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Lumedis Frankfurt

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Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

Sven Daum
Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Oberarmbruch

Lumedis - Ihre Knochenspezialisten

Ein Oberarmbruch ist gerade bei älteren Patienten ein häufiges und schmerzhaftes Krankheitesbild. Damit ist es für die Patienten zu keinen langfristigen Bewegungseinschränkungen kommt, ist die optimale Therapieplanung durch einen erfahreren Orthopäden sehr wichtig.
Wir von Lumedis haben uns auf die konservative Behandlung (ohne OP) von Knochenbrüchen aller Art spezialisiert.
Wenn Sie eine Beratung durch unsere Knochenspezialisten wünschen, kommen Sie hier zu Ihrem Termin.

Selbsttest: Habe ich eine Prellung oder einen Bruch?

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Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Er ist regelmäßiger Interviewpartner im Hessischen Rundfunk und dem ZDF.

Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und hat sich auf die nichtoperative Behandlung des Ellenbogen spezialisiert.
Durch die erfolgreiche Kombination verschiedener Therapiemaßnahmen hat er bei Lumedis einige einzigartige Behandlungsmöglichkeiten, mit welcher er bereits tausende Ellenbogen erfolgreich therapiert hat.

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Definition - Was ist ein Oberarmbruch?

Bei einem Oberarmbruch (med. Humerusfraktur) kommt es zum Bruch des Oberarmknochens, also einer Fraktur des Humerus, im Bereich des Oberarmkopfes (proximal), des Knochenschafts oder im Bereich des Ellenbogens (distal).
Die proximale Humerusfraktur stellt dabei die häufigste Form dar. Je nach Lokalisation des Oberarmbruchs kommen verschiedene Ursachen in Frage.
Auch die Altersverteilung ist je nach Lokalisation und Art des Bruchs typisch. So stellt beispielsweise die sogenannte distale suprakondyläre Humerusfraktur, also oberhalb der Knochenkondylen, die als Teil des Oberarmknochens das Ellenbogengelenk bilden, den häufigsten Knochenbruch im Kindesalter dar.
Je nach Ausprägung des Bruchs kommen verschiedene therapeutische Maßnahmen in Frage.

Röntgenbild eines Oberarmbruchs im Schaft vor und nach der OP mit einem Nagel

  1. Nagel im Oberarmknochen (Humerusschaft)
  2. korregierter Oberarmbruch
  3. Speiche mit Speichenköpfchen (Radius)
  4. Elle (Ulna)
  5. Ellenbogengelenk (Articulatio cubitalis)
  6. verschobener Oberarmbruch
  7. Oberarmknochen (Humerus)

Ursachen

Zu den Ursachen und auslösenden Faktoren für einen Oberarmbruch zählen folgende Faktoren:

  • Unfall beim Sport (häufig Ballsportarten)
  • Verkehrsunfall
  • Osteoporose
  • Sturz auf den Arm
  • Knochentumoren (selten)
  • Verdrehung des Oberarms

Ihr Knochenbruch heilt nicht schnell genug, Sie benötigen eine 2. Meinung oder es droht gar eine ausbleibende Knochenbruchheilung?
Wir sind auf die konservative Heilung (ohne OP) komplizierter Frakturen spezialisiert.
Gerne schauen sich die Frankfurter Knochenspezialisten von Lumedis Ihren Fall an.
Hier finden Sie unsere Terminvereinbarung.

Osteoporose

Die Osteoporose ist insbesondere bei Menschen über 60 Jahren ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Knochenbrüchen. Daher kommt es hier, beispielsweise bei einem Sturz auf den Arm, auch schneller zu einem Oberarmbruch. Dabei kommt es zu einem Mangel der Knochenmasse mit einem entsprechend insgesamt erhöhten Risiko für Knochenbrüche.
Am häufigsten tritt die Osteoporose bei älteren Frauen aufgrund der Veränderung des Hormonhaushalts in der Menopause auf. Aber auch die langjährige Anwendung von Kortison kann eine Rolle bei der Entstehung der Osteoporose spielen. Neben der medikamentösen Behandlung der Osteoporose ist zur Prävention eines Oberarmbruchs vor allem das regelmäßige Durchführen von Kräftigungsübungen wichtig, damit die umgebenden Muskeln die Knochen stabilisieren und vor Verletzungen schützen können.

Röntgenbild eines Oberarmschaftbruchs mit Platte

  1. Schultergelenk
  2. Bruch des Oberarmknochens im Schaft (Schaftfraktur)
  3. Platte mit 6 Schrauben und freier Zugschraube
  4. Ellenbogengelenk

Wo bricht der Oberarm am häufigsten?

Der Oberarm kann theoretisch an jeder Stelle in seinem Verlauf brechen. Am häufigsten findet sich der Oberarmbruch proximal, das heißt im des Oberarmkopfes. Dieser proximale Oberarmbruch macht ca. 5% aller Knochenbrüche aus und tritt häufiger bei Frauen auf.
Dabei handelt es sich vor allem um einen Knochenbruch, der im Alter vorkommt und im Zusammenhang mit der Osteoporose steht. Der Grund hierfür ist, dass es bei einem Sturz häufig zum Fallen auf eine Seite kommt und der Oberarm dann entsprechend einer starken und plötzlichen Krafteinwirkung ausgesetzt ist.
Die anderen Lokalisationen für die Oberarmbrüche kommen insgesamt seltener vor, jedoch stellt der distale Oberarmbruch, also kurz vor dem Übergang zum Ellenbogengelenk, die häufigste Lokalisation eines Knochenbruchs beim Kind dar.

Röntgenbild linke Schulter a.p.: Oberarmkopfbruch (Oberarmkopffraktur)

  1. Schlüsselbein (Clavicula)
  2. Rabenschnabelfortsatz (Coracoid)
  3. Oberarmkopfbruch (Oberarmkopffraktur)
  4. Schulterhöhe (Acromion)
  5. Oberarmkopf
  6. Oberarmknochen (Femur)

So unterscheiden Sie einen Oberarmbruch von einer Prellung

Um einen Oberarmbruch von einer Prellung zu unterscheiden gibt es ein paar sogenannte sichere Frakturzeichen, also sichere Zeichen für einen Knochenbruch. Hierzu gehört beispielsweise die Achsabweichung, also wenn der Knochen nach der vermuteten Stelle des Oberarmbruchs in einer anderen Achse weiterläuft als der Teil davor. Auch eine übermäßige Beweglichkeit des Oberarmknochens spricht für einen Bruch, sollte allerdings nicht explizit zu ausführlich getestet werden. Des Weiteren zählen ein offener Oberarmbruch, mit sichtbaren Knochenstücken, und sogenannte Krepitationen, also knirschende Geräusche bei Bewegung oder Berührung zu den sicheren Zeichen. Letztendlich kann die sichere Diagnose mittels Anfertigung eines Röntgenbildes gestellt werden.

Röntgenbild einer Tuberculum majus Abrissfraktur

  1. Gelenkpfanne der Schulter (Cavum glenoidale)
  2. Gelenkspalt
  3. Oberarmkopf (Humeruskopf)
  4. Frakturspalt (rot)
  5. Tuberculum majus Abrissfraktur

Schmerzen im Oberarm

Die Schmerzen bei einem Oberarmbruch sind meist von einer sehr starken Intensität. Der Grund hierfür ist, dass bei einem Knochenbruch die Knochenhaut, die das Knochengewebe umgibt, verletzt wird und damit auch viele dort verlaufende Nerven. Des Weiteren kommt es auch durch die Verletzung der Weichteile um den Oberarmknochen herum, also vor allem Muskel- und Fettgewebe, zu einer weiteren Intensivierung des Schmerzes.
Daher ist es bei einem Oberarmbruch sehr wichtig, dass ausreichend Schmerzmittel eingenommen werden. Hierfür gibt es auch die Möglichkeit eine sogenannte Schmerztherapie zu absolvieren, bei der spezifisch darauf geachtet wird, die Schmerzmittel an den Bedarf anzupassen und zum richtigen Zeitpunkt wieder zu reduzieren, um das Auftreten von Nebenwirkungen oder Spätfolgen zu vermeiden.

Alternative Ursachen für die Oberarmschmerzen finden Sie in unserem Artikel Schmerzen im Oberarm.

So lange habe ich Schmerzen

Die Dauer der Schmerzen bei einem Oberarmbruch kann individuell sehr unterschiedlich sein, weshalb es schwer ist darüber eine allgemeine Aussage zu treffen. In der Regel lassen die Schmerzen im Verlauf des Heilungsprozesses stetig weiter nach. Dieser beträgt für eine konservative, nicht-operative, Behandlung des Oberarmbruchs etwa bis zu einem Monat, bei einer operativen Therapie zwischen eineinhalb und drei Monaten.
Mit der zunehmenden Regeneration des Knochengewebes lassen auch die Schmerzen nach, da sich ein Teil der verletzten Nerven mit der Zeit auch wieder erholen kann. Es kann allerdings auch bei komplizierteren Verläufen zu einer längeren Dauer der Schmerzen kommen oder einer unzureichender Linderung. In diesen Fällen ist die Durchführung einer Schmerztherapie sinnvoll.

Röntgenbild eines Oberarmbruch vorher und nach Versorgung mit einem Oberarmnagel

  1. Verriegelungsschraube
  2. Nagel im Oberarmknochen
  3. Bruch des Oberarms im Schaft nach OP
  4. Bruch des Oberarms im Schaft vor OP

Wie schläft man mit einem Oberarmbruch am besten?

Nach einem Oberarmbruch ist für viele Betroffene insbesondere das Schlafen problematisch. Es ist darauf zu achten, dass in den ersten Wochen nach dem Knochenbruch nicht auf der betroffenen Seite geschlafen wird.
Hier könnte es zu einer Verschiebung der Knochenstücke aufgrund der Gewichtseinwirkung kommen, weswegen dies unbedingt vermieden werden sollte. Unterstützend können hier Lagerungskissen oder eine eingerollte Decke an der Seite helfen.
Am besten schläft man nämlich entsprechend in einer schrägen Position auf der anderen Seite oder in Rückenlage. Bei Bedarf kann auch der Verband über Nacht getragen werden. Sollte es zu Schlafproblemen kommen können diese mit dem behandelnden Orthopäden besprochen und entsprechend mittels Schmerzmitteln gelindert werden.

Hämatom/Bluterguss

Ein Hämatom, also ein Bluterguss, findet sich bei jedem Oberarmbruch. Dazu kommt es aufgrund der Schädigung einiger Blutgefäße im Bereich des Oberarmbruchs.
Im Falle eines offenen Knochenbruchs kann über die offene Stelle eventuell etwas Blut entweichen, wodurch der Bluterguss hier gegebenenfalls nicht ganz so ausgeprägt ist. Nichts desto trotz sollte das Auftreten eines Blutergusses alleine nicht als sicheres Zeichen für einen Oberarmbruch gewertet werden, da dieser ebenso bei einer Prellung oder einer anderen Verletzung, wie beispielsweise einem Muskelfaserriss, auftreten kann. Im Rahmen der Regeneration des Gewebes wird der Bluterguss auch mit der Zeit zurückgehen, da das Blut langsam abgebaut und abtransportiert wird.

Diagnose

Für die Diagnose des Oberarmbruchs ist zunächst die Klärung der Ursache wichtig, damit alle möglichen begleitenden Verletzungen miterfasst werden können. Die Untersuchung umfasst, zum Ausschluss weiterer Verletzungen, nicht nur den Arm. Hier liegt der Fokus auf der Erfassung sicherer Frakturzeichen und der Überprüfung der Funktionalität der Durchblutung, der Muskulatur und der Sensibilität, auch DMS genannt. Dies ist sehr wichtig, um frühzeitig möglich Verletzungen größerer Gefäße oder Nerven zu entdecken und entsprechend behandeln zu können. Die Sicherung der Diagnose des Oberarmbruchs erfolgt mittels Anfertigung von zwei Röntgenbildern in zwei verschiedenen Ebenen. Weitere bildgebende Verfahren dienen insbesondere zur Abgrenzung von anderen Differentialdiagnosen.

Ultraschall

Die Untersuchung des Oberarms bei Verdacht auf einen Oberarmbruch mittels Ultraschall ist für die Diagnose des Knochenbruchs selbst nicht von Bedeutung. Daher dient das Ultraschall hier vor allem der Abgrenzung zu anderen möglichen Erkrankungen. Hierzu gehört beispielsweise die Prellung des Oberarms oder auch ein Muskelfaserriss. Ein weiterer Grund für die Nutzung des Ultraschalls ist die Beurteilung der Gelenke, also des Schultergelenks und des Ellenbogengelenks, zum Ausschluss begleitender Verletzungen in diesem Bereich, beispielsweise von der Rotatorenmanschette (Supraspinatussehnenruptur).
Hinzu kommt die Möglichkeit mittels sogenanntem Doppler-Ultraschall die Gefäße im Arm darzustellen, wenn der Verdacht auf dort liegende Begleitverletzung vorliegt.

Röntgenbild

Die Anfertigung von zwei Röntgenbildern in zwei verschiedenen Ebenen dient der Sicherung der Diagnose des Oberarmbruchs. Hierbei kommen je nach Lokalisation des vermuteten Knochenbruchs verschiedene Ansichten bzw. Aufnahmetechniken zum Einsatz, da beispielsweise bei einem Oberarmbruch in Schulternähe nicht in jeder Ansicht der Bruch zweifelsfrei erkennbar ist.
Im Röntgenbild können dann die typischen Zeichen des Knochenbruchs dargestellt werden, wie beispielsweise eine Stufenbildung im Bereich Knochenhülle und eine Knochenlücke zwischen den Bruchteilen.
Des Weiteren dient das Röntgenbild zur Erfassung des Ausmaßes des Oberarmbruchs und einer möglichen Abweichung eines oder mehrerer Bruchstücke von der normalen Verlaufsachse.

Wer kann uns ein Bild schicken, dass wir an dieser Stelle veröffentlichen dürfen?

Wir freuen uns, wenn Sie uns mit einem Bild unterstützen würden.
Wir suchen passendes Bildmaterial, um anderen Betroffenen damit besser helfen zu können.
Bitte schicken Sie uns ein Bild auf dem keine persönlichen Dinge oder Umgebungen, die auf Ihre Person schließen lassen, zu erkennen sind.
Bitte räumen Sie uns in der Mail ein zeitliches Nutzungsrecht ein, dass Sie jederzeit wieder zurückziehen können.
Bild bitte an info@lumedis.de.

Danke und viele Grüße
Ihr
Nicolas Gumpert

Wann braucht man ein MRT vom Oberarm?

Ein MRT wird für die Diagnosestellung des Oberarmbruchs in aller Regel nicht benötigt und kommt vor allem in der Akutsituation aufgrund des zeitlichen Aufwandes kaum zum Einsatz. Gegebenenfalls kann es bei Kindern eingesetzt werden, da sich die hier die Knochenstrukturen noch in der Wachstumsphase befinden und daher auch gegebenenfalls im MRT zu einem gewissen Grad beurteilt werden können.
Ein weiterer möglicher Grund für die Durchführung eines MRTs ist die Abklärung einer Nervenverletzung, insbesondere bei einem Bruch in der Nähe der Oberarmkopfes. Hier verläuft ein Nervengeflecht, der sogenannte Plexus brachialis, der im MRT in seinem Verlauf gut dargestellt werden kann. Ansonsten dient das MRT vor allem zur Abklärung anderer Diagnosen, aber auch nur, wenn diese wahrscheinlicher sind, also der Oberarmbruch selbst.

Konservative Behandlung/Therapie

Bei der Behandlung des Oberarmbruchs muss allgemein zwischen einer operativen und einer konservativen, also nicht-operativen Therapie unterschieden werden. Letztere kommt vor allem bei proximalen, Nahe des Oberarmkopfes gelegenen, Knochenbrüchen und Brüchen des Oberarmschafts zum Einsatz.
Auch hier gibt es aber noch weitere Voraussetzungen für den Einsatz der konservativen Behandlung, beispielsweise darf die Abweichung der Knochenstücke eine gewisse Distanz nicht überschreiten. Die Wahl der Therapieart wird immer individuell und gemeinsam mit dem behandelnden Orthopäden getroffen.

Für die konservative Behandlung wird eine vorübergehende Ruhigstellung des Oberarmkopfes durchgeführt. Dies erfolgt bei den proximalen Brüchen meist durch einen sogenannten Gilchrist-Verband, bei dem der Arm verbunden in eine Schlinge um die gegenüberliegende Schulter gehängt wird. Die Ruhigstellung im Gilchrist-Verband ist bei unkomplizierten Brüchen hier meist nur für eine Woche angesetzt.
Danach werden frühzeitig Bewegungsübungen unter Anleitung durchgeführt. Bei einem Bruch des Oberarmschafts kann ein sogenannter Brace-Gips eingesetzt werden, bei dem zwei Gipshälften um den Oberarmkopf genutzt werden und die Schulter so vorübergehend entlastet wird.

Kinesiotaping

Das Kinesiotaping ist ein Verfahren, das insbesondere beim Wiederaufbau der Muskulatur im Anschluss an die Ruhigstellung bei der konservativen oder operativen Therapie zum Einsatz kommt. Dabei werden die Tapes entlang des Oberarms unter leichtem Zug angebracht, um so die Durchblutung der Muskulatur zu steigern. Dies übt einen Kräftigungsreiz auf die Muskeln aus und unterstützt so den schnelleren Muskelaufbau zur Stabilisierung des Oberarmknochens. Des Weiteren kann mittels Kinesiotapes eine gewisse direkte Stabilisierung des Knochens durch eine bessere und sichere Bewegungsführung erzielt werden. Wichtig ist beim Oberarmbruch die Absprache über den Zeitpunkt des Einsatzes für das Kinesiotaping.

Wann braucht man eine OP?

Die Wahl der Behandlungsart hängt beim Oberarmbruch von der Lokalisation und dem Ausmaß des Knochenbruchs ab. Eine OP wird als Mittel der Wahl bei distal gelegenen Brüchen, also einem Oberarmbruch in der Nähe des Ellenbogengelenks, angewendet. Bei einem weiter oben gelegenen Knochenbruch kommen operative Verfahren vor allem bei ausgeprägten Formen mit einer deutlichen Abweichung der Achse oder einem offenen Knochenbruch zum Einsatz.
Ein weiterer wichtiger Grund für den Einsatz einer Operation stellt die Verletzung von größeren Gefäßen oder Nerven dar. Beim Versagen der konservativen Behandlung mit unzureichender Besserung wird ebenfalls nachträglich eine operative Therapie durchgeführt.

Platte/Nagel

Bei einer operativen Behandlung des Oberarmbruchs gibt es verschieden Möglichkeiten, die je nach Art und Lokalisation sowie Ausmaß des Knochenbruchs eingesetzt werden. Die Verfahren mit Einbringen von Fremdmaterial zur Versorgung eines Knochenbruchs werden als Osteosynthese bezeichnet.

Häufig kommen Platten, Nägel (Marknagel) oder Schrauben zum Einsatz.
Bei einem Bruch in der Nähe des Schulter- oder des Ellenbogengelenks werden häufig Metallplatten eingesetzt, die ebenfalls bei Kindern öfter zur Anwendung kommen. Sie werden mithilfe von kleinen Schrauben befestigt, wobei hier verschiedene Winkel für das Einschrauben je nach Bruchlinie und Zugkraft gewählt werden können.
Bei kleineren Brüchen können auch sogenannte Spickdrähte zur Anwendung kommen, die in einem minimal-invasiven Verfahren eingesetzt werden können.
Der Einsatz sogenannter Marknägel ist vor allem bei größeren Knochenbrüchen mit einer deutlichen Knochenlücke (Schaftbruch) notwendig. Dabei wird der Nagel in einem ebenfalls minimal-invasiven Verfahren in das Knocheninnere, den sogenannten Markraum, eingebracht und durch den Oberarmknochen durchgeschoben.
Bei einem ausgeprägten und komplizierten Knochenbruch mit deutlichen Weichteilschäden und vielen Fragmenten kann auch ein sogenannter Fixateur externe eingesetzt werden, bei ein Drahtgestell im Knochen verankert wird und außerhalb des Arms liegt.

Heilungsdauer

Die Heilungsdauer nach einem Oberarmbruch ist von der Ausprägung des Knochenbruchs sowie der durchgeführten Behandlung abhängig. In der Regel beträgt die Heilungsdauer mindestens mehrere Wochen.
Bei einem unkomplizierten leichten Knochenbruch des Oberarms mit einer entsprechend konservativ durchführbaren Behandlung ist mit einer Heilungsdauer von ca. drei bis vier Wochen zu rechnen.
Bei einer komplizierteren Fraktur mit mehreren Fragmenten, einer deutlichen Achsabweichung oder der Verletzung eines Nerven oder eines Gefäßes muss hingegen mit einer Dauer von mehreren Monaten gerechnet werden. Dabei sind regelmäßige Verlaufskontrollen zur Beurteilung der Regeneration des Knochens in seinem Verlauf notwendig.
In wie weit die Heilung vorangeschnitt ist lässt sich anhand der Kallusbildung im Röntgenbild nachvollziehen.

So verkürzen Sie die Heilungsdauer

Allgemein kann die Heilungsdauer eines Oberarmbruchs im eigentlichen Sinne nicht wirklich verkürzt werden, da dies ein natürlicher Vorgang des Körpers ist, der eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.
Am wichtigsten ist, dass die Ruhigstellung des Oberarms in Absprache des behandelnden Orthopäden konsequent eingehalten wird. Das Knochengewebe muss die Möglichkeit zur Regeneration erhalten, jede Bewegung und Erschütterung sind dabei hinderlich. Daher ist auch das Schlafen auf der nicht-betroffenen Seite ein wichtiger Bestandteil für die Unterstützung der Heilung, da es beim Schlafen auf der betroffenen Seite zur Verschiebung der Knochenstücke kommen kann.

Wie lange werde ich - wenn der Oberarmbruch ohne OP (konservativ) heilt - krankgeschrieben?

Die Dauer der Krankschreibung ist allgemein vom Ausmaß des Oberarmbruchs (Humerusfraktur), der Lokalisation sowie der Wahl der Behandlung und der ausgeübten beruflichen Tätigkeit abhängig.
Bei einer konservativen Behandlung ist ein unkomplizierter Bruch ohne größere Begleitverletzung die Voraussetzung – dementsprechend muss auch die Krankschreibung nicht so lange erfolgen wie bei einer operativen Behandlung.
Daher beträgt die Dauer der Krankschreibung in diesen Fällen häufig ca. einen bis eineinhalb Monate. Hier darf natürlich die ausgeübte berufliche Tätigkeit nicht vergessen werden.
Einfache Bürotätigkeiten können deutlich früher wieder aufgenommen werden als eine direkte dauerhafte Belastung des Oberarms, beispielsweise bei Bauarbeiten. Dies kann die Krankschreibung um mehrere Monate verlängern.
Kompliziertere Brüche - wie die Humeruskopffraktur - brauchen meist eine längere Krankschreibung.

Dauer der Krankschreibung nach Beruf

Orientierend kann man sagen, dass Betroffene mit einem Oberarmbruch

  • die im Büro arbeiten für 14 Tagen krank geschrieben werden
    hier muss genau die Belastung für die Schulter/Arm/Ellenbogen bei der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt werden 
    auch der Weg zur Arbeit muss berücksichtigt werden und muss teilweise bis auf 6 Wochen verlängert werden.
  • mit mäßiger körperlicher Arbeit für mindestens 6 Wochen krank geschrieben werden 
    und 
  • körperlich schwer arbeitende Menschen 6 Wochen bis 3 Monate krank geschrieben werden. 
    Der Oberarmbruch muss vollständig ausgeheilt sein, bis wieder schwere körperliche Arbeit aufgenommen werden darf.

Wie lange werde ich nach einer OP krankgeschrieben?

Bei einer operativen Therapie ist die Krankschreibung vom Ausmaß des Knochenbruchs und dem durchgeführten OP-Verfahren abhängig. Operative Verfahren kommen häufig auch bei komplizierteren Knochenbrüchen und begleitenden Verletzungen von Nerven oder Gefäßen zum Einsatz.
Dies hat eine deutliche Auswirkung auf die Heilungsdauer und die entsprechende Krankschreibung/Arbeitsunfähigkeit. In der Regel beträgt die durchschnittliche Dauer der Krankschreibung nach einer operativen Versorgung eines Oberarmbruchs ca. ein bis zwei Monate.
Bei einer körperlich schweren beruflichen Tätigkeit hingegen ist die Krankschreibung jedoch meist mindestens doppelt so lang.

Ab wann darf man wieder Sport machen?

Ab wann man nach einem Oberarmbruch wieder Sport machen darf ist stark vom

  • Ausmaß des Knochenbruchs
  • Lokalisation
  • durchgeführten Behandlung sowie der
  • Sportart

abhängig. Eine konsequente Schonung des Oberarms ist am Anfang für die Regeneration sehr wichtig. Eine zu frühe Belastung kann zu einer Verzögerung der Heilung des Oberarmbruchs führen. Längere Spaziergänge und leichtes Joggen können meistens nach etwa eineinhalb bis zwei Wochen wieder durchgeführt werden. Intensivere Sportarten mit stärkerer Belastung des Arms sollten erst nach mindestens eineinhalb Monaten wieder aufgenommen werden. Hier ist die konsequente Rücksprache mit dem behandelnden Orthopäden jedoch entscheidend, da sich diese Zeitabstände je nach genaueren Umständen individuell sehr voneinander unterscheiden können.

Komplikationen: Der Oberarmbruch heilt nicht

Ein Oberarmbruch geht bei einer entsprechend rechtzeitig gestellten Diagnose und konsequent durchgeführten Behandlung in der Regel mit einer guten Prognose einher.
Nur selten treten Komplikationen auf, die häufig auf eine zu frühe Belastung des Oberarms mit unzureichender Schonung zurückzuführen sind.
Des Weiteren müssen die möglichen Begleitverletzungen mitbedacht werden, da der Verlauf eines einfachen Oberarmbruchs sich wesentlich von einem Verlauf mit einer Verletzung eines umliegenden großen Nervs unterscheidet.
Ein Oberarmbruch in der Nähe des Oberarmkopfes kann des Knochen verstärkt anfälliger für die Entstehung einer Schulterarthrose mit Gelenkverschleiß machen.

Lumedis hat sich auf die konservative Behandlung von Knochenbrüchen spezialisiert. 
Eine ausbleibende Heilung wird bei den Knochenspezialisten von Lumedis meist früh bei den regelmäßigen Verlaufskontrollen bemerkt.
In diesen Fällen wird die Heilung meist durch ein fokussiertes Stoßwellenverfahren stimuliert.
Falls Ihr Oberarmbruch nicht heilen will, schauen wir uns gerne Ihren Fall an!

Viele weitere Informationen finden Sie unter unserem Artikel "Knochenbruch heilt nicht - Was tun?".

Selbsttest: Habe ich eine Prellung oder einen Bruch?

Habe ich mir einen Bruch oder doch nur eine schwere Prellung zugezogen?
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Weitere Informationen erhalten Sie unter dem Selbsttest: Prellung oder Bruch.

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Wir beraten Sie gerne in unserer Ellenbogensprechstunde!