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Lumedis Frankfurt

Dr. Gerret Hochholz
Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, Akupunktur und manuelle Medizin

vom 01.07.19 - 31.08.19
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danach dauerhaft

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60311 Frankfurt am Main

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Habe ich mir den Zeh gebrochen?

Die Fraktur eines Zehs ist sehr schmerzhaft und kann dauerhafte Folgen haben, wenn diese nicht optimal nachbehandelt wird.
Gerne beraten Sie die Fußspezialisten von Lumedis beraten. 
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Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition - Was ist ein gebrochener Zeh?

Ein Zeh wird als gebrochen bezeichnet, wenn ein Knochenbruch (Fraktur) eines der Knochen der Zehe vorliegt.
Die große Zehe besteht aus zwei, die anderen vier Zehen jeweils aus drei Knochen, die auch Glieder genannt werden. Zum Bruch eines der Knochen kommt es meist durch Anpralltrauma beim Stoß gegen z.B. ein Tisch- oder Stuhlbein, gerne auch der Türrahmen oder durch Sportverletzungen, vor allem beim Fußball. Meist kommt es dabei zur Bruch des Grundglieds, welches über ein Gelenk mit dem Mittelfußknochen verbunden ist. Im Röntgenbild vom Fuß kann ein Bruchspalt im Knochen gesehen werden. Die Behandlung erfolgt in der Regel konservativ.

Für uns bei Lumedis ist wichtig, dass ein Zehenbruch frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird, damit eine vollständige Wiederherstellung der Funktion und Belastbarkeit möglich und somit Fehlstellungen vermieden werden.

Ursachen

Die häufigste Ursache für gebrochene Zehen sind sogenannte Anpralltraumen. Hier kommt es zum Beispiel durch übersehen von Türkanten, Stuhl- oder Tischbeinen zum Anstoßen des Vorfußes aus der geschwungenen Bewegung heraus und es kann ein Knochenbruch resultieren.
Aber auch bei bestimmten Sportarten, wie beispielsweise Fußball treten gebrochene Zehen als häufige Verletzungsfolge auf.
Eine Minderung der Knochensubstanz (Osteoporose) bei älteren Menschen oder durch Vitamin D Mangel stellt einen weiteren Risikofaktor dar.

Weitere Ursachen für einen geschwollenen großen Zeh finden Sie unter Entzündung am großen Zeh.

Woran erkenne ich einen gebrochenen Zeh (Anzeichen/Symptome)?

Es gibt eine Reihe von Hinweisen, die nach einem Trauma darauf hindeuten können, dass die Zehe gebrochen ist.
Zu ihnen zählen unter anderem:

  • starker stechender Schmerz
  • schnell einsetzende Schwellung von Zehe oder Vorfuß
  • Fehlstellung der Zehe
  • Einblutung ins Gewebe (Hämatom)
  • im weiteren Verlauf Druckschmerzhaftigkeit
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Zehs
  • Schmerzen bei Belastung
  • Gefühlsstörungen
  • Gefühl von Knochenreiben bei Bewegungen der Zehe

Schwellung

Nach einem Anpralltrauma, das z.B. durch Stoß gegen ein übersehenes Tisch- oder Stuhlbein ausgelöst sein kann kommt es oft zur sofortigen schmerzhaften Schwellung eines oder mehrerer Zehen oder des gesamten Vorfußes.
Wenn es zusätzlich zur Blaufärbung kommt, handelt es sich um eine Einblutung (Hämatom) ins umliegende Gewebe, weil ein Blutgefäß oder Band verletzt wurde. Um die Schwellung möglichst zu begrenzen sind sofortiges Kühlen und Hochlagern effektive Erstmaßnahmen.
Eine Schwellung kann neben einen Bruch auch auf eine Kapselverletzung oder Bandverletzung hindeuten.

Schmerzen

Nach einem Anpralltrauma kommt es meist sofort zu starken, einschießenden Schmerzen in den betroffenen Zehen. Diese Schmerzen werden dann in Ruhe von einem dumpfen Schmerz abgelöst, der aufgrund er Schwellung vorherrscht. Wird die gebrochene, unbehandelte Zehe dann wieder belastet, kommt es erneut zum stechenden Schmerz. In der Regel erlöschen die Schmerzen während der Behandlung innerhalb weniger Tage.
In der Anfangsphase ist ein klopfender Schmerz typisch, der durch den Pulsschlag ausgelöst wird.
Die Schmerzen sprechen in der Regel gut auf ein klassisches Schmerzenmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac an.
Aspirin®sollte wegen der blutverdünnenden Wirkung wegen der Blutung vermieden werden.

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Wie lange hat man Schmerzen?

Auch bei einem komplett gebrochenen Zeh sind nach idealer Behandlung nach wenigen Tagen kaum oder keine Schmerzen mehr vorhanden.

Fehlstellung

Da die Fußzehen reichlich mit Bändern versorgt sind, die an verschiedenen Stellen an den Zehen ansetzen können Verletzungen der Zehen, die mit Knochenbrüchen oder Bandverletzungen einhergehen mit beträchtlichen Fehlstellungen einhergehen.
Bei Knochenbrüchen ziehen die Bänder die Fragmente möglicherweise voneinander weg, bei Bandverletzungen überwiegt plötzlich der Zug der verbleibenden Bänder.
Wichtig ist es beim Vorliegen von Fehlstellungen die Durchblutung und Sensibilität der Zehen zu überprüfen, um mögliche Begleitverletzungen an Blutgefäßen und Nerven frühzeitig zu bemerken.
Ausgeprägte Fehlsstellungen muss man in örtlicher Betäubung korregieren, um ein korrektes Zusammenwachsen der einzelenen Bruchstücke zu gewährleisten.

Welcher Zeh bricht am häufigsten?

Zehenbrüche entstehen häufig aufgrund von Anpralltraumen. Dabei schlägt der Fuß beim Laufen versehentlich gegen Gegenstände wie zum Beispiel Türkanten oder Stuhl- und Tischbeine.
Da die kleine Zehe (medizinisch D5 für Digitus V)  vom Rest des Körpers am weitesten entfernt liegt, passiert es häufig, dass diese bricht. Durch Fehleinschätzungen der Körperaußengrenzen bleibt diese dann so zu sagen hängen.
Problematisch sind Brüche (Frakturen) des großen Zehs, da dieser besonders viel Last trägt.

Wie kann ich einen gebrochenen Zeh von einer Verstauchung unterscheiden?

Häufig ist es nicht gerade einfach, nach einem Trauma zu unterscheiden, ob die schmerzende, geschwollene Zehe gebrochen ist, oder eine Verstauchung vorliegt.
Diese beiden Krankheitsbilder ähneln sich in vielen Punkten. Beide werden in der Regel durch ein Anpralltrauma ausgelöst und bei beiden ist aufgrund ihrer Randlage meist die kleine Zehe betroffen.
Unabhängig von der Verletzung sollten nach dem Trauma so schnell wie möglich Schonung, Kühlung und Hochlagern eingeleitet werden. Sowohl bei einem Bruch, als auch bei einer Verstauchung kann es zu starken stechenden Schmerzen, Schwellung, Überwärmung, Einblutung und Einschränkungen der Beweglichkeit kommen.
Auch einem Arzt kann es initial schwerfallen, die beiden Verletzungen voneinander abzugrenzen. Es gibt jedoch sichere Zeichen, deren Vorliegen einen Knochenbruch auch ohne Röntgenbildgebung einen Knochenbruch beweisen. Dazu zählen

  • eine abnorme Fehlstellung der Zehe
  • Durchspießung der Haut durch Knochenstücke beim Vorliegen eines offenen Bruchs
    und
  • das Knochenreiben beim passiven bewegen der Zehe.

Im Verlauf trennen sich die beiden Krankheitsbilder häufig voneinander, da die Symptome einer Verstauchung sehr schnell auch unter Vollbelastung besser werden und in der Regel nach einer Woche komplett verschwunden sind. Beim Vorliegen eines Bruches hingegen ist erst nach einigen Wochen mit einer Heilung zu rechnen.

Diagnose / Röntgenbild

Zur Diagnosestellung eines gebrochenen Zehs erfolgt zunächst eine Krankenbefragung (Anamnese) in der der genaue Unfallmechanismus und die Beschwerden geschildert werden sollen.
In der folgenden klinischen Untersuchung wird der Fuß inspiziert und die Beweglichkeit, Durchblutung und Sensibilität im Vergleich zur Gegenseite überprüft.
Im Anschluss wird in den meisten Fällen eine Röntgenuntersuchung des Vorfußes mindestens in 2 Ebenen durchgeführt um einen Knochenbruch nachzuweisen und das Herausrutschen der Zehe aus dem Gelenk (Luxation) als alternative Diagnose auszuschließen.

Welcher Arzt behandelt einen gebrochenen Zeh?

Einen gebrochenen Zeh sollte idealerweise ein guter Orthopäde behandeln, der auch direkt ein Röntgenbild anfertigen kann.
Leider bekommt man nicht immer sofort einen Termin bei einem Orthopäden. Alternativ kann auch ein Chirurg oder Sportmediziner, die Behandlung übernehmen.

Behandlung / Therapie

In der Regel erfolgt die Therapie gebrochener Zehen konservativ.
Eine Operation ist nur notwendig, wenn es sich bei dem Knochenbruch um einen offenen Bruch handelt, bei dem die Haut vom gebrochenen Knochen durchspießt wird.
udem kann eine Operation notwendig sein, wenn es sich bei dem gebrochenen Zeh um die Großzehe handelt, da diese durch ihre wesentliche Funktion für den Erhalt des Gleichgewichts beim Stehen und Gehen noch deutlich stärkeren Belastungen ausgesetzt ist, als die anderen Zehen.
Zur Schmerzbekämpfung eignen sich NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen und Diclofenac, da sie eine zusätzliche entzündungshemmende Eigenschaft besitzen.
Beim Vorliegen einer Fehlstellung muss die Zehe zunächst in ihre normale Position zurückgebracht (reponiert) werden. Dann erfolgt die Fixierung an der Nachbarzehe mittels Dachziegelverband.
Sollte es sich um einen Bruch der Großzehe handeln, kann eine Fixierung mittels Gipsschiene oder Gehstiefel / Vorfußentlastungsschuh notwendig sein, wenn auf eine Operation verzichtet werden kann.

Tapen / Dachziegelverband

Die konservative Therapie der gebrochenen Zehe erfolgt häufig durch Tapen des gebrochenen Zehs an die Nachbarzehe.
So wird die gebrochene Zehe in einer Normalstellung fixiert und der Knochenbruch kann in Ruhe heilen. Beim Dachziegelverband werden die Pflasterstreifen überlappend so geklebt, dass es wie Dachziegeln auf dem Dach wirkt.
Es werden beide Zehen mit einer Schlaufe aus Pflaster umfasst. Es wird dabei an der Seite des Mittelfußes begonnen und es werden mehrere Streifen geklebt, bis die ganze Zehe eingefasst ist.

Wann braucht man einen Vorfußentlastungsschuh?

Sollten die Schmerzen eines oder mehrerer gebrochener Zehen schwer einstellbar sein und sollte es nicht möglich sein einen Schuh zu finden, der wenig genug Druck auf die gebrochene Zehe ausübt, dass normales Gehen nahezu schmerzlos möglich ist kann ein Vorfußentlastungsschuh Abhilfe verschaffen.
Verschiedene Modelle verschiedener Hersteller sind unterschiedlich aufgebaut. Jedoch zielen alle darauf ab, den Vorfuß beim Laufen zu entlasten. Sie haben einen vergrößerten Zehenraum, sodass auch geschwollene, druckempfindliche Zehen nicht eingeengt werden.
Vorfußentlastungsschuhe sind im Orthopädiefachhandel erhältlich und werden von den privaten Krankenkassen bei Vorliegen einer rechtfertigenden Indikation übernommen. Hierdurch kann man eine Gipsversorgung vermeiden.

Was kann man tun, wenn die Schwellung nicht zurückgeht?

Das Abschwellen des Fußes kann mit einer Reihe Maßnahmen unterstützt werden. Angemessene Schonung und Belastungsreduktion können einen wesentlichen Beitrag leisten.
Der Fuß sollte hochgelagert werden um den Abfluss überflüssigen Wassers zu unterstützen.
Regelmäßiges Kühlen für einige Minuten mehrmals am Tag erleichtert ebenso das Abschwellen. Hierzu eignen sich kühle Umschläge oder Kühl- bzw. Eispacks, die jedoch nicht direkt auf die Haut aufgebracht werden sollten. Auch das Aufbringen kühlender Salben oder Gels (z.B. Voltaren Emulgel®) kann den Rückgang der Schwellung beschleunigen.
Bei sehr starker Schwellung kann auch über eine Akutakupuntur die Schwellung reduziert werden.

Wann braucht man einen Gips?

Ein Gips ist heute durch die modernen Vorfußentlastungsschuhe oder Gehstiefel auch bei instabilen Zehenfrakturen nicht mehr nötig.
Trotzdem kann es heute auch in Ausnahmefällen nötig sein einen gebrochenen Zehen noch einzugipsen.
Insbesondere wenn der Schmerzen sehr hoch sind oder das Anstoßen des Zehs verhindert werden soll, kann ein Gips sinnvoll sein.

Heilungsdauer

Die Heilung einer gebrochenen Zehe erfolgt in aller Regel unkompliziert und ohne lange Entlastungszeiten innerhalb weniger Wochen.
Das gilt vor allem dann, wenn die Bruchränder glatt sind und der Bruch nicht verschoben ist, oder der Zeh sich gut in seine ursprüngliche Position zurückbringen lassen hat.
Meist ist der Knochenbruch in 4-6 Wochen ausgeheilt. Schmerzen vor allem unter Belastung können aber aufgrund der Nervenreizungen noch einige Wochen länger anhalten.

Wie kann man die Heilung beschleunigen?

Man kann die Heilung einer gebrochenen Zehe auf Vielfältige Art und Weise beschleunigen.
Einen hohen Stellenwert nehmen hier die Erstmaßnahmen direkt nach der Verletzung ein.
Mit einem frühzeitigen Beginn von

  • Kühlung,
  • Hochlagerung
    und
  • Schonung

ist es möglich bereits die Entstehung eines Hämatoms (Bluterguß) und einer Schwellung einzudämmen.
Im Verlauf ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen, um zunächst zu einer Diagnose und damit verbundenen Handlungsanweisungen zu kommen.
Diese zu befolgen und vor allem die Entlastung auch einzuhalten leistet einen weiteren Beitrag zur schnellstmöglichen Heilung.

Wenn eine Heilung zu langsam verläuft hat man zusätzlich die Möglichkeit über eine fokussierte Stoßwellentherapie die Heilung zu beschleunigen. 

Wie lange wird man krankgeschrieben?

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist von vielen individuellen Faktoren abhängig und kann nicht pauschal vorhergesagt werden. Die Art der Tätigkeit spielt hier eine wichtige Rolle. Aber auch Art der Verletzung, Behandlungsmethode und eventuell vorliegende Begleitverletzungen können limitierende Faktoren zur Rückkehr an den Arbeitsplatz darstellen.
In der Regel ist es schneller möglich zu körperlich weniger belastenden Arbeiten zurückzukehren.
Büroarbeiter könnne meist nach einer Woche wieder problemlos arbeiten. Stehende Berufe können eine Ausfallzeit von bis zu 6 Wochen erleiden.

Wann darf man wieder Sport machen?

Die Dauer der Sportpause richtet sich nach Verletzungsart und Behandlungsmethode.

Nach Ausheilung der Knochenbrüche ist jedoch meistens eine volle Belastung möglich.
Damit ist in der Regel innerhalb von 3-5 Wochen zu rechnen. Vorher sollte die Belastung an die Schmerzen angepasst werden. Eventuell ist es möglich, das Trainingsprogramm so zu verändern, dass die gebrochen Zehe geschont wird. So ist eine Erhaltung von Kondition und Muskulatur in der Regel möglich.
Das ist meist einfacher mit Hilfe von Geräten umzusetzen, da dort die Belastungen sehr gezielt verteilt werden können.