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Lumedis Frankfurt

Dr. Carmen Heinz
Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

direkt am Kaiserplatz
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60311 Frankfurt am Main

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Schmerzen am Steißbein

Schmerzen am Steißbein sind in den meisten Fällen harmlos und gehen von selbst wieder weg.
Gerade wenn sich ein Steißbeinschmerz chronifiziert wird es schwierig und der Orthopäde braucht "know how".
Gerne beraten Sie unsere Steißbeinspezialisten in einem Termin.
 

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was sind Schmerzen am Steißbein?

Das Steißbein, medizinisch Os coccygis, ist

  • der unterste Bereich unserer Wirbelsäule und
  • besteht aus drei bis fünfverkümmerten, miteinanderverschmolzenen Wirbelkörpern.

Chronische Schmerzen am Steißbein, auch Kokzygodynie genannt, sind Schmerzen, die dauerhaft im Bereich des Steißbeins auftreten.

  • Das Steißbein und die umliegenden Weichteile können auf Druck mit stechenden oder ziehenden Schmerzen reagieren,
    die in umliegende Körperbereiche ausstrahlen können.
  • Das Sitzen ist bei Steißbeinschmerzen meistens sehr unangenehm.

Frauen sind deutlich häufiger von Steißbeinschmerzen betroffen als Männer.

Anatomie vom Becken

  1. Lendenwirbelsäule (LWS) mit 4. Bandscheibe (L4)
  2. ISG (Iliosacralgelenk)
  3. Kreuzbein (Os sacrum)
  4. Hüftgelenk
  5. Sitzbein (Os ischii)
  6. großer Rollhügel (Trochanter major)

Ursachen

Schmerzen am Steißbein können aufgrund verschiedener Ursachen entstehen.
Häufig sind kleinste Gewebeverletzungen, Mikrotraumata, die über lange Zeit durch mechanische Belastungen hervorgerufen werden.
Langes Sitzen, vor allem auf härteren Unterlagen wie harten Stühlen oder einem ungünstigen Fahrradsattel, ist eine häufige Ursache für eine Kokzygodynie.
Gelegentlich führt auch das Sitzen auf weichen Unterlagen, wie dem Sofa, zu Steißbeinschmerzen. Umgangssprachlich spricht von einem „television bottom“ (Fernsehhintern).
Des Weiteren können Unfälle eine Prellung, Stauchung, Verrenkung oder einen Knochenbruch im Steißbein (Steißbeinfraktur) verursachen, die typischerweise mit starken Schmerzen am Steißbein einhergehen.
Weitere mögliche Ursachen sind (angeborene) Fehlstellungen des Steißbeins, Lumbalgien wie ein Hexenschuss, ein Bandscheibenvorfall und Tumoren im Bereich des Steißbeins.
Eine oft erst spät diagnostizierte Ursache sind Nervenschmerzen. Eine Neuralgie der Nerven im Steißbeingeflecht können unangenehme Schmerzen im Bereich des Steißbeins und Afters verursachen.
Bei Frauen kommen gynäkologische Erkrankungen, Schwangerschaften und Entbindungen hinzu.
Seltener sind komplexe psychosomatische Gründe die Ursache von Steißbeinschmerzen.

Sturz

Ein Sturz auf das Hinterteil kann starke Schmerzen am Steißbein auslösen.
Häufige harmlose Folgen sind eine Prellung oder Stauchung im Bereich des Steißbeins, die mit der Zeit abheilen.
Seltener kommt es zu Verrenkungen oder Knochenbrüchen am Steißbein.
Nach einem Sturz sollten weitere Verletzungen wie Blutungen oder eine Steißbeinfraktur durch einen guten Orthopäden ausgeschlossen werden.

Geburt

Eine natürliche Geburt geht mit starken Gewalteinwirkungen auf Strukturen des Beckens einher.
Am Steißbein setzen viele Bänder und Muskeln des Beckenbodens an, auf die während der Geburt ein großer Zug ausgeübt wird.
Durch die Belastung während der Geburt kann es Prellungen, Verrenkungen und selten zu einer Fraktur des Steißbeins kommen.
Die Steißbeinschmerzen können sich erst nach der Geburt bemerkbar machen und die Frau in ihren Bewegungsmöglichkeiten stark einschränken.
Angeborene Fehlbildungen und Lageanomalien des Steißbeins begünstigen die Entstehung von Schmerzen am Steißbein durch die Geburt.

Schwangerschaft

Viele Frauen leider unter Steißbeinschmerzen während der Schwangerschaft.
Mögliche Ursachen sind die gestationsbedingte Pelveopathie, die erhöhte Druckbelastung, Nerveneinklemmungen und Frakturen durch die Geburt.
Die gestationsbedingte Pelveopathie ist eine „natürliche“ Veränderung des knöchernen Beckens während der Schwangerschaft (Gestation).
Das Becken weitet sich zur Geburtsvorbereitung. Dazu gehört auch das Kreuzbein, das unmittelbar an das Steißbein angrenzt.
Dadurch kann es zu starken Schmerzen im Steißbein und dem umliegenden Gewebe kommen.
Die Schmerzen können in den unteren Rücken, den Hüft- und Analbereich ausstrahlen.

Knochenhautentzündung

Knochenhautentzündungen (Periostitis) entstehen typischerweise durch eine Überbelastung eines Knochens oder Gelenks.
Eine chronische Entzündung des Steißbeins führt zu einer Periostitis (Knochenhautentzündung).
Schlechte Haltungen bei sitzenden Tätigkeiten wie dem Reiten oder Fahrradfahren und scheinen die Periostitis am Steißbein zu begünstigen.
Eine greifbare Ursache lässt sich oft nicht rekonstruieren.

Des Weiteren können die Ausbildung eines Hämatoms und offene Wunden nach einem Sturz das Eindringen von Krankheitserregern ermöglichen und auf diese Weise eine bakterielle Knochenhautentzündung hervorrufen. Diese Ursache einer Steißbeinentzündung ist allerdings sehr selten.

Radfahren

Tatsächlich ist das Radfahren eine häufige Ursache von Steißbeinschmerzen. Eine schlechte Haltung und ein falscher Sattel begünstigen die Entstehung von Steißbeinschmerzen.
Durch wiederholte mechanische Belastungen in der Steißregion kommt es winzigen Gewebeverletzungen im Bereich des Steißbeins
Um chronische Steißbeinschmerzen zu vermeiden, sollte man Sattel und Haltung möglichst frühzeitig hinterfragen und gegebenenfalls korrigieren.

Weitere begleitende Symptome

Die charakteristischen Symptome von Schmerzen am Steißbein sind ziehende, stechende und gelegentlich brennende Schmerzen im Bereich des Steißbeins.
Möglich ist ein Ausstrahlen in die Lenden, Hüften und den Analbereich.
Typischerweise sind die Schmerzen im Sitzen sowie im Aufstehen aus dem Sitzen besonders stark.
Mögliche Begleitbeschwerden sind Schmerzen beim Stuhlgang und/oder Geschlechtsverkehr.
Abhängig von der Ursache der Schmerzen können weitere Symptome auftreten.
Während der Schwangerschaft und Entbindung kommt es unter anderem häufig zu einem Symphysenschmerz im Bereich des vorderen Beckens.

Diagnose

Um bei Schmerzen am Steißbein die richtige Diagnose zu stellen, führt der behandelnde Orthopäden zunächst ein ausführliches Arzt-Patient-Gespräch über die Beschwerden und Vorerkrankungen.
Es folgt eine körperliche Untersuchung mit u.a. Überprüfung der Beweglichkeit und Druckschmerz.
Abhängig von der Verdachtsdiagnose des Orthopäden können bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung oder ein MRT vom Steißbein nötig sein.
Insbesondere bei einem Zustand nach Sturz oder Unfall müssen schwere Verletzungen ausgeschlossen werden.
Nach einem Sturz wird in der Regel ein Röntgenbild durchgeführt, um einen Steißbeinbruch auszuschließen.
Die Röntgenuntersuchung zeigt außerdem mögliche Verrenkungen des Steißbeins.
Bei Schwangeren erfolgt die Diagnose gezielt durch den behandelnden Frauenarzt.

Röntgenbild

Nach einem Unfall oder Sturz dient ein Röntgenbild dem Ausschluss einer Steißbeinfraktur.
Bei chronischen Schmerzen am Steißbein kann ein Röntgenbild gemacht werden, um eine mögliche Verrenkung darzustellen.
Dabei würde man in den Röntgenaufnahmen eine Verlagerung des Steißbeins in den meisten Fällen sicher sehen.

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT,Magnetresonanztomographie, ist ein bildgebendes Verfahren, dass ohne Strahlenbelastung funktioniert.
Damit können bei chronischen Schmerzen am Steißbein entzündliche Veränderungen oder Gelenkfehlstellungen wie eine Verrenkung nachgewiesen werden.
Demgemäß wird das MRT eher bei chronischen Steißbeinschmerzen eingesetzt.
In akuten Fällen findet das MRT bei Steißbeinschmerzen seltener Einsatz.

Behandlung / Therapie

Die Behandlung von Schmerzen am Steißbein wird von der Ursache der Beschwerden bestimmt.

Liegt nach einem akuten Unfall eine Prellung vor, wird körperliche Schonung, am besten im Liegen, und bei Bedarf Kühlung des betroffenen Bereichs empfohlen.
Pflanzliche Salben oder Gele, wie Arnika-Produkte können angewendet werden.
Bei stärkeren Schmerzen kann Paracetamol helfen.

Kommt es durch einen Unfall zu einer Steißbeinfraktur, wird diese meist konservativ behandelt, das heißt mit Bettruhe und Schmerzmedikamenten.
Selten wird eine Steißbeinfraktur operativ behandelt. Möglich ist eine (Teil-) Entfernung des knöchernen Steißbeins, jedoch können chronische Schmerzen durch Narben entstehen.
Funktionell können ein Hilfsmittel wie ein Sitzring verwendet und bei anhaltenden Schmerzen Injektionen von Schmerzmittel und/oder Kortison erwogen werden.

Das Einspritzen von Schmerzmitteln und/oder Kortison ist eine allgemeine Therapiemöglichkeit bei chronischen Schmerzen am Steißbein.

Liegt eine Verrenkung vor, wird durch den Proktologen oder Physiotherapeuten/Osteopathen eine Einrenkung durchgeführt.
Beim Proktologen kann die Einrenkung im Rahmen einer digital-rektalen Untersuchung erfolgen. Dabei wird das Steißbein vom Kreuzbein weggezogen und eingerenkt.
Es kommt meist zu einer sofortigen Linderung der Beschwerden.

Bei chronischen Steißbeinschmerzen kommen außerdem alternative Behandlungsmethoden in Betracht, wie die Stoßwellentherapie, Laser und Akupunktur.
Bei (angeborenen) Fehlstellungen kann Physiotherapie und Trainingstherapie hilfreich sein.

Sitzring

Sitzringe werden in der Medizin neben Dekubitus und Hämorrhoidenleiden allgemein bei Schmerzen im Sitzen wie Steißbeinschmerzen eingesetzt.
Sitzringe sind elastisch und weich, mit einem Loch in der Mitte. Sie passen sich beim Sitzen individuell an.
Die Sitzringe können auf (Büro-) Stühlen und Autositzen benutzt werden. Schmerzen am Steißbein können im Sitzen so stark sein, dass Sitzen von den Betroffenen vermieden wird.
Ein Sitzring kann helfen, die Beschwerden im Sitzen zu lindern und bei chronischen Schmerzen die Lebensqualität verbessern.
Neben Sitzringen können auch einfach herkömmliche weiche (Sofa-)Kissen ausprobiert werden.

Sitzringe bekommt man im Orthopädiefachgeschäft!

Osteopathie

Die Osteopathie setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, um die Selbstheilungsprozesse des Körpers durch sanfte Methoden und manuelle Techniken zu unterstützen. Diese Art der Naturheilkunde empfiehlt sich vor allem bei Fehlstellungen/Dysbalancen, Bandscheibenvorfällen und Muskelverspannungen.
Da im Zentrum der Therapie immer die aktuelle körperliche und seelische Verfassung des Patienten steht, geht unsere Spezialistin Carmen Heinz auf jeden Patienten ganz individuell ein, um so die meist unwissende Ursache zu bestimmen und chronische Schmerzen durch eine individuelle Therapie zu lindern.

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter
Ärztliche Osteopathie

Cortisonspritze

Zur Behandlung der Steißbeinschmerzen können örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) und Cortison in die betroffene Stelle gespritzt werden.
Das führt in vielen Fällen zu einer Linderung der Schmerzen am Steißbein und des umliegenden Gewebes. Ein Vorteil von Cortison ist die Hemmung von Entzündungsprozessen im Gewebe.
Es sollten allerdings nur Cortisone verwendet werden, die überwiegend örtlich wirken, um systemische Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.

Viele Betroffene haben vor diesem Schritt Angst. Lumedis hat sehr gute Erfahrungen mit diesem Vorgehen bei chronischen Steißbeinschmerzen gemacht.

Stoßwellentherapie

Als alternative Behandlungsmöglichkeit kann bei chronischen Schmerzen am Steißbein die Stoßwellentherapie ausprobiert werden.
Dabei werden mit einem speziellen Gerät Stoßwellen in das schmerzhafte Gewebe geschickt.
Die Stoßwellen sollen Gewebe wie

  • verklebte Faszien (Bindegewebshüllen),
  • Knochen
    und
  • Muskelverdickungen stimulieren,
  • Zellprozesse
  • und
  • insbesondere Heilungsprozesse

voranzubringen.

Eine Stoßwellentherapie im Bereich des Steißbeins ist unangenehm, aber gerade bei chronischen Schmerzen am Steißbein erfolgsversprechend, wenn der Anwender ausreichend Erfahrung mit der Stoßwellentherapie in diesem Bereich hat.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Artikel Stoßwellentherapie.

Dauer

Entstehen Schmerzen am Steißbein durch einen Unfall, können die Beschwerden wenige Tage bis Monate anhalten.
Eine Prellung des Steißbeins dauert meistens zwei bis drei Wochen. In manchen Fällen heilt eine Prellung innerhalb weniger Tage ab, selten dauert die Heilung vier Wochen oder länger an.
Bei einem Steißbeinbruch ist der Heilungsprozess meist langwierig und dauert 6 - 12 Wochen an.
Durch den Steißbeinbruch können chronische Schmerzen entstehen. Chronische Schmerzen am Steißbein, durch ein Trauma, angeborene Fehlstellungen oder Nervenschmerzen, können einen langwierigen Verlauf annehmen, der individuell unterschiedlich lang andauern kann.

Gerade wenn Steißbeinschmerzen länger als drei Monaten andauern, sollten Sie sich einen Spezialisten suchen!

Trainingsübungen

Menschen, die häufig und lange sitzen oder unter chronischen (nicht-entzündlichen) Steißbeinschmerzen leiden, können Übungen machen, um das Steißbein zu entlasten.
Dafür eignen sich Gymnastikübungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur und der Beckenbodenmuskeln.sowie Dehnübungen können hilfreich sein.
Es empfiehlt sich, langes Sitzen zu vermeiden möglichst viel Bewegung in den Tagesablauf zu integrieren.

Welche Trainingsübungen die besten sind, kann man leider nicht pauschal sagen, sondern muss diese individuell zusammenstellen.
Gerne helfen wir bei Lumedis Ihnen einen passenden Trainingsplan zu erstellen.
Die Spezialisten bei Lumedis haben über Jahre die Stellung des Beckens und somit des Steißbeins als hauptsächlich verursachenden Faktir einer Steißbeinentzündung ausgemacht.
Durch Trainingsübungen wird die Stellung des Steißbeins verändert und die Schmerzen am Steißbein behoben.

Ärztliche Osteopathie

Auch Osteopathie ist eine Möglichkeit chronischer Schmerzen am Steißbein her zu werden.
Durch die Osteopathie können Spannungen im Becken harmonisiert werden und die Schmerzen so positiv beeinflußt werdeb konnen.
Gerade die ärztliche/orthopädische Osteopathie ist erfolgsversprechend, da hier sowohl die orthopädischen, als auch die osteopathischen Aspekte der Osteopathie zeitgleich berücksichtigt werden können.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema ärztliche Osteopathie.

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