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Schmerzen am Iliosakralgelenk - was kann ich tun?

Dieser Artikel wurde durch Dr. Franziska Zwecker veröffentlicht.
Die Frankfurter Spezialistin ist Fächärztin für Orthopädie, aber weiterhin hat Sie ärztliche Osteopathin und hat die Zusatzqualifikation der manuellen Medizin (Chirotherapie).

Dr. Zwecker hat sich auf die nichtoperative Behandlung des Iliosakralgelenks spezialisiert.
Ihr Ansatz ist zuerst die Funktion des Iliosacralgelenk wieder herzustellen und danach durch gezielte Trainingsmaßnahmen und Übungen, die individuell auf das einzigartige Problem abgestimmt sind, die Belastung und den Stress vom ISG zu nehmen.
Gerne berät Sie Dr. Zwecker nach einer umfangreichen Untersuchung.
Leider kann es aufgrund der vielen Terminanfragen teilweise zu Verzögerungerung in der Terminvereinbarung geben.
Wir hoffen auf Verständnis!

Definition - Was ist ein ISG

Das Iliosacralgelenk ist eine knöcherne Verbindung zwischen dem Darmbein und dem Kreuzbein. Es stellt die Verankerung des Beckens in der Wirbelsäule dar und trägt maßgeblich zur wichtigen Stabilität und Statik des Körpers bei. Es ist eingeschränkt beweglich, wird aber trotzdem als Gelenk bezeichnet.
Das Iliosacralgelenk wird von Muskeln umgeben, die es weiter stabilisieren. In diesem Bereich kann es Verhärtungen und auch Blockaden geben, was dann zum Teil starken Schmerzen führt. Um eine solche Blockade im ISG zu verhindern, sollte man nie zu lange sitzende oder stehende Positionen einnehmen und auch bei sitzenden Tätigkeiten auf eine regelmäßige Unterbrechung mit Bewegung achten.
Es gibt zahlreiche Übungen, die man im Falle von Schmerzen oder Blockaden im ISG anwenden kann. Die meisten Übungen sind Dehnübungen, die das Darmbein kurz vom Kreuzbein lösen und die umgebende Muskulatur lockern.
Wärmeanwendungen (Wärmflasche) sorgen ebenfalls dafür, dass es zu einer Schmerzlinderung und zu einer Auflockerung der Muskeln im Bereich des ISG kommt.
Auch kann man sich in den Vierfüßlerstand begeben und dann ein Bein nach unten Richtung Boden ziehen, während der Rücken gerade gelassen werden sollte.

Abbildung des Kreuzbeins

  1. Beckenschaufel (Os ilium)
  2. Iliosacralgelenk (ISG) = lila
  3. Sitzbein (Os ischii)
  4. Kreuzbein (Os sacrum) = rot

Ursachen

  • Überlastung: Regelmäßige Überlastungen im Bereich der Wirbelsäule sorgen dafür, dass das ISG besonders beansprucht wird, was dann zu einer Blockade mit damit verbundenen Schmerzen führen kann.
  • Fehlbelastung: Falsche Belastungen in der Wirbelsäule oder des Beckens sind die häufigste Ursache für Schmerzen im Iliosacralgelenk. Beinlängendifferenzen, Fußfehlstellungen oder falsches Schuhwerk können zu einem Beckenschiefstand führen, der wiederum eine ISG Syndrom begünstigt.
  • Blockade: Die Blockade des Iliosacralgelenks kommt durch eine Verhärtung der Muskeln, die das ISG umgeben, zustande. Ruckartige Bewegungen bei kalter Muskulatur kann zu einer plötzlichen Verhärtung im ISG führen.
  • Schwangerschaft: bei fortschreitender Schwangerschaft ändern sich die Kraft-,und Gewichtsverhältnisse im Körper. So kommt es zu starken Zugkräften auf der Bauchseite der Schwangeren, während aktiv durch eine Rückenbewegung eine Gegensteuerung durchgeführt wird. Dieses Zusammenspiel ist einer der Hauptgründe dafür, weshalb Frauen während der Schwangerschaft oftmals ein Iliosacralsyndrom entwickeln.

Begleitende Symptome kribbeln/ Taubheit

Im Bereich des Darmbeins und des Kreuzbeins liegen nicht nur zahlreiche Muskeln, sondern auch viele Nerven, die die Muskeln versorgen. Bei Verhärtungen von Muskeln im Bereich des Iliosacralgelenks kann es auf Grund der engen Platzverhältnisse zu einer Kompression von Nerven in dieser Region kommen, was dann zu einem Kribbeln oder auch Taubheitsgefühl führen kann.
Die Betroffenen empfinden das Kribbel-, oder Taubheitsgefühl meistens im Bereich des Oberschenkels. Es kann aber auch in den Unterschenkelbereich weitergeleitet werden.
In aller Regel verstärkt es sich bei bestimmten Positionen. Bei Lagewechsel wird es schwächer oder verschwindet für einen Augenblick komplett. Meistens kommt das Taubheitsgefühl aber mehrmals am Tag wieder.

 So fühlen sich die Schmerzen an

Die Schmerzen, die ein ISG Syndrom auslöst, werden als ziehend und eher scharf bzw. auch einschiessend beschrieben.
Meistens strahlen die Schmerzen aus der Hüfte in ein oder mehrere Beine aus. Durch Lagewechsel sind die Schmerzen meistens beeinflussbar, d.h. sie werden entweder besser oder schlechter.

Wann treten die Schmerzen auf?

Die Schmerzen, die durch ein Iliosacralsyndrom zustandekommen, treten meistens bei Bewegung auf. Der Grund liegt darin, dass sich das ISG bei Bewegung in der Hüfte bewegt. Kleinste Verschiebungen können somit schon zu Beschwerden führen.
Ruhende Positionen werden dafür meistens als schmerzarm beschrieben. Bei Ruheschmerz im ISG wird eine lockernde Bewegung im Hüftgelenk als Schmerzverbesserung oftmals beschrieben.

Im Liegen/Laufen/Sitzen

Beim Liegen kommt es zu einer Entspannung der Muskeln, die das ISG umgeben, was dann zu einer Schmerzlinderung beiträgt.
Bei Stehen und Laufen werden die betroffenen Muskeln aber wieder belastet. Dies führt zu Verstärkung der Schmerzen.
Beim Sitzen kommt es meistens auf die eingenommene Position an. Bestimmte Winkel führen zu einem Besserwerden des Schmerzes im ISG. So sind Winkel von 45 Grad zwischen Hüfte und Beine als eher entlastend für das ISG anzusehen, während 90 Grad Winkel das ISG eher belasten.

Wo treten die Schmerzen auf/wo strahlen sie aus?

Die Schmerzen, die durch das Iliosacralgelenk ausgelöst werden können starten am Übergang von Kreuzbein ins Becken. Man würde die Stelle kurz oberhalb und seitlich des Kreuzbeins auffinden.
Der Schmerz kann auch durch leichte massierende Bewegungen in diesem Bereich zum positiven verändert werden.
Die Schmerzen können dann in den Oberschenkel ausstrahlen. In manchen Fällen werden auch ziehende Schmerzen bis in den Unterschenkel beschrieben.

Schmerzen am ISG bei Frauen Menstruation/Progesteron-/Östrogenmangel/Wechseljahre

Schmerzen am Iliosacralgelenk werden auch immer in Zusammenhang mit hormonellen Unregelmäßigkeiten und Veränderungen gesehen. Zwar ist ein genauer Pathomechanismus bis heute noch nicht abschließend geklärt, man vermutet aber, dass es bei der Menstruation oder in den Wechseljahren sowie bei einem Progesteron oder Östrogenmangel zu einer Verhärtung von Geweben kommt. Im Falle eines ISG Syndroms würde dies zu einer erhöhten Blockadeneigung in diesem Bereich führen.

Diagnose

Die Diagnose eines ISG Syndroms ist meistens eine klinische Diagnose, da die Betroffenen an klassischer Stelle im Bereich der tiefen LWS die Schmerzen und auch die Ausstrahlung in die Beine angeben.
Mit dem sogenannten Thomashandgriff  kann beim liegenden Patienten durch eine ruckartige Bewegung des Beines gesehen werden, ob sich das Iliosacralgelenk frei bewegen lässt, oder ob es zu einer schmerzhaften Verhärtung gekommen ist.
Am stehenden Patienten wird weiterhin auch die Stabilität der Hüfte getestet und auch ein Beckenschiefstand kann mal auf ein ISG Syndrom als Ursache hinweisen.

Diese Test gibt es Vorlaufphänomen

Ein weiterer Test zeigt bei einem ISG Syndrom das sogenannte Vorlaufphänomen an.
Am stehenden Patienten legt der Untersucher von hinten die Hände bzw. die Daumen auf beide ISG und bittet den Patienten sich nach vorne zu beugen. Im Fall eines ISG Syndroms würde auf der betroffenen Seite der Daumen nach oben wandern.

Röntgenbild

Ein Röntgenbild kommt immer dann zum Einsatz, wenn man sich auf die angegebenen Schmerzen keinen Reim machen kann und klinische Untersuchungen keine Ursache aufzeigen.
Im Röntgenbild stellen sich vor allem röntgendichte Strukturen, wie Knochen und Verkalkungen dar. Im Falle eines ISG Syndroms würde man neben einem Beckenschiefstand auch ein im Vergleich zur Gegenseite engeres ISG sehen.

Wann braucht man ein MRT?

Zeigen klinische Untersuchungen keinen auffälligen Befund und werden auch im Röntgenbild keine Besonderheiten sichtbar sollte überlegt werden ein MRT durchzuführen.
Eine MRT Untersuchung ist strahlungsfrei und zeigt besonders gut Weichteilgewebe, wie Muskeln, Bänder Sehnen, Nerven und Blutgefäße. Hier könnten vor allem Bänder- oder Muskelverletzungen im Bereich des Iliosacralgelenks aber auch Entzündungen gesehen werden. Diese würde sich vor allem durch ödematöse Schwellungen im Bereich des ISG darstellen lassen.

Behandlung / Therapie/Prognose

Ist die Diagnose eines Iliosacralgelenks erst einmal gestellt, kann mit der Behandlung begonnen werden.
Das Hauptmerk sollte man auf Wärmeanwendung sowie auf Lockerungsübungen legen. Eine Wärmflasche sollte mehrmals täglich auf das schmerzende Gelenk gelegt werden.
Die empfohlenen Übungen bei ISG Syndrom zielen auf die Dehnung der ISG Gelenke ab.
Weiterhin können auch entzündungshemmende Gele, wie Docgel oder aber auch Diclo gel 2-3 mal täglich dort aufgetragen werden.
Auf entzündungshemmende Schmerzmittel sollte man erst einmal verzichten und diese erst nach Ausbleiben eines Erfolges zum Einsatz kommen lassen.
Die Prognose eines ISG ist günstig wobei Risikofaktoren, wie z.B. Beinlängendifferenzen oder Fehlstellung ausgeglichen werden sollten, um ein Wiederauftreten eines ISG zu vermeiden.

Osteopathie

Die osteopathische Behandlung ist eine Druck und Massagetechnik, die vor allem Blockaden in Gelenken sowie auch Faszienverklebungen lösen kann.
Bestimmte Punkte werden im Bereich des ISG gedrückt und geschoben.
Osteopathie kommt heute sehr erfolgreich bei der Behandlung eines ISG-Syndroms zum Einsatz. Sie sollte in mehreren Sitzungen wiederholt werden.
Die Behandlungskosten der Osteopathie wird von der privaten Krankenkasse übernommen.

 

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine ganz alte Therapie, um Schmerzen des Rückens oder der Gelenke u.a. zu behandeln. Hier werden mit kleinen Nadeln Bahnen und Schmerzpunkte des Körpers punktiert.
Die Nadeln verbleiben einige Zeit in den entsprechenden Punkten.
Jede Erkrankung hat spezielle Schmerzpunkte und Bahnen, die dann punktiert werden.
Im Fall eines ISG Syndroms werden ebenfalls spezielle Punkte und Bahnen punktiert, die Nadeln werden dann für ca 20 Minuten in der Position belassen und anschließend wieder entfernt.
Ein Besserung der Schmerzen und eine Lockerung sollte bereits nach wenigen Anwendungen schon vom Patienten bemerkt werden.
Auch die Akupunktur wird bei bestimmten Fragestellungen und Indikationen von der Krankenkasse übernommen.

Kinesiotape

Kinesiotapes sind selbstklebende Bänder, die über bestimmte Muskelgruppen geklebt werden, um diese zu entlasten.
Die Entlastung findet durch einen vom Kinesiotape ausgelöste Spannung statt.
Im Falle eines ISG Syndroms können ein oder mehrere Bänder im Bereich des betroffenen ISG aufgeklebt werden. Das wäre der Bereich der tiefen Lendenwirbelsäule (seitlich oberhalb des Steißbeins).
Die Kinesiotapes sollten einige Tage aufgeklebt belassen werden.
Eine Besserung sollte bereits nach ein bis zwei Tagen auftreten.

Dauer

Die Heilungsdauer eines ISG Syndroms richtet sich nach der Schwere sowie auch nach der auslösenden Ursache.
So sind ISG Syndrome, die durch plötzliche, ruckartige Bewegungen auftreten relativ schnell abheilen. Bereits nach 1-2 Tage kann es unter richtigen Behandlung dann schon zu einer Besserung kommen.
ISG Syndrome, die durch eine chronische Fehlbelastung auftreten, haben hingegen eine länger Heilungsdauer bzw. auch ein hohes Rezidivrisiko. Hier ist mit Tagen bis Wochen zu rechnen und es sollte auch parallel die Fehlbelastung korrigiert werden.

Dauer der Krankschreibung

Orientierend kann man sagen, dass Betroffene mit einer ISG Blockade/ISG Syndrom

  • die im Büro arbeiten für 0 - 7 Tagen krank geschrieben werden
    hier muss genau die Belastung für das ISG am Arbeitsplatz bei der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt werden 
  • mit mäßiger körperlicher Arbeit für 7 - 14 Tagen krank geschrieben werden 
    auch der Weg zur Arbeit muss bei er Kranschreibung bei einer ISG Blockade berücksichtigt werden
    und 
  • körperlich schwer arbeitende Menschen 14 - 21 Tage krank geschrieben werden. 
    Die ISG blockade muss aufgelöst sein, bis wieder schwere körperliche Arbeit aufgenommen werden darf.

Rehabilitation und Prävention

Muskuläre Dysblancen-Check

Der muskuläre Dysbalance Check ist eine diagnostische Maßnahme, um zu zeigen, ob bestimmte Muskelgruppen überlastet oder auch fehlblastet werden.
Der Untersucher untersucht im Seitenvergleich Muskelstränge und schaut die Dicke, den Tonus und zieht Seitenvergleiche. Gibt es deutliche Differenzen im Seitenvergleich ist eine Fehlbelastung (Dysbalance) erwiesen.

EMG

Das Elektromyogramm ist eine neurologische Untersuchung. Hier werden elektrischeImpulse von einzelnen Muskeln gemessen. Hierzu wird auf den zu untersuchenden Muskel Elektroden geklebt und die elektrische Aktivität in Ruhe und bei Belastung gemessen.
Im Falle eines ISG Syndromes käme es zu deutlichen Spannungsdifferenzen im Bereich der Muskeln der tiefen Lendenwirbelsäule bei Ruhe und bei Bewegung.

Wirbelsäulenvermessung

Während man bislang meistens ein Röntgenbild zur Wirbelsäulenvermessung anfertigen musste, um die Abstände der Wirbelkörper und den Stand zu vermessen, stehen heute modernere und strahlungsfreie Methoden zur Vermessung zur Verfügung.
So kommt eine Videorasterstereographie zum Einsatz, bei der ein Lichtmuster auf die Wirbelsäule projiziert und computergesteuert eine Vermessung der Punkte in Ruhe und auch bei bestimmten Bewegungen erfolgt.

Übungen

Es gibt zahlreiche Übungen, die auf die Dehnung der Muskulatur des ISG zum einen, aber auch auf das Auftrainieren der Muskeln im ISG ausgelegt sind.

  • Im Vierfüßlerstand sollte der Rücken zunächst gerade gehalten werden, um dann in eine Hohlkreuzposition zu gehen. Diese sollte einige Sekunde gehalten werden und dann die normale gerade Position wieder eingenommen werden.
  • Im Vierfüßlerstand auf ein Bett setzenund das betroffene sanft Richtung Boden ziehen
  • Ein leichter Schmerz im ISG zeigt an, dass man die Übung richtig durchführt.
  • Die Übungen sollten 1-2 mal täglich für 1 Woche mindestens durchgeführt und der Erfolg abgewartet werden.

Um eine Chronifizierung und das gehäufte Wiederauftreten von ISG-Beschwerden zu verhindern ist es sehr wichtig die funktionelle Ursache frühzeitig zu erkennen und frühzeitig zielgerichtet durch die für Sie besten Übungen zu therapieren.
Leider kann man an dieser Stelle nicht pausch Übungen empfehlen, da alle Trainingsmaßnahmen auf den Einzelfall abgestimmt werden muss.
Alle Übungen müssen individuell auf

  • die Ursache
  • die Statik des Beckens und der Wirbelsäule
  • den Muskuläre Dysbalance
  • Trainingszustand 
  • und vielen weiteren Faktoren 

abgestimmt werden.

Gerne zeigen Ihnen die ISG Spezialisten von Lumedis welche das in Ihrem Fall sind.

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