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Dr. Nicolas Gumpert

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ACP-Autologes conditioniertes Plasma

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition – Was ist eine ACP-Therapie?

Die ACP-Therapie ist eine Behandlungsmethode orthopädischer Erkrankungen wie Sehnen- oder Bandverletzungen, Muskelfaserrisse und Arthrose. Dem Betroffenen wird Blut abgenommen, dieses wird bearbeitet und in das krankhaft veränderte Gewebe gespritzt. Die Abkürzung ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma. Dabei handelt es sich um Blutplasma, das mittels Zentrifugation aus dem eigenen Blut gewonnen wird. Das Eigenblutprodukt ist reich an Thrombozyten, den Blutplättchen, und soll bei den genannten Erkrankungen helfen, die körpereigenen Wachstumsfaktoren zu unterstützen und so die Heilung zu fördern.

Indikationen/Gründe für eine Behandlung mit ACP-Therapie

Akute Verletzungen:

  • Bandverletzungen z.B. Kreuzband oder Sprunggelenksbänder
  • Sehnenverletzungen z.B. Achillessehne
  • Muskelfaserverletzungen
  • Meniskusverletzungen
  • Knochenbrüche

Chronische Schäden:

  • Tendopathien (Sehnenleiden) wie z.B. Epicondylitis radialis humeri (Tennisarm) oder Epicondylitis ulnaris humeri (Golferellenbogen)
  • Subakromialsyndrom
  • Plantarfaszienreizung, andere Sehnenreizungen z.B. Patellarsehne
  • Arthrose, chronische Knorpelschaden
  • Einsatz in Wundheilung, plastische Chirurgie

ACP-Therapie bei Arthrose

Die ACP-Therapie ist ein modernes, alternatives Behandlungsverfahren der konservativen Behandlung einer Arthrose. Insbesondere bei der Kniegelenksarthrose kommen die Eigenblut-Injektionen zunehmend zum Einsatz. Die Arthrose schränkt die Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes stark ein und lässt einige Bewegungen nur unter starken Schmerzen zu. Die ACP-Therapie soll als konservatives, nebenwirkungsarmes Verfahren helfen, die Beschwerden zu reduzieren. Viele Betroffene berichten von einer besseren Beweglichkeit des betroffenen Gelenks und einer Abnahme der Schmerzen. Es ist jedoch erwähnenswert, dass die ACP-Therapie keine Heilung der Arthrose bringt. Die Arthrose ist eine chronisch progrediente Gelenkerkrankung mit Verlust des Gelenkknorpels. Die ACP-Therapie ist ein Behandlungsversuch, das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Beschwerden zu reduzieren.

ACP-Therapie bei einer Achillessehnenentzündung

Eine Achillessehnenentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung der kräftigen Achillessehne, die entlang der Ferse verläuft. Eine häufige Ursache einer Achillessehnenentzündung ist eine langanhaltende Überbelastung. Zudem steigt mit dem Lebensalter das Risiko, degenerative Veränderungen der Achillessehne zu entwickeln. Berüchtigt ist der Riss der Achillessehne. Um Komplikationen einer Achillessehnenentzündung vorzubeugen, kann sowohl bei einer akuten als auch einer chronischen Achillessehnenentzündung die ACP-Therapie ausprobiert werden. Die Injektion von Eigenblut in die betroffene Sehne soll die Heilung und Regeneration der Achillessehne fördern.

ACP-Therapie beim Tennisarm

Der Tennisarm entsteht typischerweise durch eine Überbelastung bei Sport wie dem Tennis oder intensiver Computerarbeit mit der Maus und verursacht Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Dabei sind die betroffenen Sehnen entzündlich verändert und das Ellenbogengelenk in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Die Behandlung mit Eigenblut bei Sehnenleiden wie dem Tennisarm gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Die zu injizierenden Blutplättchen sollen helfen, die Heilung der schmerzhaften Veränderungen anzukurbeln. Insbesondere bei chronischem Tennisarm kann die ACP-Therapie genutzt werden, um eine vollständige Genesung zu erreichen.

Kosten der Behandlung

Eine einzelne ACP-Sitzung kostet etwa 15 bis 25 Euro. Die Kosten können von Praxis zu Praxis variieren. Es werden mehrere Behandlungen durchgeführt, sodass die ACP-Therapie insgesamt Behandlungskosten von 200 bis 500 Euro verursachen kann.

Übernimmt das die Krankenversicherung?

Die Kosten einer ACP-Therapie werden leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Jedoch übernehmen einige private Krankenkassen die Gebühren komplett oder zumindest einen Anteil. Hier lohnt sich eine Rücksprache mit der Krankenkasse vor Therapiebeginn.

Ablauf der Behandlung

Eine Behandlung ACP-Therapie beginnt mit einer Blutentnahme. Dem Patienten wird mit einer Kanüle etwa 10 ml Blut aus einer Armvene entnommen. Das Röhrchen mit dem Blut wird durch das medizinische Personal in einer Zentrifuge aufbereitet. Dieses Gerät trennt feste von flüssigen Blutbestandteilen. Gleichzeitig sollen die Blutplättchen, die Thrombozyten, aktiviert werden, um später Wachstumsfaktoren zu stimulieren. Das aufbereitete Blutplasma wird nun in konzentrierter Menge in das betroffene Gewebe gespritzt, zum Beispiel in ein Arthrose-geschädigtes Knie oder in eine krankhafte Sehne. Ziel ist eine entzündungshemmende, heilungsfördernde Wirkung durch das Eigenblut im geschädigten Gewebe.

Dauer der Behandlung

Von Blutentnahme, Aufbereitung des Blutes und Injektion in das kranke Gewebe vergehen durchschnittlich 15 Minuten. Eine einzelne Behandlung verläuft demnach sehr fix.

Wie häufig muss man eine ACP-Therapie wiederholen?

Abhängig von der Ursache für die ACP-Therapie, dem Ausmaß der Erkrankung und dem Therapie-Ansprechen, können nur fünf Behandlungen ausreichen. In Einzelfällen können hingegen acht bis zwanzig Wiederholungen der ACP-Therapie nötig sein. In einigen Fällen werden Auffrischungsbehandlungen im Verlauf empfohlen.

Welcher Behandlungserfolg ist zu erwarten und wie schnell?

Ob die ACP-Therapie tatsächlich einen Behandlungserfolg versprechen kann, ist stark umstritten. Es gibt einige wissenschaftliche Studien über den Behandlungserfolg der Therapie, jedoch sind die Ergebnisse widersprüchlich. In den meisten Studien gab es nur wenige Teilnehmer. Während ein Teil der Studien deutliche Behandlungserfolge der ACP-Therapie zeigte, konnte in anderen Studien kein Unterschied zur Placebo-Gruppe erreicht werden. Jedoch berichten viele Patienten subjektiv von einer besseren Bewegungsfreiheit im Kniegelenk nach einer ACP-Therapie bei Arthrose. Einige Ärzte versprechen einen Behandlungserfolg nach durchschnittlich fünf Sitzungen. In Einzelfällen können mehrere Behandlungen nötig sein. Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden, jedoch kann die ACP-Therapie bei starken Beschwerden bedenkenlos ausprobiert werden, da sie fast frei an Nebenwirkungen und Risiken ist.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Ob die Behandlung von dem Betroffenen als schmerzhaft empfunden wird, hängt von der individuellen Schmerzempfindlichkeit und dem vorliegenden Beschwerdebild ab. Das Eigenblut wird in das geschädigte Gewebe injiziert. Das Gewebe kann entzündlich verändert und druckempfindlich sein und bei Injektion einen Einstichschmerz auslösen. In den meisten Fällen hält der Schmerz nur kurz an und kann durch eine lokale Betäubung und anschließender Kühlung vorgebeugt werden.

Was sind die Risiken?

Ein großer Vorteil der ACP-Therapie ist, dass die injizierten Blutbestandteile dem Betroffenen selbst unmittelbar vor der Behandlung entnommen werden. Es handelt sich um Eigenblut. Gefahren wie die Übertragung von HI- oder Hepatitis-Viren fremder Menschen fällt weg. Da das eigene Blut grundsätzlich vertragen wird, sind allergische oder Unverträglichkeitsreaktionen bei Injektion nicht zu erwarten. Das einzige, ernstzunehmende Risiko entsteht bei mangelnden Hygiene-Standards. Im Rahmen der Punktion in das geschädigte Gewebe können Bakterien eingeschleust werden und eine Entzündung hervorrufen. Nichtsdestotrotz wird in den Praxen und Zentren, in denen ACP-Therapien angeboten werden, sehr auf Sorgfalt und die strenge Einhaltung korrekter Hygienemaßnahmen geachtet.

Was sind die alternativen Therapieformen?

Abhängig von der Ursache für die ACP-Therapie kommen verschiedene alternative Behandlungsformen in Betracht. Bei der Arthrose sind weitere konservative Behandlungsmöglichkeiten die Reduktion von Körpergewicht, orthopädische Hilfsmittel wie Gehstützen oder Pufferabsätze und physikalische Maßnahmen. Dazu gehören Massagen, Wärme- und Kälteanwendungen. Weitere Alternativen zur ACP-Therapie bei Arthrose sind Elektro- und Ergotherapie sowie die Injektion von Kortison oder Hyaluronsäure in das betroffene Gelenk. Bei akuten Verletzungen von Sehnen, Bändern oder Muskelgewebe kommen neben körperlicher Ruhe und Schonung des betroffenen Gewebes entzündungshemmende Schmerzmedikamente, Kühlung, Hochlagerung und Kompression in Betracht. Sehnenentzündungen können ebenfalls mit Kortisoninjektionen behandelt werden, jedoch ist der Behandlungserfolg durch das Kortison stark umstritten.