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Craniomandibuläre Dysfunktion

Dieser Artikel wurde durch Dr. Gerret Hochholz veröffentlicht.
Dr. Gerret Hochholz ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Besonders spezialisiert ist er auf Akupunktur und verfügt über große Erfahrung im besonderen Bereich der Triggerakupunktur.
Er behandelt mit diesem schonenden Verfahren viele Tausend Patienten pro Jahr!

Gerne berät Dr. Hochholz Sie in einem Termin!

Einleitung - Kompetenzzentrum CMD-Lumedis

Unter einer craniomandibulären Dysfunktion versteht man eine Fehlfunktion oder eine Störung des Zusammenspiels von Ober-, und Unterkiefer in der täglichen Arbeit des Kauens, Sprechens, Schluckens und Essens.
Die Interaktion zwischen dem Ober und dem Unterkiefer ist sehr genau aufeinander abgestimmt, angetrieben von den stärksten Muskeln des Körpers-der Kaumuskulatur.
Aus einer Fehlfunktion oder eines Missverhältnisses von Ober-, und Unterkiefer können Beschwerden und Einschränkungen im täglichen Leben entstehen, die es zu behandeln gilt. Um die Diagnostik und die Behandlung einer craniomandibulären Dysfunktion durchzuführen, sollte ein hierfür spezialisiertes Kompetenzzentrum aufgesucht werden. Hier werden entsprechende Untersuchungen und Vermessungen, wie z.B. die Wirbelsäulenvermessung durchgeführt, die aufzeigt, ob die Betroffenen unter einer craniomandibulären Dysfunktion leiden. 

Symptome

Die Symptome, die auf eine craniomandibuläre Dysfunktion hinweisen sind vielfältig und auch nicht auf den ersten Blick durch den Untersucher zu erkennen, meist treten jedoch eine oder mehrer folgender Symptome auf.

  • muskuläre Verspannung der Wangen-, und Kaumuskeln sowie eine tastbare Verdickung dieser
  • chronisch verhärtete und verspannte Muskeln des Nackens und der Schulter
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Unwohlsein
  • Knacken des Kiefergelenks durch maximales Aufeinander pressen des Kiefers mit einer Fehlstellung in der Nacht und anschließender Entspannung der Muskulatur am Morgen
  • Tinnitus
  • Sehstörung
  • pathologischer abgenutzte Zähne durch eine Kieferfehlstellung, z.T. abgebrochene Zähne

Ursachen

Ursachen einer craniomandibulären Fehlfunktion können Probleme des Zahnstatus sein, also dass mehrere Zähne fehlen und so die beiden Kiefer in eine Fehlstellung geraten, weil der physiologische, symmetrische Gegenbiss fehlt.
Weiterhin kann ein nächtliches Zähneknirschen dafür sorgen, dass die Zähne ungleichmässig abgenutzt werden und die beiden Kiefer schief aufeinander liegen.
Arthrosen in einem oder beiden Kiefergelenken können ebenfalls dazu führen, dass es zu einer Schieflage der Kiefer und somit zu einer craniomandibulären Fehlfunktion kommt. Wohl einer der häufigsten Gründe für eine craniomandibuläre Fehlfunktion ist sicherlich die psychische Belastung und Stress. Diese beiden Faktoren sorgen nicht nur öfters für ein Zähneknirschen oder Malen, sondern auch für eine abnorme Muskelanspannung der Kaumuskeln, die dann mit einem ungleichmässigen extrem starken, meist nächtlichen Biss verbunden ist.

Klassifikation nach ICD

Im ICD 10 wird die craniomandibuläre Dysfunktion unter dem Überbegriff der dentofaziale Anomalien (K 07) gelistet. Eine genauere Klassifikation findet dann unter „Krankheiten des Kiefergelenkes“ statt. Eine craniomandibulare Dysfunktion ist somit mit dem ICD 10 Code K07.6 zu verschlüsseln.

 Wie diagnostiziert Lumedis die CMD

Neben der Krankenbefragung mit anamnestischen Angaben zu Beschwerden und Verlauf, steht die Wirbelsäulenvermessung sowie das Eletromyogramm im Mittelpunkt der Diagnostik einer CMD.
Die Wirbelsäulenhaltung wird demnach beim maximalen Zubiss von Ober-, auf Unterkiefer auf eine Watte gemessen und miteinander vergleichen. Kommt es zu starken Abweichungen der Wirbelsäulenhaltung ist von einer CMD auszugehen.
Beim Elekromyogramm werden mittels aufgebrachten Elektroden die elektrischen, muskulären Ströme der Kau-, und Nackenmuskulatur gemessen. Kommt es zu einer auffälligen Spannungsänderung, ist ebenfalls eine CMD wahrscheinlich und eine Therapie sollte eingeleitet werden.

Eigentherapie / Übungen

Ist die Diagnose einer CMD gestellt, können die Betroffenen auch einige Selbstversuche der Therapie durch Übungen unternehmen, um die Beschwerden zu lindern.
Eine hilfreiche Übung wäre:

  1. den Kopf leicht nach hinten zu beugen un
  2. mit Daumen und Zeigefinger einer Hand den Unterkiefer nach unten zu ziehen, bis ein Widerstand zu spüren ist
  3. Die Position des geöffneten Mundes sollte einige Sekunden gehalten werden
  4. anschließend Mund und Kiefer wieder entspann
  5. Wiederholung mindestens dreimal und an 6 Tagen in der Woche 

Eine weitere Übung ist folgende:

  1. mit der flachen Hand bei geschlossenem Mund die Kaumuskeln beidseits kreisend und mit leichtem Druck massieren.
  2. die angespannte Kaumuskulatur und die Muskulatur des Nackens mittels einer Faszienrolle entspannen, indem man damit 3-4 mal langsam über die verhärteten Bereich rollt.

Rolle der Physiotherapie

Der Physiotherapie kommt eine zentrale Rolle in der Behandlung einer CMD zu, da die muskuläre Verspannungen im Bereich des Kiefers, der Schulter und des Nackens massgeblich an der Entstehung eines CMD beteiligt sind.
Krankengymnastik zielt somit darauf ab Spannungen zu lockern sowie auch Muskeln zur Entlastung von Gelenk aufzubauen.
Im Falle der CMD kann man gezielte physiotherapeutische Übungen des Kiefers aber auch der Schulter und des Nackens durchführen, um dies zu erreichen.

Rolle der Osteopathie

Die Osteopathie hat sich in den letzten Jahren bei immer mehr orthopädischen Erkrankungen behaupten können.
Durch leichten, wechselnden Druck auf bestimmte Punkte eines bestimmten Muskels, der Faszie oder der Sehne können somit Verspannungen gelockert und Verklebungen gelöst werden.
Bei einer CMD ist aus diesem Grund eine osteopathische Behandlung sehr hilfreich und sollte in regelmäßigen Abstand wiederholt werden.
Auch kann eine osteopathische Behandlung parallel zu einer Krankengymnastik erfolgen. 

Rolle der Schienentherapie

Eine Möglichkeit eine craniomandibuläre Dysfunktion zu behandeln, ist die Schienenbehandlung. Hierbei wird eine spezielle Schiene angepasst, die der Betroffene in den Mund einsetzt und die entsprechende Fehlstellungen des Kiefers ausgleichen soll.Der Schienenproduktion geht ein längeres Anpassungs-, und Vermessungsverfahren voraus, das den exakten Sitz der Schiene im Mund gewährleisten soll.
Man kann das mit orthopädischen Schuheinlagen vergleichen, die ebenfalls eine Fehlbelastung ausgleichen.
Eine Beißschiene sollte bei einer ausgeprägten CMD immer angepasst werden, wenn es zu nächtlichem Zähneknirschen oder Malen kommt.
Die Beißschiene hilft somit, den sehr hohen Druck abzufedern und die Zähne vor dem  abbrechen zu schützen.

Operation

Wenn muskelentspannende Massnahmen keine Besserung der Beschwerden bringen und die Symptome sehr stark sind, kann überlegt werden die CMD operativ zu behandeln. Hierzu würde der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg nochmal genau untersuchen, wodurch der Fehlbiss zustande kommt. Danach würde eine Umstellungsoperation geplant werden, d.h. in einem operativen Eingriff würde der Kiefer in seiner Position verändert werden, damit Ober-, und Unterkiefer wieder gut passend aufeinanderliegen.

Tinnitus und CMD

Unter einem Tinnitus fasst man Ohrgeräusche zusammen, die ein-, oder beidseitig vom Betroffenen in unterschiedlichen Situationen oder permanent wahrgenommen werden. Der CMD wird eine mögliche Ursache eines Tinnitus zugeschrieben.
Grund sind hier vermutlich die immensen Verspannungen der Kau-, Kiefer-, und Nackenmuskulatur, die vor allem während der Nacht zu einem hohen Druck auf den gesamten Kopf und des Ohres führen.
Der genaue Pathomechanismus ist bis heute noch nicht ganz genau geklärt.
Es ist aber auffallend, dass eine Entspannung der Kaumuskulatur zu einer Verbesserung eines Tinnitus führen kann.

CMD und Knirschen

In vielen Fällen ist eine CMD mit einem nächtlichen Zähneknirschen vergesellschaftet. Aus unterschiedlichen Gründen, meist psychischer Natur, also durch Stress oder der nächtlichen Verarbeitung von seelischen Konflikten, knirscht der Betroffene unbewusst nachts mit den Zähnen.
Hierdurch wird der Unter-, gegen den Oberkiefer malend und in seitlichen Bewegungen und mit hohem Druck gegeneinander verschoben, was nicht nur eine ungleichmäßige Abnutzung der Kiefergelenke zur Folge haben kann, sondern auch die Muskeln der Kau-, und Nackenmuskeln maximal anspannen lässt.
In aller Regel fällt dem Patienten erst ein Zähneknirschen auf, wenn es zu Beschwerden, wie zerstörten Zähnen oder den für eine CMD typischen Beschwerden kommt. 

CMD und Schwindel

Das Gleichgewicht wird im Körper durch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr hergestellt.
Ein komplexes System aus Rezeptoren, die über dem gesamten Körper verteilt sind, liefern die für das Gehirn notwendigen Information zur Lage des Ganges und des Standes. Bei einer CMD kommt es zu einer Fehlstellung und Fehlbelastung des Unter-, und Oberkiefers. Durch diese Fehlstellung kann es möglich werden, dass das Gehirn bzw. das Gleichgewichtsorgan falsche Informationen zur eigentlichen Position bekommt, was der Betroffene dann als Schwindel wahrnimmt. 

CMD und Beckenschiefstand

Eine CMD ist auch immer eine orthopädisch systemische Erkrankung, d.h. Fehlstellungen eines Bereiches im Körper haben Auswirkungen auf andere Bereiche des Körpers.
So kann eine Fehlstellung des Beckens, die vermutlich zunächst unerkannt ist und keine Beschwerden verursacht, zu einer muskulären Dysbalance im Körper führen, was dann letztendlich in einer Fehlstellung und Fehlbelastung des Unter-, oder Oberkiefer gipfelt.
Bei der Diagnostik einer CMD sollte deshalb auch immer die Statik und die Symmetrie des gesamten Körpers untersucht werden. Hierzu zählt die Analyse des Standes, des Ganges und die  Überprüfung der Wirbelsäule.
Manchmal kann durch einen diagnostizierten Beckenschiefstand eine Behandlung so erfolgreich durchgeführt werden, dass die Beschwerden einer CMD ebenfalls verschwinden. Ein Beckenschiefstand kommt in der Regel durch eine Beinlängendifferenz zustande oder aber durch eine Fehlstellung des Fusses. Eine frühzeitige Schuheinlagenbehandlung kann diese Fehlstellung erfolgreich beheben. 

Schienenversorgung durch EMG und Wirbelsäulenvermessung

Ob eine Schiene den gewünschten Erfolg bringen kann und gut angepasst ist, kann auch immer mittels eines Elektomyogramm oder einer Wirbelsäulenvermessung nachgeprüft werden.
Beim Elektromygramm werden durch Elektrode elektrische Ströme der Kau-, und der Nackenmuskeln abgeleitet. Bei der Untersuchung der korrekten Schienenlage wird der Patient gebeten auf die Schiene während der Untersuchung zu beissen. Eine Spannungsänderung würde anzeigen, dass die Schiene nicht korrekt angepasst ist. Gegenteilig würde eine gleiche Spannung den korrekten Sitz der Schiene beweisen.
Bei der Wirbelsäulenvermessung werden durch eine Lichtprojektion auf die Wirbelsäule computergesteuert verschiedene Soll-, und Ist-Postionen miteinander verglichen. Bei der Schienenpositionskontrolle wird der Patient gebeten maximal auf die Schiene während der Wirbelsäulenvermessung zu beissen. Ergeben sich dadurch gemessene Änderung in Haltung und Statik, deutet dies auf einen nicht ausreichenden Sitz der Schiene hin.

CMD und Stress / psychische Komponenten

Der craniomandibulären Dysfunktion wird ein erheblicher Zusammenhang mit Stress und psychischen Belastungen nachgesagt. So kann es durch Stress zu unbewussten Kau-, Beiss oder Malbewegungen des Kiefers kommen, die mit einem sehr starken Druck ausgeführt werden.
Daneben gibt es auch noch Zähneklappern, was durch ein fast ungebremstes Aufeinanderkrachen des Unterkiefers auf den Oberkiefer zustande kommt. All diese nächstlichen und stressbedingten Bewegungen führen nicht nur zu einer nachhaltigen Schädigung der Zähne sowie zu einem ungleichmässigen Abnutzen, sondern auch zu einer Fehlbelastung einer oder beider Kiefergelenken. Dies hat zur Folge, dass Ober-, und Unterkiefer nicht mehr korrekt aufeinanderliegen.
Durch die ungleichmäßigen, abgenutzten Zähne kommt es ebenfalls zu einer Schieflage der Kiefer aufeinander und verstärkt die ohnehin schon bestehende Fehlbelastung. Hier sollten dringen therapeutische Massnahmen zum Ausgleich des Fehlbisses ergriffen werden.
Neben den orthopädischen Ansätzen wie  Akupunktur, Osteopathie und Krankengymnastik, sollte in dem Fall auch eine psychotherapeutische Behandlung ins Auge gefasst werden. Auch Entspannungsübungen können gut helfen Stress und psychische Belastungen abzubauen, um die nächtliche Anspannung der Kau-, und Kiefermuskulatur zu reduzieren.