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Axel Lust
Dr. Nicolas Gumpert
Privatpraxis
für Orthopädie, Sportmedizin, ärztliche Osteopathie, Akupunktur und manuelle Medizin
direkt am Kaiserplatz
Kaiserstraße 14/Eingang Kirchnerstraße 2
60311 Frankfurt am Main

Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und Experte für patientennahe Medizin.
Neben seiner Tätigkeit in der Praxis ist er als Stammgast der TV-Sendung ‚hallo hessen‘ (HR) bekannt.
Seine fachliche Expertise wird seit Jahren durch regelmäßige Auszeichnungen in der Focus-Ärzteliste bestätigt.
Sein besonderes Anliegen ist es, medizinisches Wissen laienverständlich und fundiert zu vermitteln – sowohl in seinen Artikeln auf lumedis.de als auch auf seinen Social-Media-Kanälen bei Facebook und Instagram.
Der PSA-Wert ist ein Laborwert, der die Konzentration des sogenannten prostataspezifischen Antigens im Blut angibt.
Dies ist ein Eiweiß und wird ausschließlich von Zellen der Prostata gebildet.
Gemessen wird der PSA-Wert in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) im Blutserum.
Da die Prostata mit zunehmendem Alter wächst, steigt auch der PSA-Wert bei den meisten Männern im Laufe des Lebens langsam an.
Vorweg ist also wichtig zu wissen, dass ein erhöhter PSA-Wert nicht automatisch bedeutet, dass Krebs vorliegt.
Hierzu interessant: “PSA Neo” und “Was ist PSA frei?”

PSA-Werte Tabelle nach Alter
Anhand des PSA-Wertes lässt sich erkennen, ob Veränderungen im Prostatagewebe vorliegen.
Ein erhöhter Wert kann auf eine gutartige Vergrößerung der Prostata, eine Entzündung oder seltener auf Prostatakrebs hindeuten.
Der PSA-Wert allein liefert also keine eindeutige Diagnose, sondern gibt vielmehr einen ersten Anhaltspunkt dafür, dass die Prostata genauer untersucht werden sollte.
Ärzte betrachten den PSA-Wert daher immer im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungen, etwa der Tastuntersuchung oder bildgebenden Verfahren.
Da der PSA-Wert mit dem Alter natürlicherweise ansteigt, orientieren sich Mediziner an altersabhängigen Referenzbereichen:
Diese Alterstabelle für den PSA-Wert dient nur zur groben Einordnung.
Die Bestimmung des PSA-Wertes wird üblicherweise ab dem 45. Lebensjahr empfohlen, bei familiärer Vorbelastung teilweise schon früher, dann etwa ab dem 40. Lebensjahr.
Auch wenn Beschwerden wie Wasserlassen-Probleme, Blut im Urin oder Schmerzen im Beckenbereich auftreten, kann eine PSA-Wert-Bestimmung sinnvoll sein.
Da die Untersuchung derzeit keine reguläre Kassenleistung der gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen der Vorsorge ist, wird sie meist als individuelle Gesundheitsleistung angeboten.
Wie oft der PSA-Wert kontrolliert werden sollte, hängt vom Ausgangswert und dem individuellen Risiko ab. Bei PSA Werten < 1,5 ng/mL reicht eine Kontrolle alle 5 Jahre. Bei einem Wert zwischen 1,5 und 2,99 ng/mL alle 2 Jahre und bei einem PSA- Wert > 3 ng/mL, sollte erneut in 3 Monaten kontrolliert werden. Allerdings muss man dabei auf die altersspezifischen Werte achten. Diese Werte beziehen sich auf einen Mann bis 45 Jahre.

Grundsätzlich gilt ein PSA-Wert über 4 ng/ml bei jüngeren Männern als auffällig und abklärungsbedürftig, auch wenn die genaue Grenze altersabhängig ist. Kritisch wird es vor allem dann, wenn der PSA-Wert stark oder schnell ansteigt . Dieser sogenannte PSA-Anstieg (PSA-Velocity) ist oft aussagekräftiger als ein einzelner hoher Messwert. Werte über 10 ng/ml gelten als deutlich erhöht und erfordern in der Regel eine weiterführende Diagnostik, wie zum Beispiel eine Biopsie. Letztlich entscheidet nicht eine feste Zahl allein, sondern die Gesamtschau aus PSA-Wert, Tastbefund und individuellem Risikoprofil, ob eine weitere Abklärung notwendig ist.
Der PSA-Wert kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, die nichts mit Krebs zu tun haben.
Dazu zählen eine gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie), Entzündungen der Prostataoder Harnwege.
Eine längerer Fahrradfahrt-Ausflug kurz vor der Untersuchung, Geschlechtsverkehr in den 24 bis 48 Stunden davor sowie eine Tastuntersuchung der Prostata unmittelbar vor der Blutentnahme sollten vermieden werden.
Auch bestimmte medizinische Eingriffe wie eine Blasenspiegelung oder ein Katheter können den PSA-Wert vorübergehend erhöhen.
Ein direkter, wissenschaftlich eindeutig belegter Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und einem kurzfristig erhöhten PSA-Wert gilt bislang nicht als gesichert.
Dennoch wird vermutet, dass regelmäßiger, hoher Alkoholkonsum die Prostata langfristig reizen und dadurch indirekt den PSA-Wert beeinflussen kann.
Empfehlenswert ist es daher, vor einer geplanten PSA-Wert-Messung auf übermäßigen Alkoholgenuss zu verzichten, um das Ergebnis nicht unnötig zu verfälschen.
Manche Faktoren können den PSA-Wert senken oder ihn niedriger erscheinen lassen, als er eigentlich wäre.
Dazu gehören bestimmte Medikamente, insbesondere sogenannte 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, die zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt werden und den PSA-Wert um bis zu 50 Prozent reduzieren können.
Auch Übergewicht kann den gemessenen PSA-Wert durch eine Verdünnung im Blutplasma niedriger ausfallen lassen.
Eine gesunde, ausgewogene Lebensweise mit ausreichend Bewegung und einer ballaststoffreichen Ernährung wird empfohlen, um die Prostatagesundheit allgemein zu unterstützen.
Bei Prostatakrebs spielt der PSA-Wert eine wichtige Rolle, sowohl bei der Früherkennung als auch bei der Verlaufskontrolle.
Ein auffällig hoher oder rasch ansteigender PSA-Wert kann ein erster Hinweis auf ein Prostatakarzinom sein und den Anstoß für weiterführende Untersuchungen, wie eine Biopsie geben.
Nach der Diagnose dient der PSA-Wert außerdem dazu, den Erfolg einer Behandlung zu überwachen.
Ein sinkender PSA-Wert nach Therapie, spricht für ein gutes Ansprechen.
Steigt der PSA-Wert dagegen erneut an, kann dies auf ein Wiederauftreten der Erkrankung hindeuten.
Der PSA-Wert ersetzt jedoch keine endgültige Diagnose, sondern ist immer ein Baustein im Gesamtbild.
Der PSA neo, auch als [-2]proPSA bekannt, ist eine spezielle Unterform des PSA, die zur genaueren Risikoabschätzung herangezogen wird.
Er wird häufig zusammen mit dem freien PSA und dem Gesamt-PSA in einem sogenannten Prostate Health Index (PHI) kombiniert.
Dieser Index hilft dabei, besser zwischen einer gutartigen Ursache und einem tatsächlich bösartigen Geschehen zu unterscheiden, wenn der klassische PSA-Wert im Graubereich liegt.
Der PSA neo kann somit unnötige Biopsien vermeiden helfen, indem er die Aussagekraft der PSA-Wert-Bestimmung insgesamt verbessert.
Der freie PSA-Wert bezeichnet den Anteil des PSA, der ungebunden, also frei im Blut zirkuliert, im Gegensatz zum Anteil, der an Bluteiweiße gebunden ist.
Zusammen ergeben freies und gebundenes PSA den Gesamt-PSA-Wert.
Interessant wird der freie PSA-Wert vor allem dann, wenn der Gesamt-PSA-Wert im Grenzbereich zwischen 4 und 10 ng/ml liegt, da er hilft, das Risiko für Prostatakrebs genauer einzuschätzen.
Ein niedriger Anteil an freiem PSA im Verhältnis zum Gesamt-PSA-Wert spricht eher für ein erhöhtes Krebsrisiko, während ein hoher Anteil eher auf eine gutartige Ursache hindeutet.
Der PSA-Quotient setzt den freien PSA-Wert ins Verhältnis zum Gesamt-PSA-Wert und wird meist in Prozent angegeben.
Liegt dieser Quotient unter etwa 15 bis 20 Prozent, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine bösartige Veränderung der Prostata vorliegt, während höhere Werte eher für eine gutartige Vergrößerung sprechen.
Der PSA-Quotient verbessert die Aussagekraft der reinen PSA-Wert-Messung deutlich, insbesondere im diagnostischen Graubereich.
Wichtig zu beachten ist, dass er eine Wahrscheinlichkeitsaussage liefert und Prostatakrebs weder zweifelsfrei bestätigen noch vollständig ausschließen kann.
Deshalb wird der PSA-Quotient zusammen mit weiteren Befunden bewertet, bevor eine endgültige Einschätzung erfolgt.
Nach einer vollständigen Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) sollte der PSA-Wert im Idealfall auf einen nicht mehr messbaren Bereich absinken, da praktisch kein PSA-produzierendes Gewebe mehr vorhanden ist.
In der Regel wird ein Zielwert von unter 0,1 bis 0,2 ng/ml als Nachweis dafür angesehen, dass kein relevantes Restgewebe mehr aktiv ist.
Dieser sogenannte PSA-Nadir wird nach der Operation regelmäßig kontrolliert, um den Behandlungserfolg zu überwachen.
Steigt der PSA-Wert nach einer Prostataentfernung erneut an, spricht man von einem biochemischen Rezidiv.
Ursache dafür kann sein, dass bei der Operation nicht sämtliches Prostatagewebe restlos entfernt wurde, oder dass sich bereits vor dem Eingriff Krebszellen außerhalb der Prostata, etwa in Lymphknoten, ausgebreitet hatten.
Auch ein langsames Wiederauftreten des Tumors an anderer Stelle kann den PSA-Wert erneut ansteigen lassen.
Ein solcher Anstieg des PSA-Wertes nach der Operation wird engmaschig beobachtet, da er wichtige Hinweise für die weitere Therapieplanung liefert.
Wir beraten Sie gerne in unserer Sprechstunde!