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Lumedis Frankfurt

Dr. Nicolas Gumpert
Facharzt für Orthopädie

Privatpraxis für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

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So lange dauert ein Muskelfaserriss

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Ein Muskelfaserriss ist eine Verletzung mit einer guten Prognose, normalerweise entstehen keine Komplikationen. Damit der Muskel gut heilen kann, dauert es aber immer eine gewisse Zeit. Die Dauer hängt davon ab, welcher Muskel betroffen ist und wie schwerwiegend die Verletzung ist. Umso mehr Muskelfasern gerissen sind, desto länger dauert die Heilung. Außerdem ist entscheidend welche Therapie gewählt wird, wie früh sie begonnen wird und wie konsequent sie durchgeführt wird. Bis man den Muskel wieder voll belasten kann, dauert es in der Regel zwei bis sechs Wochen.

Dauer der Symptome

Bei einem Muskelfaserriss entsteht zunächst unmittelbar ein Schmerz im Muskel, die Muskelfunktion ist eingeschränkt und der Muskel lässt sich nicht mehr voll belasten. Oft wird vom Verletzten eine Schonhaltung eingenommen, da sie die Schmerzen lindert. Belastet man den betroffenen Muskel zu früh und zu stark wieder, treten erneut Schmerzen auf. Die Dauer der Symptome bei einem Muskelfaserriss hängt also von der Belastung nach der Verletzung und auch von der Schwere der Verletzung ab. Im besten Fall ist nur ein geringer Anteil der Muskelfasern des jeweiligen Muskels gerissen. Die Symptome entsprechen dann eher einer Zerrung und es gibt keine großen Kraft- oder Bewegungseinschränkungen. Reißen allerdings mehr Muskelfasern oder sogar der ganze Muskel, dann kann man direkt nach der Verletzung schon eine Delle am Muskel sehen und tasten. Allerdings verschwindet diese Delle innerhalb eines Tages wieder, da ein Bluterguss (Hämatom) entsteht und der Muskel anschwillt. Man kann oft von außen einen blauen Fleck erkennen. Bis dieser blaue Fleck wieder verschwindet dauert es in der Regel ein bis zwei Wochen.

Dauer der Therapie / Behandlung

Direkt nach einem Muskelfaserriss sollte der Muskel zuerst gekühlt und komprimiert werden. Dies sollte möglichst schnell erfolgen, da es sich um eine innere Verletzung handelt und man den Bluterguss so schnell wie möglich unterbinden muss. Danach sollte der betroffene Muskel mit kühlender Salbe und einem Verband für ein bis zwei Tage ruhig gestellt werden. Wenn ein großer Bluterguss entstanden ist, muss dieser eventuell nach 12 bis 24 Stunden punktiert werden. Kleinere Muskelfaserrisse werden nur symptomatisch behandelt. Das bedeutet solange noch Schmerzen auftreten sollte man sich schonen, meist für ein bis zwei Wochen. Größere Muskelfaserrisse müssen sechs Wochen geschont werden.

Dauer der Schmerzen

Die Dauer der Schmerzen wird dadurch beeinflusst wie stark die Verletzung ist und wie gut man sich schont. Bei einem kleinen Muskelfaserriss halten die Schmerzen in der Regel für ein bis zwei Wochen an. Ein großer Muskelfaserriss verursacht Schmerzen für etwa sechs Wochen. Schont man den betroffenen Muskel vernünftig, gibt man ihm Zeit zum Verheilen. Belastet man den Muskel aber wieder zu früh, kann dies wieder zu neuen Schäden führen. Die Schmerzen halten dann länger an.

Wann dürfen Sie wieder Sport machen?

Zuerst sollte man eine komplette Ruhepause über eine Woche machen. Das heißt auch auf Belastungen im Alltag zu verzichten. Wann man wieder Sport machen kann ist abhängig von den Beschwerden. Der Betroffene kann meist recht gut selbst einschätzen wie stark der Muskel wieder belastbar ist. Man sollte den verletzten Muskel erst wieder voll belasten, wenn bei Belastung gar keine Schmerzen mehr auftreten, denn erst dann ist der Muskel wieder richtig verheilt. Fängt man zu früh wieder mit dem Sport an, ist noch keine vollständige Narbe entstanden und die Stelle des Risses noch zu schwach. Deswegen drohen die Muskelfasern an dieser Stelle erneut zu reißen. Wichtig ist auch, dass man zunächst langsam anfängt die Belastung zu steigern und nicht direkt mit Vollbelastung beginnt. Bei kleinen Faserrissen und Zerrungen kann man etwa nach zwei bis vier Wochen wieder Sport betreiben, bei größeren Faserrissen nach bis zu acht Wochen und bei Muskelrissen kann es sogar bis zu vier Monate dauern.

Wie lange ist die Heilungsdauer?

Die gesamte Heilungsdauer beträgt bei Muskelfaserrissen etwa drei bis sechs Wochen. Ist ein kleiner Anteil der Muskelfasern eines Muskels gerissen dauert es eher drei Wochen. Sind aber mehr Fasern gerissen oder sogar der ganze Muskel, dauert die Heilung etwa sechs Wochen. Beeinflusst wird die Heilungsdauer außerdem noch davon, wie gut der Patient die Therapie mitmacht und wie lange und wie konsequent der Muskel geschont, gekühlt und hochgelagert wird. Außerdem ist entscheidend ab wann und wie stark wieder belastet wird. Es ist wichtig nicht zu früh wieder mit dem Sport anzufangen, da man so neue Risse provozieren kann. Andererseits sollte man nach der anfänglichen Ruhephase von einer knappen Woche nicht ganz auf Belastung verzichten, da eine komplette Ruhigstellung auch nicht gut ist. Stattdessen sollte man langsam anfangen den Muskel immer und immer mehr zu belasten, man sollte nur nicht von Anfang an in die Vollbelastung gehen. Völlig geheilt ist der Muskel erst dann, wenn eine schmerzlose Vollbelastung wieder möglich ist.

Wie kann man die Heilungsdauer verkürzen?

Um die Heilungsdauer eines Muskelfaserrisses zu verkürzen gibt es verschiedene Methoden. Es ist wichtig von Anfang an möglichst schnell zu reagieren. In der akuten Verletzungssituation sollte die PECH-Regel angewandt werden (P=Pause, E=Eis, C=Compression, H=Hochlagerung).
Den Muskel direkt nach der Verletzung zu kühlen, mit einem Druckverband abzubinden und hochzulagern hilft die innere Blutung zu unterdrücken. Außerdem sollte direkt ein Arzt aufgesucht werden. Auch in den nächsten drei Tagen ist es wichtig weiterhin den Muskel zu kühlen und hochzulagern. Hilfreich können dabei Verbände mit einer kühlenden Salbe sein. Tapeverbände können den Muskel stabilisieren und entlasten. Ebenfalls helfen Medikamente, die entzündungshemmend wirken (Antiphlogistika) und die das Blutgerinnsel in dem Bluterguss auflösen (Fibrinolytika).
Es gibt auch noch weitere Optionen wie die, die den Heilungsprozess unterstützen. Hierz gehören die Elektrotherapie und Ultraschalltherapie.In jedem Fall kann man die Heilungsdauer selbstständig maßgeblich verkürzen indem man die ersten fünf Tage komplett auf Belastung verzichtet. Danach ist es wichtig langsam wieder mit der Belastung anzufangen und die Intensität nicht zu schnell zu steigern. Wichtig ist dabei, dass aktive Muskelübungen erst dann durchgeführt werden sollten, wenn sie keine Schmerzen bereiten. Je nach individuellem Empfinden kann man die Intensität der Belastung dementsprechend verringern oder steigern. Zum Beispiel ist es bei Beinverletzungen empfehlenswert erst mit Schwimmen oder Radfahren wieder einzusteigen und nicht direkt mit Laufübungen.

Das kann die Heilungsdauer verlängern

Die Heilungsdauer kann vor allem durch zu wenig Behandlung und zu schnelle Wiederbelastung des verletzten Muskels deutlich verlängert werden. Die gerissenen Muskelfasern brauche viel Zeit um zu heilen und wieder zusammen zu wachsen. An der gerissenen Stelle bildet sich langsam eine Narbe. Belastet man den Muskel zu früh kann die vernarbende Stelle sehr leicht wieder einreißen, da sie noch sehr unstabil ist. Das gilt nicht nur in den ersten Tagen nach der Verletzung sondern über den gesamten Heilungszeitraum. Solange der Muskel bei Belastung noch schmerzt sollte die Intensität der Belastung wieder verringert werden. Die Schmerzen sind ein Zeichen dafür, wie weit der Muskel schon verheilt ist. Auch nach vielen Wochen kann man noch durch Überbelastung die verheilende Stelle wieder beschädigen. Man sollte also nicht zu ungeduldig sein und erst mit kleinen Übungen einsteigen bis man wieder voll ins richtige Training einsteigen kann. Ein Muskelfaserriss ist eine Verletzung, der man einfach viel Zeit geben muss.

Dauer der Krankschreibung

Die Dauer der Krankschreibung bei einem Muskelfaserriss kann sehr unterschiedlich ausfallen. Da am Anfang aber jeder Muskelfaserriss komplett ruhig gestellt und geschont werden muss, wird der Verletzte zumindest für ein paar Tage bis zu einer Woche krank geschrieben. Wie lange genau man krank geschrieben werden kann entscheidet der behandelnde Arzt. Dabei kommt es darauf an welcher Muskel betroffen ist, wie schwerwiegend der Faserriss ist und wie lange die Schmerzen anhalten. Außerdem ist entscheidend welcher Tätigkeit man nachgeht. Jemand der körperliche Arbeit (zum Beispiel im Lager, als Mechaniker etc.) leistet muss natürlich länger krank geschrieben werden als jemand, der nur im Büro sitzt. Ist man bei der Arbeit starker körperlicher Belastung ausgesetzt, darf man erst wieder arbeiten, wenn die Verletzung komplett abgeheilt ist. Dies kann bis zu sechs Wochen dauern.