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Lumedis Frankfurt

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Facharzt für Anästhesie / Schmerztherapie

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für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Schmerztherapie, Akupunktur und manuelle Medizin

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Mittelhandknochen gebrochen

Die Fraktur der Mittelhand gehört zu den häufigsten Verletzungen der Hand. Ob die konservative oder operative Behandlung für den Patienten das beste Ergebnis liefert, muss immer individuell entschieden werden.
Die optimale Therapie gehört deshalb in die Hände eines erfahrenen Orthpäden.
Wir von Lumedis haben uns auf die Behandlung der Mittelhandfraktur spezialisiert.
Wenn Sie eine Beratung durch unsere Handspezialisten wünschen, kommen Sie hier zum Termin.

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Ausserdem ist er Instruktor für Manuelle Therapie und spezialisiert auf Akupunktur und fügt über große Erfahrung im Bereich der Triggerakupunktur.
Er hat weiterhin langjährige Erfahrung im Bereich der funktionellen Diagnostik, speziell im Bereich der EMG-Diagnostik.
Ein weiteres Spezialgebiet ist die Betreuung von Golfern in eigenere Sprechstunde. Hier ist Dr. Hochholz Partner der PGA.
 

Definition - Was ist ein gebrochener Mittelhandknochen?

Die Mittelhandknochen befinden sich zwischen den Handwurzelknochen und den Fingerknochen und gehören zu den häufigsten Lokalisationen für einen Knochenbruch.
Bei einem gebrochenen Mittelhandknochen kann es zur kompletten Durchtrennung oder zu einem Teilbruch des Knochens kommen.
Der Knochenbruch, also die Fraktur, des Mittelhandknochens wird typischerweise verursacht durch:

  • Einen Unfall im Rahmen von sportlichen Aktivitäten
  • Einen Sturz
  • Einen Faustschlag .

Es gibt einige Sonderformen des gebrochenen Mittelhandknochens – der Bruch des Fünften wird auch als Boxer’s Fracture bezeichnet, da er gehäuft bei einem Faustschlag vorkommt.

So können auch am Daumen folgende Frakturtypen unterschieden werde:

  • Die Winterstein-Fraktur
  • Die Bennett-Fraktur
  • Die Rolando-Fraktur 

Ursachen

Zu den Ursachen und auslösenden Faktoren für einen gebrochenen Mittelhandknochen gehören vor allem:

  • Arbeitsunfall
  • Sportunfall
  • Sturz auf die Hand
  • Faustschlag
  • Osteoporose
  • Knochenzyste
  • Knochenkrebs

An diesen Symptomen erkennen Sie einen gebrochenen Mittelhandknochen

Einen gebrochenen Mittelhandknochen kann man an verschiedenen Symptomen erkennen, die vom Ausmaß des Knochenbruchs abhängig sind.
Zunächst einmal sind die sicheren Frakturzeichen zu nennen, also die Symptome, die bei jedem Knochenbruch auftreten:

  • eine mögliche Achsabweichung, also bei einer sichtbaren Veränderung des Knochenverlaufs
  • eine übermäßige Beweglichkeit
  • eine Stufenbildung der Außenkante des Knochens
  • eine Krepitatoionen also ein hörbares Knirschen bei Bewegung oder Betasten der betroffenen Region
  • eine offen Frakturen, gehen also mit einer Wunde und einem sichtbaren Knochenstück einher
  • eine Lücke zwischen den zwei Bruchstücken 

Zu den weiteren möglichen unsicheren Frakturzeichen gehören:

  • Schmerzen in Ruhe, Bewegung oder auch bei Druck auf den betroffenen Mittelhandknochen
  • deutliche Schwellung an der Hand im Bereich des gesamten Rückens.
  • Verdrehung des Fingers, der dem entsprechenden Mittelhandknochen nachgeschaltet ist

Diagnose

Für die Diagnose eines gebrochenen Mittelhandknochens sind verschiedene Punkte von Bedeutung.
Im Gespräch zwischen Orthopäden und Patienten können die Beschwerden sowie der mögliche Unfallhergang genau geklärt werden.
Die körperliche Untersuchung erfolgt unter großer Vorsicht aufgrund der Schmerzen. Hierbei werden die Hände im Seitenvergleich untersucht, um mögliche neu aufgetretene Asymmetrien zu entdecken. Auch die Untersuchung der Durchblutung, Motorik und Sensibilität, kurz pDMS, ist beim gebrochenen Mittelhandknochen von Bedeutung.
Für den Nachweis des Knochenbruchs gilt die Röntgen-Untersuchung als sicherste Methode. Weitere bildgebende Verfahren dienen vor allem der Abgrenzung anderer Verletzungen.

Einteilung

Der Knochenbruch, also die Fraktur des Mittelhandknochens kann nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden.
Zunächst kann zwischen einer Fraktur der Knochenbasis, des Schafts und des Knochenkopfes unterschieden werden.
Auch eine Einteilung in geschlossene und offene, sichtbare, Brüche des Mittelhandknochens ist möglich.
Der Bruch des fünften Mittelhandknochens wird oft als Boxer’s Fracture bezeichnet, da dieser typischerweise durch einen Faustschlag entsteht.
Frakturen des ersten Mittelhandknochens können ebenfalls spezifisch eingeteilt werden: die Wintersteinfraktur ist an der Basis ohne Beteiligung des Gelenks zwischen Mittelhandknochen und Daumen, auch Daumensattelgelenk genannt.
Die Bennett-Fraktur bezeichnet eine schräge Fraktur mit Gelenkbeteiligung, der Knochenbruch nach Rolando verläuft in einer T- oder Y-Form durch das Gelenk.

Wie kann man eine Mittelhandknochenfraktur von einer Prellung unterscheiden?

Um eine Mittelhandknochenfraktur, also einen gebrochenen Mittelhandknochen, von einer Prellung an der Hand zu unterscheiden können die sogenannten sicheren Frakturzeichen genutzt werden. Dabei handelt es sich um Zeichen, die einen Knochenbruch sicher nachweisen. Hierzu gehören eine übermäßige, abnorme Beweglichkeit und ein möglicher offener, sichtbarer Bruch.
Auch die Krepitation, also das Knistern infolge der Reibung der Knochenstücke aneinander, ist ein sicheres Frakturzeichen.
Des Weiteren zählen eine sichtbare Abweichung der Achse des Knochens, eine tastbare Knochenlücke oder eine Stufenbildung entlang der Außenkante des Mittelhandknochens dazu.
Auch im Röntgen kann ein gebrochener Mittelhandknochen nachgewiesen werden.
Unsichere Frakturzeichen, die hingegen auch durch eine Prellung der Hand hervorgerufen werden können, sind Schmerzen, eine Rötung, Schwellung, Überwärmung und Funktionseinschränkung.

Ultraschall

Die Untersuchung der Mittelhandknochen mittels Ultraschall ist zwar eine schnelle und einfache diagnostische Maßnahme, für die Diagnose eines gebrochenen Mittelhandknochens allerdings nicht notwendig.
Sie dient hingegen eher der Abgrenzung des Knochenbruchs gegenüber anderen Verletzungen, die zu ähnlichen Beschwerden führen können. Daher wird sie vor allem eingesetzt, wenn sich beispielsweise keine sicheren Frakturzeichen nachweisen lassen.
Nach einem Sturz und daraufhin plötzlich einsetzenden Beschwerden sollte zur Sicherheit immer ein Röntgenbild angefertigt werden.
Ergibt sich hierbei aber keine Klärung der Verletzung stellt das Ultraschall eine sinnvolle Bildgebung dar, mit der beispielsweise eine Verletzung eines Bandes oder einer Sehne schnell beurteilt werden kann.

Röntgenbild

Die Anfertigung eines Röntgenbildes ist für die Diagnose des gebrochenen Mittelhandknochens essentiell. Hierbei kann der Knochenbruch in den meisten Fällen eindeutig dargestellt werden.
Die Röntgen-Untersuchung sollte immer in drei verschiedenen Ebenen erfolgen, damit kein möglicher zusätzlicher Teilbruch übersehen wird.
Hierzu gehört die Aufnahme der Hand von vorne, wobei die Finger leicht gespreizt sind. Die seitliche Aufnahme erfolgt in einer Drehung der Hand um 90° und dient insbesondere der Darstellung von gebrochenen Mittelhandknochen, bei denen sich der Bruch in der Nähe der Handwurzelknochen befindet. Die dritte Ebene erfolgt in einer Drehung der Hand um 20°.

Wann braucht man ein MRT?

Ein MRT wird für die Diagnose eines gebrochenen Mittelhandknochens in den meisten Fällen nicht benötigt, da der Knochenbruch am besten in einer Röntgen-Untersuchung dargestellt werden kann. In seltenen Fällen kann entweder ein CT oder ein MRT ergänzend durchgeführt werden, wenn beispielsweise keine ausreichenden Informationen bezüglich der therapeutischen Versorgung durch das Röntgenbild gewonnen werden können.
Des Weiteren kann ein MRT ergänzend sinnvoll sein, wenn andere Diagnosen nicht sicher abgegrenzt werden können. Hierzu gehören beispielsweise Verletzungen von Band- oder Sehnenstrukturen, sowie rheumatische Erkrankungen.

Behandlung/Therapie

Die Behandlung eines gebrochenen Mittelhandknochens umfasst verschiedene therapeutische Maßnahmen, die in Abhängigkeit der Komplexität des Knochenbruchs eingesetzt werden.
Bei unkomplizierten Brüchen mit einer geringen Verschiebung und ohne größere Fehlstellung kommen konservative, nicht-operative Maßnahmen zum Einsatz.
Neben dem Einsatz von Schmerzmedikamenten, wie Ibuprofen, gehört hierzu nach der geschlossenen Reposition der Knochenstücke die Ruhigstellung der Hand mittels

  • Gips
  • Schiene oder
  • Bandage
    Die Wahl der entsprechenden Maßnahme hängt dabei von der Art und Lokalisation des Mittelhandknochenbruchs ab. Komplexere Knochenbrüche der Mittelhand werden hingegen operativ versorgt.

Gips

Nach einer entsprechenden geschlossenen Reposition der Knochenfragmente erfolgt als konservative Methode der Wahl die Ruhigstellung der Mittelhand mittels Gips-Schiene. In der Regel wird eine Unterarmgipsschiene eingesetzt, bei der sich der Gips vom Ellenbogengelenk bis einschließlich des Daumensattelgelenks zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem Daumen erstreckt.
Dabei wird der Arm in der sogenannten Intrinsic-Plus-Stellung geschient, bei der der Ellenbogen in 90° angewinkelt ist, das Handgelenk in 20° überstreckt und die Finger in ihren Grundgelenken in 70°.
Die Dauer der Anwendung einer Gips-Schiene kann sich individuell unterscheiden.

Schiene

Es gibt verschiedene Arten von Schienen, die bei einem gebrochenen Mittelhandknochen zum Einsatz kommen. Eine der häufigsten angewendeten Schienen ist die Unterarmgipsschiene in den ersten zwei Wochen der Ruhigstellung. Danach wird meist versucht auf Schienen aus thermoplastischen Materialien oder Kunststoff umzusteigen.
Dadurch wird eine ausreichende Ruhigstellung garantiert ohne langfristige Schäden der Haut und eine ausgeprägt Schwächung der Muskulatur zu riskieren.
Die Schienung erfolgt in der Regel für weiteren zwei bis vier Wochen.
Wichtig ist bei dem Tragen einer Schiene, dass beim Auftreten von Schmerzen oder Missempfindungen schnell ein Orthopäde aufgesucht wird.
Diese können Anzeichen für ein zu enges Anliegen der Schiene sein und bei fehlender Kontrolle Schäden von Nerven nach sich ziehen.

Bandage

Der Einsatz einer Bandage bei einem gebrochenen Mittelhandknochen erfolgt vor allem in fortgeschritteneren Stadien der konservativen, nicht-operativen Behandlung.
Oft kommt die Bandage nach einer vorherigen Ruhigstellung mittels Schiene zur Anwendung.
Sie dient als Element der Stabilisation und Unterstützung beim Wiederaufbau der Muskulatur und ist daher in der Phase der Rehabilitation eines Mittelhandknochenbruchs sehr wichtig.
Je nach betroffenem Mittelhandknochen kommen verschiedene Bandagen zum Einsatz.
Die typische Bandage bei einem gebrochenen Mittelhandknochen erstreckt sich vom Handgelenk bis über die Gelenke zwischen den Mittelhandknochen und den Fingern.

Dauer

Die Dauer bei einem gebrochenen Mittelhandknochen hängt von dem Ausmaß des Knochenbruchs, also der Fraktur, sowie der angewendeten Behandlung ab. Bei einer konservativ, nicht-operativen, Therapie beträgt die Dauer der Heilung meist ca. zwei Monate. Die Schienung mittels Gips und später Kunststoff erfolgt meist für insgesamt ca. sechs Wochen. Anschließend wird der Aufbau der Muskulatur mithilfe einer unterstützenden Bandage angestrebt. Die Heilung des Knochenbruchs ist dann nach ca. zwei Monaten meistens abgeschlossen, die volle Belastbarkeit der gesamten Hand benötigt gegebenenfalls etwas länger. Bei einer Operation ist mit einer Dauer von mindestens zwei Monaten zu rechnen, kompliziertere Mittelhandknochenbrüche benötigen gegebenenfalls eine längere Heilungsdauer.

Krankschreibung

Für wie lange eine Krankschreibung bei einem gebrochenen Mittelhandknochen erfolgt ist vom Ausmaß und der Komplexität des Knochenbruchs sowie der ausgeübten beruflichen Tätigkeit abhängig.
Da in den meisten Berufen die Hände benötigt werden ist eine entsprechende Heilung des Knochenbruchs zu gewährleisten.
Daher erfolgt die Krankschreibung beim Mittelhandknochenbruch meist für mindestens eineinhalb Monate. Dies kann bei handwerklichen Tätigkeiten oder Bürotätigkeiten sowie bei komplizierteren Knochenbrüchen in Abhängigkeit von dem Verlauf der Heilung entsprechend verlängert werden.

Wann braucht man eine OP?

Eine OP ist nicht bei jedem gebrochenen Mittelhandknochen notwendig. Zu den Indikationen, also den Gründen für den Einsatz, von operativen Verfahren gehören ein instabiler Knochenbruch sowie eine deutliche Fehlstellung der Knochenstücke. Bei den Fehlstellungen werden sogenannte Rotationsfehlstellung mit Verdrehung der Anteile und Achsfehlstellungen mit einer Verlaufsabweichung unterschieden.
Letztere sind nur in ausgeprägten Fällen eine Indikation zur OP. Auch beim Vorliegen einer Verkürzung des Mittelhandknochens aufgrund der Fehlstellung um mindestens 0,5 cm sollte eine operative Versorgung erfolgen.
Das eingesetzte Verfahren unterscheidet sich je nach Art des Knochenbruchs, meist erfolgt eine Versorgung mittels Schrauben und bzw. oder Metallplatten.

Muss das Metall wieder raus?

Bei der Operation eines gebrochenen Mittelhandknochens werden in aller Regel Schrauben, Drähte und bzw. oder Metallplatten im Bereich der Knochen eingesetzt.
Nach entsprechender Heilung des Knochens werden die meisten Drähte wieder entfernt.
Die Schrauben und Metallplatten können hingegen im Bereich der Hand verbleiben. Gründe für die Entfernung dieses Metalls ist vor allem das Stören der Fremdkörper.
Bedacht werden sollte immer auch, dass es sich bei dem Fremdmaterial um eine mögliche Infektionsquelle handelt.
Daher ist die Entscheidung über die Entfernung des Metalls nach der OP bei einem gebrochenen Mittelhandknochen letztlich individuell zu treffen.

Wann darf man wieder Sport machen?

Wann nach einem gebrochenen Mittelhandknochen wieder Sport gemacht werden darf ist ebenfalls individuell zu entscheiden. Der Zeitpunkt hierfür darf nicht zu früh gewählt werden, um eine erneute Schäden des Knochengewebes zu verhindern.
Bei einer konservativen, nicht-operativen, Therapie wird meist nach ca. sechs Wochen mithilfe einer Bandage die Muskulatur wieder aufgebaut.
Sport kann dann meist unter Vorsicht wieder nach zwei Monaten begonnen werden. Nach einer operativen Versorgung sollte der Zeitpunkt gegebenenfalls später gewählt werden.

Rehabilitation und Prävention:

Übungen

Nach einem gebrochenen Mittelhandknochen können verschiedene Übungen zur Rehabilitation oder auch Prävention eingesetzt werden.
Dabei steht die Kräftigung der gesamten Handmuskulatur zur Stabilisierung der knöchernen Strukturen im Vordergrund.
Eine mögliche Übung hierfür ist die Stärkung der Fingerstrecker. Dafür wird die betroffene Hand flach auf den Tisch gelegt. Dann werden die Finger von der Tischplatte abgehoben, wobei die Handfläche flach liegen bleibt. Diese Übung sollte entsprechend mit der anderen Hand wiederholt werden, um eine gleichzeitige Stärkung zu erzielen.

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