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Morbus Dupuytren

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur. Er verfügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.
Zudem hat Dr. Hochholz langjährige Erfahrung im Bereich der funktionellen Diagnostik, speziell im Bereich der EMG-Diagnostik.
Zusätzlich zählt das Spezialgebiet Golfen zu seinen Stärken. Hierfür steht er Golfern mit individueller Betreuung in eigener Sprechstunde zur Seite. Dr. Hochholz ist Partner der PGA.
 

Definition - Was ist ein Morbus Dupuytren?

Unter einem Morbus Dupuytren versteht man die Bildung von gutartigen Knoten im Bereich der Handfläche sowie der Finger. Die Erkrankung wird zu den sogenannten Fibromatosen gezählt.
Durch eine Dupuytren Kontraktur und eine Erhöung der Spannkraft kommt es zu einer deutlichen Einschränkung der Beweglichkeit wie die Unfähigkeit die Hand wie gewohnt zu strecken.
Zusätzlich kommt es bei der Erkrankung zu einer Schrumpfung der sogenannten Palmaraponeurose, das ist eine Muskelplatte der Handfläche, die vor allem für die Faustbildung und Fingerbeugung zuständig ist.

Ursachen

Die genaue Ursache der Erkrankung ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Man geht von einer Erkrankung der sogenannten Myofibroblasten aus. Diese sind für die Geschmeidigkeit und Beweglichkeit der Muskeln und Haut zuständig.
Bei einer Erkrankung dieser Myofibroblasten kommt es nicht nur zur einer Verminderung der Beweglichkeit der Haut und der Muskeln, sondern auch zu einem Dickerwerden der Haut und Muskeln. Dies sorgt zusätzlich dafür, dass die Beweglichkeit der Hand deutlich abnimmt. 
Auch wenn die genaue Ursache der Erkrankung bis jetzt noch nicht abschließend geklärt ist, so gibt es doch einige Risikofaktoren, die das Auftreten eines Morbus Dupuytren triggern können:

  • Diabetes Mellitus
  • Krampfleiden
  • steigendes Alter
  • Männliches Geschlecht

Die Wahrscheinlichkeit an einem Morbus Dupuytren zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter. Männer sind von der Erkrankung dreimal häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung tritt bei 20% der über 65 jährigen Männer auf und bei 40% der über 70 jährigen Männer. Der Grund, weshalb Männer häufiger von der Erkrankung betroffen sind als Frauen ist bis heute nicht abschließend geklärt.

An diesen Symptomen erkennen Sie ein Morbus Dupuytren

Vor allem eine verstärkte Spannung in der flachen Hand ist ein Anzeichen dafür, dass sich eine Dupuytren Kontraktur langsam entwickelt. Bei jedem Versuch die Finger zu strecken und die Hand flach zu machen merken die Betroffenen einen verstärkten Widerstand und eine Spannung gegen die der Betroffene ankämpfen muss. Mit erhöhter Spannung kommt es auch zu ziehenden Schmerzen, die vor allem von der Haut ausgehen.
Das erste Symptom einer Dupuytren Kontraktur ist zumeist eine Knotenbildung im Bereich der Finger oder der Handfläche.
Weiterhin ist ein häufiges erstes Symptom eine Beugung der Finger, die der Betroffene merkt. Oftmals sind sämtliche Finger von der Beugung betroffen.

Bewegungseinschränkung

Durch die Knotenbildung kommt es zu einer verminderten Beweglichkeit der Sehnen der Finger. Daraus resultiert eine Bewegungsbeeinträchtigung, die es dem Patienten zunehmend unmöglich machen die Finger wie gewohnt zu bewegen.
Die Finger verbleiben meistens automatisch in einer Beugestellung, die Streckung kann nur über einen erhöhten Widerstand durchgeführt werden.
Die Bewegungseinschränkung ist somit eines der häufigsten und der für den Patienten störendsten Symptomen einer Dupuytren Kontraktur. 

Schmerzen in der Hand

Durch die verminderte Beweglichkeit, Elastizität und der Knotenbildung der Hand kommt es mit fortschreitender Erkrankung zu einer erhöhten Reibung der Sehnen der Finger sowie auch in der Handfläche.
Bei jeder Bewegung in der Hand ist es notwendig, dass die Sehnen und Muskeln möglichst reibungsfrei durch die Sehnenfächer gleiten, um eine reibungsarme Bewegung ohne Schmerzen zu gewährleisten. Im Falle einer Dupuytren Kontraktur allerdings sind die Knotenbildungen so stark, dass es zu einer massiven Reibung im Bereich der Finger und der Hand kommt, was dann zu deutlichen bewegungsabhängigen Schmerzen führt.
Mit fortschreitender Erkrankung und Zunahme der Knotenbildung kommt es auch zu einer Zunahme:

  • der Beugungen
  • der Reibung
  • der Schmerzen.

Diagnose

In aller Regel ist die Diagnose einer Dupuytren Kontraktur eine Blickdiagnose. Grund ist das klassische Auftreten folgender Symtpomtrias:

  • Schmerzen
  • Knotenbildung
  • verminderten Beweglichkeit in der Hand.

Der Untersucher wird die betroffene Hand des Patienten betrachten und untersuchen, sowie auch aktive und passive Bewegungen durchführen. Hierbei findet er eine verminderte Beweglichkeit sowie eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Knotenbildung. Auch die Beugestellung der Finger ohne Bewegung wären klassisch für diese Erkrankung und würden die Diagnose einer Dupuytren Kontraktur bestätigen.
Des Weiteren stehen auch bei Zweifel, oder um die Diagnose einer Dupuytren Kontraktur zu bestätigen, noch einige bildgebende Verfahren zur Verfügung:

  • Ultraschall
  • Röntgen
  • MRT

Ultraschall

Im Ultraschall können weiche und dicht unter der Haut tastbare Strukturen dargestellt werden. Vor allem Muskeln und deren Sehnen können durch eine Ultraschalluntersuchung so beurteilt werden und die für die Dupuytren Kontraktur typische Knotenbildung dargestellt werden.

Röntgen

Ein Röntgenbild stellt vor allem dichtere und feste Strukturen, wie Knochen dar. Im Falle des Verdachts einer Dupuytren Kontraktur können die oftmals verkalkt Sehnen indirekt durch die Verkalkung sehr gut dargestellt werden.

MRT

Das MRT ist eine strahlungsfreie Untersuchung, bei der durch ein aufgebautes Magnetfeld Strukturen, wie Sehnen, Muskeln, Bänder und Blutgefäße aber auch Knochen dargestellt werden können.
Eine MRT Untersuchung stellt somit wohl die genaueste Möglichkeit dar, um eine Dupuytren Kontraktur sichtbar zu machen. Aufgrund der hohen klinischen diagnostischen Trefferwahrscheinlichkeit bei der Untersuchung, kommt die MRT Untersuchung aber oftmals nicht zum Einsatz.

Grade

Um die Stärke der Dupuytren Kontraktur darstellen zu können, wurden Schweregrade festgelegt, die auch die Diagnostik für den Behandler vereinfachen sollen.
Insgesamt gibt es 5 Stadien:

  • Stadium 0: keine Beschwerden und keine Beeinträchtigung
  • Grad 1: Beugekontraktur von 0-45 Grad.
  • Grad 2: Beugekontraktur von 49- 90 Grad
  • Grad 3: Beugekontraktur von 90 -135 Grad
  • Grad 4: Beugekontraktur von über 135 Grad

 

Wie oder wo finde ich einen Spezialisten

Die Spezialisten die eine Dupuytren Kontraktur behandeln können sind in der Regel Handchirurgen aber auch Orthopäden und Unfallchirurgen können diese Erkrankung erfolgreich behandeln.
Man findet die entsprechenden Fachärzte entweder im Internet auf den Seiten der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer, in dem an den Suchbegriff und Postleitzahl eingibt oder aber in den Gelben Seiten.

Konservative Behandlung / Therapie

Bei einer Dupuytren Kontraktur kann, je nach Schweregrad und Ausprägung zunächst ein konservativer Behandlungsversuch unternommen werden. Hierzu gehören zum einen Krankengymnastische Übungen, die dafür sorgen sollen, dass sich das Bindegewebe dehnt und die Sehnen wieder etwas reibungsfreier gleiten können. Diese Art von Behandlung wird aber nur in den ersten beiden Stadien der Erkrankung von Erfolg gekrönt sein.
Weiterhin gibt es noch die Möglichkeit Kortisoninjektionen durchzuführen, die die Entzündungen in den Sehnen reduzieren und auch Schwellungen rückläufig werden lassen sollen. Die Erfolge einer Kortisoninjektion, auch wenn sie regelmäßig durchgeführt wird,  ist aber ebenfalls durchwachsen und kann allenfalls eine akute, aber keine nachhaltige Verbesserung der Beschwerden bewirken.
Auch die Bestrahlung mit Röntgenstrahlung zeigte keinen nachhaltigen Erfolg zur Behandlung dieser Erkrankung.

Unsere Spezialisten von Lumedis versuchen stets eine mit konservativen Therapiemaßnahmen eine Besserung Ihrer Beschwerden zu erreichen, wir erarbeiten gemeinsam mit Ihnen einen individuell auf Sie angepassten Behandlungsplan.

Können Bindegewebsmassagen helfen?

Bindegewebsmassagen können, selbst wenn mit ihnen früh begonnen wird, und wenn sie regelmäßig durchgeführt werden, leider keinen nachweisbaren Erfolg bringen, um eine Dupuytren Kontraktur aufzuhalten oder die Beschwerden zu lindern. 

 Können Salben helfen

Auch die Verwendung von Salben gelten als wenig erfolgversprechend. Selbst die Verwendung von erweichenden Massagegelen oder Salben konnten selbst bei regelmäßiger Anwendung keinen nachhaltigen Erfolg zur Behandlung der Kontraktur aufzeigen.

Vitamin D

Auch wenn Vitamin D ein sehr wichtiges Vitamin für den Alltag ist und gerade in den Wintermonaten ein meist ausgesprochener Mangel dieses Vitamins vorliegt, konnte keine Studie eine Prognoseverbesserung einer Dupuytren Kontraktur unter, auch erhöhten, Vitamin D Einnahme zeigen.

Kann eine Bestrahlung helfen?

Bestrahlungen mit Röntgenstrahlen galten lange Zeit als Geheimtipp zur Behandlung einer Dupuytren Kontraktur. Was bei Überbeinen hilft, so die Annahme, könnte ja auch bei der Kontraktur in der Hand helfen. Leider gibt es keine erfolgversprechenden Studien, die belegen konnten, dass es zu einer deutlichen Verbesserung oder aber einem Aufhalten  der Kontraktur darunter kommt.

Akupunktur

Akupunktur ist eine alte Therapieoption unterschiedlicher Erkrankungen. Sie entstammt der traditionell chinesischen Medizin.
Bei der Akupunktur werden kleine Nadel in sogenannten Meridiane gesteckt, um bestimmte, bislang noch weitestgehend unbekannte Prozesse, zu starten.
Abschwellende und entzündungsreduzierene Reaktionen werden unter der Akupunktur beschrieben.
Die Akupunktur kann auch bei der Behandlung der Dupuytren Kontraktur zum Einsatz kommen. Aktuell gibt es aber noch keine, vielversprechenden Ergebnisse, die zeigen, dass eine Akupunktur den Krankheitsverlauf wesentlich positiv beeinflussen könnte.

Hyaluronsäure

Manche Therapeuten bieten zur Behandlung einer Dupuytren Kontraktur auch die Injektion von Hyaluronsäure an. Hyaluron ist ein Stoff, der in Gelenken und auch in Haut und Knorpel vorhanden ist und diese geschmeidig hält, bzw. auch Reibungen reduziert.
Auch der Einsatz von Hyaluronsäure konnte keinen durchschlagenden Erfolg in der Behandlung der Dupuytren Kontraktur aufzeigen. Trotzdem kommt die Injektion von Hyaluron noch oftmals bei der Behandlung dieser Kontraktur zum Einsatz.

Wann braucht man eine OP?

Die Operation gilt nach wie vor als erfolgreichste Therapiemassnahme, um eine Dupuytren Kontraktur erfolgreich und nachhaltig zu beheben. Die aktuellen Empfehlungen zeigen, dass eine Operation bereits im Stadium 2 geplant werden sollte, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Die Operation wird an der  sogenannten blutleeren Hand durchgeführt. Hierfür wird eine feste Bandage am Handgelenk befestigt, sodass kein Blut mehr in die Hand fließt und der Operation schneller und effektiver operieren kann.
In aller Regel wird die Operation in Allgemeinanästhesie durchgeführt. Die Knoten werden mit kleinen Haken entfernt und die Sehnen wieder reibungsfrei gemacht. Der Eingriff dauert, je nach Ausprägung der Kontraktur, ca. 1 Stunde. Im Anschluss der OP sollte der Patient zeitnah mit dem Kraftaufbau der Handmuskeln beginnen.

Prognose - Kann ein Morbus Dupuytren heilen?

Von alleine kann ein Morbus Dupuytren eher nicht ausheilen. Im Gegenteil, denn bei ausbleibender Behandlung kommt es zu einem Fortschreiten der Erkrankung;

  • zunehmender Einschränkung der Beweglichkeit
  • Zunahme von Kontrakturen der Finger
  • zunehmende Beugestellungen der Finger

Die Dauer, bis die Erkrankung von einem ins andere Stadium wechselt, ist individuell verschieden und kann Jahre dauern aber auch innerhalb weniger Monate von Stadium 0 bis ins höchste Stadium mit stark beeinträchtigender Beweglichkeit wechseln.

Welchen Zusammenhang gibt es mit einem Morbus Ledderhose?

Morbus Ledderhose ist eine Erkrankung, bei der es zu einer vermehrten, gutartigen Wucherung von Knoten im Bereich der Fußsohle oder der Fußinnenseite kommt. Auch hier resultieren Bewegungsbeeinträchtigungen der Zehen und Schmerzen daraus.
Im Unterschied zu dem Morbus Dupuytren allerdings kommt es es bei Morbus Ledderhose ausschließlich zu einem Befall der Füsse, während eine Dupuytren Kontraktur ausschließlich die Hand und Handflächen betrifft.
Einen Zusammenhang zwischen beiden Erkrankung gibt es, indem man davon ausgeht, dass es bei beiden Erkrankungen zu einer vermehrten Knotenbildung kommt. Die Krankheiten werden auch unter dem Begriff Fibromatosen zusammengefasst, die alle die gutartigen Wucherungen in Knotenform hervorrufen.
Es kommt auch des öfteren vor, dass Menschen, die an einer Dupuytren Kontraktur erkranken auch an einem Morbus Ledderhose leiden.
Eine weitere Gemeinsamkeit beider Fibromatosen wären die Risikofaktoren, die eine Ausprägung eines Morbus Dupuytren oder auch eines Morbus Ledderhose fördern könnten.
So sind Patienten mit einem Diabetes mellitus verhältnismäßig häufiger betroffen an einer der Erkrankungen zu erkranken als komplett gesunde Menschen.
Weiterhin vermutet man als Ursache von beiden Erkrankungen erhebliche vererbbare Komponenten, die bei Menschen einer oder beide dieser Fibromatosen fördern können.

Weitere Informationen finden Sie unter unserem Artikel Morbus Ledderhose.

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