Tag fördern. Bestehen bereits Schmerzen im Liegen kann ein Kissen unter den Knien für zusätzliche Entlastung der Wirbelsäule sorgen.

Rehabilitation und Prävention:

Muskuläre Dysblancen-Check

Vor allem bei Fehlhaltungen, die sich über einen langen Zeitraum hinweg entwickelt haben, wie auch bei einem Rundrücken, finden sich meistens auch Muskuläre Dysbalancen.
Dies bedeutet ein Ungleichgewicht zwischen gegeneinander arbeitenden Muskelgruppen.
Im Falle eines Rundrückens ist die Brustmuskulatur stark ausgeprägt oder verkürzt, während die Rücken- und Schultermuskulatur zu schwach ist, um dem Rundrücken entgegenzuhalten.
Um eine Muskuläre Dysbalance adäquat zu behandeln, sollte zuerst eine genaue Kraftmessung der betroffenen Region durchgeführt werden, um Defizite aufzuzeigen und gezielt auszugleichen.
Anhand Ihrer individuellen Ergebnisse lässt sich anhand der Kraftmessung anschließend ein auf Sie angepasster Therapieplan erstellen. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kraftmessung.

EMG

Eine Elektromyographie ist ein Verfahren zur Beurteilung der Muskelfunktion (Muskeltonus), welches auch bei einem Rundrücken wichtige Erkenntnisse liefert.
Durch oberflächliche Hautelektroden wird die aktuelle Muskelanspannung dargestellt und anhand eines Computerprogrammes genau vermessen.
Dadurch können Brust- und Rückenmuskulatur, die bei einem Rundrücken häufig Defizite aufweisen, genau beurteilt werden. Durch das neue Verfahren der Biofeedback-Analyse kann die Muskelaktivität sogar in komplexen Bewegungen untersucht werden. So kann nicht nur der aufrechte Stand, sondern auch Schulter- und Oberkörperbewegungen bei einem Rundrücken analysiert werden. Vor allem bei starken Fehlhaltung sollte zur genauen Untersuchung und Therapieplanung ein EMG durchgeführt werden. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel EMG-Elektromyographie.

Wirbelsäulenvermessung

Die Wirbelsäulenvermessung ist ein geeignetes Verfahren zur detaillierten Untersuchung von Fehlhaltungen der Wirbelsäule.
Gerade bei Erkrankungen, die gewisse Abschnitte der Wirbelsäule verkrümmen, wie auch bei einem Rundrücken, sollte eine Wirbelsäulenvermessung zur genauen Diagnostik durchgeführt werden.
Mittels Lichtprojektionen und Videoaufzeichnungen (Video-Rasterstereographie) wird die Wirbelsäule genaustens anhand ihrer Form und Symmetrie beurteilt.
Bei einem Rundrücken lassen sich so die aktuelle Form und der Verkrümmungsgrad der Brustwirbelsäule, aber auch die Position der Schulterblätter und des Beckens genaustens analysieren. Dies liefert wichtige Erkenntnisse für die Prognose und die weitere Therapieplanung.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Wirbelsäulenvermessung.

Wie kann man einen Rundrücken wegtrainieren?

Wegtrainieren kann man einen Rundrücken nur, wenn dieser aufgrund von Fehlhaltungen und einseitigen Belastungen entstanden ist.
Ein Rundrücken aufgrund einer Systemerkrankung, wie dem Morbus Scheuermann, kann nur behandelt, jedoch nicht einfach wegtrainiert werden.
Für das richtige Training bei einem Rundrücken ist es entscheidend die richtigen Muskelgruppen anzusprechen.
Bei einem Rundrücken sind meist die Brustmuskeln zu stark ausgeprägt oder verkürzt, während die Rücken- und Schultermuskeln nur schwach ausgeprägt sind.
Es empfiehlt sich also ein stärkendes Rückentraining vor allem für den

  • Musculus trapezius
  • Musculus serratus anterior und die
  • Rhomboidmuskeln

durchzuführen.
Diese sollen die gebeugte Oberkörperhaltung wiederaufrichten. Zusätzlich sollten die staken und verkürzten Brustmuskeln wie der Musculus latissimus dorsi und der Musculus pectoralis vorsichtig aufgedehnt werden, damit sie den Oberkörper nicht erneut vornüber ziehen.
Diese Trainingsübungen sollten jedoch immer an das Ausmaß der Fehlhaltung angepasst werden, sodass eine orthopädische oder physiotherapeutische Beratung in jedem Fall durchgeführt werden sollte.

Trainingsübungen

Es gibt viele verschiedene Trainingsübungen und Ansätze, um einen Rundrücken auszugleichen.
Zu aller erst ist es wichtig, die Haltemuskulatur des Bewegungsapparates ausreichend zu stärken, sodass eine gesunde, aufrechte Haltung ermöglicht wird.
Dazu eignen sich vor allem Sportarten die dynamisch mit dem eigenen Körpergewicht gesunde Bewegungsabläufe fördern, wie beispielsweise Yoga oder Pilates.
Diese Sportarten eignen sich besonders gut bei einem Rundrücken, da sie neben dem muskelstärkenden Aspekt auch viele Dehnübungen integrieren, was die Körperhaltung insgesamt verbessert.
Zusätzlich sollte bei einem Rundrücken das Ungleichgewicht zwischen Rücken- und Brustmuskulatur ausgeglichen werden.
Dazu eignen sich Übungen wie das systematische Aufrichten, der Drehsitz oder Übungen mit einem Theraband.
Diese Übungen können auch gut zu Hause durchgeführt werden.
Wichtig bei jedem Training gegen eine bestehende Fehlhaltung ist die ausgeglichene Belastung von gegeneinander wirkenden Muskelpartien mit ausreichenden Regenerationsphasen.
Das Training sollte langsam begonnen und erst im weiteren Verlauf gesteigert werden.

Faszientraining/Blackroll

Faszientraining mithilfe einer Blackroll wird heutzutage sehr häufig eingesetzt und kann auch bei einem Rundrücken gute Ergebnisse erzielen.
Da bei den meisten Fehlhaltungen des Bewegungsapparates Muskelverspannung und -verkürzungen auftreten, werden auch die Faszien, die die Muskeln umgeben, in Mitleidenschaft gezogen.
Bei einem Rundrücken sind davon meist die Brustmuskeln betroffen.
Mit einer Blackroll können solche Verspannung gelöst werden, sodass anschließend ein vorsichtiges aufdehnen der Muskeln durchgeführt werden kann.
Eine geeignete Übung dafür ist das Ausrollen der Brustmuskulatur.
Dabei wird in seitlicher Bauchlage mit ausgestrecktem Arm, die Brustmuskulatur über die Blackroll bewegt.
Da es verschiedene Varianten der Blackroll mit unterschiedlichen Einsatzgebieten gibt, empfiehlt es sich vorher eine Beratung anhand Ihrer Beschwerden durchführen zu lassen. 

Hilft ein Gurt?

Für die Behandlung eines Rundrückens gibt es ebenfalls Vibrationsgurte, die eine aufrechte Körperhaltung unterstützen sollen.
Diese werden im aufrechten Stand wie ein Rucksack aufgezogen und vibrieren bei einer Krümmung des Oberkörpers nach vorn.
Dies soll den Betroffenen auf seine ungünstige Haltung aufmerksam machen und die gesunde Haltung fördern. Jedoch hilft ein solcher Gurt nur bei leicht ausgeprägten Rundrücken, die hauptsächlich auf eine eiseitige Belastung zurückzuführen sind.
Sie sind kein Ersatz für ein adäquates Rücken- und Brustmuskeltraining, können jedoch als zusätzliche Behandlung durchaus empfohlen werden.

Welche Sportarten sind günstig?

Generell sind bei einem Rundrücken Sportarten zu empfehlen, die eine aufrechte Körperhaltung positiv unterstützen und vor allem die Rückenmuskulatur trainieren.
Besonders geeignet sind beispielsweise Yoga und Pilates, da sie nicht nur die Muskulatur stärken, sondern diese auch dehnen.
Ebenfalls geeignet sind Rudern, Klettern oder Schwimmen.
Diese Sportarten stärken insbesondere die Rückenmuskulatur, die einen Rundrücken wiederaufrichten können.
Auf ein einseitiges Bauchmuskeltraining mit zusätzlichen Gewichten, wie beispielsweise in einem Fitnessstudio, sollte bei einem Rundrücken verzichtet werden.
Wichtig bei einem Rundrücken ist die ausgeglichene Belastung zwischen Brust- und Rückenmuskulatur, um weiteren Haltungsschäden vorzubeugen.

Unsere Wirbelsäulenspezialisten

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