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Lumedis Frankfurt

PD Dr. Elke Maurer
Amelie Grainger
Dr. Franziska Zwecker
Dr. Jannik Ashauer
Dr. Bela Braag
Axel Lust
Dr. Nicolas Gumpert


Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Wie kann man die Heilung bei einem Muskelfaserriss beschleunigen?

Ein Muskelfaserriss braucht Zeit zur Heilung, dennoch kann man den Heilungsverlauf gezielt unterstützen. Entscheidend sind die richtige Belastung, ausreichend Regeneration und eine gut abgestimmte Therapie

Neben Kühlung, Kompression und schrittweisem Training können auch Maßnahmen wie Physiotherapie, Lymphdrainage oder eine PRP-Eigenbluttherapie sinnvoll sein. Wichtig ist vor allem, den Muskel weder zu früh zu überlasten noch ihn zu lange komplett ruhigzustellen. 

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Maßnahmen die Heilung eines Muskelfaserrisses sinnvoll unterstützen können und worauf man in den einzelnen Heilungsphasen achten sollte. Gerne beraten wir Sie hierzu individuell bei Lumedis in Frankfurt und vereinbaren gemeinsam einen passenden Termin.

Amelie Grainger und Dr. Bela Braag hat diesen Artikel für Sie zuletzt aktualisiert.
Dr. Braag und Frau Grainger sind Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie und sind bei Lumedis unsere Spezialisten für die kniffeligen orthopädischen Erkrankungen.
Der in Darmstadt geborene Dr. Braag hat an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und eine fundierte orthopädische Ausbildung durchlaufen.
Der in Heidelberg geborene Amelie Grainger hat ebenfalls an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert.
Gerne beraten Sie unsere Spezialisten in ihrer Spezial-Sprechstunde.

Was ist ein Muskelfaserriss?

Ein Muskelfaserriss entsteht, wenn ein Muskel z.B. beim Sport seine individuelle Belastungsgrenze überschreitet und einzelne Fasern dabei in ihrer Struktur Schaden nehmen. Im Unterschied zu einer Zerrung liegt hier also eine echte Verletzung des Gewebes vor, die vornehmlich bei schnellen, kraftvollen Bewegungen (Sprinten, plötzliches Abstoppen) entsteht. 

Betroffene bemerken dies meist sofort mit einem stechenden Schmerz und müssen die gegenwärtige Aktivität abbrechen. In den Stunden danach reagiert der Körper mit Schwellung, Bluterguss und Leistungsabfall. Der Muskel braucht danach eine gewisse Zeit, um die entstandenen Schäden zu reparieren und wieder belastbar zu werden.

  1. Caput longum des M. biceps humeri
  2. Muskelfaserriss im linken Bizeps (Caput breve des M. biceps humeri)
  3. rechter Trizeps

Wie kann man die Heilung eines Muskelfaserrisses beschleunigen?

Die Heilung eines Muskelfaserrisses lässt sich nicht beliebig „beschleunigen“, aber man kann die allgemeinen Bedingungen deutlich verbessern: Anfangs sollte man den Muskel entlasten und kühlen, damit sich die Einblutung nicht unnötig vergrößert. 
Nach einigen Tagen kann man wieder vorsichtig Bewegung in den Heilungsprozess bringen. Komplettes Ruhigstellen über längere Zeit ist eher hinderlich. Stattdessen hilft eine schmerzadaptierte Belastung, die Durchblutung zu fördern und die Gewebereparatur zu unterstützen. 

Außerdem spielen Verspannungen in angrenzenden Muskelgruppen eine Rolle; sie können die Heilung behindern, weil sie die Belastung ungünstig verteilen. Hier können manuelle Techniken oder gezielte Übungen helfen, einen Ausgleich zu schaffen. Weiterhin unterstützen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie eine eiweißreiche Ernährung die Reparaturprozesse des Körpers. Schlaf und Regeneration sind ebenfalls wichtig, sowie die spätere Belastung schrittweise zu steigern. 

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass ein Heilungsprozess durch verschiedene Faktoren günstig oder ungünstig beeinflusst werden kann.

Eigenbluttherapie

Die Eigenbluttherapie, kurz PRP-Therapie, ist eine weitere Therapieoption. Sie nutzt körpereigene Bestandteile, um die Heilung zu unterstützen. Dabei wird dem Patienten Blut entnommen und anschließend derartig im Labor aufbereitet, dass die Blutplättchen (medizinisch: Thrombozyten) in hoher Konzentration vorliegen. PRP steht für: plättchenreiches Blutplasma. Diese enthalten verschiedene Wachstumsfaktoren, die eine wichtige Rolle bei der Gewebereparatur spielen. 

Das aufbereitete Plasma wird dann direkt in den verletzten Muskel gespritzt. Die Idee dahinter ist im Grunde, dass man die „Heilungsbausteine“ genau dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Gerade bei einem Muskelfaserriss, bei dem Muskelgewebe strukturell geschädigt ist, kann das sinnvoll sein. In der Praxis wird die Eigenbluttherapie vor allem dann eingesetzt, wenn die Heilung verzögert verläuft oder Beschwerden länger bestehen als üblich. 

Viele Patienten berichten über eine Verbesserung der Beschwerden nach der Behandlung, wobei die Wirkung individuell unterschiedlich sein kann. Wissenschaftlich wird die Methode weiterhin untersucht, die bisherigen Ergebnisse sind jedoch vielversprechend, v. a. wenn sie gemeinsam mit anderen Therapien in ein größeres Behandlungskonzept eingebettet ist.

Welche Spritzen können die Heilung beschleunigen?

Neben der Eigenbluttherapie kann man noch andere Injektionen einsetzen, um die Heilung zu unterstützen. Hierzu zählen z.B. Hyaluronsäure, die die Gewebeumgebung verbessern kann, oder entzündungsbeeinflussende Mittel wie Traumeel. Auch Lokalanästhetika (örtliche Betäubung) wie Lidocain sind nützlich für die Schmerzreduktion (aber keine direkte Heilungsförderung). 

Kortison wird beim Muskelfaserriss nicht gern verwendet, da es die Gewebereparatur bremsen kann. Fazit: Spritzen können sinnvoll ergänzen, sollten aber vornehmlich als Ergänzung eingesetzt werden, da sie keine aktive Therapie ersetzen.

Bandagen / Kompression

Kompressionsverbände gehören zu den einfacheren, aber oft sehr effektiven Maßnahmen bei einem Muskelfaserriss. Gerade in der ersten Phase helfen sie, Schwellungen und Einblutungen einzugrenzen.
Hierbei wird ein elastischer Verband gleichmäßig um die betroffene Muskelregion angelegt. Wichtig ist, den Druck so zu dosieren, dass er angenehm ist, aber nicht abschnürt (bemerkbar durch Kribbeln oder Taubheit). Hierbei sollte der Verband überlappend von distal nach proximal gewickelt werden, also vom körperfernen Bereich in Richtung Körpermitte, am besten ohne Falten oder punktuellen Druck. Wenn man nicht selbst wickeln möchte, kann eine fertige Bandage zum Hineinschlüpfen Abhilfe schaffen. Wie die Kompression kann sie zusätzlich Sicherheit geben, da sie die betroffene Region stabilisiert und unbewusste Fehlbewegungen reduziert

Gleichzeitig sollte sie nicht dauerhaft getragen werden, um die Muskulatur nicht zu sehr zu „entlasten“, da sich diese sonst teilweise abbauen kann.

Welche Salben können die Heilung beschleunigen?

Salben werden häufig eingesetzt, um die Heilung eines Muskelfaserrisses zu unterstützen, wobei man deren Effekt nüchtern und kritisch betrachten sollte. Sie können den Prozess definitiv begleiten, aber nicht grundlegend beschleunigen. Klassische Salben sind entzündungshemmende Präparate mit Wirkstoffen wie Diclofenac („Voltaren“) oder Traumeel. Diese können Schmerzen reduzieren und lokale Entzündungsreaktionen etwas dämpfen. Darüber hinaus werden gern durchblutungsfördernde Salben verwendet, v.a. in der späteren Heilungsphase. Diese erzeugen ein Wärmegefühl auf der Haut und können helfen, die Muskulatur zu entspannen (meist via Capsaicin, dem scharfen Stoff aus Chilis). 

Auch andere pflanzliche Präparate haben ihre Berechtigung: Arnika oder Beinwell werden häufig genutzt und als angenehm empfunden. Wichtig ist jedoch, den richtigen Zeitpunkt zu beachten. In der akuten Phase sollte man eher zurückhaltend sein, vor allem mit wärmenden Produkten, da diese den blauen Fleck und die Schwellung verstärken können. #

Im Grunde sind Salben also eine ergänzende Maßnahme - sie können Beschwerden lindern und den Heilungsprozess begleiten, ersetzen aber nicht die anderen Therapien.

Lymphdrainage und vorsichtige Massage

Eine manuelle Lymphdrainage ist eine Behandlung, die hilft, Lymphflüssigkeit abzutransportieren, die Schwellungen verursacht. Sie funktioniert über sanfte, rhythmische Bewegungen, z.B. durch einen Physiotherapeuten. Das kann den Druck im Muskel reduzieren und die Heilungsbedingungen verbessern

Ergänzend kann eine vorsichtige Massage sinnvoll sein, allerdings erst in einer späteren Phase. Hierbei sollte man nicht direkt auf die schmerzhafte Stelle drücken, sondern eher das umliegende Gewebe bearbeiten, wobei man nicht zu viel Druck ausüben sollte. Im Grunde geht es darum, die Durchblutung zu fördern, ohne den Muskel zusätzlich zu belasten.

Akupunktur

Akupunktur kann bei einem Muskelfaserriss vor allem in späteren Heilungsphasen ein weiterer wichtiger Therapiebaustein sein. Bei dem Verfahren werden feine Nadeln in bestimmte neuralgische Punkte gesetzt, um Schmerzen zu beeinflussen und muskuläre Spannungen zu reduzieren. Viele Patienten berichten anschließend über ein angenehmeres Körpergefühl. Zusätzlich kann es die Durchblutung fördern, was die Regeneration des Gewebes begünstigt. 

Damit nimmt Akupunktur den Standpunkt als begleitende Unterstützung ein – es ist keine strukturelle Heilung. Sie kann ganzheitlich dabei helfen, den Heilungsprozess zu erleichtern und die Regeneration des Muskels zu fördern.

Ärztliche Osteopathie

Die Lehre der Osteopathie betrachtet den Körper als eine funktionelle Einheit und behandelt nicht nur die verletzte Struktur, sondern schließt auch angrenzende Bereiche mit ein. Bei einem Muskelfaserriss kann das sinnvoll sein, weil sich häufig auch benachbarte Muskeln oder Faszien ebenfalls verspannen. Durch sanfte manuelle Techniken werden diese gelockert und gelöst. Das kann die Heilungsbedingungen und das Wohlbefinden positiv beeinflussen, da der Muskel weniger ungünstige Zugkräfte ausgleichen muss. Im Grunde versucht man, muskuläre Dysbalancen und funktionelle Störungen zu reduzieren und das Gleichgewicht im Bewegungsapparat wiederherzustellen.

Ab wann beschleunigt vorsichtiges Dehnen die Heilung eines Muskelfaserrisses?

Vorsichtiges Dehnen ist erst dann sinnvoll, wenn die akute Schmerz- und Entzündungsphase vorbei ist. Das ist meist nach einigen Tagen bis wenigen Wochen der Fall, je nach Ausmaß der Verletzung. Zu frühes Dehnen kann noch instabile Muskelfasern reizen und den Heilungsverlauf verzögern
Generell ist (richtig dosiertes) Dehnen aber wertvoll, da es helfen kann, Verklebungen zu vermeiden und die Beweglichkeit zu verbessern. Entscheidend ist, dass man sich nur sanft und langsam dehnt und im schmerzfreien Bereich bleibt.

Wann beschleunigt eine Trainingstherapie die Heilung?

Eine Trainingstherapie beschleunigt die Heilung insofern, als dass sie bei einem gezielten Wiederaufbau der Muskulatur helfen kann. Diese Phase der Behandlung ist angezeigt, sobald der Muskel wieder belastbar ist und keine akuten Schmerzen mehr bestehen. Man kann zunächst leichte Übungen einsetzen, zum Beispiel isometrische Anspannungen ohne Bewegen. Später folgen dynamischere Übungen wie Gehen, leichtes Joggen oder kleinere Kraftübungen. 

Solange die Belastung derartig schrittweise verläuft, fördert sie die Durchblutung und hilft dem Gewebe, sich zu stabilisieren.

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Ihr
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Unsere orthopädischen Spezialisten

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