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Brustkorbprellung

Eine Brustkornprellung ist eine sehr schmerzhafte Verletzung, die sehr langwierig sein kann. Bei entsprechender Therapie lassen sich die Beschwerden jedoch sehr gut und schnell lindern.
Wenn Sie eine Beratung durch unsere Wirbelsäulenspezialisten wünschen kommen Sie hier zu Ihrem Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Außerdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.

Seinen Behandlungsschwerpunkt hat er bei der Diagnostik und Therapie der verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen.
Sein Ziel ist es alle Erkrankungen ohne Operation zu lösen.
 

Definition - Was ist eine Brustkorbprellung?

Eine Brustkorbprellung beschreibt eine Verletzung des Brustkorbs, also von

  • Rippen
  • Brustbein
  • Brustwirbelsäule
  • Herzen und/oder
  • Lunge

Die häufigste Ursache für eine Brustkorbprellung ist ein Unfall, beispielsweise beim Sport, im Haushalt, im Verkehr oder auch im Rahmen von einer Gewalttat.
Dabei ist die Verletzung von der Intensität nur geringgradig, es liegt also keine Schädigung der Organe und kein Bruch der Knochen des Brustkorbs vor.
Um dies jedoch abzuklären und kompliziertere und schwerwiegendere Verletzungen auszuschließen, sollte stets ein Orthopäde oder Unfallchirurg aufgesucht werden.

Ursachen

Die Ursache für eine Brustkorbprellung ist in aller Regel eine äußere Gewalteinwirkung, beispielsweise im Rahmen eines Unfalls.
Hierzu gehören typischerweise Verkehrsunfälle mit dem Aufprall des Brustkorbs auf das Lenkrad, Sportunfälle, wie beispielsweise beim Sturz auf den Brustkorb oder auch Unfälle im Haushalt.
Seltener ist eine direkte aktive Gewalteinwirkung von außen die Ursache für eine Brustkorbprellung, also im Rahmen einer Gewalttat.
Bei ausgeprägten Entzündungen der Lunge oder der oberen Atemwege kann es durch eine Hustenattacke seltener ebenfalls zu einer Brustkorbprellung kommen.

An diesen Symptomen erkennen Sie eine Brustkorbprellung

Eine Brustkorbprellung kann sich sehr unterschiedlich und ist zu Beginn unmittelbar nach der Gewalteinwirkung oft nicht von außen sichtbar.
Im Verlauf können sich aber Prellmarken und Blutergüsse bzw. Hämatome zeigen, die typischerweise dort auftreten, wo am meisten Gewalt auf den Brustkorb eingewirkt hat.
Bei einem Verkehrsunfall mit Aufprall des Fahrers auf das Lenkrad bilden sich daher häufig Blutergüsse vorne im Bereich des Brustbeins.
Ein weiteres wichtiges Symptom einer Brustkorbprellung sind Schmerzen.
Diese sind oft atemabhängig, da der schmerzende Bereich, also beispielsweise eine verletzte Rippe oder ein geschädigter Teil der Lunge, durch das Atmen und die damit verbundene Bewegung des gesamten Brustkorbs zusätzlich gereizt wird.
Dadurch atmen die Betroffenen häufig langsamer und weniger tief.
Dies wird auch als Hypoventilation bezeichnet und führt dazu, dass die Lunge anfälliger für Infektionen ist. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt sehr wichtig.
Des Weiteren haben die Betroffenen häufig eine verstärkte Unruhe und sind von Angst geplagt.

  • Schwindel
  • Schweißausbrüche oder
  • Herzrhythmusstörungen

können ebenfalls auftreten.

Schmerzen

Eine Brustkorbprellung geht immer mit Schmerzen einher, die durch die Gewalteinwirkung von außen direkt entstehen und sich über einen längeren Zeitraum fortsetzen können.
Die Schmerzen sind typischerweise atemabhängig, da es durch das Aufdehnen der Lunge beim Einatmen zur zusätzlichen Reizung des verletzten Gewebes kommt.
Daher wird häufig eine Schonhaltung beim Atmen eingenommen, um die Schmerzen erträglicher zu gestalten.
Je nach Art der Verletzung sind die Schmerzen von unterschiedlichem Charakter und können beispielsweise stechend oder ziehend sein.

Diagnose

Die Diagnose einer Brustkorbprellung konzentriert sich vor allem darauf, schlimmere und schwerwiegendere Komplikationen auszuschließen.
Bei der körperlichen Untersuchung werden daher das Herz und die Lunge genau abgehört und die Rippen werden abgetastet, um Frakturen, also Knochenbrüche, auszuschließen.
Auch die Anfertigung eines Röntgenbildes gehört zur Diagnostik, um sicherzugehen, dass keine Knochenbrüche vorliegen.
Weiterhin können eine
Ultraschalluntersuchung
EKG
CT oder ein
MRT
durchgeführt werden, um verschiedene Schädigungen abzuklären.

Ultraschall

Die Durchführung einer Untersuchung mit Ultraschall kann bei einer Brustkorbprellung aus verschiedenen Gründen erfolgen.
Mittels Ultraschall lässt sich beispielsweise das Herz genauer untersuchen, um mögliche Verletzungen im Rahmen eines Unfalls nachzuweisen bzw. auszuschließen.
Auch zur Abklärung eines Pleuraergusses, also einer möglicherweise vorliegenden Flüssigkeitsansammlung um die Lunge herum, dient das Ultraschall.
Hiermit können aber auch spezifisch Schädigungen von Muskeln zwischen den Rippen untersucht werden, da in solch einem Fall eine vermehrte Durchblutung der Muskulatur im Ultraschall sichtbar gemacht werden kann. 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Ultraschall.

Röntgenbild

Die Anfertigung eines Röntgenbildes ist bei einer Brustkorbprellung mit Schmerzen im Brustbereich und einem vorangegangenen Unfall immer notwendig.
Bei einem Röntgenbild des Brustbereichs spricht man auch von einem Röntgen Thorax.
Hier können Frakturen, also Knochenbrüche, sicher dargestellt werden.
Dabei werden die Rippen

  • Brustbein
  • Schlüsselbeine und die
  • Brustwirbelsäule

untersucht.
In einer anderen Fensterung des Röntgenbildes kann außerdem die Lunge gut dargestellt werden, um beispielsweise eine Lungenentzündung durch die verminderte Atmung abzuklären.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Röntgen.

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT ist nicht immer zwingend notwendig, um die Diagnose einer Brustkorbprellung zu sichern.
Diese Untersuchung dient häufiger dem Ausschluss spezifischer Ursachen, wenn beispielsweise eine unklare Schädigung der Lunge vorliegt.
Hier kann auch z.B. die Brustwirbelsäule genauer dargestellt werden, wenn eine Verletzung naheliegt.
In der Akutsituation im Rahmen der notfallmedizinischen Versorgung wird zum Ausschluss schwerwiegenderer Komplikationen in der Regel eher ein CT durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel MRT-Magnetresonanztomographie.

Welcher Arzt?

Welcher Arzt eine Brustkorbprellung behandelt kommt auf die Umstände der Verletzung an.
Bei einem Unfall wird zunächst im Rahmen der notfallmäßigen Versorgung ein Notarzt und im Krankenhaus ein Internist aus der inneren Medizin und ein Unfallchirurg die Abklärung möglicher schwerwiegender Verletzungen übernehmen.
Wenn diese ausgeschlossen werden konnten und die betroffene Person entlassen werden kann, aber dennoch Schmerzen hat und eine Brustkorbprellung naheliegt, kann diese durch eine niedergelassenen Orthopäden diagnostiziert und therapiert werden.

Behandlung/Therapie

Die Behandlung einer Brustkorbprellung richtet sich in erster Linie nach den bestehenden Beschwerden und deren Ausprägung.
Nach Abklärung und Ausschluss möglicher schwerwiegenderer Komplikationen steht die Behandlung der Schmerzen im zentralen Fokus.
Hierfür eignen sich verschiedene Präparate, je nach Intensität der Schmerzen.
So können bei aushaltbaren Beschwerden Medikamente der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika, wie Ibuprofen, eingenommen werden.
Stärkere Schmerzen müssen gegebenenfalls durch Schmerzmittel aus der Klasse der Opioide, wie beispielsweise Tramadol, therapiert werden.
Hier kann ein individuelles Konzept ausgearbeitet werden, auch eine schmerztherapeutische Betreuung kann hier Abhilfe verschaffen.
Bei lokalen Schmerzen ist die Anwendung von Voltaren Salbe zur Linderung sinnvoll.
Auch eine ausreichende körperliche Schonung, der vorübergehende Verzicht auf Sport und die Anwendung von

stellen wichtige Behandlungsmaßnahmen dar.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Therapie einer Brustkorbprellung ist die Durchführung von Übungen zur Kräftigung und Dehnung der Muskulatur zwischen den Rippen und der Atemhilfsmuskulatur. Dadurch kann das Atmen erleichtert werden und einer Hypoventilation, also einer verminderten Atmung im Rahmen der Schonhaltung durch die Beschwerden, vorgebeugt und entgegengewirkt werden.

Kinesiotaping

Das Kinesiotaping ist eine sehr sinnvolle Methode, um Schmerzen bei einer Brustkorbprellung zu lindern.
Oft werden die Beschwerden durch verletzte oder überlastete Muskeln des Brustkorbs verstärkt.
Das Anbringen der Tapes verschafft hier durch eine kontinuierliche Anregung der Durchblutung und einer damit einhergehenden Stärkung der Muskulatur Abhilfe.
Eine beliebte Variante ist, je nach Art und Lokalisation der Schmerzen, das Anbringen zweier länglicher Tapes in Verlaufsrichtung der Rippen und eines langen Tapes quer dazu zur Stabilisierung.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Kinesiotape.

Kühlen oder Wärmen

Die Anwendung von Temperatur ist bei einer Brustkorbprellung ebenfalls ein wichtiges Element zur Linderung der Beschwerden.
Zu Beginn sollten kühlende Elemente, wie Coolpacks oder Eisbeutel verwendet werden, um der Verletzungsreaktion des Körpers mit Überwärmung und starker Durchblutung entgegenzuwirken.
Das Kühlen ist für die ersten 48 Stunden nach der Verletzung sinnvoll.
Danach wirkt Wärme, in Form von Wärmekissen oder Wärmflaschen, häufig besser, da sie die Durchblutung der verspannten Muskulatur anregt.
Die Beschwerdebesserung durch die verschiedenen Temperaturverfahren kann jedoch individuell variieren.

Dauer

Eine genaue Aussage über die Dauer einer Brustkorbprellung zu geben ist leider nicht möglich, da diese stark von der

  • Art der Verletzung
  • Intensität der Beschwerden und der
  • angewandten Behandlung

abhängt.
Bei einer leichten Form einer Brustkorbprellung mit gutem Heilungsverlauf beträgt die Dauer im Optimalfall ca. einen Monat.
Dies kann jedoch sehr variieren und sich beispielsweise durch eine mögliche folgende Infektion der Atemwege deutlich verlängern.
Eine adäquate Schonung und Behandlung der Beschwerden sind daher entscheidend.

Dauer der Krankschreibung

Auch die Dauer der Krankschreibung kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen und richtet sich nach den Beschwerden und deren Intensität.
Hinzu kommt die Art der Arbeit, die für die Krankschreibungsdauer eine große Rolle spielt.
Bei körperlich anstrengenden Berufen, beispielsweise im handwerklichen Tätigkeitsfeld, ist eine deutlich längere Krankschreibung notwendig, als bei einer Bürotätigkeit.
Die Dauer der Krankschreibung sollte immer in direkter Absprache mit dem behandelnden Arzt zur optimalen Anpassung diskutiert werden.

Wann kann man wieder Sport machen?

Nach einer Brustkorbprellung sind die körperliche Schonung und der Verzicht auf Sport eine wichtige Maßnahme, um die Beschwerden zu bessern und die geschädigten Strukturen zu regenerieren.
Solange Schmerzen vorliegen sollte auf Sport komplett verzichtet werden.
Daher beträgt die Sportpause nach einer Brustkorbprellung in der Regel mindestens drei bis vier Wochen.
Auch bei Besserung der Beschwerden sollte nur sehr eingeschränkt eine sportliche Betätigung wieder aufgenommen werden.
Empfohlen wird daher eine Absprache über den Sportbeginn mit dem behandelnden Arzt.

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