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Lumedis Frankfurt

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Dr. Nicolas Gumpert

Fachärzte für Orthopädie

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Morbus Ledderhose

Der Morbus Ledderhose ist eine Erkrankung, die beim Orthopäden nicht so häufig auftritt, dass überall in der Therapie eine gleichmäßige Qualität zu erwarten ist.
Durch den Schwerpunkt von Lumedis auf der Behandlung von Fußbeschwerden, finden Sie bei uns eine hohe Erfahrung.
Unsere Fußspezialisten beraten Sie gerne!

Dieser Artikel wurde durch Dr. Nicolas Gumpert veröffentlicht.
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie ist regelmäßig als Gast im Hessischen Rundfunk eingeladen.
Daneben steht er vielen Printmedien wie Welt, Sportbild, DPA regelmäßig als Interviewpartner zu Verfügung.
Weiterhin betreibt er mit Dr-Gumpert.de ein Informationsportal für laienverständliche Medizin mit mehr als 100 Millionen Seitenabrufen pro Jahr.

Definition

Die Ledderhose Krankheit (Morbus Ledderhose) gehört zur Gruppe der Fibromatosen. Es bilden sich gutartige, bindegewebige Knötchen oder Stränge an der Fußsohle, welche zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen können. Diese gehen von der Plantarfaszie (Aponeurosis plantaris) aus.
In 25% der Fälle tritt die Erkrankung an beiden Füßen gleichzeitig auf.
Die Ledderhose Krankheit wird in vier Schweregrade eingeteilt.
Beim schlimmsten Schweregrad (Grad 4) kommt es zum Einwachsen der Knoten in darunterliegende Muskulatur und darüberliegende Haut.

Was sind die häufigsten Ursachen?

Die Krankheit entsteht durch Vermehrung von Bindegewebe durch spezielle Zellen (Myofibroblasten) im Bereich der Sehnenplatte der Fußsohle. Oft treten diese einige Zeit nach kleineren, überwiegend unbemerkt gebliebenen Verletzungen der plantaren Sehnenplatte auf.
Die genaue Ursache dieser Bindegewebsvermehrung ist bisher nicht bekannt und ist zurzeit noch Gegenstand weiterer Forschung. Allerdings ist bekannt, dass es zu einem gehäuften Auftreten mit M. Dupuytren der Handinnenfläche kommt.
Eine weitere Häufung ist innerhalb von Familien zu beobachten, was eine genetische Komponente vermuten lässt.
Männer sind doppelt so oft betroffen, wie Frauen.
Es gibt eine Reihe bekannter Faktoren, die den Ausbruch der Krankheit begünstigen können.
Dazu zählen z.B.

  • die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Krampfleiden (Epilepsie)
  • Leber- und Stoffwechselerkrankungen,
  • Alkohol- und Nikotin Konsum
    und
  • Stress.

An diesen Symptomen erkennen Sie ein Morbus Ledderhose

Patienten, die an einem M. Ledderhose leiden klagen über Schmerzen und Schwellungen des Fußes, vor allem in der Fußmitte und am Innenrand.
Die Beweglichkeit des Fußes und vor allem auch das Gehen kann schmerzbedingt eingeschränkt sein. Die plantare Sehnenplatte ist verhärtet, evtl. sind knotige Veränderungen tastbar. Diese treten meist in der Mitte der Fußsohle auf und wachsen sehr langsam.
Allerdings kann es auch zu Schüben kommen, in denen die Knoten in kurzer Zeit stark an Größe zunehmen. Es kann sowohl nur ein Knoten vorhanden sein, als auch viele. Sie können einzeln oder in Strängen angeordnet liegen. Beim Auftreten vieler Knoten sind diese mit der darüber liegenden Haut oder der darunter liegenden Muskulatur verwachsen und lassen sich nicht verschieben.
Wenn die Knoten sehr groß sind, können sie auch sichtbar sein.
Zehenversteifungen sind möglich, jedoch selten. Ein Auftreten des Morbus Ledderhose an beiden Füßen ist möglich und kommt in ca. 25% der Fälle vor.

Wo treten Schmerzen auf?

Ein M. Ledderhose verursacht überwiegend Schmerzen des Innenrands und der Mitte der Fußsohle. Die Schmerzen treten verstärkt beim Stehen und Gehen, wenn die Verhärtungen/Knoten der Sehnenplatte Druck ausgesetzt werden, da dann das gesamte Körpergewicht auf den Fußsohlen lastet.
Dadurch kommt es in Phasen hoher Krankheitsaktivität zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität und der Leidensdruck der Patienten ist hoch.
Da es häufig zu schubweisem Auftreten der Schmerzen kommt ist die Diagnostik mitunter langwierig.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Schmerzen an der Fußsohle.

Diagnose

Die Diagnostik erfolgt in erster Linie klinisch. Nach einer Krankenbefragung folgt die körperliche Untersuchung mit genauer Untersuchung von Fuß und Fußsohle durch den Arzt. Mit deinem Ultraschall kann die Größe der Knoten beurteilt werden, da diese durch alleiniges Tasten oft schlecht abschätzbar ist.

Da es keine beweisenden Symptome für den M. Ledderhose gibt, kann es sein, dass weitere bildgebende Untersuchungen notwendig sind um andere denkbare Krankheiten auszuschließen.
Je nachdem können hier Röntgenbilder, Ultraschall oder eine MRT (Magnetresonanztomografie) erforderlich sein.
Absolute Sicherheit in der Diagnostik erhält man nur, wenn man die Knoten von einem Pathologen untersuchen lässt. Hierzu benötigt man Gewebe, das man entweder durch eine Probenentnahme (Biopsie) oder während einer Operation erhält.

Wie sieht die Behandlung aus?

Die Behandlung des Morbus Ledderhose ist meist langwierig und erfordert verschiedene Therapie Ansätze, da es häufig zu erneuten Aufflammen (Rezidiven) der Krankheit kommt.
Zur Schmerztherapie kommen meist nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz, da diese eine zusätzliche entzündungshemmende Wirkung erzielen.
Cortison kann auch direkt in die Knoten gespritzt werden, um die Entzündung einzudämmen, was besonders erfolgreich bei schmerzhaften Befundsituationen ist.
Des weitern gibt es eine Reihe anderer Behandlungsoptionen, von denen Wirksamkeit beim Morbus Ledderhose bekannt sind.

Können Bindegewebsmassagen helfen?

Gegen eine unterstützende Anwendung von Bindegewebsmassagen ist nichts einzuwenden, sollten diese als wohltuend empfunden werden.
Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass Bindegewebsmassagen die Symptome wie Schmerzen langfristig lindern, oder gar die Knotenbildung und Verhärtung aufhalten oder zurückbilden könnte.

Können Salben helfen?

Gegen eine unterstützende Anwendung von Salben ist nichts einzuwenden, sollten diese als wohltuend empfunden werden.
Allerdings ist derzeit kein Wirkstoff bekannt, der Symptome wie Schmerzen langfristig lindern, oder die Knotenbildung und Verhärtung aufhalten oder zurückbilden könnte.

Kann eine Bestrahlung helfen?

Vor allem in der Frühphase der Erkrankung kann eine Behandlung der Fußsohle durch Röntgenreizbestrahlung hilfreich sein.
Bei dieser Bestrahlung kommt es durch ionisierende Strahlen oder durch Bestrahlung mit Elektronen zur Entzündungshemmung und Durchblutungssteigerung an der bestrahlten Stelle. Die Behandlung dauert in der Regel 14 Tage, verteilt auf 6-10 Sitzungen. Bei Bedarf kann die Bestrahlung nach frühestens 3 Monaten wiederholt werden.

Die bei der Reizbestrahlung verabreichte Dosis ionisierender Strahlung ist deutlich geringer, als bei der Bestrahlung von z.B. Tumoren stellt jedoch eine Belastung für den Organismus dar.
Eine Bestrahlung wird in der Regel erst bei Patienten ab ca. 45 Jahren durchgeführt.

Wann braucht man eine OP?

Der M. Ledderhose sollte operiert werden, wenn die Schmerzen sehr stark, die Knoten sehr groß sind, oder das Wachstum sehr schnell fortschreitend ist.
Es gibt verschiedene OP- Verfahren die zur Anwendung kommen können. Es können nur die Knoten entfernt werden, was den kleinsten Eingriff bedeutet, jedoch mit einer Rezidivrate von bis zu 85% behaftet ist.
Als Alternative kann die gesamte Plantarfaszie mitsamt den Knoten entfernt werden. Die Rezidivrate ist dann deutlich geringer, liegt jedoch immer noch bei 25%.
Sollten die Knoten vermehrt mit der Haut verwachsen gewesen sein, kann eine Hauttransplantation erforderlich werden.
Nach beiden Operationsverfahren sollte eine Schonzeit von ca. 3 Wochen eingehalten werden, um die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens möglichst gering zu halten.

Können Einlagen helfen?

Zu Beginn der Erkrankung bzw. bei mildem Verlauf können weichbettende Einlagen Linderung verschaffen. Diese fangen den Druck, der beim Gehen und Stehen auf die Knoten und Verhärtungen der Sehnenplatte wirken würde etwas ab. In ausgeprägten Formen kann als Alternative zur Einlagen kann auch das Tragen orthopädischer Schuhe erwogen werden. Häufig wird es durch das Tragen orthopädischer Einlagen oder Schuhe wieder möglich schmerzfrei Stehen und Gehen zu können.

Wann kommt Akupunktur zum Einsatz?

Auch mit Akupunktur ist es in vielen Fällen möglich die Beschwerden zu lindern. Bei welchen Patienten die Akupunktur hilft, ist allerdings nicht vorhersehbar und eine langfristige Besserung der Beschwerden ist zu prognostizieren.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Morbus Ledderhose mit Akupunktur zu behandeln. Die Knoten können direkt genadelt werden, oder es werden die Schmerzbahnen in der Umgebung behandelt.
Weiterhin werden Fernpunkte in die Akupunktur mit eingebaut.

Da eine Akupunktur bei einem Morbus Ledderhose nicht alltäglich ist, bedarf es eine ausreichenden Erfahrung des Behandlers mit dieser Therapiemethode.

Prognose - Ist ein Morbus Ledderhose heilbar?

Der Morbus Ledderhose ist eine gutartige Bindegewebswucherung der Sehnenplatte der Fußsohle.
Da die genaue Ursache dieser Erkrankung bisher nicht ausreichend verstanden ist, gibt es auch keine 100% Therapie. Es gibt verschiedene Ansätze, die sowohl konservativ, als auch operativ Linderung verschaffen und das Wachstum der bindegewebigen, gutartigen Knoten eindämmen können.
Jedoch besteht auch dann noch eine Wiederauftretens Wahrscheinlichkeit von ca. 25%, wenn die plantare Sehnenplatte operativ komplett entfernt wurde.
Da die Krankheit schubweise verläuft, kann es auch nach einer längeren beschwerdefreien Zeit zu einem erneuten Auftreten der Beschwerden kommen.
Eine Wiederherstellung durch den Körper im Sinne einer Regeneration ist leider nicht möglich!

Welchen Zusammenhang gibt es mit einem Morbus Dupytren?

Morbus Dupuytren bezeichnet eine Fibromatose der Handinnenflächen- Sehnenplatte.
Es handelt sich um fast die gleiche Krankheit, wie Morbus Ledderhose, nur eben an anderer Stelle. Auch beim Morbus Dupuytren kommt es zur Bildung gutartiger, bindegewebiger Knoten an der Sehnenplatte.
Der M. Dupuytren ist etwas besser behandelbar, da es sehr viel einfacher ist die Hand (mit oder ohne OP) zu schonen, als den Fuß.
Allerdings ist der M. Dupuytren auch wesentlich anfälliger für Gelenkversteifungen betroffener Finger.
In 10-65% leiden Patienten sowohl an einem M. Dupuytren der Hand, als auch an einem M. Ledderhose des Fußes.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Morbus Dupuytren

Laufbandanalyse zur Druckverteilung

Da die genauen Ursachen der Erkrankung nicht ausreichend verstanden sind, ist es kaum möglich definitive Maßnahmen zur Vorbeugung auszusprechen. Jedoch können die Risikofaktoren, die zum Ausbruch eines Morbus Ledderhose führen minimiert werden. Dazu zählt unter anderem ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und dem Verzicht auf exzessiven Alkohol- und Nikotin Konsum.
Außerdem kann eine Laufbandanalyse des Lauf- und Gehverhaltens erfolgen. Dort können eventuelle Fehlstellungen der Füße oder ungünstige Druckverteilungen beim Gehen aufgedeckt werden.
Eine Laufbandanalyse umfasst eine Stand- Gang- und Laufanalyse.
Bei der Standanalyse wird innerhalb von 20-30 Sekunden die statische Gewichtsverteilung ermittelt und die Fußsohlenanatomie beurteilt.
Bereits hier können Fußfehlstellungen festgestellt werden.
Die Analyse des Gang- und Laufbildes erfolgt mittels einer Videokamera, die das Laufverhalten barfuß und mit Schuhen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufzeichnet. Die im Laufband integrierte Druckmessplatte gibt Aufschluß über Druckspitzen der Dupytrenknoten.
Im Anschluss können Fußaufsatz, Fußgelenkstellung, Kniestellung und Hüftstellung beurteilt werden.
Hier ist vor allem das Verhalten des Fußgelenks beim Fußaufsatz interessant.
Sollte es zu bei der Laufbandanalyse zu Auffälligkeiten kommen, können individuelle Lösungen erarbeitet, die eine gleichmäßigere Druckverteilung auf der Fußsohle bewirken.
So kann einem nächsten Schub des Morbus Ledderhose bestmöglich entgegengewirkt werden.

Weitere Informationen lesen Sie unter unserem Thema: Laufbandanalyse